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"Nordwestumfahrung Biberach" und
"Aufstieg nach Mettenberg" zur B 30 Mettenberg
im Jahre 2015
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Auf
der Höhe zwischen Mettenberg und Oberhöfen: Provisorisch
ist mit rot-weißen Bändern eine mögliche Trasse
markiert. Eher zu schmal.
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Die
große weite Fläche könnte schon bald von meherern
Spuren durchschnitten sein, teilweise sogar nur 350 Meter vom Ortsrand
entfernt. Die Trasse liegt noch nicht fest.
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Information zur erneuten Abstimmung im Biberacher
Gemeinderat am 24.2.03, 16 Uhr im Biberacher Rathaus.
- Der "Aufstieg nach Mettenberg"
zur B 30 ist überflüssig. Denn wenn er gebaut wird, ist der
Anschluss Äpfingen/ Barabein, ca. 2 km nördlich, fast unbenutzt
(1700 Kfz/ 24 Std. statt 13000 in und aus Richtung Biberach, so offizielle
Zahlen der Stadtverwaltung Biberach).
- Es gibt eine Lösung ohne Aufstieg
im Risstal, die das bestehende Straßennetz und den Anschluss Barabein/
Äpfingen nutzt. Diese Lösung galt vor 2 Jahren als die wahrscheinliche
und akzeptierte, weil sie halb so teuer ist, die Natur weitgehend schont
und annähernd dasselbe leistet, nämlich die Entlastung Warthausens
und zum großen Teil Biberachs.
- Die Hauptentlastung Biberachs kommt durch
die Nordwestumfahrung zustande, die ohne den "Aufstieg" gebaut
werden kann. Die Zwangsverknüpfung der NWU mit der Ortsumfahrung
Warthausen und dem "Aufstieg" nach Mettenberg (die "Gesamtlösung",
"das Netz") ist ein erzwungenes "Verhandlungsergebnis".
Das Stuttgarter Verkehrsministerium, unterstützt von verschiedenen
Interessenten, u.a. Landrat Schneider und Regierungspräsident Wicker,
hat die Biberacher Stadtverwaltung gezwungen: Die NWU darf nur in einer
"Gesamtlösung" gebaut werden.
- Wenn die Stadt Biberach angibt, der Aufstieg
nach Mettenberg werde von über 20 000 Kfz/ 24 Std. genutzt werden,
so ist diese Zahl viel zu hoch gegriffen. Das Bundesverkehrsministerium
geht in einem Zwischenbericht zum Bundesverkehrsswegeplan 2003 vom Mai
2002 von weniger als der Hälfte aus. Eine Erklärung für
die Angabe der Biberacher Riesenzahl ist folgende: Die Zahlen werden
künstlich hoch angesetzt, damit der Aufstieg 4-spurig gebaut werden
kann – um so schlimmer für Mettenberg und die Landschaft und um
so teurer für den Steuerzahler! Eine weitere Erklärung: Die
hohe Zahl ist gewollt als Verkehr, der von der Autobahn A 8 Karlsruhe
– München verlagert oder zwischen Memmingen und Freiburg überhaupt
erst künstlich erzeugt wird und unnötigerweise durch Oberschwaben
fließt, auf den "ertüchtigten" Bundesstraßen
311 und 312. Das nennen die Antragsteller (Landrat Schneider, Regierungspräsident
Wicker, Verkehrsminister Müller in Stuttgart, in Biberach die Gemeinderats-CDU
und Werner Krug von der SPD u.a.) "Wirtschaftsförderung"
Oberschwabens. Landschaftszerstörung: Spielt keine Rolle. Klimaschäden:
Spielen keine Rolle. Flutkatastrophen finden nicht in Oberschwaben statt.
Schädigung Mettenbergs? Unwichtig. Zum Vergleich: Über die
Beibehaltung des Memminger Flugplatzes (unnötig, denn in Friedrichshafen
ist ein gut ausgebauter Flugplatz!) sagte Landrat Schneider: Keine Rücksicht
auf ein einzelnes Dorf ("Unsere Aufgabe ist es, die Vor-und Nachteile
eines Regionalflughafens im Hinblick auf die gesamte Region und nicht
im Hinblick auf einzelne Gemeinden zu beurteilen" INFO 12.2.03).
Genau das praktiziert er auch im Fall des Aufstiegs nach Mettenberg.
(Der Trick solcher gewieften Politiker besteht darin, die Bevölkerung
meinungsmäßig zu spalten, damit sie auf diese Weise die Schwächeren
niedermachen und ihre Projekte mit einer "Mehrheit", die mit
Versprechungen verführt wird und selbst nicht von den Nachteilen
betroffen ist, durchsetzen können).
- Die Stadt Biberach kommt ohne
die "Gesamtlösung" aus. Das sagte auch vor nicht
einmal einem Jahr Stadtrat Werner Krug (SPD). Er beklagte den
"unverhältnismäßigen (!) Naturverbrauch"
und stellte fest, "dass die Entlastung der Weststadt vom
durchgangsverkehr teilweise auf dem Rücken Mettenbergs
ausgetragen wird". Und er tat damals so, als fühle
er sich entsetzlich eingeengt durch die "Gesamtlösung"
("... in unserer Entscheidung stark eingeschränkt,
um es vorsichtig auszudrücken"). Er ist inzwischen
umgefallen und hat sich für den Ausbau einer Ost-West-Achse
Memmingen – Freiburg ausgesprochen.
- Ein anderes Mitglied der SPD-Gemeinderatsfraktion,
Lutz Keil, hat sich für den "Aufstieg" ausgesprochen,
um zu verhindern, dass eine Umgehungsstraße der B 312
durch das Wolfental geplant wird. Dabei ist diese Planung, obwohl
sie für eine fernere Zukunft vom Gemeinderat betrieben
wird, überhaupt nicht planungsreif. Diese "Südumgehung"
durchs Wolfental steht nicht in der Vorschlagsliste des Landes
Baden-Württemberg für den neuen Bundesverkehrswegeplan
vom Februar 2003.
- 80 % Verkehr nach Biberach sind
Ziel- und Quellverkehr. Der Aufstieg nach Mettenberg ist ungeeignet,
Biberach davon zu entlasten. Mit oder ohne Aufstieg – Birkendorf
bekommt durch die Nordwestumfahrung mehr Verkehr. Kein Mensch
wird von "Aspach" über Mettenberg und die B 30
nach "Biberach Süd" fahren (Umweg übers
Jordanei: etwa 10 km). Der Verkehr "fährt nicht von
der NWU an die Wand", wie Biberacher CDU (Herr Abele, Herr
Wiest) behauptet. Er verteilt sich nach Norden und Süden.
Allein in Richtung Barabein (auf neuer, für Herrlishöfen
verträglicher Trasse) fahren viele Autos in Richtung Ulm,
die eigentlich die B 311 Sigmaringen – Ulm nutzen sollen. Der
Ausbau der B 311 ist geplant.
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Protest im Gemeinderat:
Die Sitzung vom 24. Februiar 2003. Vorne links Biberachs SZ-Chef
Hartmut Bigalke.
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- Es ist richtig, dass der Fernverkehr,
der sich in und aus Richtung Riedlingen (B 312) heute durch die Innenstadt
quält, nach dem Bau der Nordwestumfahrung teilweise an Birkendorf
vorbei fahren wird. Daran wird aber der "Aufstieg" nach Mettenberg
kaum etwas ändern.
- Die behauptete Entlastung Mettenbergs
durch ein Verlängerungsstück vom beantragten B-30-Anschluss
bei Mettenberg zur L 280 in Richtung Laupertshausen und Schwendi ist
sehr unwahrscheinlich. Wahrscheinlich ist aber, dass Mettenberg mehr
Verkehr im Ort bekommt, wenn durch Mettenberg hindurch Verkehr zum Anschluss
an der B 30 fließt.
- Die Eingriffe in die Natur nördlich
von Mettenberg durch den "Aufstieg" wären gigantisch.
Sie sind nicht zu rechtfertigen, weder wirtschaftlich noch ökologisch.
Alles Nötige leistet der Anschluss Äpfingen/ Barabein.
- Alle diese Gesichtspunkte müssen
bei der Gemeinderats-abstimmung am 24.2.03 berücksichtigt werden.
- Der Mettenberger Ortschaftsrat hat im
Juni des letzten Jahres die "Gesamtlösung" einstimmig
abgelehnt. Die Mettenberger Vertreter im "Vermittlungsausschuss"
haben im Februar 2003 diese Haltung bekräftigt: Die Mettenberger,
vertreten durch den Ortschaftsrat, wollen den Aufstieg nach Mettenberg
nicht. Er ist unnötig und schädlich.
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Wie kommt es,
dass seit einem Jahr ein wahres Trommelfeuer geschossen wird für
die Nordwestumfahrung und den Aufstieg? |
In diesem Jahr (2003) wird der "Bundesverkehrswegeplan"
(BVWP) neu ausgearbeitet und vom Bundestag beschlossen. Der BVWP ist ein
Gesetzeswerk, in dem für alle Verkehrsmittel, die der Bundesregierung
"gehören", festgelegt ist, was die Bundesregierung etwa
in den kommenden 10 bis 15 Jahren an Geld ausgeben darf für Neubau,
Ausbau und Erhaltung (Straßen, Eisenbahn, Wasserwege).
Sozusagen jeder, der einen Wunsch hat, also
die Gemeinden, Landkreise, Bundesländer, kann ihn zur Aufnahme in
den BVWP anmelden
Das Land Baden-Württemberg hat die
Parole ausgegeben: "Möglichst viel anmelden. Vielleicht steigert
das den Anteil, den wir bekommen." Genau diese Aufforderung hat auch
Landrat Schneider im Biberacher Kreistag ausgegeben und die Bürgermeister
und Kreistagsabgeordneten aufgerufen, möglichst viele Straßenprojekte
zu nennen, die sie gebaut haben wollen (er hat nicht dazu gesagt: Projekte,
die besonders dringend sind und deren Dringlichkeit begründet werden
kann).
Hinter vielen Projekten stehen nicht nur
die Bürgermeister, sondern (auch) die Wirtschaftsverbände (z.B.
die IHK Ulm, der Regionalverband Donau/ Iller usw.). Alle diese Interessenten
reden seit Jahren vom "Verkehrsschatten", in dem Oberschwaben
angeblich liege. Und sie wollen eine südliche Ost-West-Landesachse
von Memmingen nach Freiburg bauen, um die Wirtschaft zu fördern.
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Eines
von mehreren Protestschildern auf der Höhe.
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Bereits
jetzt vor Mettenbergs Haustür: die B 30.
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Straßen als Treibmittel für
die Wirtschaft in einem der Bundesländer, das in der Wirtschaftskraft
eine Spitzenstellung in Deutschland einnimmt. Der Verkehr, insbesondere
die Lkw, soll von der A 8 München – Karlsruhe teilweise nach Süden
verlagert werden. Da eine neue Autobahn keine Aussicht hat, in den nächsten
Jahrzehnten gebaut zu werden, heißt jetzt das Ziel: entlang den
Bundesstraßen 311 und 312 (Memmingen/ Ulm – Donaueschingen – Freiburg)
möglichst viele Ortsumgehungen zu bauen, damit der Lkw-Verkehr ungehindert
fließen kann.
In dieses Konzept gehört erstens die
Biberacher Nordwestumfahrung als Verbindung zwischen der B 312 (Biberach
- Riedlingen) und der "alten B 30" (L 267 oder "langer
Kilometer", vorbei am Gewerbegebiet "Aspach"), zweitens
die Ortsumgehung Warthausen und drittens die "Querspange Warthausen",
die jetzt als "Aufstieg nach Mettenberg" zur B 30 beantragt
wird zur Aufnahme in den neuen Bundesverkehrs-wegeplan.
Der Trick des Biberacher Landrats, des Tübinger
Regierungspräsidenten Wicker, der Stuttgarter Landesregierung (Verkehrsministerium)
besteht nun darin, alle drei Straßenprojekte zu einer "Gesamtlösung"
zusammenzufassen und festzulegen: Aus diesem Paket darf kein einzelnes
Stück herausgenommen werden. Es gibt nur "alles oder nichts"
(so die Schlagzeile in der "Schwäbischen Zeitung" nach
der Mettenberger Bürgerversammlung im letzten Jahr). Es kommt sogar
noch ein Stück hinzu, nämlich eine Verlängerung vom "Mettenberger
Kreuz" zur L 280 nach Laupertshausen (soll vom Land Baden-Württemberg
gebaut werden). Auch große Teile des Biberacher Gemeinderats und
die Stadtverwaltung stützen diese "Gesamtlösung",
behaupten allerdings, der Zwang werde "von oben" ausgeübt.
Das ist bequem, so können sie sich verstecken und müssen
keine Verantwortung übernehmen. Sie können den Mettenbergern
sagen: "Pech gehabt. Wir können nichts machen. Wenn wir die
(dringend notwendige) Nordwestumfahrung haben wollen, müssen wir
den "Aufstieg nach Mettenberg" in Kauf nehmen." Manche
tun so, als wollten sie das nicht. Aber sie wollen. Das ist die Unehrlichkeit
der Biberacher Antragsteller. Und sie werfen dem Bundestagsabgeordneten
Matthias Weisheit (SPD) vor, diese Unehrlichkeit oder besser gesagt: die
Wahrheit aufgedeckt zu haben: "Schuld sind übergeordnete Interessen"
(so die Schlagzeile in der "Schwäbischen Zeitung").
ABER: Der Aufstieg nach Mettenberg
ist überflüssig, darf also auch gar nicht in den Bundesverkehrswegeplan
aufgenommen werden. Denn:
Wenn die "Querspange Warthausen"
(Verbindung B 465 – B 30) als "Aufstieg nach Mettenberg" realisiert
wird, ist der heutebestehende B-30-Anschluss bei Barabein/ Äpfingen
überflüssig. Fast der gesamte Verkehr würde von dort weggezogen
nach Süden, nach Mettenberg.
DER GESAMTWIRTSCHAFTLICHE NUTZEN DES NEU
ZU BAUENDEN AUFSTIEGS WÄRE GERING, ABER ER WÄRE SEHR TEUER UND
FÜR DIE LANDSCHAFT UND DIE MENSCHEN IN METTENBERG BESONDERS SCHÄDLICH.
Schädlich wäre der Aufstieg auch für Oberhöfen – egal
wo er gebaut wird. Die Mettenberger wollen den "Aufstieg" nicht
nach Norden in Richtung Oberhöfen verschieben. Sie wollen, dass der
Aufstieg überhaupt nicht beantragt wird! Mettenberg und Oberhöfen
haben ein gemeinsames Interesse, den Aufstieg zu verhindern!
DA DER ANSCHLUSS BARABEIN/ ÄPFINGEN
NUR CA. 2 KM NÖRDLICH DES BEANTRAGTEN METTENBERGER KREUZES LIEGT,
WIRD DER VERKEHR NUR UM WENIGE KILOMETER VERLAGERT. Das ist nicht
im Sinne sparsamen Wirtschaftens, das auch für den Bundesverkehrswegeplan
gilt.
Deshalb waren auch bis vor 2 Jahren alle
an der Diskussion Beteiligten sich grundsätzlich einig, dass eine
Lösung im Risstal, die teilweise die bestehenden Straßen und
jedenfalls den Anschluss Barabein/ Äpfingen nutzt, die günstigste
und allgemein akzeptierte ist (Protokoll des Straßenbauamts Riedlingen
v. 15.2.01).
Diese Lösung im Risstal leistet nach
damaliger Auffassung (und auch heute und in Zukunft in Wirklichkeit) alles
Notwendige (Entlastung Warthausens, Herrlishöfens und, vor allem
durch die Nordwestumfahrung, die durchaus auch unabhängig von den
anderen Projekten gebaut werden kann, Biberachs), sie ist wesentlich schonender
für die Umwelt (z.B. muss keiner der kostbaren Risstalhänge
durchschnitten werden), und sie kostet wahrscheinlich weniger als die
Hälfte.
Die Versprechungen,
Mettenberg werde die bestmöglichen Lärmschutzmaßnahmen
bekommen helfen nicht weiter. Versprochen wird viel, gehalten
nichts. Das zeigt sich bereits seit 20 Jahren an der B 30. Anträge,
die erheblichen Schallimmissionen durch z.B. eine Schutzmauer
zu mildern, wurden abgelehnt.
Ein neuer Antrag für
den Fall, dass nach dem Bau des "Aufstiegs" der Lärm
noch zunimmt, sei, sagt das Straßenbauamt Riedlingen, ohne
Aussicht. Die Feststellung, dass der "Aufstieg" fast
auf der gesamten Länge in einen riesigen tiefen Graben liegen
würde, lenkt nur von der gigantischen Naturzerstörung
ab und berücksichtigt nicht, dass das Anschlusskreuz erhöht
und völlig offen nach Mettenberg liegen würde (Einfädelspuren,
Lärm durch Beschleunigung ...!).
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Tobel: Dramatik im Naherlungsbereich
bieten die steil aus dem Rißtal ansteigenden Tobel. Hier
könnte schon bald Verkehr fließen.
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| Wenige Tage nach der Gemeinderatssitzung
veröffentlichte die Bürgerinititative Mettenberg folgende
Presseerklärungen: |
Aufforderung an Werner Krug:
"Nehmen Sie das zurück!"
Presseerklärung der Bürgerinitiative Mettenberg
e.V.
Ist das verantwortungsvolle Kommunalpolitik? Die Bürgerinitiative
Mettenberg e.V. ist erstaunt über eine Äußerung des Gemeinderatsmitglieds
Werner Krug (SPD). Im Zusammenhang mit der völlig korrekten
Zusage von MdB Matthias Weisheit (SPD), sich für die Mettenberger
Ablehnung des "Aufstiegs" nach Mettenberg einzusetzen, sagte
Krug gegenüber der Presse, die Gegenwehr der Mettenberger
sei "typische Gartenzaunpolitik".
Es ist ungewöhnlich und unverständlich, dass ein Mitglied
des Gemeinderats Bürger eines Biberacher Teilorts und damit
auch den Ortschaftsrat, der bekanntlich die Bürgerinitiative
voll unterstützt und den "Aufstieg" einstimmig abgelehnt
hat, in dieser Art herabsetzt. Krug erweckt den Eindruck,
als sei ihm das Problem der Mettenberger, der "Aufstieg",
gleichgültig. Man könnte glauben, dass ihm die Argumente
ausgegangen sind und dass er sie durch einen persönlichen
Angriff ersetzt, mit dem er glaubt, das Ansehen der Bürgerinitiative
beschädigen zu können. Krugs Äußerung ist auch deswegen
befremdlich, weil er noch im Juni 2002 in der "Schwäbischen
Zeitung" erklärt hat, der Landschaftsverbrauch für den "Aufstieg"
sei "unverhältnismäßig hoch" und die Stadt Biberach benötige
ihn zur Entlastung der Innenstadt von Verkehr nicht.
Jetzt, nicht einmal ein Jahr später, lobt er die Straßenplanung
als Chance für das Entstehen einer Ost-West-Verkehrsachse
(noch am 15.6.02 in der SZ: Verkehrsentlastung, die "auf
dem Rücken Mettenberg ausgetragen" werde). Die Bürgerinitiative
hält diesen Sinneswandel für unverständlich und linkonsequent.
Die BI Mettenberg e.V. fordert Krug auf, seine herabsetzende
Äußerung so öffentlich zurückzunehmen, wie er sie getan
hat.
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Noch eine Presseerklärung der Bürgerinitiative
Mettenberg
zur Richtigstellung "Gartenzaunpolitik" ist nun
nicht mehr ehrenrührig, interpretiert sich Werner Krug (SPD-Gemeinderat)
selbst neu (SZ
28.2.03). Aber er wirft sie der Bürgerinitiative Mettenberg
weiterhin vor. Er fügt sogar den Vorwurf des engen Blicks hinzu
("nicht einmal bis zum westlichen Rand des Rißtals"), versucht
also weiterhin auf Stammtischniveau, BI Mettenberg und Ortschaftsrat
Mettenberg im Ansehen herabzusetzen. Krug irrt aber. Die BI Mettenberg
hat 1995 gegen die ganze Nordwestumfahrung protestiert. Sie hat
davon nichts zurückgenommen. Und wenn denn die Biberacher die
"ökologische Katastrophe" (so Krug) am Westhang des Rißtals ertragen
wollen - wenigstens kann eine gewisse Entlastung der Innenstadt
(Riedlinger Straße usw.) von dem, der will, angeführt werden.
Für den Mettenberger Aufstieg gilt das nicht. Dazu es gibt noch
die bekannte Alternative ohne Aufstieg. Es ist falsch zu behaupten,
wir würden die NWU kritiklos hinnehmen. Wir wollen sie nicht und
wollten sie nie und haben das gesagt.
Der westliche Risstalhang wird von der Nordwestumfahrung
zerstört werden. Ist das für Krug ein Grund, diese Katastrophe
bei Mettenberg zu wiederholen? So klingt seine absurde Argumentation.
Er könnte sagen: Beide Hänge müssen geschont werden. Wir wären
einverstanden. Einen zwingenden Zusammenhang zwischen den Ortsumfahrungen
Ochsenhausen und Ringschnait, wie Krug ihn formuliert, gibt es
nicht. Er informiert die Bürger falsch. Zwei Auffassungen stehen
sich gegenüber: 1. Es lohne sich, um der Wirtschaft willen (für
"viel mehr Optionen"), sehr hohe ökologische und menschliche Opfer
zu bringen. Straßen zu bauen sei trotz der Gefahr größter Folgeschäden
weitsichtig (Krug). 2. Die Opfer seien für alle zu hoch (BI Mettenberg).
Wenigstens hat Krug jetzt endlich seinen Schlingerkurs um die
Ost-West-Achse klar beendet und sich für sie - mit allen katastrophalen
Folgen - entschieden.
Den "Meinungsaustausch über die SZ" hat am 13. Februar
Werner Krug gewählt, nicht wir. Einen persönlichen Brief der BI
hatte er am 27.2. morgens im Briefkasten. Die BI vertritt naturgemäß
nicht "ganz Mettenberg", aber Krug weiß, was 450 Protestunterschriften
von ca. 500 Wahlberechtigten (1995) und zwei stark besuchte Bürgerversammlungen
(1995 und 2002) mit einmütigen Protesten und ein einstimmiges
Nein des Ortschaftsrats bedeuten.
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