Stefan und die Sikhs
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18. Kapitel: Eine E-Mail von Loveen Als Stefan am Nachmittag
Corinna seine neue Entdeckung, die Kataloge, zeigte, war er ebenso stolz
wie glücklich. Auch Corinna war davon beeindruckt, wie schnell sie
hier lohnende
Websites über Theodor Fontane fand. Vor allem eine Kurzbiographie
fand sie geil. Auch die Katalogsuche nach Informationen über die
Mark
Brandenburg erwies sich als ergiebig. Eine halbe Stunde vorher hatte
er ihr den Sikh-Teddy mit der Botschaft "Waiting for you" gemailt
und sie hatte mit einen "Ist der süüüüß!
CU !" geantwortet.
Warm? dachte Stefan. Musste wohl so etwas wie freundlich bedeuten. Sein E-Mail Partner entschuldigte sich für die späte Antwort. Er sei im Urlaub gewesen. In der Tat, so bestätigte er Stefans Vermutung, war Dastaar ein anderes Wort für Turban. Dann erklärte er ihm die Begriffe Sikhi und Gurmat. Informationen aus erster Hand!
Am besten gefiel ihm an der E-Mail,. dass sein elektronischer Briefpartner ihm weitere Hilfe anbot. Er schrieb rasch eine kurze Dank-E-Mail. Und dann ging er auf die von Loveen erwähnte Website AllAboutSikhs. Die enthielt in der
Tat massenhaft Informationen. Stefan suchte nach Dastaar. Die Seite zum
Thema Turban war lang. Stefan machte einen kurzen Test. Er kopierte den
Text in ein Word Dokument und ließ die Wörter zählen.
Über 2300 ! Und Weaver wollte ja nur 2500 Wörter für die
Ausarbeitung. Da wäre ja der Turbantext schon ausreichend. Und es
gab ja noch so viel anderes zu sagen über die Sikhs. Corinna lachte: "Du
hast es gut. Wenn ich meine KlassenkameradInnen höre, dann finden
die oft überhaupt nichts. Und du ertrinkst in brauchbarem Material."
"Aber niemanden,
der mit mir am Freitag zum Stufenfest geht. WG 13. Das ist immer fett.
Kommst du mit?" Ein überglücklicher Stefan verabschiedete Corinna an der Haustür... Alles finden im Netz? Da war Stefan vielleicht etwas zu optimistisch, wie ihn Mischter Weaver am nächsten Tag aufklärte. "Wenn ihr ein tolles Buch geschrieben hättet, würdet ihr es verkaufen wollen oder kostenlos ins Netz stellen?" Die Antwort lag auf der Hand. Kohle konnte man immer brauchen. "Also gibt es vielleicht die besten Informationen eher in Buchform als im Netz." Und dann stellte er seinen SchülerInnen eine Frage, die sie offenbar nur schwer beantworten konnten."Versetzt euch einmal nur 15 Jahre zurück. Da war das WWW noch in den Anfängen und es gab kaum Informationen. Wenn Ihr zu der Zeit welche gebraucht hättet, an wen hättet ihr euch wenden können?" Die Schüler grübelten. Gab es damals irgendeine zentrale Informationsstelle oder worauf wollte Weaver hinaus? Der fragte weiter: "Gäbe es irgendeine Institution, die zu dem Thema Bescheid wüsste? Wo etwa würdet Ihr aktuelle Meldungen suchen?" Bald war die Klasse darauf gekommen, dass Fernsehsender oder Zeitungen, überhaupt die Medien, aktuelle Nachrichten hätten. "Und heutzutage findet ihr die rasch auf deren Websites. Egal, ob das die Times, CNN, Spiegel.de oder die Tagesschau ist." Das leuchtete ein.
Aber Weaver wollte noch mehr wissen und nach einiger Zeit stand eine kleine
Sammlung mit der Überschrift Themen und Quellen an der Tafel.
"Google hat über 8 Milliarden Dokumente erfasst. Je klüger ihr eure Suche eingrenzen könnte, umso leichter habt ihr es. Und auch Google findet nicht alles, andere Suchmaschinen suchen wesentlich gründlicher. Denkt außerdem daran: Es gibt Kataloge, es gibt andere Suchmaschinen, Meta-Suchmaschinen und Meta-Meta-Suchmaschinen." Robert meldete sich. "Was soll das denn sein? Metameta?" Weaver erinnerte ihn daran, dass Metasuchmaschinen mehrere Suchmaschinen gleichzeitig befragten. Und Meta-Meta-Suchmaschinen halt mehrere Metasuchmaschinen gleichzeitig. "Ihr sucht dann also nicht nur mit Google sondern mit 50 Suchmaschinen gleichzeitig. Aber probiert es unbedingt einmal mit der Suche auf Websites aus, die von Experten zu eurem Thema verfasst wurden. Bei Greenpeace oder der BBC oder sonst wo. Ihr könnt eure Suche bei Google ja mit dem Befehl site: auf eine Website eingrenzen. Aber meist haben diese Websites ja eine eigene Suchfunktion." Daran hatte Stefan noch nicht gedacht. Zwar hatte er schon einzelne Webseiten der BBC gefunden, aber systematisch auf der Website zu suchen, war ihm noch nicht eingefallen. Gerade zum Thema Diskriminierung oder rassistische Überfälle könnte er da vielleicht schnell Belege finden. Und vielleicht sollte er auch bei Amnesty international nachschauen. Nach der Stunde wandte er sich an Mischter Weaver. "Sie wollen 2500 Wörter für die Ausarbeitung und ich habe einen Text über Sikh-Turbane mit 2300 Wörtern. Was mache ich jetzt?" "Tcha, Stefan, genau darum geht es bei der GFS: Was wählt ihr aus Eurem Material aus? Was ist wichtig und was kann man weglassen? Du scheinst ja gut voranzukommen, aber pass auf, dass du nicht deine ganze Energie aufs Sammeln verwendest. Ziehe rechtzeitig die Bremse an, sonst verzettelst du dich." "Und wo ist die Bremse?" fragte Stefan grinsend. "Wenn du dir noch einmal deine Fragen vornimmst, kannst du systematisch nach den Antworten suchen und eine Frage nach der anderen abhaken. Was du da gesammelt hast, schien ja schon recht umfangreich. Du musst dann halt nur noch deinen Schwerpunkt finden." Zufrieden ging Stefan in die große Pause. Es lohnte sich, rechtzeitig mit der GFS anzufangen
Demnächst:
Spreckel legt nach. Fortsetzung hier. Thanks at Surinder Singh (solarider) for letting us use the above gatka photo. More of his admirable work can be found in his blog and on Flickr.
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