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Die Karten mit den Straßenführungen
Nordwestumfahrung Biberach (11.4.02) Ergebnisse einer Besprechung im Straßenbauamt mit Herrn Melzer und Herrn Richter Lenk (Oberhöfen) Die vom Planungsamt der Stadt Biberach in der Schwäbischen Zeitung veröffentliche (weit nördliche) Trasse des Aufstiegs Mettenberg ist nur eine Möglichkeit. Sie ist nicht die wahrscheinlichste Möglichkeit. Die "Ideallösung" des Straßenbauamts sieht so aus:
3 großen Auffahrten (Elefantenohren) an die B 30 angeschlossen.
Das alles muss uns die Stadtverwaltung Biberach erklären. |
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Nordwestumfahrung Biberach 13.4.02 Besprechung im Straßenbauamt Riedlingen am 11.4.02 (Blatt 2) Teilnehmer: Herr Melzer vom Straßenbauamt, Richter Lenk, W. Falk Uns wurde von Herrn Melzer eine detaillierte Plankarte mit einer möglichen Variante des Aufstiegs nach Mettenberg gezeigt und erläutert. Herr M. bezeichnete diese Variante als die Idealtrasse" aus der Sicht des Straßenbauamts. (Beschreibung siehe Blatt vom 11.4.02) Der Aufstieg "Katzenhalde"/ "Römerweg" (Tobel beim Tierheim) kommt für den Aufstieg nach Mettenberg höchstwahrscheinlich nicht in Frage. Dort ist ein FFH-Gebiet (Naturschutzgebiet europäischen Ranges – lt. Herrn M. ein "KO-Argument") Für die Nordwestumfahrung bis ins Tal gibt es noch keine Umwelt-verträglichkeitsprüfung. Sie wird begonnen als erster Schritt nach der Zustimmung der Gremien zur Verkehrsgesamtplanung im Risstal/Mettenberg und dauert eine Vegetationsperiode (= 1 Jahr) Es gibt keine neuen Verkehrszählungen. Die letzten Zählungen fanden 1991 statt. Alle Zahlen der neuen Gutachten beruhen auf Hochrechnungen und Computersimulationen. (Herr M.: "Die vorausgesagten Zahlen wurden aber immer übertroffen."). Mit dem Bau des Mettenberger Aufstiegs werden "die Gebiete aufgewertet", d.h. die Gewerbegebiete ("Aspach" usw.) und Mettenberg selbst ("Standortvorteil für manche Bewohner, sie sind dann schneller in Ulm" über die Auffahrt Mettenberg/ Biberach Mitte) Die NWU-Auffahrt ist also (in den Augen der Mettenberger Bürgerinitiative) ein Prestigeobjekt der Biberacher Stadtverwaltung, des Gemeinderats, des Landrats Schneider. Notwendig aus Sicht der Biberacher ist die NWU bis ins Risstal zur "alten B 30" zur Entlastung der Innenstadt. Der "Aufstieg" trägt dazu praktisch nichts bei. Er würde nur einen gewissen Verkehr von der Ulmer Straße/ Memminger Straße zwischen "Aspach2 und "Jordanei" aufnehmen. Die Nordwestumfahrung vom Flugplatz bis ins Tal ("alte B 30") dürfte nach Umweltverträglichkeitsprüfung und Planfeststellungsverfahren ca. 2005 in Bau gehen und 2006 fertig gestellt sein Am Aufstieg Mettenberg kann, falls Gelände dafür zur Verfügung steht, mit Erdaushub ("Ausgleichsmasse") ein Lärmschutzdamm gebaut werden. Die Straße liegt in der "Idealtrasse" des Straßenbauamts bis etwa zum "Grüble"/"Räuberwäldchen" in den Boden eingeschnitten (Böschungen). Die Mettenberger Variante (Aufstieg = "Variante A" des Straßenbauamts) ist wesentlich teurer als die Querverbindung oben im Risstal mit Umgehung Herrlishöfen (= "Variante B" des Straßenbauamts), also die Strecke B 465 Auffahrt Barabein (B 30). Wenn die Variante B 465 Auffahrt Barabein (B 30) geplant würde (so war es anscheinend bis ca. Februar 2001). Wäre eine zusätzliche Eisenbahnbrücke nötig (?). Außerdem würden sich Planung und Realisierung aller Teile des "Gesamtkonzepts" noch einmal "um 10 Jahre verzögern" so BM Ogertschnig kürzlich privat und Herr Melzer am 11.4.). So lange will niemand warten. Völlig ungeklärt wäre bei der uns gezeigten "Idealtrasse" das Aussehen des Feldwegenetzes im Bereich der Auffahrt an der B 30 und im Bereich der Brücke zum Boschach-Wald. Die "alte B 30 vom "Massa" bis zur Esso-Tankstelle Biberach bleibt 2-spurig. Reihenfolge des Planens und Bauens, wenn einmal alle Beteiligten (Gemeinderat Biberach, Gemeinderat Warthausen) zugestimmt haben: Zuerst (s.o.) die NWU vom Flugplatz bis unten ins Tal (Anschluss "alte B 30" ebenerdig, Ampelanlage oder Kreisel). Dann Nordumfahrung Warthausen bis zum "Massa". Zuletzt Auffahrt nach Mettenberg. Abschluss erwartet ca. 2015 (ohne Gewähr!). |
| Leserbrief an die "Schwäbische Zeitung"
Biberach
zum Bericht über die Bürgerversammlung in Mettenberg (SZ 20.4.02) Berechtigte Empörung der Mettenberger
Es ist kein Wunder, dass in der Mettenberger Bürgerversammlung am 18.4.02 keine Verständigung zwischen den beiden Biberacher Bürgermeistern und den anwesenden Mettenbergern möglich war und dass OB Fettback und BM Ogertschnig bei allem guten Willen nur Entrüstung hervorriefen. Die Gegensätze sind nicht zu überbrücken: Die Mettenberger fürchten um die Lebensqualität ihres Dorfes, wenn der Aufstieg zur B 30 gebaut wird, die heute schon ihre Umgebung verschandelt. Und die Vertreter der Stadt wollen die NWU bis ins Risstal unbedingt, sind dabei aber an das "Gesamtkonzept" gebunden. Die nördliche Risstal-Querverbindung zur B 30 bei Barabein (mit Umgehung von Warthausen und Herrlishöfen) ist auch heute grundsätzlich noch möglich. Nur: Die Landesregierung sagt knallhart: "Nein!" Ohne Begründung. Der Aufstieg nach Mettenberg, die teuerste und schädlichste Lösung, wird autoritär "von oben" festgelegt. Fragen dazu sind unerwünscht. Ein ungenannter Hauptgrund: Die NWU ist als Teil der Fernverbindung Memmingen – Freiburg vorgesehen. Das ist das Wirtschaftsinteresse Stuttgarts und des Landkreises Biberach. Deshalb haben die beiden Vertreter der Stadt auch ausführlich zu beschwichtigen versucht oder lieber über andere Themen geredet. Und die anwesenden Mettenberger haben mit Engagement protestiert. Die meisten fühlten und fühlen sich durch die, von denen sie regiert werden, verraten und verkauft. Zum Vergleich: Warthausen wird fast völlig von Verkehr entlastet werden. Die gigantischen Automassen werden nach Mettenberg verschoben – 40 000 Autos täglich fahren dort dann insgesamt! Wer soll sich da nicht wehren? Es gab kein Wort des Bedauerns für die Mettenberger, die nun wieder ein großes Straßenopfer bringen sollen, das zweite! Keine Antwort auf die Argumente gegen den Aufstieg. Kein einziges Bedenken (!) wegen der Umweltschäden, die zu erwarten sind und wegen der Einkesselung Mettenbergs. Der Eindruck ist der: Mettenberg soll für Biberacher und Stuttgarter Wirtschafts- und Verkehrsinteressen ausgenutzt und geopfert werden und bekommt nichts dafür. Diskussion verboten. Wen wundert da eigentlich die Empörung der Mettenberger und ihr Protest? Für die Bürgerinitiative Mettenberg: Karen Heusel, Andreas Kremer, Walter Falk, Josef Weber
Leserbrief an die "Schwäbische Zeitung" zum Bericht "Straßen als Wirtschafts-Beschleuniger?" (Kreisseite, 14.5.02) Straßen, Straßen! Am besten gefällt mir das Fragezeichen im Titel des
Berichts. Straßen sind doch nicht der einzige Wirtschaftsfaktor, wie
man in Unlingen hätte glauben können, und nicht einmal der wichtigste!
Andererseits sind sie inzwischen zur allgemeinen Gefahr für Leben, Gesundheit
und für die menschlichen Lebensgrundlagen geworden. Deshalb sagte Landrat
Schneider im SZ-Interview vom 11.5.02: "Wir dürfen kein grenzenloses
Wachstum anstreben". Aber es ist Wahlkampf. Sein Interview hatte der
Landrat in Unlingen bereits vergessen. Ausnahmslos alle Redner, auch
er, forderten: Straßen, Straßen, Straßen. Ein "Aufschrei" müsse durchs
Land gehen wegen der schlechten Straßen, sagte jemand. Das ist maßlos
überzogen, aber sie wissen, wie sehr die Bürger an ihren Autos hängen
und wie schnell man sich ärgert, wenn man nicht überholen kann. Als
ob das im Leben das Wichtigste wäre! Der Naturschutz ist der natürliche
Feind der CDU. Diesen Eindruck musste man aus Unlingen mitnehmen. Dass
die Naturschutzgesetze einen Sinn haben und Schaden abwenden, dass sie
unsere Lebensgrundlagen erhalten sollen, wurde von niemand wahrgenommen.
Man versprach, die Gesetze radikal zurückstutzen zu wollen. Ein Plan
mit dem 4-spurigen, sehr ortsnahen Aufstieg vom Risstal zur B 30 bei
Mettenberg hing aus. Dieser Aufstieg ist das beste Beispiel für die
vom Landrat im Interview getadelte Maßlosigkeit. Aber er will ihn selbst.
Obwohl er weiß: Dieser Aufstieg ist höchst schädlich und eine der überflüssigen
Straßenbauforderungen. Die Querspange unten im Risstal genügt. Zweimal
(!) sagte er in Unlingen: "Man muss verstehen, dass die Mettenberger
sich wehren."
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Nordwestumfahrung Biberach Es ist Zeit genug, sich für diese Variante B zu entscheiden, so dass sie zum Jahresende 2002 für den neuen Bundes-verkehrswegeplan (2003/ 2004) angemeldet werden kann. Wie kommt es zu dem "Junktim" des "Gesamtkonzepts"? Wir wollen den Text der Vereinbarung vom 27.1.01 lesen, damit wir endlich erfahren, wie das "Gesamtkonzept" aussieht. Wir wollen außerdem das Protokoll dieser Besprechung lesen, in dem die Gründe für die neuen Pläne enthalten sind. 1. Wurde schlecht (unglücklich? falsch? unter Druck?) verhandelt? Haben die oberen Behörden (Landes- und Bundesverkehrsministerium, Regierungspräsidium) etwa doch Druck ausgeübt - also die Stadt Biberach erpresst? Etwa so: "Wenn Ihr die Nordwestumfahrung wollt, müsst ihr den Aufstieg bei Mettenberg hinnehmen. Pech für Mettenberg. Das müsst ihr Biberacher den Mettenbergern halt klar machen". Gefordert war eine Einigung der Gemeinderatsgremien von Biberach und Warthausen, aber wenn man von "oben" unter Druck gesetzt wird, "einigt" man sich vielleicht anders, als es die Einsicht gebietet (z.B. entscheidet man sich dann gegen die viel günstigere Variante B!). Bürgermeister Wohnhaas von Warthausen hatte es besonders eilig. Er ließ seinen Gemeinderat unter Druck und ohne rechtzeitige umfassende Information abstimmen (so die öffentlichen Klagen vieler Warthauser Gemeinderäte in der Abstimmungssitzung). Der Warthauser Gemeinderat stimmte zwar fast einstimmig dem "Gesamtkonzept" zu, aber nur mit 5 (!) Zusatzanträgen und nach fast einer Stunde Schelte und Unsicherheit - und um überhaupt etwas für die Verkehrsentlastung Warthausens getan zu haben! 2. In Biberach gibt es eine starke Lobby für die durchgehende Straße von der B 312 (beim Flugplatz) zur B 30 (Mettenberg). CDU, FDP, jetzt auch die SPD? (Die Freien Wähler waren sich noch kürzlich einig, die Variante B (mit Querspange nur im Risstal) zu bevorzugen). Zur Lobby gehört ferner der Landrat, der so tut, als hielte er sich aus allem heraus, der aber hinter den Kulissen in Stuttgart für die Straße Flugplatz - Mettenberg Druck macht, die Kreistagsmehrheit und "die Wirtschaft"(?). Dazu ein Teil der Biberacher öffentlichen Meinung, Leute, die die Forderungen, ohne zu prüfen und ohne Gründe zu haben, nachplappern. Diese Lobby will Biberach wirtschaftlich stärken (das ist an sich berechtigt - aber die Mittel sind völlig überzogen und rücksichtslos), und sie fürchtet um Biberachs Stellung als "Mittelzentrum". Im Biberacher OB-Wahlkampf besetzte sie das Feld der Wirtschaft ("Leerstände"!) und des Straßenbaus, so dass dem jetzigen OB Fettback keine Wahl blieb: Er musste nachziehen. Junktim: unvermeidlicher Zusammenhang in Verträgen, Zwangsjacke 3. Macht die Wirtschaft Druck? Ein leitendes Mitglied einer großen Biberacher Firma, die im Risstal ein Werk besitzt, äußerte gegenüber einem Mitglied der Mettenberger Bürgerinitiative am Tag der Bürger-versammlung in Mettenberg, die Firma erwäge, sich aus Biberach zurückzuziehen und die Arbeitsplätze an einen anderen Ort zu verlagern, wenn nicht die "ganze" NWU gebaut werde (mit Aufstieg). Diese Firma, wie alle im Risstal, muss aber noch mindestens 10 Jahre warten bis überhaupt der Aufstieg zur B 30 bei Mettenberg hergestellt werden kann! Sie produziert und verfrachtet jetzt und bis dahin bestens ohne den Aufstieg - weil die jetzige Anbindung völlig ausreicht! - Es geht also nicht um ein paar Minuten Fahrzeit für LKW. Es geht ums Prestige. Es geht um einen Autobahnanschluss, wie ihn "alle" haben. - Genauso war es kürzlich bei der Erweiterung des Biberacher Flugplatzes! 4. Land (und Bund?) wollen die überörtliche Verkehrsachse Memmingen - Freiburg. Der Regierungspräsident sagte am 10.5.02 bei einer CDU-Veranstaltung in Unlingen: "Man muss auch an den überörtlichen Verkehr denken." Das Teilstück der überörtlichen Ost-West-Achse bei Biberach wird mit dem "Gesamtkonzept" bis Mettenberg und zur L 280 gesichert. Für Mettenberg gilt: Wir wollen erstens keinen zusätzlichen Fernverkehr bei uns haben. Aber noch viel wichtiger ist zweitens: Gäbe es diese Absicht nicht, ein Stück der Ost-West-Achse hier zu bauen, wäre der Aufstieg nach Mettenberg völlig überflüssig. Das Straßennetz im Risstal reicht für Biberach aus. Diese "überörtliche Verkehrsplanung" erzeugt das Junktim des "Gesamtkonzepts". Und in diese Zwangsjacke wollen wir nicht gesteckt werden. 5. Wieder wird unter Zeitdruck "geplant"! Bis zum Ende des Jahres 2002 müssen die Anmeldungen der Projekte für den neuen Bundesverkehrs-wegeplan (2003/ 04) vorliegen. Es ist genau dieselbe Situation wie vor 7 Jahren (damals die eilige Anmeldung für den GFVG-Topf). Wieder wird ein unausgereiftes, nicht hinreichend diskutiertes Riesenprojekt übers Knie gebrochen. Die Gemeinden Biberach und Warthausen stehen unter dem Zwang, wenn sie überhaupt Geld für ihre Umfahrungen haben wollen, das Junktim, das sie selbst mit herbeigeführt haben, zu akzeptieren. Nun sagen sie: "Es geht nicht anders. Wenn wir das Junktim des "Gesamtkonzepts" nicht akzeptieren, bekommen wir vorläufig gar nichts. Nicht einmal die NWU vom Flugplatz bis zur "alten B 30". Der übernächste Bundesverkehrs-wegeplan könnte die Variante B erst in 10 Jahren berücksichtigen. Tut uns leid. Wir müssen euch Mettenberger mit diesem "Gesamtkonzept" und dem Aufstieg zu euch überfahren". Das ist ein Zeichen von Unfähigkeit oder Rücksichtslosigkeit. Das nehmen wir nicht hin. 6. Wenn OB Fettback ("das Land bestimmt - wir können nichts machen") und Landrat Schneider ("dem ist nicht so") einander widersprechen, besagt das gar nichts. Es kommt auf die Interpretation an. Mit ihren halben Wahrheiten sagen beide Folgendes: Der Bund zahlt die "B 465 neu" nördlich Warthausen bis Mettenberg. Dazu kann ihn niemand zwingen (so der Landrat). Das stimmt, ist aber nur die Hälfte der Wahrheit. Das Land redet nämlich mit. Das Land plant und baut die Straße(n) im Auftrag des Bundes. Es äußert eigene Interessen und verlangt z. B. die Ost-West-Achse Freiburg - Memmingen (und vertritt, wie in diesem Fall, lokale Interessen, z.B. der Biberacher Lobby und des Landrats). Dazu schweigt der Landrat. Land und Bund streiten sich, wo es geht, um Geld (Kommunalaufgaben, Steueranteile, Straßenbau usw.). Versucht hier das Land, eine Bundesstraße zu erzwingen? Der Landrat hat die Bürgermeister und Kreisräte aufgefordert, möglichst viele Straßenprojekte vorzubereiten für die Aufnahme in den neuen Bundesverkehrs-wegeplan (Kreistagssitzung am 21. März 2002 und CDU-Verkehrsforum in Unlingen 10.5.02). Einsendeschluss ist das Jahresende 2002. Diese Aufforderung gehört zur Landesverkehrspolitik: Je mehr Bauvorhaben in Baden-Württemberg angemeldet werden, desto eher glaubt man an eine Chance, wenigstens einige wenige nach und nach aus Bundesmitteln realisieren zu können. Gleichzeitig kann das Land den selbst produzierten Straßenbau-Stau mediengerecht ausschlachten, nämlich ihn der Bundespolitik anlasten, den Umweltschutz und die Umweltschutzgesetze verteufeln (ein Redner in Unlingen: "Für jedes Fröschle muss eine Umgehung gebaut werden!"), die Aufhebung dieser Gesetze nach einem Regierungswechsel versprechen und sich selbst als "fortschrittlich" profilieren. Unter den angemeldeteten Straßenprojekten sind einige durchaus dringliche, aber auch solche, die unnötig sind. Zu diesen zählen wir den Mettenberger Aufstieg. In diesen politischen Streit gehört auch der Ausbau der B 311. Statt auf der B 311 fahren bekanntlich wahrscheinlich Tausende täglich die 16 km längere Strecke über Warthausen nach Ulm. Wird die NWU gebaut, kann sich der Ausbau der B 311 noch länger hinzögern. Allen ist ein bisschen geholfen: Die B 311 wird etwas entlastet. Biberach bekommt seine NWU. Warthausen bekommt seine Entlastung. Und das Land ein wichtiges Teilstück der gewünschen Ost-West-Verbindung. Zu dieser Art Straßenbaupolitik schweigt der Landrat ebenfalls. Aber auch der OB, der sich hinter diese Wahrheiten zurückzuziehen versucht ("das Land legt uns fest"), verschweigt etwas: Der OB will unbedingt (ebenso wie viele Biberacher, die eine Entlastung der Innenstadt wünschen,) die Umgehungsstraße vom Flugplatz bis ins Risstal; notfalls eben mit dem unnötigen Aufstieg - der "kostet nichts", weil der Bund zahlt. Und die Mettenberger haben halt das Pech, zwischen den Mahlsteinen der Behörden zerquetscht zu werden. Der Stadt Biberach macht das nichts. Hauptsache, sie hat ihre Interessen gewahrt. Ferner braucht die Stadt Biberach eine Anbindung neuer Gewerbegebiete beim Flugplatz, und vielleicht werden - um den ungeheuer hohen Preis, dass der Aufstieg nach Mettenberg gebaut wird, - tatsächlich die Memminger Str. und Ulmer Str. teilweise entlastet. Die Behauptung, dass nur "das Land" die Gesamtkonzeption in dieser Art angeordnet habe, wird widerlegt durch das Riedlinger Protokoll zum 13.2.01, das unmissverständlich festhält, dass BM Ogertschnig "entgegen früheren Aussagen der Stadt Biberach" den Aufstieg nach Mettenberg "für künftige Entwicklungen der Stadt" gefordert hat. So kam es zu dem "Alles oder nichts". |
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Nordwestumfahrung Biberach ................................3.5.02 Leserbrief Klaus Schneider "Mettenberger Diskussion", SZ 2.5.02 - Ein guter Ausgangspunkt für eine Diskussion "Konsens: Die NWU "in ihrer Gänze" (mit Aufstieg etc.) als "enorm wichtiges Entwicklungsvorhaben" war wesentliches Thema im OB-Wahlkampf". - Richtig. Im OB-Wahlkampf. Das war uns Mettenbergern klar. - Aber bis zum 13.2.01 (Besprechung im Biberacher Landratsamt) galt das nicht. Bis dahin galt die Variante B (ohne Aufstieg) als wahrscheinlich ("eine eindeutige Tendenz erkennbar, die zum Vorschlag für die Variante B führen wird"). - Die überraschende Entscheidung für die Variante A (mit Aufstieg) wurde nie begründet, die Variante B selbst nie öffentlich vorgestellt oder diskutiert. Auch und gerade in der Bürgerversammlung v. 18.4.02 nicht! - NWU als "Entwicklungsvorhaben" - das ist die Hauptsache, nicht die Entlastung der Innenstadt. Dazu trägt nämlich der Aufstieg praktisch nichts bei. - Unsere Frage: Ist dazu der "Aufstieg" mit Anschluss "L 280 neu" notwendig? Unsere Antwort: Nein. "Herausnahme des überregionalen und des Schwerverkehrs, von der B 312 kommend, aus der Biberacher Innenstadt". - Richtig. Das leistet die NWU bis ins Risstal (B 312 - "alte B 30"), ohne Aufstieg nach Mettenberg. Genau dieses Straßenstück entlastet auch Warthausen, zusammen mit der B 465 neu und der Querspange B 465 - B 30 bei Barabein. Das nennen wir "Nutzung bestehender Strukturen". Das ist akzeptabel. - Wer aus Richtung Ehingen (B 465) kommt, fährt entweder direkt zur B 30 (Fernverkehr, Verkehr nach Biberach Süd, Waldseer Str. - hoffentlich!) oder über die "alte B 30" nach Biberach, bzw. die neue NWU zum Flugplatz hoch (Ziel- und Quellverkehr) - und umgekehrt. - Wer aus Richtung Riedlingen kommt, fährt wie bisher Riedlinger Str., evtl. Geisentalstr., oder die NWU runter nach Aspach und von dort entweder die "B 465 neu" nach Barabein (und Ulm) zur B 30 oder die "alte B 30" nach Biberach in die Gewerbegebiete Freiburgerstr. etc., Liebherr etc., Innenstadt/ Bahnhof/ Ring. - Auf diese Weise bleibt der Verkehr im Tal, die 7 % Steigung (Schadstoffausstoß! Unfallgefahr im Winter!) werden vermieden. - Richtig ist, dass der Fernverkehr Riedlingen - NWU - "alte B 30" die Ulmer Str. und Memminger Str. zusätzlich belastet. - Wahrscheinlich ist, dass die Ulmer und Memminger Str. diese Verkehrszunahme verkraften (zu Lasten der Anwohner, die aber auf jeden Fall sowieso mehr Verkehr bekommen werden, auch mit "Aufstieg"). Die Ulmer und Memminger Str. sind konzipiert als stadtnahe Tangente zur Verkehrsverteilung in Stadtnähe. - Die "alte B 30" kann ggf. noch ausgebaut werden (Auskunft des Straßenbauamts Riedlingen) und muss vielleicht sogar ausgebaut werden, mit oder ohne Aufstieg nach Mettenberg. - Richtig ist: Der Aufstieg würde einen Teil des Verkehrs von dieser Tangente aufnehmen. Aber um welchen Preis! Naturzerstörung bei Mettenberg, Belastung der Mettenberger (das wird die UVS ergeben), doppelt so hohe Straßenbaukosten. - Unwahrscheinlich ist die Annahme der Stadtplaner, dass zum Erreichen der Südstadt die Autofahrer über Mettenberg - B 30 - Jordanei fahren werden. "Wichtig ist die vernünftige' Anbindung von Aspach an die B 30. Ein Industriegebiet am Flugplatz ohne direkte (?) Anbindung an die B 30 wäre ein tot geborenes Kind' ". - Richtig insoweit, als Aspach auf jeden Fall ohne den Mettenberger Aufstieg "vernünftig" angebunden ist - über Barabein (und das Jordanei). - Dasselbe gilt für das geplante Industriegebiet am Flugplatz. Die Behauptung, ohne den "Aufstieg" würde es sich um ein "tot geborenes Kind" handeln, ist ein unbegründetes Totschlagargument. - Man muss es in der Relation sehen: Ein Gewerbegebiet von 40 ha am Flugplatz - und dafür eine "vernünftige" neue Anbindung (der Aufstieg) mit allen negativen Folgen: Naturzerstörung, Flächenverbrauch, vermehrter Fernverkehr - dazu ungeheure Kosten. Doppelt so viel wie die Querspange nördlich Warthausen. Und das wird von vernünftigen Leuten gefordert? Die Kosten-Nutzen-Relation spricht eindeutig dagegen. - Es ist die Vorstellung der Stadtplaner (und des Briefschreibers Schneider), dass ein Industriegebiet nur "vernünftig angebunden" sei, wenn die Zufahrt kurz und ggf. 4-spurig ist - ohne Rücksicht auf Wirtschaftlichkeit, Naturschäden, Neubelastung von Anliegern (die Mettenberger werden mit dem Aufstieg zum zweiten Mal "Anlieger" einer Autobahn!). UND: Auch nicht eine Sekunde wird die Frage gestellt: "Brauchen wir/ die Biberacher und die Warthauser diese Straße unumgänglich?" "Und letztlich (!? - warum plötzlich so unklar?) erfolgt mit einer solchen Anbindung auch eine eine Stärkung der westlichen Kreisregion ...Verkehrsschatten ...hinlänglich bekannte Probleme dieses Teils des Landkreises..." - Das ist das Thema des überregionalen Verkehrs. - Das ist die indirekte Feststellung, dass bei Biberach und Mettenberg die Ost-West-Trasse Freiburg - München laufen soll. - "Probleme" des westlichen Kreisgebiets: 1 % mehr Arbeitslosigkeit als Biberach - also praktisch Vollbeschäftigung! "Strukturschwaches" Fördergebiet, mit Arbeitslosenquote unter dem Landesdurchschnitt! Der Landrat: "Wir sollten nicht klagen!" (Unlingen 10.5.02, CDU-Verkehrsforum) - Das Problem des westlichen Kreisgebiets ist es, dass die B 311 Sigmaringen - Ulm nicht ausgebaut wird, dass heute Tausende Autos durch Birkenhard/ Warthausen und über die B 30 nach Ulm fahren, um Zeit zu sparen, obwohl die Strecke 16 km länger ist als auf der B 311. - Die B 312 wird mit dem NWU-Anschluss ins Risstal hinreichend angebunden. Die Mehrbelastung der Ulmer und Memminger Straße in Biberach wurde oben erwähnt. - Deshalb ist unsere Forderung an den Bund: Die B 311 ausbauen! Alle diese Gesichtspunkte haben längst Platz in der "Mettenberger Diskussion" gefunden. Leserbriefschreiber Schneider weiß davon nur nichts, weil die öffentliche Diskussion in der Bürgerversammlung am 18.4.02 in Mettenberg von OB Fettback und BM Ogertschnig verhindert wurde und weil die "Schwäbische Zeitung" so unvollständig und tendenziös berichtet hat. Hätte die Journalistin nachgefragt (Recherche ist Hauptaufgabe von Journalisten(!)), hätte sie alle Gedanken des Leserbriefschreibers vorwegnehmen können. - 3 - "Eindruck, dass in weiten Teilen der Mettenberger "Meinungsführer" in hohem Maße das "Floriansprinzip" gilt". - Falscher Eindruck. Die Mettenberger wollen kein unnötiges Riesenprojekt dicht am Ort. - Falsch verwendetes Sprichwort: Die Mettenberger wollen nicht schon wieder Opfer der Biberacher "Floriansjünger" werden, die noch nicht einmal die Biberacher Probleme mit dem Aufstieg nach Mettenberg grundlegend lösen würden. Es würden nur Verkehrsmassen verschoben. Der Verkehr wird nicht weniger, sondern mehr! - Es ist genau anders herum. Nicht die Mettenberger verschieben gigantische Verkehrsmassen nach Biberach und Warthausen, sondern Biberach und Warthausen schieben ihr Problem unnötigerweise nach Mettenberg. Das ist die Wahrheit! "... keinerlei Rücksicht genommen auf die Gesamtinteressen einer ganzen Stadt und der Region" - Ein schwerer, ungerechter Vorwurf. - Es wird verschwiegen, dass Mettenberg außerordentlich kooperativ ist (B 30 seit 20 Jahren nahe am Ort, mit allen Nachteilen, zum Vorteil Biberachs und der Region; ferner ist jetzt Mettenberg "dran" mit den Biberacher Neubaugebieten). - Die Behauptung, am Mettenberger Widerstand gegen den unnötigen "Aufstieg" scheitere der wirtschaftliche Wohlstand der Stadt, des Kreises, der ganzen Region, ist eine Maßlosigkeit und eine Unverschämtheit! - Mettenberg wird überfahren (ohne in die Diskussion einbezogen zu werden! Nicht einmal dieses Minimum wird "gewährt"!). Die Mettenberger werden - wenn die Berichte der "Schwäbischen Zeitung" und das Protokoll des Straßenbauamts Riedlingen zur Besprechung am 13.2.01 im Biberacher Landratsamt stimmen - von mindestens einer Seite belogen. - Die Interessen der Stadt, der Region, der Wirtschaft werden völlig einseitig und ohne Rücksicht auf Schäden dargestellt. Die Frage: "Was ist außer der Wirtschaftsförderung auch noch wichtig?" (abgesehen von einer nebulösen "Entlastung der Innenstadt") taucht seitens der Befürworter und des Leserbriefschreibers nirgends auf. - Landrat Schneider am 10.5.02 in Unlingen: "Dass sich die Mettenberger wehren, muss man verstehen!" "... bei der beabsichtigten Verwirklichung des Aufstieges ... ein Höchstmaß an Lärmschutz und ökologischen Ausgleichsmaßnahmen beachtet..." - Eigentor. Angeblich weiß noch niemand, wie der "Aufstieg" verwirklicht werden soll. Das ist Sache des Planfeststellungsverfahrens. - Wie in praktisch allen Planfeststellungsverfahren unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftsförderung und der Sparsamkeit rücksichtslos die Natur zerstört und eben nicht das "Höchstmaß an Lärmschutz" beachtet wird usw., kann man an vielen Orten besichtigen bzw. hören, z.B. jetzt in Mettenberg an der B 30. - Verschwiegen wird: Die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen sind Feigenblätter einer maßlosen Verkehrsvermehrungspolitik. Sie verhindern nicht, dass Krankheiten und Klimaveränderung und andere Folgen zunehmen. Die Mettenberger Wünsche, etwas gegen die freie Schallentfaltung von der B30-Brücke her zu unternehmen, wurden 1980 diskussionslos vom Tisch gewischt. Der gnädigerweise am Rastplatz eingezogene Lärmschutzwall ist unvollständig. Der Lärmschutzwall an der Freizeitanlage und die Lage der B 30 in Geländeeinschnitten so gut wie wirkungslos. Das ist die Wahrheit. Darüber hätte sich der Leserbrief- schreiber informieren können. - Wenn überhaupt, ist die beste "Lärmschutzmaßnahme" eine möglichst große Entfernung einer Autobahn von Wohngebieten. Die B 30 hätte 1980 weiter östlich gelegt werden können. Unter anderem mit Rücksicht auf Biberacher Waldbesitz ist das damals nicht geschehen. - So sieht, lieber Leserbriefschreiber, das "Höchstmaß an Lärmschutz" in der Realität aus! Und das ist wieder das von Ihnen falsch zitierte "Floriansprinzip", angewandt von denen, die uns regieren, die angeblich unsere Interessen vertreten - unter anderem auch so, dass Warthausen eine völlige Verkehrsentlastung bekommen soll und Mettenberg alles direkt am Ort aufgehalst bekommt. "...durch die Weiterführung nach Laupertshausen ... sogar eine enorme Verkehrsentlastung durch die Herausnahme des Durchgangsverkehrs aus Mettenberg selbst ..." - Nach unserer Meinung falsch. - Die maximale Verkehrsentlastung "von Osten" (Maselheim/ Schwendi etc.) kann ein paar hundert Autos täglich betragen (allerdings ist, je nachdem, ob wirksame Beschränkungen durchgesetzt (!) werden können, der Lastverkehr dabei). - Im Gegenzug kommen durch den "Aufstieg" 20 000 Autos täglich ortsnah neu hinzu. Diese Relation muss gesehen werden. - Die von der Stadt Biberach vorgeschlagenen Beschränkungen zur Entlastung Mettenbergs konnten nicht glaubhaft gemacht werden. OB Fettback und BM Ogertschnig waren in der Bürgerversammlung ohne Konzept und haben teilweise reinen Unsinn vorgetragen (Sperrung mit Zusatz "Anlieger frei", Sperrung in beiden Richtungen u. dgl. mehr). - Im Gegenteil: Eine Auffahrt "Mettenberg" muss Zufahrt-Verkehr anziehen und die Ortsdurchfahrt mehr belasten, vom Talfeld her, von Bachlangen, von Oberhöfen ... . - Die angeblich "enorme (!) Verkehrsentlastung" wird erkauft mit einem weiteren Straßenstück, mehr Flächenverbrauch, Waldzerstörung, mehr Lärm, totaler Abriegelung des Orts in Richtung Laupertshausen. "...unerträgliche Polemik..." - Herr Schneider soll seinen eigenen Beitrag auf Polemik absuchen ("diese Herrschaften", "geschossen", und die unsäglichen Übertreibungen des angeblich nicht bedachten "Gesamtwohls der Stadt Biberach und der Region"). - Polemisch und demagogisch ist es, unter Verzicht auf die Besichtigung mehrerer Seiten eines Problems die Leser zu lenken. Kein Wort der Verantwortlichen, auch nicht des Leserbriefschreibers, zu den Belastungen der Mettenberger. Kein Wort zu den Gesundheitsgefahren und den Klimaschäden, die allen, auch den Biberachern, aus dem zügellosen Verkehrswachstum und dem hemmungslosen Zubetonieren von Landschaft entstehen. Kein Wort über die Möglichkeit, das bestehende Straßennetz auszubauen, mit bescheidenerem, aber doch akzeptablem Erfolg. Statt dessen: Maßlosigkeit. Leserbriefschreiber Schneider verzichtet auf Begründungen. Er begnügt sich mit dem Nachplappern dessen, was die Biberacher Lobby vorgibt. Statt auf Argumente zurückzugreifen, benutzt Schneider Gemeinplätze, unbegründete Behauptungen, Verallgemeinerungen und zitiert "Autoritäten". Sein Vokabular: OB-Wahlkampf (als ob gerade Wahlkämpfe zur Wahrheitsfindung geeignet wären!) - Konsens bestand (bei wem?) - gesamte Region - enorm wichtiges Vorhaben (warum "enorm wichtig"? Und für wen?) - vernünftige Anbindung (wann ist eine Anbindung "vernünftig"? Wenn sie rücksichtslos Natur und ein ganzes Dorf beschädigt?) - hinlänglich bekannt (zum "Problem" s.o. - es ist vor allem behauptet, nicht bewiesen) - Verkehrsschatten (Lieblingswort des Namensvetters, Landrat Schneider - reine Behauptung) - über Parteigrenzen hinweg (1. Was beweist das? 2. In allen Gemeinderatsfraktionen gab und gibt es Bedenken) - Partikularinteressen (typisch: wenn eine Mehrheit sich rücksichtslos durchsetzen will, diffamiert sie so das Opfer). "... teilweise nicht mehr nachvollziehbarer Partikularinteressen." - Falsche Schlussfolgerung nach den vorher als einzig richtige Wahrheit hingestellten Behauptungen. Diese Behauptungen wurden nicht hinterfragt. - Wie kommt es zu dieser einseitigen Betrachtung und Darstellung im Leserbrief? Liegt es an einseitiger "Information", privat und öffentlich? Die Berichterstattung der Presse war nachweislich einseitig: Was nach der Mettenberger Bürgerversammlung vom 18.4.02 in der "Schwäbischen Zeitung" zu lesen war, das war "Hofberichterstattung" und Parteinahme! Statt kritischer Berichterstattung las man nicht viel mehr als den Abdruck des Standpunktes der Biberacher Stadtverwaltung und eine Moralpredigt der Art: "Die Bürgermeister machen sich die Mühe, nach Mettenberg zu kommen, und die Mettenberger stellen kritische Fragen. Das ist aber gar nicht nett, ihr undankbaren Mettenberger!" Inhaltliche Untersuchung: Fehlanzeige. - Es fehlte die Darlegung der Gründe, warum die Anschlüsse im Risstal nicht ausreichen sollen und angeblich nicht als Gesamtkonzept gebaut werden dürfen. Das ist das Versäumnis der Biberacher Stadtverwaltung. - Arroganz der Starken. Sie überfahren den kleinen Partner und ärgern sich, dass der sich wehrt. In ihrer nicht hinterfragten Selbstsicherheit erwarten sie sogar Zustimmung im Sinne einer völlig falsch verstandenen Verpflichtung zu Gemeinsinn. - Mettenberg nimmt keine Rücksicht auf eine ganze Region? Das ist erstens sachlich falsch, denn die Stadt Biberach kann gegen den erklärten Willen des Ortes entscheiden - also rücksichtslos handeln. Und zweitens ist es - wieder - anders herum: Diejenigen, die den Mettenbergern die zweite Autobahn in Ortsnähe aufzwingen wollen, nehmen keine Rücksicht auf Mettenberg! Bisher ist man in Bezug auf den Aufstieg der Nordwestumfahrung seitens der Stadt Biberach mit Mettenberg ziemlich unfreundlich verfahren, um es sehr milde auszudrücken. Das hätte der Leserbriefschreiber am 18.4.02 in der Mettenberger Bürgerversammlung wahrnehmen können. Aber an dem Abend war er vielleicht nicht zugegen. Nun schreibt er halt "aus der Ferne", als "nicht in Mettenberg wohnender Biberacher". Das ist bequemer. - Der moralische Druck, der eine Argumentation und Beweisführung ersetzen soll, ist besonders ärgerlich. Mit solcher Unehrlichkeit wird Vertrauen zerstört. Diese Art von "Demokratievorstellung" beschädigt Gemeinwesen. |
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Nordwestumfahrung Biberach - Aufstieg nach Mettenberg Welche Argumente werden uns vorgehalten? - Angebliche "Vorteile" für Mettenberg werden hervorgehoben: Angebliche Entlastung des Ortskerns durch die "L 280 neu". Ob die Mettenberger Ortdurchfahrt entlastet wird, ist eher zweifelhaft. Wir vermuten, dass der PKW-Verkehr zur "Auffahrt Biberach Mitte" bei Mettenberg von Bergerhausen, Talfeld, Bachlangen, evtl. aus der Stadtmitte, Oberhöfen (Richtung Ravensburg) erheblich sein wird und die von Osten auf die NWU abfahrenden Autos "ersetzen" wird - wenn nicht sogar übertrifft. Nebenbei: Laupertshausen, Maselheim, Ellmannsweiler dürften vermehrten Zufahrt-Verkehr bekommen. Es wird betont, dass es praktisch keinen LKW-Verkehr durch Mettenberg mehr geben werde. Das ist vielleicht annähernd zu erwarten. Aber trotz LKW-Verbot, trotz Beschränkung auf Anlieger bleiben LKW und Busse auf der Ortsdurchfahrt. Jemand sagte: "Natürlich muss die geplante NWU für Mettenberg eine Ortsdurchfahrt mit 30-km/h-Beschränkung zur Folge haben". Was bringt das? Stellen wir uns die verkehrsberuhigte OD Mettenberg vor: Sie ist kurvig, unübersichtlich und lang. Viele Fahrer werden erfahrungsgemäß statt 30 km/h 40 oder 50 fahren. Insbesondere Kinder werden weiterhin gefährdet sein (Kinder, die sich in verkehrsberuhigten Zonen sicher fühlen, sind evtl. besonders gefährdet. Deshalb ist auch das Beispiel eines überfahrenen Kindes und die Angst vor dem Vorwurf, nicht "weitsichtig" gewesen zu sein, ziemlich an den Haaren herbeigezogen, also unglaubwürdig. Hindernisse können praktisch nicht eingebaut werden, denn die Bauern brauchen Platz für die Traktoren, und LKW müssen trotz allem wenigstens als Anlieger fahren können. Auf häufige Radarkontrollen ist kein Verlass. Und es bleibt unsicher, ob die Stadt als Eigentümer der Ortsdurchfahrt überhaupt eine Tempo-30-Zone einrichten will. Versprochen ist sowas schnell. - Es wird verschwiegen oder heruntergespielt, dass Mettenberg jetzt bereits die B 30 hat und nun noch den "Aufstieg" hinzu bekommen soll - mit den B30-Anschlüssen mit den Beschleunigungsspuren, von denen die Spur in Richtung Bodensee völlig offen liegen kann und das ganze nördliche und östliche Dorf beschallen wird, dazu den Flächenverbrauch, die Einschnürung, das Abholzen des Waldes (Boschach), den zusätzlichen Lärm von der "L 280 neu" zur Laupertshauser Straße. Es wird verschwiegen, dass die "L 280 neu" nicht nur "Vorteile" (s.o.) bringt, sondern auch Nachteile, insbesondere den Zugang zum Boschachwald erschwert, eine weitere Lärm und Schmutz erzeugende Straße ist usw. Es wird behauptet, bisher liege noch keine künftige Trasse fest und verschwiegen, dass die "Idealtrasse" des Straßenbauamts aus mehreren Gründen die wahrscheinliche ist: a) Das Gelände ist günstiger, b) je weiter der Anschluss nach Norden Richtung Oberhöfen gelegt wird, desto länger wird die "L 280 neu", die das Land bezahlen muss (Streit um Geld), c) je weiter nördlich der Anschluss gelegt wird, desto mehr vom Boschach-Wald müsste geopfert werden - er gehört der Stadt Biberach, und schon beim Bau der jetzigen B 30 hat man den städtischen Spitalwald nicht hergegeben, sondern lieber die B 30 näher an Mettenberg gelegt, d) das Straßenbauamt sagt: "Wald ist wichtiger als Feld". Außerdem wird eine nördlichere Trasse jetzt schon von Warthausen und Oberhöfen angefeindet. Es wird verschwiegen, dass die Hauptaufgabe der "L 280 neu" nicht sein wird, Mettenberg zu entlasten, sondern dass diese Straße ein Stück Autobahnzubringer für die Gemeinden im Osten und für Autofahrer vom Talfeld, Bergerhausen, Bachlangen und Oberhöfen ist, Mettenberg also belastet. Es wird gesagt, der Aufstieg werde weit vom Ortsrand entfernt sein (700 m werden versprochen). Biberach hat vermutlich keinen Einfluss auf die Lage der Trasse. Und ein Autobahnstück zwischen Oberhöfen und Mettenberg ist ohnehin unerträglich (Luftlinie: 1500 m). Es wird gesagt, auch die ortsnahe Trasse liege im Geländeeinschnitt, sei also wenig zu hören. Es wird nicht wahr sein. Und es geht nicht ausschließlich um den Lärm. Es geht um Flächenverbrauch, um Einschnürung, um Naturvernichtung. - Die Notwendigkeit des Aufstiegs nach Mettenberg wird behauptet. Falls endlich nachvollziehbare, stichhaltige Gründe genannt werden, müssen sie genau untersucht werden. Wenn stichhaltige Begründungen genannt werden sollten, die den Bau des Aufstiegs nach Mettenberg aus der Sicht Biberachs plausibel machen, heißt das noch lange nicht, dass dadurch wir Mettenberger "Vorteile" haben und diese Gründe auch für uns gelten lassen. Für Mettenberg ist der Maßstab: Es soll ein 4-spuriges Autobahn-Anschlussstück in den engen Raum zwischen Mettenberg und Oberhöfen gelegt und der Boschachwald durch die "L 280 neu" zerschnitten werden. Die Trasse des Aufstiegs wird möglicherweise dicht am Ort liegen. Sie wird noch einmal ca. 20 000 Autos nach Mettenberg bringen. Das wollen wir nicht Bisher hat die Stadt Biberach folgende Gründe angeführt: a) Die Biberacher Innenstadt müsse (durch den Aufstieg) entlastet werden. Wie das geschehen soll, erfahren wir nicht. Wir sind sicher, dass die Biberacher Innenstadt durch die NWU bis ins Risstal entlastet wird. Der Aufstieg nach Mettenberg ist dafür nicht nötig. Die Autofahrer, vollends die Biberacher, werden nicht auf dem weiträumigen "Ring" NWU - Aspach - Mettenberg - B30 - Jordanei von einem Ort in Biberach zum anderen fahren. Für solche stadtnahen Umgehungsfahrten ist die Ulmer/ Memminger Straße da, eine typische Stadttangente. b) Die Querspange der B 465 nördlich von Warthausen (anstelle des Aufstiegs) sei nicht nahe genug an der Stadt, um die Innenstadt zu entlasten. ABER der Aufstieg bei Mettenberg ist ebenfalls nicht so stadtnah, dass er die Innenstadt von Ziel- und Quellverkehr entlasten kann. Er wird zur Entlastung der Innenstadt also nicht gebraucht. Die Innenstadt (Ring, Riedlinger Str., Kolpingstr., Gaisentalstr. usw.) wird durch die NWU bis ins Tal entlastet. Es wird verschwiegen oder heruntergespielt, dass bis vor einem Jahr (13.2.01, Riedlinger Protokoll) die "Variante B" (ohne Aufstieg nach Mettenberg) eindeutig bevorzugt wurde, weil sie halb so teuer ist, die Natur deutlich weniger zerstört und belastet und für Warthausen die annähernd gleiche Verkehrsentlastung bringt. Der Fernverkehr der B 465 (Biberach - Ehingen), der ja durch die Nordumfahrung Warthausen ("B465 neu") auf die östliche Risstalseite (und hinauf nach Mettenberg) geleitet werden soll, könnte gleich bei Barabein zur B 30 fahren. Der Ziel- und Quellverkehr der B 465 (80 %) wird sowieso fast vollständig auf der "alten B 30" nach Biberach fahren. Der Fernverkehr der B 312 (Biberach - Riedlingen) wird teils im Risstal direkt nach Norden fahren können, besonders auch der lästige Umleitungsverkehr von der B 311 (Sigmaringen - Ulm über Warthausen!), teils wird der Fernverkehr die Ulmer und die Memminger Straße zum Jordanei benutzen. Laut Karte der Stadtverwaltung ist das aber der kleinere Teil (Richtung Bodensee und Ochsenhausen/ Memmingen): 6000 Autos weniger als nach Ulm. Der Ziel- und Quellverkehr (80 %) wird wie bei der B 465 die "alte B 30" in die Stadt benutzen. Es wird angeführt, dass auch das neue Biberacher Wohngebiet "Nasses Gewand" (Ostseite des Talfelds bei Bergerhausen) und das Talfeld und natürlich das Mettenberger Wohngebiet "Im Winkel" (!) entlastet werden müssten, und zwar durch die "L 280 neu" im Boschachwald und die NWU. Aber der Verkehr zwischen Mettenberg und Biberach kommt nur zum wesentlich kleineren Teil aus Richtung Laupertshausen. Er entsteht zum großen Teil in Mettenberg. Es wird heruntergespielt, dass es BM Ogertschnig selbst war, der in der Besprechung im Landratsamt am 13.2.01 im Auftrag der Stadtverwaltung verlangt hat, den Aufstieg nach Mettenberg "für zukünftige Entwicklungen" (Gewerbegebiete der Stadt Biberach) zu planen. Nicht einmal die "Entlastung der Innenstadt" hat er laut Protokoll erwähnt. c) Das Land Baden-Württemberg habe unwiderruflich die "Gesamtkonzeption" mit dem Aufstieg festgesetzt. Wenn jetzt der Aufstieg nach Mettenberg von der Stadt abgelehnt werde, könne auch nicht die NWU bis ins Risstal gebaut werden. Es werde noch einmal 10 Jahre dauern, bis die nördliche Querspange (B465 - B30) geplant werden könne. Es ist Zeit genug, die Querspange der B 465 im Risstal zur B 30 bei Barabein wieder als beste Lösung ins Spiel zu bringen. Der Aufstieg nach Mettenberg wird nach unserer Ansicht tatsächlich nur zwei Dinge leisten: - Er wird eine unnötige Prestigeanbindung für die Biberacher Wirtschaft sein, so wie der Flugplatz ein Prestigeobjekt war und ist. - Er wird ein Teilstück in der Ost-West-Verbindung (Memmingen - Freiburg) sein, die durch nach und nach entstehende Ortsumfahrungen geknüpft werden soll. Und soll dabei die B 311 entlasten (s.o.). - Das bedeutet: Er wird zusätzlichen Verkehr in unsere Gegend holen, der ohne ihn nicht herkäme! Er würde am besten Biberach weiträumig umfahren. - Es wird moralischer Druck auf die Mettenberger ausgeübt. Mettenberg habe Anteil an den angeblichen Biberacher Vorteilen, die sich aus der Wirtschaftsförderung durch die NWU ergeben. Mettenberg dürfe die wirtschaftliche Entwicklung Biberachs und der Region nicht behindern. Viele Einwohner Biberachs seien viel schlimmer von Verkehr belastet als die Mettenberger. Wir halten dagegen: Der Aufstieg leistet nicht das, was damit angesprochen wird. Die NWU bis ins Risstal entlastet bereits die Biberacher Innenstadt. Die Querspange nördlich von Warthausen genügt für alles Andere, insbesondere für die Entlastung Warthausens und Herrlishöfens. Die meisten Wohngebiete in Biberach, auch in der Stadt (!), sind schon heute weniger von Verkehr belastet und ruhiger als Mettenberg mit "seiner" B 30. Wenn dann noch der "Aufstieg" dazu kommt, hat Mettenberg noch mehr Nachteile. Mettenberg ist kooperativ und leistet seit 20 Jahren als einziger Stadtteil einen wichtigen Beitrag zur Verkehrsentlastung Biberachs: Wir haben die B 30. (Außerdem stellt Mettenberg jetzt in beträchtlichem Maß Neubaugebiete zur Verfügung). Das Wichtigste: der Aufstieg nach Mettenberg ist nicht notwendig. Die Notwendigkeit ist unbewiesen. Es ist nicht richtig zu denken, dass der Aufstieg nach Mettenberg "sowieso gebaut wird". Im Gegenteil: Von allen Kommunalpolitikern ist immer wieder betont worden, dass die Stimme des Mettenberger Ortschaftsrats ein großes Gewicht hat. Er muss zwar nur "gehört" werden, kann also nicht mit entscheiden. Aber es wäre womöglich das erste Mal, dass der Biberacher Gemeinderat in einer so wichtigen Sache wie der Planung der NWU und des Aufstiegs nach Mettenberg, gegen das Votum eines Ortschaftsrats entscheidet. Das werden sich die Stadtvertreter genau überlegen, zumal es ja die Variante B (ohne den Aufstieg) gibt. Sie erfüllt zwar nicht alle Biberacher Wünsche, aber die meisten, und man wird es sich genau überlegen, ob es nicht auch ohne den Aufstieg nach Mettenberg geht. Jedenfalls wird man den Aufstieg nicht um jeden Preis durchsetzen. Die Biberacher Stadtvertreter wissen genau, wie schädlich und wie teuer der Aufstieg ist. Niemand braucht sich zu schämen, gegen den Aufstieg zu sein. Die Ablehnung schadet niemand. Sogar der Landrat hat (in Unlingen am 10.5.02) gesagt: "Man muss verstehen, dass die Mettenberger sich wehren!"
Am 31. Mai schrieb die Schwäbische dies: Mettenberg lehnt Gesamtkonzeption ab BIBERACH - Der Ortschaftsrat Mettenberg lehnte in seiner Sitzung am Dienstagabend das vorgestellte Gesamtkonzept zur Nordwestumfahrung einstimmig ab. Von unserer Redakteurin Gabi Ruf-Sprenger Ortsvorsteher Othmar Wenger erläuterte in der Sitzung, zu der auch Oberbürgermeister Thomas Fettback und Baubürgermeister Julius Ogertschnig gekommen waren, noch einmal den derzeitigen Verfahrensstand für die B 465, Querspange Warthausen und die Nordwestumfahrung Biberach. In einer anschließenden persönlichen Stellungnahme erklärte der Ortsvorsteher: In den vergangenen zwei bis drei Monaten habe er sich die verschiedensten Aussagen und Argumente durch den Kopf gehen lassen. Das Problem der Stadt Biberach und der Gemeinde Warthausen, eine Entlastung des Verkehrsaufkommens und den Wunsch nach einer besseren Anbindung ans überörtliche Straßennetz könne er nachvollziehen - jedoch nicht zu Lasten Mettenbergs. Problematisch sei vor allem auch die Ungewissheit der Trassenführung. Mettenberg werde zwar für die Ortsdurchfahrt eine Verkehrsentlastung von 1500 bis 2000 Fahrzeugen versprochen, dafür werde der Verkehr auf der Gemarkung insgesamt jedoch um das 10- bis 20-fache ansteigen, ohne dass bislang eine genaue Trassenführung festgelegt sei. Polemik und große Schlagworte sind des Ortsvorstehers Sache nicht. Dennoch sprach Othmar Wenger deutlich aus, was die vielen Zuhörerinnen und Zuhörer, die zu dieser Sitzung ins Gemeinschaftshaus gekommen waren, dachten: "Wir wollen hier keinen Blanko-Scheck oder Freibrief ausstellen." Wenger: "Ich komme nach Abwägung aller Vor- und Nachteile zu dem Ergebnis, der vorgestellten Gesamtkonzeption nicht zuzustimmen. Die Stadt Biberach und die Gemeinde Warthausen sollen nach anderen Möglichkeiten suchen, bzw. die vor dem 24. November 2001 angedachte Lösung weiterverfolgen - nämlich die Nordwestumfahrung von der B 312 bis zur L 267 durch das Risstal zu führen und den Verkehr an die vorhandenen Anschlüsse der B 30 zu führen." Oberbürgermeister Thomas Fettback und Baubürgermeister Julius Ogertschnig gelang es trotz gutem Willen und nachvollziehbarer Argumente nicht, die Mettenberger Ortschaftsräte zu überzeugen. Zwar waren sich die Ortschaftsräte einig, dass Biberach und auch Warthausen eine Verkehrsentlastung bräuchten, aber eben nicht mit einem Aufstieg und einer Anbindung auf Gemarkung Mettenberg. In der anschließenden Diskussionsrunde wurden folgende Punkte angesprochen: - das Konzept sei nicht durchdacht; Bund, Stadt und Land sollten gemeinsam eine bessere Lösung suchen (Franz Krug). - Lärmbelastung und Landschaftsverbrauch seien bei einem Aufstieg und einer Anbindung bei Mettenberg zu hoch (Franz Nothelfer). - der Aufstieg bei Mettenberg ziehe überörtlichen Verkehr an; der Nachteil wäre für Mettenberg größer als der Vorteil (Dr. Wolfgang Grimm). - das bestehende Verkehrsnetz sollte genutzt und gegebenenfalls verbessert werden; keine Entlastung von Warthausen zu Lasten von Mettenberg; die Mettenberger seien für ein "Prestigeobjekt" der Stadt Biberach nicht zu haben (Josef Weber). - immer werde nur über die Vorteile für die Stadt Biberach und für Warthausen geredet, die Nachteile für Mettenberg würden in dieser Diskussion vernachlässigt (Heinrich Bauer). Nach zwei Stunden Rede und Widerrede stimmte der Ortschaftsrat schließlich einstimmig gegen die von der Stadt vorgestellte Gesamtkonzeption zur Verkehrsführung im Norden Biberachs und der Raumschaft Warthausen. Der bisherige Lösungsansatz mit teilweiser Verkehrsführung der B 465 neu über das bestehende Straßennetz (L 267 und B 465) zur B 30 Anschlussstelle Biberach Süd (Jordanei) soll weiterverfolgt werden. Am Ende der Diskussion und der Abstimmung gab es für den Ortschaftsrat großen Applaus von den Zuhörerinnen und Zuhörern. |