Eine Fundsache

Es ist schon erstaunlich, was das Recherchieren im WWW so zu Tage fördern kann. Beim Suchen nach Dokumenten zum Lager Lindele stießen wir kürzlich auf eine Notiz beim Waikato Museum für Kunst und Geschichte. Es liegt in Hamilton, auf der Nordinsel von Neuseeland. Dort ist ein Kriegstagebuch archiviert, das einst von dem Neuseeländer Captain W.C. Morris geführt wurde. Der war am 26. April 1941 in Griechenland zum Kriegsgefangenen geworden und von Saloniki über Jugoslawien und Österreich zunächst aufs Lindele gebracht worden. Dort befand sich damals das Offizierslager Oflag VB. Das Tagebuch beschreibt die Reise dorthin und den Weitertransport in andere Lager. Ebenfalls in dem neuseeländischen Museum zu finden ist ein Fotoalbum, das auch Bilder vom "Lindele" enthält mit einem Gruppenfoto und Fotos von Theateraufführungen im Lager. Einige davon gibt es auch im WWW. Und dort sind sie mit Kommentaren zu lesen über die Aufführung der "Südseekreuzfahrt" (South Sea Cruise), für die sich einige der Kriegsgefangenen als kriegerische "Maori warriors" geschminkt und andere sich mit Perücken als Tänzerinnen hergerichtet hatten. Der Sohn des Webmasters der Seite hatte offenbar wenig Respekt vor dem Gefangenenschicksal und bezeichnete die mit Röckchen und Blumenschmuck ausstaffierten Offiziere nach einem Blick auf das Foto als "British poofters" ("britische Schwuchteln").

Die Webseite auf die wir uns hier beziehen, finden Sie auf diesem Link.