Jetzt müssen wir die Ergebnisse daraufhin
sichten, ob etwas Brauchbares dabei ist.
Der erste Treffer von Yahoo, "Business
Correspondence: Overview" scheint recht vielversprechend: Anfragen,
Beschwerden, Bewerbungsschreiben und anderes sind hier als Muster zu
finden.
About.com liefert uns mehrere Unterkategorien
zur Auswahl, von denen einige ebenfalls recht vielversprechend aussehen.
Wir entscheiden uns für Sample
Business Correspondance. Uns fällt auf, dass mehrere Male "German
Business Letters" gelistet sind. Eigentlich nicht das, was wir
wollen, aber wenn diese auf Englisch erklärt werden, könnte
es sich lohnen, mal einen Blick auf die Seite zu werfen. Versuchen wir
es hiermit.
Eine Anfrage an ein Reisebüro auf
Deutsch und wichtige Begriffe und Wendungen sind dabei ins Englische
übersetzt. Das ist nützlich, denn die einfacheren Wörter,
die wir für einen Brief brauchen, kennen wir ja meist. Es sind
diese Wendungen, die oft Schwierigkeiten bereiten und hier haben wir
brauchbare Muster. Schauen wir uns die Seite genauer an, finden wir
auch ein Business
Glossary, also ein Wörterverzeichnis, das sich auf dieses Themengebiet
spezialisiert. Gut zum Nachschlagen. Das sollten wir uns schon mal als
Bookmark anlegen.
Der erste Treffer bei Google führt
uns zu "Business Letter Writing - The Secrets to Effective Business
Letter Communication". Das lohnt vielleicht die Lektüre, aber
Musterbriefe findet man hier nicht. Ein Link aber führt uns zu
"Avoiding overused business letter phrases", also "Wie
man abgedroschene Geschäftsbriefphrasen vermeidet." Und dann
folgt eine lange Liste
von Wendungen, darunter auch einige, die in Geschäftsbriefbüchern
gelehrt werden. Irritierend. Andere Treffer von Google befassen sich
mit "Technical Writing" oder mit dem Russischen. Nicht das,
was wir wollen.
Zufriedenstellend ist das alles noch nicht.
Also müssen wir uns überlegen, ob wir unsere Suche anders
und genauer formulieren. Wir können das mit den Begriffen German
und English und correspondence tun. Wir können
aber auch einen anderen Weg gehen. Suchmaschinen suchen ja nach Wörtern.
Und wenn wir es richtig eingeben, nach Wörtern, die beieinander
stehen, also nach Wendungen.
Wenn wir jetzt typische Wendungen aus
Geschäftsbriefen für unsere Suche verwenden, dann bekommen
wir als Treffer Texte, in denen diese Wendungen auftauchen - also Geschäftsbriefe
oder Muster davon. Das ist eine Strategie, die viel zu selten benutzt
wird, aber oft zum Erfolg führen kann. Um sie anzuwenden, benötigen
wir aber zumindest einige Wendungen. Die besorgen wir uns oben auf den
bei About.com gelisteten Seiten. Hier ein paar Beispiele für eine
Suche mit solchen Wendungen, die garantiert zu weiteren Beispielbriefen
oder Sammlungen von Wendungen für die Korrespondenz führt:
Mit
dieser Suchstrategie sind wir auf eine umfangreiche
Briefsammlung gestoßen, die wir hier in leicht veränderter
und gekürzter Form zusammengestellt haben. Sie können Sie
als Mustersammlung verwenden oder auch dazu, sich einmal ein wenig in
den Sprachgebrauch bei Korrespondenz einzulesen. Aber Vorsicht: dies
sind keine formgerechten Briefe, sondern eher ein paar Textbausteine.
Eine weitere Strategie wäre es, unseren
Suchbegriff zu ergänzen. Also nicht nur das recht allgemeine "Business
correspondence" zu verwenden, sondern auch gleich einige weitere
Begriffe hinzuzufügen wie etwa: complaint (Beschwerde),
order (Bestellung), inquiry (Anfrage) und ähnliche.
Und noch eine Möglichkeit hätten
wir. Bei unserer Suche stoßen wir immer wieder auf kommerzielle
Angebote, die uns Bücher oder Software zum Thema verkaufen möchten.
Die können wir aber rasch ausschließen, wenn wir die Suche
auf den Erziehungsbereich einschränken. Alle amerikanischen Schulen
und Universitäten haben eine Internetadresse, die mit .edu aufhört.
Und Universitäten bieten oft sehr nützliche Materialien online
an. Jetzt wird es wichtig, mit den Suchfunktionen und -befehlen von
Google umgehen zu können. Denn dann können wir unsere Suche
einschränken. Etwa so:
"business correspondence" site:.edu
Das Ergebnis ist nicht beeindruckend.
Aber wir verwenden auch sehr allgemeine Begriffe. Nehmen wir noch das
Wörtchen sample hinzu, werden wir schneller fündig.
Hier
das Ergebnis.
Aber auch hier müssen wir viel sichten,
bevor wir zu passenden Ergebnissen kommen. Also wählen wir einen
anderen Ansatz und versuchen es einfach mit der Anfrage "sample
business letters". Und was bekommen wir? Über
550 Musterbriefe! Warum
nicht gleich so? Weil man nicht unbedingt gleich auf den richtigen Suchbegriff
kommt und manchmal erst nach einer halben Stunde fruchtlosen Suchens
an andere Befehle denkt. Daher ist es wichtig, sich vor (und während)
der Suche Alternativen zu überlegen und zu prüfen. Im Team
geht das noch leichter, vorausgesetzt, man spricht miteinander.
Oder so: Wir geben als Suchanfrage "Englische
Geschäftsbriefe" ein und erhalten dies.
Mitunter lohnt es auch, sich auf Websites
bekannter Medienunternehmen umzuschauen. Dort wird oft viel Service
angeboten, auch zum Fremdsprachentraining, so wie auf dieser Seite von
FOCUS.
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG bietet "Englisch
für die Jobsuche" an.
Aber dennoch ein weiterer Versuch mit
einer anderen Suchmaschine, mit Ask Jeeves. Hier können wir unsere
Suchanfrage als Satz formulieren oder auch als ganz normale Frage. Wir
versuchen es mit How to write business letters und bekommen dieses
Ergebnis. Im rechten Frame werden uns "Free Examples of Business
Letters" angeboten. Ist doch auch das, was wir suchen. Auffallend
oft wird in dem Frame das Wort template verwendet. Was hat das
hier zu suchen? Kurzer Check bei Leo.
Aha: Dokumentvorlage, Formatvorlage. Könnte man vielleicht auch
als Suchbegriff verwenden.
Aber wir tun zum Schluss noch etws Ungewöhnliches.
Wir suchen im Bildarchiv von Google mit dem Suchbegriff "business
letter". Bingo! Etliche
Beispiele zeigen uns, wie ein kompletter Geschäftsbrief aussieht.
Wenn Sie sich unsicher sind, wie ein Satz
nach einem bestimmten Anfang weitergehen kann, können Sie die verschiedenen
Möglichkeiten auch über eine Suchmaschine feststellen. Hier
ein Beispiel. Achten Sie bitte darauf, wie der Suchbefehl formuliert
ist! Wir haben noch das Wort order (Bestellung) hinzugefügt,
da wir uns in unserem Brief auf eine nicht ausgeführte Bestellung
beziehen.
Geschrieben für die 2IS1 der GMS
im November/Dezember 2002 - Improved version: February 5, 2003