Unsere Tipps zum Thema Filmbücher

B.I.F.F.-Lektüre

Mit nebenstehendem Logo startete das B.I.F.F. 2004 ein zweites Filmfestival in Biberach neben dem "Filmfest Biberach". Im Jahre 2005 gab es auf dem Biberacher Independent Film Festival ein "Filmbuch Café", in dem sich Festivalgäste und Filmemacher über relevante Neuerscheinungen auf dem Markt der Filmbücher informieren konnten. Unten sehen Sie einige unserer Rezensionen zu neueren Titeln zum Thema Film.

Die Einreichungskategorien für das B.I.F.F. 2005 waren:
I Transformat Ob analog zu digital, ob männlich zu weiblich, Schwerter zu Pflugscharen, Langfilm zu Kurzfilm – diese Sektion handelt von Veränderungen und Umformungen.
II: Rückschläge Die Zeiten werden härter. Träume erfüllen sich nicht mehr. Sozialer Abstieg. Oder das Zurückschlagen. Gegen die Globalisierung und so.
III: Jenseits von Deutschland Was tut sich in der Dokumentar-, Experimental- und Kurzfilmszene außerhalb von Deutschland ? In Afrika oder Asien etwa. Und was sehen deutsche Filmemacher in der Fremde?
IV: Blutsverwandschaften Gewalt in der Familie und außerhalb. Gewünscht oder aufgezwungen. Beziehungen zwischen Tätern und Opfern.
V: Camp! Lagerleben medial. Wie weit verkommt die Medienunterhaltung noch? Und wo und wie wird Camp zu Kult?


Mathilde - eine große Liebe

Jean-Pierre Jeunet ("Delicatessen") ist der Regisseur des neuen Films mit Audrey Tatou (Die fabelhafte Welt der Amélie"), der am 27. Januar in die Kinos kommt. Der Roman aus dem Jahre 1991 von Sébastien Japrisot, der die Grundlage bildet, ist jetzt unter dem Titel "Mathilde - Eine große Liebe" neu beim Aufbau Taschenbuch Verlag erschienen. Der Originaltitel des Romans UN LONG DIMANCHE DE FIANÇAILLES.

Ein großer französischer Roman über die Liebe in den Zeiten des Krieges.

Sieben Sommer lang sucht die junge Mathilde Donnay ihren im Krieg zum Tode verurteilten und seitdem verschollenen Geliebten. Zart, zerbrechlich, aber zugleich auch mit kriminalistischem Verstand begabt, macht sie sich auf in ein Labyrinth von Wissen und Verleugnung, in dem einzig ein Foto und ein paar verschlüsselte Briefe ihr roter Faden sind.


Was haben die Filme Star Wars, Der Weiße Hai, Der Exorzist, Nosferatu – Phantom der Nacht und Der Pate gemeinsam? Es sind alles Filme aus den 70er Jahren, meist riesige Kassenschlager.

 


Das Jahrzehnt der Blockbuster

Die 70er wurden zum Jahrzehnt der Blockbuster. Das im Taschen Verlag erschienene Buch „Filme der 70er“ stellt 140 Filme der Dekade vor. Von Skandalfilmen wie „Der letzte Tango in Paris“ und „Im Reich der Sinne“ bis zu Kultfilmen wie „Rocky Horror Picture Show“ oder „Harold und Maude“. Jedem Film sind mindestens vier Seiten gewidmet. Sie enthalten eine Synopsis, die wichtigsten Angaben zu Buch, Regie, Kamera, Produktin und den Darstellern mit ihren Rollen sowie Kritikerstimmen und weitere Informationen über Regisseure und Schauspieler. Am Ende des Buches finden sich ausführliche Register über die erwähnten Personen und - zweisprachig sortiert - die Filmtitel. Dies ist jetzt schon der vierte Band bei Taschen, der sich einem Filmjahrzehnt widmet. Von den 60ern bis zu den 90ern ist nun alles abgedeckt.
Die über 700 Seiten dieses Bandes durchzublättern macht jemandem, der die Filme noch in ihrem Entstehungsjahr gesehen hat, wegen des üppigen Bildmaterials größtes Wiedersehensvergnügen. Für Filmhistoriker gibt es wieder eine ausführliche Einführung in das Jahrzehnt und auch Fans von Trivia kommen auf ihre Kosten. Empfehlenswert!


Filme der 70er
Prof. Dr. Jürgen Müller
Flexi-cover, 196 x 249 mm, 736 Seiten
3-8228-2190-X
Taschen Verlag

Harte, bizarre Welt: Pornoland

„Der durchschnittliche Amerikaner ohne Eigenheim gibt mehr Geld für Pornos aus als für die Miete.“ Der Satz stimmt natürlich nicht, aber ist die folgende Tatsache weniger bizarr?: „Die Amerikaner geben mehr für Stripteaseclubs aus als für Theater, Oper, Ballett, Jazz und klassische Musik zusammen“. Martin Amis' Text „Ein hartes Geschäft“ über die Pornofilmbranche in den USA steckt voller Überraschungen. Er bildet den Mittelteil in dem Fotoband „Pornoland“, der Fotos von Stefano de Luigi präsentiert, die sämtlich an Sets von Pornofilmdreharbeiten entstanden. In Budapest, Tokio, Dortmund, Berlin und Los Angeles. Es sind – natürlich! – keine Standphotos der Filme, vielmehr Impressionen vom Rande des Geschehens, manchmal bizarr, manchmal skurril in ihrer alltäglichen Unbefangenheit, mitunter melancholische Momente in einem Geschäft, das Menschen, Gesichter und Körper gnadenlos rasant verbraucht.

"Pussies are bullshit", so der Porno-König und Gonzo-Erfinder John Stagliano. Wer nur die übliche Sex-Nummer bietet, kommt bei ihm nicht mehr vor die Kamera. Immer roher, animalischer, analer wird die Pornofilm-Welt, und obwohl keiner zugeben mag, dass er dieses "Zeug" ansieht oder gar kauft, boomt die Branche.

Frisches, nacktes Fleisch gibt es in Pornoland oft zu sehen, aber Erotik und Humor dringen in diese Welt nicht ein. Ironisch unterlaufen de Luigis Fotografien aus Tokyo, Los Angeles, Budapest, Dortmund und anderen Drehorten die Erwartungen von einem Sexparadies. Was steckt in Wahrheit dahinter? Geschlechtskrankheiten, HIV, Unlust, Kälte und Emotionslosigkeit.

Ein desillusionierender, großer Bildband aus dem Knesebeck Verlag über das harte Leben im Hollywood der Lustfabriken.


Stefano de Luigi
Martin Amis
Pornoland

Im Hollywood der Lustfabriken
Geb., 23 x 29 cm, 112 S.
Mit 60 Abbildungen
Preis 24,90 €
ISBN 3-89660-217-9


PETER KORDT
ICH SEH DIR IN DIE AUGEN, KLEINES

Das große Buch der Filmzitate
Die besten Dialoge aus mehr als 2000 Filmen


Aktualisierte und erweiterte Neuausgabe im Taschenbuch
976 Seiten, 14,90 EUR
ISBN 3-89602-540-6

Mehr zum Buch beim Klick aufs Cover.


Cineastischer Zitatenschatz - mit Lücken

»Houston - wir haben ein Problem!«: Tom Hanks Worte aus dem amerikanischen Spielfilm Apollo 13 sind längst in unsere alltägliche Umgangssprache eingeflossen. Oft zitieren wir aus Filmen, lassen uns von Leinwand-Dialogen inspirieren und machen uns die Ideen von Drehbuchautoren und Filmemachern zunutze - mitunter ohne es zu wissen.
Für alle, die erfahren wollen, aus welchen Filmen sie täglich zitieren oder aber für diejenigen, die ihren Wortschatz erweitern möchten, gibt es jetzt die erweiterte Neu-ausgabe von: »Ich seh Dir in die Augen, Kleines«.
Auf über 900 Seiten versammelt der Autor Peter Kordt überzeugende, humorvolle
aber auch hintergründige und tiefsinnige Zitate aus mehr als 2000 Filmen. Die Auswahl ist das Ergebnis einer sechsjährigen Recherchearbeit, bei der Peter Kordt über 3000 (!!) Filme gesichtet hat. In diesem umfangreichen Nachschlagewerk dokumentiert er die besten, witzigsten, schrägsten und coolsten Leinwand-Dialoge.
Von Ben Hur bis zum Weißen Hai, von Rebecca bis zum Fluch der Karibik. Umfassender geht's kaum und das quer durch alle Genres vom Western bis zum Horrorfilm und vom beinharten Drama bis zur romantischen Komödie. Da dürfte kaum ein Zitat fehlen, nach dem man sucht. Zu jedem Film sind Herkunftsland, Jahr der Uraufführung, Produktions- und Verleihfirmen, Regisseure, Drehbuchautoren und Autoren eventueller Vorlagen angegeben.
Manko allerdings: Deutsche Filme fehlen. Schade.


"Filmszene D" - Nachschlagen lohnt sich

Manfred Hobsch, Klaus Rathje und Ralf Krämer stellen 250 Schauspieler und Regisseure in Einzelporträts vor. Wann hatten sie den ersten Auftritt im Kino oder Fernsehen? Mit welchem Film haben sie ihr Talent nachdrücklich unter Beweis gestellt? Woran arbeiten sie aktuell?
»Filmszene D« gibt die Antworten. In Kurzbiografien charakterisieren die Autoren Newcomer, Stars und Regisseure. Auch Fernsehfilme sind verzeichnet, so dass das Lexikon die gesamte Bandbreite der deutschen Spielfilmproduktion widerspiegelt. Ergänzt werden die jeweiligen Einträge mit der entsprechenden Filmografie und den Schauspieler-Agenturen. "Die fetten Jahre sind vorbei" ist zwar nicht mehr mit drin, aber sonst ist das Buch recht aktuell: Hirschbiegels "Der Untergang" ist zumindest als Vorhaben erwähnt.
Das Buch liefert reichlich Informationen zu Franka Potente, Daniel Brühl, Michael Bully Herbig, Detlev W. Buck etc.etc. Wohlgemerkt: Es geht um die jungen Stars von Film und TV. Andere findet man in Heinzlmeier, Adolf / Schulz, Berndt : Das Lexikon der deutschen Filmstars ebenfalls bei Schwarzkopf erschienen, das wir hier schon besprochen haben (s. unten). Man muss schon wissen, nach wem man sucht; ein Register der erwähnten Filmtitel oder Querverweise wären sicher hilfreich gewesen, aber hätten wohl den Rahmen gesprengt.

Für Biberacher, die sich alljährlich auf das hiesige Filmfest Biberach mit (fast) ausschließlich deutschen Filmen dürfte sich dieses Buch besonders lohnen, um mehr über die anwesenden Regisseure und Schauspieler zu erfahren. Kleiner Wermutstropfen: Unser regional hero Douglas Wolfsperger fehlt - und der wäre doch zu den Jungen zu zählen. Zu den Preisgekrönten obendrein. Mehr zum Buch beim Klick aufs Cover.

Filmszene D
Die 250 wichtigsten jungen deutschen Stars aus Kino und TV.
von Manfred Hobsch, Klaus Rathje, Ralf Krämer
490 S.
€ 14,90
Schwarzkopf & Schwarzkopf


Edgar Rai
Die fetten Jahre sind vorbei
Nach dem Film von Hans Weingartner Broschur,
216 Seiten,
Mit 16 Filmfotos
Aufbau Taschenbuch Verlag
3-7466-2094-5, 7,50 €

Die fetten Jahre kommen wieder - Der Roman zum Drehbuch zum Film

Anfang November war "Die fetten Jahre sind vorbei" beim Filmfest Biberach zu sehen. Und jetzt kommt der Film - in Cannes bejubelt, wenn auch nicht prämiert - in die Kinos - und in die Buchhandlungen.

Jetzt gibt es den Roman, der auf dem Drehbuch basiert. Ds könnte sich als lohnen für die, die das unten angezeigte Buch von Syd Field über das Schreiben von Drehbüchern gelesen haben, als Anregung dafür, wie man dann die Zweitverwertung des Stoffes anlegen kann.

Romanstoff ist das auf jeden Fall: Die Unterschiede zwischen Arm und Reich sind allgegenwärtig. Doch wie soll man diese Ungerechtigkeit bekämpfen? Die Freunde Jan und Peter haben ihren eigenen Weg gefunden. Nachts durchstreifen sie die Villenviertel und stören mit subversiven Aktionen die Hochsicherheitszonen der Reichen und wollen so die »Bonzen« mit ihren ganz individuellen Erziehungsmethoden zu Zweifel und Einsicht bringen: Die fetten Jahre sind vorbei.

Alles geht gut, bis sich Jan und Jule, Peters Freundin, ineinander verlieben. Bei einem spontanen nächtlichen Streifzug der beiden überrascht sie der Hauseigentümer auf frischer Tat. Nun werden Weltverbesserer zu Kidnappern, die sich ihren Gefühlen und Idealen stellen müssen ...

Weitere Infos beim Klick aufs Cover.

 


Gerhard Schult:
Fernseh-Journalismus

Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis
487 Seiten, Kartoniert
Euro 26.00
ISBN: 3-471-78748-8

Nicht nur für Neulinge: "Fernsehjournalismus" und "Drehbuchschreiben"

Wer praxisnahe Handbücher zu journalistischen Themen sucht, wird in der Reihe Journalistische Praxis des List Verlages immer wieder fündig. "Fernsehjournalismus" ist eine ebenso verständliche wie umfassende Einführung in das Thema.

Die Kapitel heißen u.a. "Bild, Ton,. Text", "Darstellungs- und Sendeformen", "Einen Fernsehbeitrag planen" oder "Studioproduktion und Außenübertragung". Behandelt werden auch Fragen wie: Wie kommt man als Journalist zum Fernsehen? Welche Voraussetzungen gibt es für Volontariat und Praktikum? Wie sind die Startchancen bei ARD, ZDF und den Privaten?

Erfahrene TV-Profis geben Ratschläge für den ersten eigenen Beitrag, erläutern die Arbeitsmethoden im Fernsehen und erklären, was der Journalist von der Fernsehtechnik wissen muss. Anleitungen für die praktische Umsetzung helfen, schnell in die fernsehjournalistische Praxis einzusteigen. Zeichnungen von Kameraeinstellungen und Storyboards veranschaulichen die Beispiele.

Aus der gleichen Reihe stammt "Drehbuchschreiben für Fernsehen und Film", der Klassiker zum Thema mit Tipps, Übungen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Bereits in zweiter Auflage ist er bei Ullstein als leicht erschwingliches Taschenbuch erschienen.

Syd Field, Andreas Meyer
Drehbuchschreiben für Fernsehen und Film

Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis
256 Seiten
Euro 9.95
ISBN: 3-548-36473-X

Herausgeber: Bernd Kiefer
und Marcus Stiglegger
Pop und Kino

288 Seiten, mit Abb.
Paperback
14,90 EUR
ISBN 3-936497-06-0

 

Lohnend: Pop & Kino

Es war Zeit für dieses Buch. Pop Musik und Pop Kultur zogen spätestens mit Elvis in die Filme ein und was sich in den fünfzig Jahren seither getan hat, ist überaus vielfältig. Da gab es Auftritte von Popstars wie Mick Jagger oder David Bowie – keineswegs nur in Rollen, die ihrem Hauptberuf nahe waren. Bob Dylan führte Regie und Rap wurde vom Thema schwarzer HipHop-Filme zu einem großen Erfolg in Eminems „8 Mile“.

Dieses Buch sammelt in 21 lohnenden Aufsätzen, was es zum Thema zu sagen gibt. Martin Büsser etwa verfasste „Historischer Bruch oder doch nur Rock ‚n’ Roll Schwindel? Punk und seine Wirkung auf den Film“. Andreas Rauscher ist mit dem Aufsatz „Von der Bronx in die 8 Mile. Hip-Hop at the Movies“ vertreten. Es gibt Aufsätze zu Rockmusik und Roadmovies,zu Elvis, Batman, Madonna und Science-Fiction.


Die Herausgeber Bernd Kiefer und Marcus Stiglegger sind Filmwissenschaftler an der Universität Mainz und haben Popexperten wie Georg Seeßlen, Diedrich Diederichsen, Jan Distelmeyer, Martin Büsser u.a. eingeladen, an diesem bisher einzigen Buch zum Thema in deutscher Sprache mitzuarbeiten. Ein Register der Filmtitel hätte das Buch noch etwas abrunden können. Es fehlt. Fazit aber:

Die Lektüre lohnt sich. Mehr zum Buch beim Klick aufs Cover.

Von »Airport« bis »Titanic«, von »Erdbeben« bis »Twister«
und von »Flammendes Inferno« bis »Outbreak – Lautlose Killer«

776 Seiten, XXL-Lexikon im Großformat, über 450 Abbildungen
29,90 EUR, ISBN 3-89602-474-4
Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin

 

DAS GROSSE LEXIKON DER KATASTROPHENFILME. Lexika sind eigentlich als Nachschlagewerke gedacht. Aber für den Filmfan ist dieses Buch viel mehr. Man kann mit ihm noch einmal die Filme nacherleben, die sich so dramatisch ins Gedächtnis eingeprägt haben. Und natürlich auch mit Genugtuung lesen, warum man um manchen billigen Abklatsch (wie die Nachfolger von "Jaws") zu Recht einen großen Bogen gemacht hat. Der Begriff "Katastrophenfilm" ist hier (glücklicherweise) weit gefasst. Und man findet auf den fast 800 Seiten die großen Klassiker ebenso wie den oft kultigen Trash mit ausführlichen Angaben versehen. Das Buch ist zudem üppig mit Standfotos und Filmplakaten illustriert. Eine 13seitige Einleitung führt in das Thema ein. Register der Regisseure und ihrer Filme sowie der Originaltitel runden die Sache zusammen mit einer Bibliographie ab. Fazit: ein schönes Filmbuch und für den Katastrophenfilmfan ein Muss für das Bücherregal. Mehr zum Buch beim Klick aufs Cover. Hier ein Auszug aus der Einleitung:

Katastrophenfilme der neunziger Jahre

In den neunziger Jahren rollte eine weitere Welle von Filmen ins Kino, in denen sich die wesentlichen Bestandteile der frühen Science-Fiction-Filme aus den fünfziger Jahren und der Katastrophenfilme aus den siebziger Jahren miteinander vereinen. Wesen von anderen Planeten sind wieder aktuell, doch die Außerirdischen der neunziger Jahre sind von anderem Kaliber: Die Angst vor Kommunisten hat sich erledigt, auch die Technik gibt kein Feindbild mehr her, jetzt beherrscht die Furcht vor Umweltschäden die Filmsujets. Co-Autor und Produzent Dean Devlin erklärte dies für »Independence Day« so: »Wir haben die Außerirdischen wie eine Naturgewalt behandelt. Sie sind weder gut noch böse. Sie tauchen auf, übernehmen die Herrschaft, zerstören und ziehen weiter.«
Was die Katastrophenfilme der neunziger von denen der siebziger Jahre unterscheidet, ist vor allem die noch ausführlichere Zurschaustellung von Visual Effects: Lavaströme, Erdbeben, Flutwellen und Tornados sind am Computer errechnete Bilder, denn was man in den neunziger Jahren stolz zu präsentieren weiß, war in den siebziger Jahren so kaum darstellbar und wurde stattdessen metaphorisch umkreist. Die Katastrophen erreichen globales Ausmaß (Deep Impact), Höhepunkt der Millennium-Fantasie ist schließlich das Ende der Welt, das Gottesgericht. Vulkanausbrüche, Kometen, Wirbelstürme, Schiffsuntergänge, Außerirdische, die drohende Virenkatastrophe aus Terry Gilliams »Twelve Monkeys« (1996) oder kollidierende Meteoriten wie in »Armageddon« (1998) zeugen von einer Lust am Untergang in Form von apokalyptischen Szenarien kurz vor der Jahrtausendwende. (...)
Die bemerkenswerte Renaissance von Endzeitfilmen drückt eine wichtige Strömung des Zeitgeistes aus und spiegelt eine grundlegende Befindlichkeit der Menschen am Ende des 20. Jahrhunderts wider. Katastrophenfilme wie »Twister« (1996), »Independence Day« (1995) oder »Godzilla« (1998) zeigen den ewigen Kampf zwischen Mensch und höheren Gewalten. Die Bedrohung kommt schicksalhaft und von außen, von der Natur oder dem Fremden, bei der die Menschen in eine Opferrolle versetzt werden. Eine Reflexion über den massiven menschlichen Eingriff in Ökosysteme bis zu deren Zerstörung findet allerdings nicht statt. Lediglich postapokalyptische Filme behandeln dies, indem sie das Leben in einer – meist von Atomwaffen – zerstörten Welt aufzeigen.
Eine seit »Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben« (1963) sehr populäre Begründung der Atomkatastrophe ist die Vorstellung, dass der Atomkrieg aus Versehen beginnt: In »Briefe eines Toten« (1986) erfährt man im Verlauf des Filmes über den Dialog, dass der Atomkrieg begann, als ein Computerfehler von dem wachhabenden Offizier um Sekunden zu spät widerrufen wurde, weil er seine Kaffeepause überzogen hatte. Die Katastrophe in »Im Zeichen des Kreuzes« (1983) resultiert aus einem Autounfall zwischen einem Flüssiggastransporter und einem Lastwagen, der radioaktives Material geladen hat. Keine genaue Erklärung für das Unglück gibt es in »Malevil« (1980). Und bei den Danach-Episoden von »Der letzte Kampf« (1982) oder »Riffs III – Die Ratten von Manhattan« (1984) wird nur beiläufig an einzelnen Dialogstellen erwähnt, dass es einen Atomkrieg gegeben hat, während »Das letzte Testament« (1983) zwar ganz kurz das nukleare Inferno zeigt, aber überhaupt nicht über mögliche Ursachen spekuliert.
Grundsätzlich thematisieren filmische Apokalypsen tief greifende, nicht verdrängbare Einschnitte in Biografien. Solche Krisensituationen provozieren und fordern den Einzelnen heraus, nur konkrete Handlungen führen am Ende zur Erlösung und ermöglichen den Beginn einer neuen Welt. Gemeinsam ist den Filmen die Infragestellung der Gegenwart anhand von (Unglücks-) Szenarien der nahen Zukunft. Die Filmemacher stellen durch ihre Visionen eine mögliche Zukunft zur Disposition und enthüllen einen verborgenen Teil der realen Gegenwart. »Mit der apokalyptischen Vision der Religionsgeschichte verbindet die Millenniumswelle der Katastrophenfilme vor allem das ikonologische Zeichenvokabular des Untergangs«, meinte Josef Lederle in der Zeitschrift Filmdienst: »Sterne, die vom Himmel fallen (»Armageddon«, »Deep Impact«, beide 1998), der Boden, der sich auftut (»Dante’s Peak«, 1996), feindliche Außerirdische (»Independence Day«, 1995) und entfesselte Naturmächte (»Twister«, 1996) rekurrieren derzeit zwar nicht auf den Menschen als Urheber des Untergangs (wie noch 1983 Nicholas Meyer in »The Day After«), fügen sich aber ungeachtet ihres spektakulären Event-Charakters dennoch zumindest partiell in die Perspektive eines jüngsten Gerichts, das die verborgensten Regungen nach außen kehrt.« (...)


James Hoberman
Mitternachtskino

Die Kultfilme der 60er- und 70er-Jahre
Nachwort von Olaf Möller
319 Seiten,
EUR 25.90
ISBN 3-85445-158-X

Zeitlos Kult: Mitternachtsfilme

Ach, bei diesem Buch werden Erinnerungen wach: Der Gang nach Hause durchs spätnächtliche Paris nach dem Anschauen von "Eraserhead", die immer noch schwüle Hitze in Austin, Texas als ich das Kino nach "RHPS" wieder verließ, die partyhaften Filmsessions in Tübingen während des Studiums....

OK, das Mitternachtskino ist etwas aus der Mode gekommen. Die Filme, die dort gezeigt wurden, haben allerdings nach wie vor ihr Fangemeinde. Vor allem die Rocky Horror Picture Show, die von James Hoberman ausführlich gewürdigt wird. (Und man erfährt so viel, was man noch nie wusste.) Deshalb lohnt sich die Lektüre dieses bereits 1988 in der deutschen Übersetzung erschienenen Buches - erschienen im Hannibal Verlag - auch heute noch. Ins Regal jedes Cineasten gehört es sowieso. "Ohne die Midnight Movies wären Filme von modernen Meisterregisseuren wie Quentin Tarantino (»Pulp Fiction»), Pedro Almodovar (»Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs») oder Christoph Schlingenschief (»Das Kettensägenmassaker»)," liest man im Klappentext. Wie wahr!

Dieses Buch erzählt die Geschichte eines sehr speziellen Kults, dessen Anfänge in den frühen 60er-Jahren liegen, der sich aber erst 1970 etablieren und zu einer Institution der Gegenkultur entwickeln konnte: die Midnight Movies. Zu dieser späten Stunde wurden ausschließlich Filme gezeigt, die sämtliche Grenzen des guten Geschmacks freudig erregt überschritten und sich mit Themen beschäftigten, mit denen das Establishment nichts zu tun haben wollte: Sex, Gewalt und progressive Politik. Zu den Meilensteinen dieser Kinokultur zählen David Lynchs »Eraserhead«, die Filme von John Waters (»Desperate Living») und selbstverständlich »The Rocky Horror Picture Show«.

 

John Hopkins
SHREK – AUS DEM SUMPF AUF DIE LEINWAND


ca. 200 durchgehend farbige Seiten, etwa 300 Abbildungen. Großformat 25 x 25 cm, Kunstdruckpapier, durchgehend farbig gedruckt, fadengeheftet und fest gebunden.
29,90 Euro
ISBN 3-89602-629-1

Shrek, lass nicht nach!

"Wir haben tolle Bilder und wir zögern nicht, sie einzusetzen!" werden sich die Gestalter dieses Prachtbandes wohl (in Anlehnung an das Drachen-Zitat aus dem ersten Shrek-Film) gedacht haben. Üppiger geht's kaum! Bilder aus dem Film satt, alle Figuren in ihrer Entwicklung, Storyboards, Infos zur Entwicklung der computer generated animation und viele Extras, die dem Humor der beiden Erfolgsfilme entsprechen.Am Ende des Bandes gibt es etwa die Figuren mit ihren Lieblingssongs (Prince Charming: I'm so vain), ihren Vorbildern (Fiona: Mutter Theresa, The Rock, Bruce Lee), ihren Lieblingsbüchrn (Gestiefelter Kater: Die Katze auf dem heißen Blechdach; Wer die Nachtigall stört; Von Menschen und Mäusen). So findet die Shrek-Story jetzt also ihre Fortsetzung in Buchform.

Der Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf hatte bereits mit dem Lexikon des Trick- und Animationsfilms viel für die Freunde des Genres getan. Jetzt powert er noch einmal zum Thema anhand der ausführlichen Darstellung davon, wie aus einem dünnen, skurrilen Kinderbuch von William Steig ein animierter Blockbuster wurde, der die Zuschauer begeisterte. Wer noch ein Weihnachtsgeschenk für einen Shrek-Fan braucht, sollte nicht weiter suchen.

Noch viel mehr zum Buch beim Klick aufs Cover.

 

 

Frederik Steiner
Stepping out - von der Filmhochschule zum Spielfilm
Junge Regisseure erzählen


240 Seiten, einige Abbildungen, Pb
EUR 14,80
ISBN 3-89472-343-2


 

Bücher zu den Biberacher Filmfestivals

In der ersten Novemberwoche ist es immer wieder so weit: In Biberach ist Filmfestivalzeit! Seit 2004 gibt es gleich zwei Festivals: Das Filmfest Biberach und das Biberacher Independent Film Festival. Auf beiden Festivals hat das Publikum Gelegenheit, mit Filmemachern ins direkte Gespräch zu kommen.

Für JungfilmerInnen gibt es ein sehr lesenswertes Buch aus dem Schüren Verlag, zu dessen Schwerpunktthemen Filmbücher gehören: Stepping out. Viele junge Filmregisseure und -regisseurinnen werden von der Hochschule weg gleich von Fernsehsendern engagiert, die einen enormen Bedarf an „Film-Produzenten" haben. Dieser Praxisschock lässt die Debütanten gleich schmerzlich erleben, dass das Kommerzgeschaft und die auf der Hochschule geübte eigene künstlerische Handschrift nicht recht harmonieren. Was tun? Wie lernt man sich zu behaupten, welche wichtigen Erfahrungen macht man und wie kann man die eigenen Ansprüche ans Filmemachern einigermaßen retten?
Frederik Steiner, der selbst noch als Student einen Sat1-Film drehte, hat einige seiner Kollegen und Kolleginnen befragt. In den ehrlichen, manchmal witzigen und immer erhellenden Interviews erfährt man als betroffener Filmstudent oder einfacher Filminteressent eine ganze Menge übers Filmgeschaft und die nicht zu besiegende Leidenschaft fürs Filmemachen des Regie-Nachwuchses. Zu den Interviewten gehören auch RegisseurInnen, die dem Biberacher Publikum aus dem Filmgespräch bekannt sein dürften: Lars Kraume, Dennis Gansel ("Mädchen, Mädchen"), Esther Groenenborn ("Alaska.de"), Marc-Andreas Bochert und Benjamin Quabeck.
Fazit: Die Erfahrungsberichte lohnen nicht nur für Jungfilmer, sondern für alle, die mehr über das Filmgeschäft wissen möchten.

Der Kopf von Daniel Brühl (er kommt wohl auch dieses Jahr wieder zum Filmfest Biberach, wo sein Film "Die fetten Jahre sind vorbei" läuft ) schmückt Filmjahr 2003. Das Buch fasst in einer Jahreschronik die wichtigsten Filmereignisse zusammen, hebt die herausragenden Ereignisse übersichtlich hervor, beschreibt alle neu aufgeführten Filme und schlüsselt sie im Register nach Originaltiteln und Regisseuren auf. Verzeichnet sind ferner die Preisträger wichtiger Festivals und Schlüsseladressen aus dem Medienbereich.

Besonders hilfreich ist der DVD-Besprechungsteil, der die wichtigsten DVD-Neuerscheinungen des Jahres 2003 bespricht und bewertet. Dies wiederum dürfte die Besucher von B.I.F.F. besonders interessieren, denn DVD-Produktionen sind der Schwerpunkt des Festivals.

Ebenfalls im "Filmjahr 2003" zu finden: Die „TopTen“ der deutschen Filmkritik in Wort und Bild. Und im Anhang ein "Lexikon der Regisseure" sowie ein "Lexikon der Originaltitel".
Fazit: Unverzichtbares aktuelles Nachschlagewerk für Filmfans.

Filmjahr 2003 - Lexikon des internationalen Films
Das komplette Angebot in Kino, Fernsehen, auf Video und DVD
Redaktion: Horst Peter Koll und Hans Messias
544 Seiten, Pb.
€ 19,90
ISBN 3-89472-358-0

Heinzlmeier, Adolf / Schulz, Berndt : Das Lexikon der deutschen Filmstars
Schwarzkopf & Schwarzkopf, 608 Seiten, 14,90 €
ISBN 3-89602-475-2

 

 

Ein Starlexikon

Ja, das Das Lexikon der deutschen Filmstars ist ein Standardwerk. Wer mehr über die deutschen Filmstars der Geegnwart und der Vergangenheit wissen möchte, wird hier bestens informiert. Ob Daniel Brühl oder Gustaf Gründgens, ob Franka Potente, Rainer Werner Fassbinder, Herbert Grönemeyer, Emil Jannings, oder Grete Weiser – sie alle werden mit kurzen Angaben zu ihrem Leben, ihrem Werdegang als SchauspielerInnen, einer Charakterisierung ihres Typs und mit einer Filmographie gewürdigt.

Helge Schneider, Otto Waalkes und Bully Herwig sucht man zwar vergeblich, was etwas verwundert, weil die beiden letztgenannten immerhin für einige der erfolgreichsten Filme stehen. Wurde hier streng das Kriterium „Beruf:Schauspieler“ angelegt? Nicht ganz. Heinz Erhardt ist ebenso gelistet wie Thomas Gottschalk. (Quizfrage: Zählen Sie möglicht alle 15 Filme auf, in denen er mitgewirkt hat.) Man muss etwas blättern, um die einzelnenEinträge zu finden, denn ein Register gibt es nicht. Dafür aber viele Fotos, allerdings sind nicht alle SchauspielerInnen auch abgebildet. Fazit: Als Nachschlagewerk zum deutschen Film unverzichtbar. (Mehr zum Buch beim Klick aufs Cover.)

 

Das Drehbuch zum Drehbuch
Erzählstrategien im Werbespot und -film

von Albert Heiser
Creative Game Verlag, Berlin 2004
Hardcover, 320 Seiten, über 100 Beispiele
ISBN 3-9809718-9-9
Preis: 29,90 € + 3,00 € Versandkostenpauschale

Bewusstseinbildende Lektüre

"Man sieht nur, was man weiß" ist eine bekannte Weisheit. Sie gilt auch für Werbefilme. Tausende wird jeder gesehen haben, ohne sich zu fragen, warum manche funktionieren und andere nicht. Und warum manche den Sprung in die Cannes-Rolle schaffen.

Dieses Buch analysiert Dutzende von Werbefilmen und erklärt, wie sie funktionieren. Das Wörtchen "analysiert" sollte man hier beachten, denn es handelt sich hier weniger um eine praktische Anleitung für das Gestalten von Werbefilmen, auch wenn der Titel des Buches dies suggeriert.

Der Abschnitt "Plausibilitäts-Klärung des Schlussappells im Werbespot" beginnt so: "Die Plausibilität der Erzählung in Bezug zum Schlussappell ist eine Frage nach dem Zusammenhang der Erzählwelt und der Einbettung/Einführung/Präsentation des Produktes in diese Welt bzw. Handlung. Die Plausibilität des Schlussappels steht auch in Beziehung zur Geschlossenheit des Werbespot-Genres." Nominalstil, der nicht gerade leserfreundlich ist.

Dennoch kann sich die Lektüre dieses Buches lohnen, denn die zahlreichen Beispiele für die unterschiedlichen Erzählstrukturen der Spots von wenigen Sekunden machen das Gesagte anschaulich und schärfen den Blick für ihren Aufbau. Aber man wünscht sich, das hier offensichtlich vorhandene Wissen hätte jemandem zur Verfügung gestanden, der mit der deutschen Sprache eleganter umzugehen versteht.

Mehr zum Buch beim Klick aufs Cover.

 

John Ford
Duncan, Paul (ED)
Eyman, Scott

Flexi-cover, 196 x 245 mm,
192 Seiten, EUR 14.99
Taschen Verlag


Ein Monument der Filmgeschichte: John Ford

John Ford (1895-1973) war der amerikanische Filmemacher schlechthin. Fst 150 Filmen hat er Regie geführt, darunter bei Klassikern wie The Grapes of Wrath (Früchte des Zorns), How Green Was My Valley (So grün war mein Tal), Stagecoach (Ringo/Höllenfahrt nach Santa Fé mit seiner legendären, fast neunminütigen Verfolgungsjagd), gefilmt von Gregg Toland, My Darling Clementine (Faustrecht der Prärie), The Quiet Man (Der Sieger) und The Searchers (Der schwarze Falke). Bekannt ist er vor allem für seine Western, sein Lieblingsgenre, die er meist mit (John Wayne, Harry Carey, John Carradine, Henry Fonda, James Stewart und anderen besetzte. Es sind die großartigen Bilder aus dem Monument Valley (damals noch 290 Kilometer von der nächsten Eisenbahnstrecke entfernt!), die Kinogängern im Kopf geblieben sind. Aber Ford hat noch viele andere Sujets und die großen amerikanischen Mythen bearbeitet. Dieses üppig illustrierte Buch beschreibt alle Filme Fords. Das Erfreuliche ist, dass es sich dabei nicht nur um Standfotos handelt, sondern auch um viele Aufnahmen vom Set, die die Arbeitsweise bei einigen der größten amerikanischen Filme der Geschichte zeigen.

Autor Scott Eyman, Autor der Ford-Biographie Print the Legend: The Life and Times of John Ford nennt Ford "Amerikas Homer" und da ist was dran. Dieses Buch empfiehlt sich nicht nur für Fans des Westerns oder des Regissurs, sondern für jeden, der mehr zur amerikanischen Filmgeschichte in ihrer Pionierzeit und einen ihrer bedeutendsten Repräsentanten erfahren möchte. Eine Chronologie, Filmographie und Bibliographie ergänzen das Buch. Ein Register fehlt zwar, die chronologische Anordnung aber macht das Auffinden der Informationen zu einzelnen Filmen einfach.

Mehr zum Buch beim Klick aufs Cover. James Stewart über John Ford.

Norbert Aping
Das Dick und Doof Buch

Die Geschichte von Laurel & Hardy in Deutschland
576 Seiten, geb., 2200 Abb., zusätzlich über 600 Seiten als digitaler Anhang
€ 34,-
ISBN 3-89472-356-4

Schüren Verlag

Dick & klug: Das Laurel & Hardy Buch

Laurel und Hardy, eines der berühmtesten Komiker-Duos der Filmgeschichte erfreute sich in Deutschland schon früh einer beispiellosen Popularität. Fast von Beginn an unter dem wenig schmeichelhaften und bis heute umstrittenen Namen ‘Dick und Doof’ bekannt, gewannen die beiden Schauspieler hier bereits zu Zeiten der Weimarer Republik eine beachtliche Fangemeinde für sich. Selbst während des Naziregimes konnten sich die beiden Meister der Groteske zunächst weiter behaupten. Erst ein allgemeines Importverbot amerikanischer Filme im Jahr 1938 stoppte zeitweilig ihre Erfolgsserie in Deutschland, an die sie jedoch nach Kriegsende bald wieder anknüpfen konnten.

Norbert Aping lässt in diesem Buch die Geschichte der Laurel-und-Hardy-Filme im deutschsprachigen Raum von den ersten Kurzfilmen in den 20-er Jahren über die großen Erfolge der Langspielfilme bis hin zur Vermarktung der Filme im Fernsehen, auf Video und auf DVD in der Gegenwart Revue passieren. Der Autor verfolgt die Filme bis zu jedem noch so kurzem in deutschen Kinos und im deutschen Fernsehen gezeigten Filmausschnitt. Einen besonderen Vorteil für alle Laurel & Hardy-Fans bietet die im Anhang befindliche umfassende Filmografie: Sie informiert den Leser über die Verfügbarkeit der Laurel-und Hardy Filme auf Video und DVD und zeigt ihm, welchen Ausschnitt aus der Kino- und Fernsehgeschichte er mit welcher deutschen Fassung geboten bekommt.

Ein beeindruckendes Werk hat Norbert Arping hier geschrieben. Es deckt viel mehr ab, als der Titel vermuten lässt. Man wird ausführlich über das Werk des bekanntesten und beliebtesten Komikerduos informiert, erfährt nebenbei noch viel zur Geschichte des Kinos in Deutschland, zumal über den Einzug der amerikanische Komikerfilme in das deutsche Kinoprogramm und kann sich über unglaublich viele Bilder freuen: Kinoplakate, Anzeigen und eine schier endlose Zahl von Standbildern. Das Buch ist trotz seiner überaus beeindruckenden Detailfülle gut lesbar geschrieben. Es ist erfreulicherweise nicht nur ein Rückblick sondern behandelt auch das derzeit auf DVD erhältliche Werk. Mit dem Claim „Das ultimative Buch über die Meister der Groteske“ bewirbt der Schüren Verlag das Buch. Und das zu Recht. Wer einem Fan von Stan Laurel und Oliver Hardy etwas Gutes tun möchte, sollte ihm dieses dicke und kluge Prachtbuch schenken. Mit Freudentränen des Beschenkten ist da zu rechnen.

Und noch etwas: Das Buch hate einen umfangreichen digitalen Anhang, zu dem man sich durch ein Kennwort (steht im Buch) Zugang verschafft. Hier eine Auswahl der dort zu findenden Materialien:

XV. Übersicht über Laurel und Hardys deutsche Sprecher

XVI. Übersicht über die Kinos (mit Platzangebot), in denen Laurel-und-Hardy-Filme in Deutschland uraufgeführt wurden

XVII. Übersicht über verschollene Laurel-und-Hardy-Filme und unauffindbare deutsche Fassungen

XVIII. Quiz-Fragen zu Laurel und Hardy aus deutschen TV-Shows

XIX. Antworten auf die Quiz-Fragen

XX. Adressen der deutschen Laurel-und-Hardy-Tents

XXI. English Summary For International Readers

XXII. English Captions For Illustrations

Uwe Fleischer/Helge Trimpert
Wie haben Sie's gemacht?

Babelsberger Kameramänner öffnen ihre Trickkiste
176 Seiten, zum Teil in Farbe,
Euro 19,90
ISBN 3-89472-384-X

 

 

Trickreiche Filmemacher im Interview

Filmtricks und special effects sind etwas, das der Pop Corn Kinogänger spontan mit Hollywood verbindet. Dieses Buch bringt ihm allerdings Respekt vor Babelsberg und der DEFA bei. Die Interviews beschreiben, ausführlich illustriert, wie man vor dem Computerzeitalter Illusionen zauberte, ob Münchhausens Ritt auf der Kanonenkugel, den Untergang der Titanic oder die Sprengung eines Hotelbaus. Man staunt immer wieder darüber, welche genialen Lösungen für damals noch kaum lösbar scheinende Aufgaben gefunden wurden. Das liest sich spannend.

Erstaunlicherweise waren schon in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts alle wichtigen Tricks von Filmpionieren erfunden und in der Folgezeit wurden nur noch Modifikationen ausgeführt. Im europäischen Kino hat das Filmstudio in Babelsberg dabei immer eine Vorreiterrolle gespielt.

Dieses Buch stellt in fiktiven und realen Interviews die „Großen" Trickspezialisten aus Babelsberg vor und erklärt ihre Vorgehensweise. Eigens für dieses Buch wurden Modelle gebaut, die die Wirkung der Filmtricks demonstrieren und in dem Buch mit Bildsequenzen erläutert werden.

Mehr zum Buch hier.

 


Offizieller Sponsor des B.I.F.F. 2005

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