Die Vergangenheit

Passen Sie auf: Es wird immer leichter! Die Vergangenheitsform beim Verb (das machen wir später noch genauer!) bildet man mit der Endung -di - und die unterliegt der großen Vokalharmonie.

Jetzt werden Sie richtig sagen: "Ha! Dann hat die also acht verschiedene Formen!" Und das stimmt natürlich.

Zunächst einmal gibt es vier Formen, nämlich die der Vokalharmonie:

-di   -dý   -du   und   -dü

Und dann kommt da noch die Sache mit den harten Konsonanten. Es gibt also logischerweise (und das Türkische ist ja so erfreulich logisch!) auch die Formen

-ti   -tý   -tu   und   -tü

Sie erinnern sich sicher daran. (Sicherheitshalber dies.) Aber schrittweise. Nehmen wir das Verb gelmek.

gel-di-m ich kam
geldin du kamst
geldi er, sie, es kam

geldik

wir kamen
geldiniz ihr kamt, Sie kamen
geldiler sie kamen

Wollen Sie jetzt wirklich noch die Formen für die anderen Verben wissen? Wahrscheinlich nicht, denn aus dem bisher gelernten können Sie alle Formen ableiten. Aber - na gut - wir mischen Ihnen mal eine Tüte zusammen:

gittim ich ging
yazdýn du schriebst
koþtu er, sie, es lief

yüzdük

wir schwammen
okudunuz ihr last, Sie lasen
güldüler sie lachten

 

Die hier verwandten Verbein heißen im Infinitiv gitmek, yazmak, koþmak, yüzmek, okumak und gülmek.

Wie verwendet man jetzt diese Zeitform? Darüber müssen wir uns wohl Gedanken machen, denn es gibt noch eine andere Vergangenheitsform,

Vielleicht hilft es, in einige Lehrbücher zu schauen, um zu sehen, welche Zeitformen in der Übersetzung mit der -di-Form versehen sind. Wir ziehen zum Vergleich heran:

a) Türkisch am Krankenbett von Rosemarie Neumann und Meral Yatimoðlu. Dort heißt es:
"Das DI-Perfekt ist ein Vergangenheitstempus. Es steht im Türkischen häufig da, wo im Eutschen das Perfekt steht. Allerdings darf man auf keinen Fall davon ausgehen, dass sich die Verwendung des Perfekts im Deutschen und die des DI-Perfekts im Türkischen völlig decken."

Wir sind also gewarnt, wenn auch noch nicht hinreichend schlau.

Langenscheidts "Praktisches Lehrbuch Türkisch" lässt uns über die Verwendung der Zeit wissen:
"Die Handlung ist vollendet oder in der Vergangenheit punktartig konzentriert gedacht. Es ist vor allem die Zeitform der handlungsreichen Erzählung, des neue Ereignisse mitteilenden Berichtes, des alltäglichen Gesprächs. Zeitangaben, z.B. ein Datum, fordern fast immer die bestimmte Vergangenheit."

Wir werden wohl noch daran arbeiten müssen. Aber schauen wir mal, ob wir in einer türkischen Zeitung solche -di/-du/-tü etc. Formen entdecken.

Als Testobjekt verwenden wir die Startseite der Zeitung Radikal. Bei unserem Test fielen uns mehrere söyledi und dedi auf (söylemek/demek = sagen), aber auch andere Formen. Testen Sie einfach diese Homepage selbst. Und noch einmal: Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie verstehen und erkennen. Lassen Sie sich nicht von dem Unbekannten abschrecken.

Eine weitere Übung zu den Verben der Vergangenheit finden Sie in unseren Lesestücken.


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