"Schlesien liegt auch in den USA!"

Interview mit Dr. Slash

weberberg.de: Sie haben ja für Weberberg.de eine ganze Reihe von offensichtlich nützlichen Links zum Thema Schweidnitz und Polen gesammelt. Ist so etwas eigentlich schwierig?

Dr. Slash: Es braucht Zeit. Aber wenn man es richtig angeht, kommt man recht zügig zum Ziel.

weberberg.de: Was machen denn Anfänger oft falsch?

Dr. Slash: Sie gehen zu einer Suchmaschine (etwa AltaVista oder Fireball) und geben ein einziges Wort ein. Die Suchmaschine grast dann alle von ihr gesichteten Webseiten ab und schaut, wo das Suchwort vorkommt. Und zwar egal in welchem Zusammenhang. Da hat man dann oft Tausende oder Millionen von Webseiten auf dem Bildschirm, die nicht unbedingt nach Qualität geordnet sind. Das Suchwort Schweidnitz etwa kann ja in ganz verschiedenen Texten vorkommen. In einem Liebesgedicht ("Ich traf sie in Schweidnitz. Ihr Kleid war himmelblau. Ich schenkte ihr Keks (Leibniz). Jetzt ist sie meine Frau.") oder einem Bericht über Fischstäbchenproduktion ("Dann kündigte Herr Schweidnitz. Er konnte den Geruch nicht mehr ertragen.") Man bekommt also nicht automatisch die vielleicht gesuchte historische oder touristische Information.

weberberg.de: Was also tun?

Dr. Slash: Bei einem breiten Thema wie Schlesien sollte man unbedingt einen Katalog befragen, Yahoo.de etwa. Dann hat man es mit ausgesuchten Seiten zu tun, die dann auch wirklich aussagekräftig sind. Eine gute Alternative ist es, die Suchmaschine Google zu verwenden. Sie sortiert auch nach Qualität bzw. Beliebtheit. Die wirklich guten Seiten kommen dann meist gleich ganz vorne.

weberberg.de: Und damit hat man dann, was man sucht?

Dr. Slash: Suchen ist ein Prozess. Am besten macht man sich schon vorher klar, was genau man wissen will. Dann kann man auch genauere Begriffe eingeben. Suche ich historische Informationen zu Schlesien, dann gebe ich den Begriff Geschichte auch mit ein. Aus dem, was man an Treffern bekommt, kann man weitere Suchbegriffe herausfiltern und die Suche dadurch schrittweise verfeinern.

weberberg.de: Was ist, wenn man nicht fündig wird?

Dr. Slash: Das kommt durchaus vor. Das WWW ist ja kein Zauberkasten, in dem alles Wissen dieser Welt verfügbar ist. Irgend jemand muss die dort verfügbaren Texte verfasst und ins Netz gestellt haben. Das geschieht nicht von alleine. Wenn ich auf Deutsch nichts finde, sollte ich es auf Englisch versuchen. Aber da gibt es ein Problem.

weberberg.de: Was denn jetzt?

Dr. Slash: Gebe ich bei Yahoo.com den englischen Suchbegriff "Silesia" (für Schlesien) ein, erhalte ich Links zu amerikanischen Orten gleichen Namens, denn "Schlesien" gibt es auch in den USA.

weberberg.de: Lösung des Problems?

Dr. Slash: Im Katalog die richtige Rubrik auswählen Also sich durchklicken bei Regionen, Ländern zu "Poland". Dann erst den Suchbegriff eingeben und rechts daneben die Auswahl auf "Search this category" einstellen. So werden die amerikanischen Silesias rausgefiltert.

weberberg.de: Und das ist dann wirklich das beste, das es gibt?

Dr. Slash: Leider auch nicht unbedingt. Jede Suchmaschine und jeder Katalog erfassen nur einen Teil der Webseiten. Man sollte es also durchaus noch mit einem anderen Suchwerkzeug probieren.

weberberg.de: Was empfiehlt Dr. Slash?

Dr. Slash: Ich schätze About.com sehr. Hier findet man zu vielen Themen gute Linksammlungen, die oft mit Einführungen und Kommentaren versehen sind. Wie unterschiedlich die Ergebnisse sein können, wie anders sie bei einzelnen Suchwerkzeugen arrangiert sind, zeigen die – per Mausklick verfügbaren – Beispiele auf der Linkseite für Schweidnitz.

weberberg.de: Was aber tun, wenn man Texte und Webseiten sucht, die in einer Sprache verfasst sind, die man nicht versteht? Nur sehr wenige Biberacher etwa können Polnisch.

Dr. Slash: Da hilft dann doch der gesunde Menschenverstand. Zunächst einmal brauche ich nur zwei Wörter für eine erste Orientierung: Polska oder Swidnica. Bei einer internationalen Suchmaschine werden mir dann schon oft brauchbare Treffer geliefert. Auch in deutschen Texten finden sich zudem Namen für Regionen, Bauten und Institutionen auf Polnisch – alles Begriffe, mit denen wir eine Suchmaschine füttern können.

weberberg.de: So macht das also der Profi?

Dr. Slash: Der würde noch zwei Schritte weiter gehen. In vielen Suchmaschinen kann man die Sprache der gewünschten Texte voreinstellen. Ich kann also als Sprache Polnisch einstellen und als Suchbegriff Schweidnitz eingeben, dann habe ich polnische Texte, in denen auch die deutschen Namen verwendet werden.

weberberg.de: Und der zweite Schritt?

Dr. Slash: Eine polnische Suchmaschine oder einen Katalog wählen. Es gibt inzwischen viele spezialisierte Suchwerkzeuge, so viele, dass es Suchmaschinen für Suchmaschinen gibt, Klug-suchen.de etwa.

weberberg.de: Klingt alles nach viel Denkarbeit und viel Suchzeit.

Dr. Slash: Stimmt. Aber die Momente, in denen man mit dem richtige Suchwerkzeug und dem richtigen Suchbefehl wirklich in Sekundenschnelle die passende Information aus Milliarden von Webseiten herausfischt, sind sehr befriedigend. Das ist gleichsam ein intellektuelles und ästhetisches, wenn man so will auch ein chirurgisches Vergnügen.

weberberg.de: Danke für diese erste Orientierung. Wie kann man sich weiter informieren?

Dr. Slash: Ich habe zum Thema Internetrecherche einige Webseiten mit vielen Beispielen verfasst, etwa, wie man ein Referat und eine Präsentation für die Schule vorbereitet, ie man Bilder sucht und findet, welche Hauptfehler man vermeiden sollte. Und es gibt eine Toolbox, einen Werkzeugkasten, mit zahlreichen nützlichen Suchmaschinen.

weberberg.de: Und der ist wo zu finden?

Dr. Slash: Klicken Sie einfach auf diesen Link.

weberberg.de: Herzlichen Dank soweit. Wir hätten da aber noch einige weitere Fragen...