Wie sieht eine mündliche Prüfung im Englischabitur aus?

Hierfür finden sich offenbar keine Beispiele im Internet und vielleicht auch nicht in gedruckter Form. Hier ein Beispiel von einem beruflichen Gymnasium in Baden-Württemberg.

Man bekommt üblicherweise einen Text mit Fragen, den man im Vorbereitungsraum vorbereiten darf. Ein einsprachiges Wörterbuch steht zur Verfügung.

Normalerweise ist der Ablauf der Prüfung dann so, dass man einen Teil des Textes vorlesen muss und danach die Fragen behandelt werden. Zusätzlich zum Texte gibt es mitunter ein Bild, ein Schaubild oder eine Karikatur. Diese Prüfungsform lehnt sich sehr stark an die Form des schriftlichen Reading Comprehension Tests an. Wichtig aber ist, dass der Prüfling zeigt, dass er

a) möglichst fließend sprechen kann und
b) auch das Fachvokabular zum Thema beherrscht.

Als Prüfling sollte man möglichst viel reden und nicht nach einer kurzen Antwort auf eine weitere Frage warten. Man kann die Prüfung auch in einem gewissen Maße geschickt steuern. Wenn man Sätze einfließen lässt wie "I find this aspect very interesting" oder "When I read something like this it always makes me angry.", kommt garantiert eine Nachfrage, die es einem erlaubt, seine Position ausführlich zu erläutern. Geschickt ist auch eine Wendung wie "When I read it I had to think of...(Hier erwähnt man dann das Lieblingsthema). Diese Aussage verlangt aber eine halbwegs plausible Begründung.

Das Textbeispiel, das unten abgedruckt ist, stammt aus einer LK-Prüfung. Die Form der Grundkursprüfung entspricht dem, wenn auch der Text einfacher sein dürfte. Man beachte die letzte Frage, die dem Prüfling eine Wahlmöglichkeit gibt.

Es gibt allerdings auch eine ganz andere Form der Prüfung, die sich bereits bewährt hat und unseres Wissens bisher nur in Biberach durchgeführt wurde. Der Prüfling erhält dabei keinen Text, sondern etwa fünf bis sieben Fotos aus der Zeitung oder irgendwelchen Magazinen und kann sich dann drei aussuchen, über die er sprechen möchte. Natürlich muss dabei (aber das ist durch die Fotos meist schon vorgegeben) der Bogen zu den in den Jahren 12 und 13 behandelten Themen gespannt werden. Beispiel: Foto Verkehrsstau auf der Autobahn - eindeutig Thema Umwelt und vielleicht noch neue Transportmöglichkeiten; Foto von farbigen Ghettokids in L.A. - Thema Minderheiten, Rassendiskriminierung, Gleichberechtigung, Oberster Gerichtshof etc.

Diese Prüfungsform hat mehrere Vorteile. Der Lehrer kann aus seiner Bildersammlung recht schnell "Prüfungsmaterialien" zusammenstellen und der Prüfling kann sich freier entfalten, den Themenschwerpunkt in größerem Umfang selber bestimmen und mehr reden. Diese Prüfungsform ist noch unüblich. Sie ist aber durchaus zulässig, denn genaue Bestimmungen, wie die mündliche Prüfung abzulaufen hat, gibt es nicht. Es gibt nur Gewohnheiten. Ob der Lehrer in dieser neun Art prüfen darf, hängt allerdings vom Vorsitzenden der Prüfung ab.

Man beachte, dass bei der Vorlage unten, der Prüfling über die 6. Frage bereits die Möglichkeit hat, einen Schwerpunkt festzulegen.

Einige Bildbeispiele am Ende dieser Seite, aber auch in dieser Auswahl finden Sie sicher einige brauchbare aktuelle Bilder zum Üben.. Auch so etwas käme in Frage. Photos zum 11. September gibt es hier und. hier.

Hier ein Musterblatt für eine Bildersammlung (nicht mehr aktuell, aber die Vielfalt passt) auf einer Seite, die als Prüfungsaufgabe dienen könnte.

Dierk Andresen

 

Abitur 2002 - Berufliches Gymnasium - English LK - Orals (OSR D. Andresen)

Can we end world poverty?

By futurist Alvin Toffler

A great deal of attention is being paid today to the so-called digital divide - the division of the world into the info rich and the info poor. And that divide does exist today. My wife and I lectured about this looming danger twenty years ago. What was less visible then, however, were the new, positive forces that work against the digital divide. There are reasons to be optimistic.

For example, I spoke not long ago to seven thousand teachers in Guanajuato, a central province of Mexico. They asked what will happen to those of us who can’t afford a computer. Yet, when I asked how many of them had television sets, nearly every hand in the room shot up. It is likely that within five or ten years it will be hard to tell the difference between a computer and a TV set, and these devices may well sell for even less than a TV set does today.

By themselves, lower prices for computers and their convergence with TV won’t solve the problem. You still need to have electrical power available, and there are parts of the world that still lack electricity. But if you have a television set today, you already do have electricity. And energy infrastructures are rapidly being built even in remote regions. Similarly, you need communications, and both wired and wireless telecommunications are exploding across the planet. So there are technological reasons to hope the digital divide will narrow.

But there are also economic and social pressures. As the Internet becomes more and more commercialized, it is in the interest of business to universalize access - after all, the more people online, the more potential customers there are. More and more governments, afraid their countries will be left behind, want to spread Internet access.

Within the next decade or two, a billion to two billion people on the planet will be netted together. As a result, I now believe the digital divide will narrow rather than widen in the years ahead. And that is very good news because the Internet may well be the most powerful tool for combating world poverty that we’ve ever had.

Source: 01/28/00 usatoday.com/news/comment/columnists/toffler/toff04.htm

!) Why does the author talk about a "digital divide"?

2) What developments are described in the text?

3) Do you see these as positive or problematic?

4) Comment on the last sentence.

5) How important is the Internet for your generation?

6) In the course of the last two years we have talked about a lot of different topics. Which of the following three did you find most interesting?

a) American agriculture    b) food and health     c) scientific developments

 

In den Tageszeitungen finden sich genügend Fotos die für mündliche Prüfungen geeignet sind. Wenn man sie ausschneidet und jeweils auf das Format A4 vergrößert, hat man rasch eine handliche und vielseitig einsetzbare Sammlung zur Hand. Aber auch im Internet findet sich reichlich Bildmaterial.