Rucksack Reloaded oder: Staatsstreich in Abdera?
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Eine
Geschichte, die sich so oder ähnlich möglicherweise nie zugetragen
haben könnte. Mit vielen Bildern von Schütza 2004 © Weberberg.de 2004 (Die Story handelt von Verhältnissen in Abdera. Die Bilder sind aus Biberach vom Schützenfest 2004. Sie haben keinerlei inhaltliche Verbindung zu der Geschichte. Alle Namen sind erdacht und haben mit real existierenden Personen sowas von nichts zu tun, Sie glauben es nicht.) |
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Am beliebtesten -
wen wundert's? - dieses Lied: Noch wenige Stunden vorher sah die Diskussionslage ganz anders aus. Kritisch. Sehr kritisch. Fast hoffnungslos.
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Manchen klappte da die Kinnlade herunter. Ausgerechnet das Heiligste von Abdera wollte man instrumentalisieren, das Schutzfest. |
Und sich am Heiligsten der Nation vergehen, dem Recht. Der Polizeichef spürte, dass er noch nicht alle Köpfe gewonnen hatte und rief seinen Adjutanten: "Schulz, bringen Sie den Beamer!“ Ein Stimme rief „Au, ja! Wieder Kino Hubbi!“. Leider konnte der Chef nicht ganz ausmachen, welche Stimme es war, sonst das hätte für ihren Besitzer wohl Folgen gehabt.
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Steigende
Gewaltbereitschaft |
Sexuelle
Übergriffe |
Mysteriöse
Zeichen (möglicherweise Verschwörung) |
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Missachtung
des Flaschenpfandes |
Widerwärtigster
Müll im öffentlichen Raum |
Exhibitionismus |
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Subversive
Demonstration von Ungehorsam |
Unangemeldete
Schönheitstänze ohne Zahlung der Vergnügungssteuer |
Krasses
Fehlverhalten bei der Wahl des Schutzfestschatzes |
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Sitzblockaden |
Inoffizielle
Ruhestörung |
Gefährdung
der weiblichen Bevölkerung durch zwielichtige Gestalten |
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Unglaublich
überzogene Geltungssucht einzelner Mitbürger zum Schaden der
Sicherheit der Bevölkerung |
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Verdächtig
gute Laune trotz WC-Mangels |
Anonyme
Grinsepics |
Öffentliche
Laszivitäten |
| "Ich halt das nicht mehr aus!" stöhnte da einer der Beamten aus den unteren Diensträngen. In scharfem Ton fragte der Polizeichef: "Wie meinen Sie das?" | "Ich, äh, ach, ich bin nur entsetzt von so viel, äh, also, wenn diese Aktionen gesetzwidrig, also, ich weiß nicht, äh, wie soll man das denn alles in den Griff bekommen?" entgegnete der Angesprochene mit puterrotem Gesicht. | "Ja, das ist schon starker Tobak," fuhr der Polizeichef beruhigt fort. "Wir machen wohl am besten mal eine Verschnaufpause." Aber schon bald ging es weiter... |
Der Polizeichef lächelte. "Meine Damen und Herren, ich kann Ihnen gerne noch weitere Gründe für die Videoüberwachung nennen, aber ich glaube, das genügt vorerst. Hier nun unser Konzept." Er betätigte die Fernsteuerung. Wieder drehten sich zwei Wörter, bevor sie auf der Mitte der Leinwand zur Ruhe kamen. |
Das
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Der Anwärter Müller hob die Hand. "Das bekommen wir in Abdera nicht durch. Gegen eine solche Totalüberwachung werden sich die Leute sicher wehren. Und falls das nicht so ganz legal sein sollte, werden die Medien sicher..." Der Polizeichef unterbrach ihn: "Wieso soll das nicht legal sein? Wir werden das prüfen. Sehr sorgfältig, falls Sie wissen, was ich meine. Und was die Medien angeht, da bin ich sicher, dass die mitziehen. Eigentlich wäre das ein Forumsthema für unsere lokale Tageszeitung. Derlei Diskussionen mit den BürgerInnen waren ja angekündigt worden, nachdem man den vorherigen Chef geschasst hatte. Geworden ist daraus natürlich nichts. Und solch eine wichtige Sache ist bei der Zeitung natürlich Chefsache. |
Glücklicherweise haben wir bei der Zeitung hier einen Chef, der so gut wie nie etwas schreibt.Schon gar keine kritischen Kommentare. Also Entwarnung. Und die anderen Blätter werden schon von alleine auf Linie gehen. Als Bonbonle verpacken wir das Ganze in ein schönes "Sicherheitskonzept" zusammen mit Buslinien und Glaspfandgebühren sowie als Ablenkung eine Sperrzeitverlängerung, da geht das Thema schon von alleine unter. Und wer will schon öffentlich gegen Sicherheit beim Schutzfest polemisieren? Da hängt sich niemand gerne aus dem Fenster." Ein breites Grinsen stand ihm im Gesicht. "Außerdem, meine Damen und Herren, haben wir für die Umsetzung eine perfekte Taktik gewählt." Er blendete die nächste Folie ein.
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Verblüffung zeichnete sich auf den Gesichtern seiner ZuhörerInnen ab. "Lassen Sie mich erklären," fuhr der Polizeichef fort. "Wir sagen zunächst einmal unseren Partnern bei der Festsicherheit, dass wir zwei Kameras einsetzen und das an maximal zwei Tagen zu begrenzten Uhrzeiten. Vielleicht noch mit der Option auf einen kleine Ergänzung. Dafür lassen wir uns von den zuständigen Gremien die Genehmigung geben. Sobald das alles durch ist, legen wir, mal öffentlich, mal weniger öffentlich nach. Aus zwei Kameras werden drei, aus einigen Stunden werden 24 Stunden am Tag und irgendwann schmuggeln wir mal die grundsätzliche Überwachung an allen Tagen ein. Das läuft dann unter "Je nach Bedarf oder Andrang'." Stolz blickte er in die Runde. "Aber..." erhob sich eine Hand. "Ja, Fräulein Schröder? Was gibt's denn?" |
"Bedeutet das denn nicht, dass wir die Gremien belügen?" Der Polizeichef lächelte jovial. "Belügen - kein schönes Wort. Sagen wir lieber, wir werden sparsam mit der Wahrheit umgehen. Und wenn niemand genau nachfragt..." "Aber gibt es da nicht irgendwelche Datenschutz..." "Das habe ich doch schon erklärt, Frl. Schröder. Wir prüfen, ob das rechtlich OK ist. Und wir haben bereits geprüft. Es ist OK! Und falls wir doch eine Rüge bekommen, dann lassen wir die Aktion im nächsten Jahr eben sein." Der Polizeichef schien leicht genervt. "In dem Festtrubel wird sich eh niemand mehr den Kopf darüber zerbrechen. Schauen Sie einmal selbst, wie die Leute hier zur Festzeit drauf sind." Wieder trat der Beamer in Aktion. |
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![]() Außerdem haben wir die Fußball-EM als weiteren Ablenkfaktor. Ideal! Und wenn wir in diesem Jahr drei Kameras durchkriegen, dann können wir im nächsten Jahr mit sieben kommen. |
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"Mir wird schlecht," meinte da Kommissarin Melitta Grün-Weiß, die in der Gewerkschaft war. Der Polizeichef giftete: "Wollen Sie unser Konzept untergraben, oder wie darf ich das verstehen?" "Oh, da haben Sie mich falsch verstanden. Ich musste nur gerade noch einmal an die Menschen denken, die aus unglaublich überzogener Geltungssucht und nur wegen ihres persönlichen Persönlichkeitsrechtes die Sicherheit aller BürgerInnen aufs Spiel setzen." "Das ist in der Tat widerwärtig," beruhigte sich der Chef wieder, als die Kommissarin kurz den Saal verließ. |
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"Darüber hinaus gibt es hier Leute, die man auch außerhalb des Schutzfestes im Auge haben sollte, falls Sie wissen, was ich meine." Viele Köpfe nickten zustimmend. "Und eine Fußstreife kann vom Festplatz aus gar nicht erkennen, was sich auf dem Jugendhügel tut. Mit der Kamera haben wir das im Blick. Und zwar en detail!"
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Das
läuft dann ein paar Wochen und irgendwann haben alle so heftig und
so oft das Konzept verteidigt, dass sie gar nicht mehr zurück können.
Und kurz vor Beginn des Schutzfestes sich von der Polizei zu distanzieren,
etwa weil irgendjemand unsere Pläne durchschauen sollte, das wird
nicht laufen. Wir sind doch alle ein eingespieltes Team. Da hackt keine
Krähe der anderen ein Auge aus. Und wenn im Gemeinderat jemand Bedenken
hat - was soll's? Tun wird niemand etwas. Allerdings gibt es ein Risiko...".
30 Augenpaare richteten sich gespannt auf ihn. |
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Nachdem die Projektion wieder angehalten war, sagte er: "Entschuldigung. Das gehörte jetzt nicht hierher. Aber Sie sehen, wie gerne sich Menschen digital erfassen lassen, die nichts zu verbergen haben. Was ich sagen wollte, war, dass..." In diesem Moment öffnete sich die Tür und einer seiner Untergebenen trat mit einem Schreiben in der Hand an ihn heran, übergab es ihm und murmelte etwas. Der Polizeichef überlas das Schreiben, wurde abwechselnd bleich und rot, fasste sich aber schnell wieder und lächelte in die Runde. "Das Risiko ist da, meine Damen und Herren, aber ich glaube, wir brauchen diesen schlechten Scherz nicht allzu ernst zu nehmen. |
Diejenigen von Ihnen,
die neu in Abdera sind, sollten Folgendes wissen." Er machte eine
kurze Pause. Gespannte Stille herrschte im Saal... Schon bei der ersten Pressekonferenz, auf der wir unser Sicherheitskonzept vorstellten, machte er mit |
allerlei überflüssigen
Fragen auf sich aufmerksam und bezweifelte mit obskuren Argumentationen,
ob das alles rechtmäßig sei, was wir vorhätten. |
und geistreichen Wortspiel
machte sich Heiterkeit im Saale breit. „Wir können dieses Schreiben
also getrost ignorieren. Wir legen einfach argumentativ noch etwas nach
und da wird der Hüter der Daten in der Hauptstadt schon beisteuern
und schließlich – das Innenministerium hat seine Polizei in
solchen Fällen noch nie im Regen stehen lassen. Ich denke, wir können
zum Schluss kommen. Oder haben Sie noch Fragen?“
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Die AbderitInnen ahnten von all dem nichts. Sie freuten sich einfach auf die bevorstehenden Festtage. Und so manche/r dachte sich "Kameras? Mir egal. Hab' ja nix zu verbergen. Wenn's das Fest sicherer macht, isch des scho OK. No Prob." Andere waren dafür, vor allem auch solche, die zu Zeiten des Festes nächtens nie in der Gasse der Consulenten zu sehen waren. Aber es gab auch einige, denen war mulmig bei der Sache. aber sie behielten ihre Bedenken für sich. Denn mit den mächtigen Herren des Festes mochte sich niemand anlegen. Die Stadt Abdera war klein und großen Unmut mochte da kaum jemand auf sich laden. Schon gar nicht öffentlich. Egal. Für viele war die Freude auf das Fest und die damit verbundenen lustigen Fotos sowieso wichtiger. |
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| Zurück zur Polizei. An einem der Tische, an dem inzwischen gefeiert wurde, setzte sich ein Mann zum Polizeichef, dessen Aufgabe es war, die Öffentlichkeit mit Informationen über die Arbeit der Sicherheitskräfte und über das Fehlverhalten von BürgerInnen in und um Abdera zu versorgen. „Chef, ich sehe da ein Problem.“ Der Polizeichef fuhr herum und runzelte fragend die Stirn. „Videoüberwachung ist doch irgendwie ein Reizwort, da, wie man so sagt, geilen sich viele dran auf. Das wäre dann gar nicht so gut für unser | Image.“ – „Ach, das ist das geringste Problem,“ sagte dr Angesprochene, „ich habe da mal einen Film gesehen, da wurde den Leuten sogar Krieg als Frieden und Sklaverei als Freiheit verkauft. Das ist alles nur eine Frage der Begriffe. Aber ich verstehe Ihre Bedenken schon. Machen wir einfach mal ein kleines Brainstorming.“ Er zückte einen Kuli, griff nach der noch unbenutzten Papierserviette neben seinem Leberkäswecken und tickte ein paar Mal auf den Tisch. Nach wenigen Minuten hatte man eine nette kleine Sammlung von Wörtern zusammen, die | sich, wie der Chef sagte, „doch gleich schon viel besser“ anhörten: Bildübertragung, Videomitschau, Übersichtsaufnahmemodus und Übersichtscharakter standen jetzt untereinander auf der Serviette. „Ja, so gesehen. Das könnte hinhauen“ sagte der Mann für die Öffentlichkeit, schob das Papier ein und holte sich eine zweite Apfelschorle. (Später sollte der Hüter der Daten in der Hauptstadt formulieren, dass diese Begriffe den wahren Sachverhalt verschleiern. Aber diese Information erreichte nur sehr wenige Abderiten.) |
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Und
für viele, vor allem für die Besten der Nation, war die zur
Überwachung vorgesehene Gasse der Consulenten ohnehin nicht der Ort,
an dem sie sich während der Feierlichkeiten bevorzugt aufhielten.) |
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| "Und eines noch," sagte der Polizeichef, als sein Medienmann wieder zurück an den Tisch kam, "Es geht um Sicherheit, Sicherheit und nichts als Sicherheit, das ist unser Haupt-selling point. Und vor allem geht es um die Verhinderung der negativen Folgen einer jeden Moment zu erwartenden | Massenpanik!" |
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Da
hatte er natürlich eine Sorge, die viele AbderitInnen überhaupt
nicht teilten, die nämlich hatten ganz andere Themen im Kopf, denn... |
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Der
Rest der Geschichte ist rasch erzählt. Der Polizeichef erwies sich
als vorausschauender und kluger Taktiker, denn keiner seiner Mitstreiter
für das Sicherheitskonzept 2004 wagte es, ihm bei dem geplanten Staatsstreich
in die Arme zu fallen, auch nicht, nachdem der Hüter der Daten ihm
bescheinigt hatte, dass das Vorhaben der Polizei gänzlich illegal
waren und der Polizei eine kräftige Rüge ins Haus stünde.
Diese Information aber behielt er vorerst schön für sich, denn
er wollte seine Bündnispartner nicht irritieren, weil das gefährlich
gewesen wäre, hatten doch viele von ihnen einst einen Eid geschworen,
das RECHT von Abdera zu verteidigen, das jetzt so gröblich |
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geschändet werden sollte. Bald aber stellte er verärgert fest, dass die bereits genannte Website von Herrn Weber-Zwerch umgehend das vernichtende Fazit des Datenhüters veröffentlichte und die Eidesbrecher anprangerte. Diese aber saßen nun erst recht in der Falle, nachdem sie monatelang die Position des Polizeichefs öffentlich gestützt hatten. Wäre ein Mutiger unter ihnen aufgestanden und hätte „Rechtsbruch!“ gerufen, wäre dieser vielleicht vereitelt worden. Aber Mut war in Abdera mitunter dünn gesät. Und Mut gegenüber den Ordnungskräften erst recht. |
| So schlief also der Polizeichef tief und gut in den letzten Nächten vor dem Fest. Man konnte den Staatsstreich durchziehen. Zumindest einmal testweise. Das gäbe zwar mit Sicherheit eine Rüge, aber die wäre rechtlich folgenlos geblieben. Nur hätte es im nächsten Jahr keine Wiederholung geben dürfen, zumal die Hauptstadtmedien bereits auf die Vorgänge in Abdera aufmerksam geworden waren. | ![]() |
Aber eines hatte der Polizeichef nicht bedacht. Herr Weber-Zwerch rief nämlich tatsächlich ein Gericht an. Ein Anwalt hatte sich offenbar dafür hergegeben, eine Klageschrift zu verfassen und mit dieser die Richter so beeindruckt, das alle drei Richter Herrn Weber-Zwerch nicht nur Recht gaben, sondern ihm auch noch gute Wünsche für eine etwaige weitere Runde im Kampf um seine Rechte mit auf den Weg gaben. |
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Wer nun meint, dass die Abderiten über den vereitelten Staatsstreich jubelten, den Polizeichef etwa mit Schimpf und Schande aus der Stadt gejagt hätten, von der Schutzfestdirektion oder dem Oberbürgermeister ein klärendes Wort oder gar eine Entschuldigung zu hören gewesen wäre, täuscht sich. Zwar wurden die Kameras verhängt, aber der Polizeichef konnte sich dennoch mit unverhängtem Gesicht in der Stadt sehen lassen. Er hatte den BürgerInnen
nicht nur Sicherheit schenken wollen, sondern wohl auch ein seltenes |
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Fernsehvergnügen. Denn auf dem Turm, der die Sendeausrüstung für die Videoüberwachung trug, war auf einem Zettel gut lesbar die Frequenz angegeben, auf der man zu senden beabsichtigte. So hätten alle Biberacher, die sich um die Sicherheit ihrer Kinder Sorgen machten, mit ein wenig Technikverständnis wohl am heimischen Bildschirm verfolgen können, ob die lieben Kleinen in Gefahr waren, dem Dämon Alkohol zu verfallen, sich an Scherben zu verletzen und sie hätten vielleicht mit verfolgen könne, welchen Tabak der böse Kiffer neben ihren Jüngsten für sein illegales Rauchzeug verwendete. |
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Der Polizeichef,
die Schutzfestdirektion und der Oberbürgermeister aber blieben ungeschoren.
Es war vielmehr so, dass die Mehrheit der Medien Abderas nach Leibeskräften
auf den Mann eindroschen, der ihre Rechte vom Gericht hatte schützen
lassen. Sie diffamierten ihn und behaupteten, was er täte, nämlich
zur Freude und Gaudi der Abderiten ihnen ihr Alltagsleben in Wort und
beliebten Bildern zu spiegeln, sei wesentlich verwerflicher als eine Schändung
des RECHTS. |
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den Mann, der die Frechheit
besessen hatte, sein Recht vor willkürlicher Verletzung und verschleiertem
Tun der Ordnungskräfte schützen zu lassen. Die Abderiten feierten
ihr Fest dennoch. Und der Mann, der ihnen die Kameras genommen und ihre
Persönlichkeit geschützt hatte, auch. Und wenn es auch regnete, so war doch die Festfreude weitgehend ungetrübt. Man feierte unbeschwert und unüberwacht ausgiebig. Die Zahl der Straftaten ging zurück. Und das war auch gut so... |
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So,
das war's. Weitere Pics von Schütza 04 immer mal wieder in unserer
Werbung. |
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