Weberberg.de/skool: Business Correspondence:

Wie man das Thema im Internet recherchiert und weitere Hilfen finden kann.

Schritt 1: Wenn man ein Thema recherchiert, sollte man sich zunächst über die Begriffe klar werden, die zu diesem Gebiet gehören. In unserem Fall ist das recht einfach: Geschäftsbrief(e), Geschäftskorrespondenz, Handelskorrespondenz, Beschwerde, Anfrage, Angebot, Mahnung, usw. Wir können dann als Suchbegriff noch Englisch oder englische hinzufügen.

 
 

Schritt 2: Falls wir aber gleich auf Englisch suchen möchten, brauchen wir die englischen Begriffe. Viele Suchmaschinen bieten Übersetzungsfunktionen an, die aber sehr unzuverlässig arbeiten. Besser ist ein Online-Wörterbuch wie LEO: dict.leo.org, das in beide Sprachen übersetzt oder auch das vorzügliche Linguadict.de.

 
 

Schritt 3: Wenn wir nach Musterbriefen suchen, brauchen wir auch noch das Wort für Muster (sample/samples). Und dann kann es eigentlich losgehen. Aber jetzt muss man sich entscheiden: Suchmaschine oder Katalog?

In diesem Fall würden wir unbedingt einen Katalog bevorzugen, wie immer, wenn wir ein eingegrenztes, aber sehr weites Gebiet durchsuchen. Englisch ist eine Weltsprache und Verlage, die Bücher zu unserem Thema veröffentlichen, gibt es sehr viele. Wir möchten aber keine Werbung sichten, sondern gleich an brauchbare Musterbriefe oder Sammlungen von Wendungen für die Geschäftskorrespondenz gelangen. Deshalb wählen wir hier einen Katalog. Das kann Yahoo sein, das Google-Verzeichnis oder das sehr nützliche About.com.

 

Schritt 4: Erste Sichtung: Wir schauen uns an, was diese drei Kataloge uns zu bieten haben. Unser Suchbegriff ist jeweils "Business Correspondence". Das Ergebnis fällt ganz unterschiedlich aus:

     About.com   

Jetzt müssen wir die Ergebnisse daraufhin sichten, ob etwas Brauchbares dabei ist.

Der erste Treffer von Yahoo, "Business Correspondence: Overview" scheint recht vielversprechend: Anfragen, Beschwerden, Bewerbungsschreiben und anderes sind hier als Muster zu finden.

About.com liefert uns mehrere Unterkategorien zur Auswahl, von denen einige ebenfalls recht vielversprechend aussehen. Wir entscheiden uns für Sample Business Correspondance. Uns fällt auf, dass mehrere Male "German Business Letters" gelistet sind. Eigentlich nicht das, was wir wollen, aber wenn diese auf Englisch erklärt werden, könnte es sich lohnen, mal einen Blick auf die Seite zu werfen. Versuchen wir es hiermit.

Eine Anfrage an ein Reisebüro auf Deutsch und wichtige Begriffe und Wendungen sind dabei ins Englische übersetzt. Das ist nützlich, denn die einfacheren Wörter, die wir für einen Brief brauchen, kennen wir ja meist. Es sind diese Wendungen, die oft Schwierigkeiten bereiten und hier haben wir brauchbare Muster. Schauen wir uns die Seite genauer an, finden wir auch ein Business Glossary, also ein Wörterverzeichnis, das sich auf dieses Themengebiet spezialisiert. Gut zum Nachschlagen. Das sollten wir uns schon mal als Bookmark anlegen.

Der erste Treffer bei Google führt uns zu "Business Letter Writing - The Secrets to Effective Business Letter Communication". Das lohnt vielleicht die Lektüre, aber Musterbriefe findet man hier nicht. Ein Link aber führt uns zu "Avoiding overused business letter phrases", also "Wie man abgedroschene Geschäftsbriefphrasen vermeidet." Und dann folgt eine lange Liste von Wendungen, darunter auch einige, die in Geschäftsbriefbüchern gelehrt werden. Irritierend. Andere Treffer von Google befassen sich mit "Technical Writing" oder mit dem Russischen. Nicht das, was wir wollen.

Zufriedenstellend ist das alles noch nicht. Also müssen wir uns überlegen, ob wir unsere Suche anders und genauer formulieren. Wir können das mit den Begriffen German und English und correspondence tun. Wir können aber auch einen anderen Weg gehen. Suchmaschinen suchen ja nach Wörtern. Und wenn wir es richtig eingeben, nach Wörtern, die beieinander stehen, also nach Wendungen.

Wenn wir jetzt typische Wendungen aus Geschäftsbriefen für unsere Suche verwenden, dann bekommen wir als Treffer Texte, in denen diese Wendungen auftauchen - also Geschäftsbriefe oder Muster davon. Das ist eine Strategie, die viel zu selten benutzt wird, aber oft zum Erfolg führen kann. Um sie anzuwenden, benötigen wir aber zumindest einige Wendungen. Die besorgen wir uns oben auf den bei About.com gelisteten Seiten. Hier ein paar Beispiele für eine Suche mit solchen Wendungen, die garantiert zu weiteren Beispielbriefen oder Sammlungen von Wendungen für die Korrespondenz führt:


"Thank you for your letter"     "in which you informed us that"

"please accept our sincerest apologies"

"I look forward to your early reply." "I am writing to complain"

 

Mit dieser Suchstrategie sind wir auf eine umfangreiche Briefsammlung gestoßen, die wir hier in leicht veränderter und gekürzter Form zusammengestellt haben. Sie können Sie als Mustersammlung verwenden oder auch dazu, sich einmal ein wenig in den Sprachgebrauch bei Korrespondenz einzulesen. Aber Vorsicht: dies sind keine formgerechten Briefe, sondern eher ein paar Textbausteine.

Eine weitere Strategie wäre es, unseren Suchbegriff zu ergänzen. Also nicht nur das recht allgemeine "Business correspondence" zu verwenden, sondern auch gleich einige weitere Begriffe hinzuzufügen wie etwa: complaint (Beschwerde), order (Bestellung), inquiry (Anfrage) und ähnliche.

Und noch eine Möglichkeit hätten wir. Bei unserer Suche stoßen wir immer wieder auf kommerzielle Angebote, die uns Bücher oder Software zum Thema verkaufen möchten. Die können wir aber rasch ausschließen, wenn wir die Suche auf den Erziehungsbereich einschränken. Alle amerikanischen Schulen und Universitäten haben eine Internetadresse, die mit .edu aufhört. Und Universitäten bieten oft sehr nützliche Materialien online an. Jetzt wird es wichtig, mit den Suchfunktionen und -befehlen von Google umgehen zu können. Denn dann können wir unsere Suche einschränken. Etwa so:

"business correspondence" site:.edu

Das Ergebnis ist nicht beeindruckend. Aber wir verwenden auch sehr allgemeine Begriffe. Nehmen wir noch das Wörtchen sample hinzu, werden wir schneller fündig. Hier das Ergebnis.

Aber auch hier müssen wir viel sichten, bevor wir zu passenden Ergebnissen kommen. Also wählen wir einen anderen Ansatz und versuchen es einfach mit der Anfrage "sample business letters". Und was bekommen wir? Über 550 Musterbriefe!  Warum nicht gleich so? Weil man nicht unbedingt gleich auf den richtigen Suchbegriff kommt und manchmal erst nach einer halben Stunde fruchtlosen Suchens an andere Befehle denkt. Daher ist es wichtig, sich vor (und während) der Suche Alternativen zu überlegen und zu prüfen. Im Team geht das noch leichter, vorausgesetzt, man spricht miteinander.

Oder so: Wir geben als Suchanfrage "Englische Geschäftsbriefe" ein und erhalten dies.

Mitunter lohnt es auch, sich auf Websites bekannter Medienunternehmen umzuschauen. Dort wird oft viel Service angeboten, auch zum Fremdsprachentraining, so wie auf dieser Seite von FOCUS. Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG bietet "Englisch für die Jobsuche" an.

Aber dennoch ein weiterer Versuch mit einer anderen Suchmaschine, mit Ask Jeeves. Hier können wir unsere Suchanfrage als Satz formulieren oder auch als ganz normale Frage. Wir versuchen es mit How to write business letters und bekommen dieses Ergebnis. Im rechten Frame werden uns "Free Examples of Business Letters" angeboten. Ist doch auch das, was wir suchen. Auffallend oft wird in dem Frame das Wort template verwendet. Was hat das hier zu suchen? Kurzer Check bei Leo. Aha: Dokumentvorlage, Formatvorlage. Könnte man vielleicht auch als Suchbegriff verwenden.

Aber wir tun zum Schluss noch etws Ungewöhnliches. Wir suchen im Bildarchiv von Google mit dem Suchbegriff "business letter". Bingo! Etliche Beispiele zeigen uns, wie ein kompletter Geschäftsbrief aussieht.

Wenn Sie sich unsicher sind, wie ein Satz nach einem bestimmten Anfang weitergehen kann, können Sie die verschiedenen Möglichkeiten auch über eine Suchmaschine feststellen. Hier ein Beispiel. Achten Sie bitte darauf, wie der Suchbefehl formuliert ist! Wir haben noch das Wort order (Bestellung) hinzugefügt, da wir uns in unserem Brief auf eine nicht ausgeführte Bestellung beziehen.

Geschrieben für die 2IS1 der GMS im November/Dezember 2002 - Improved version: February 5, 2003

Neu bei Weberberg.de: Geschäftskorrespondenz Spanisch: Wie man spanische Geschäftsbriefe schreibt.

© Dierk Andresen 2002