Big Jim:
Big Fun gab es am 10. Mai 2003 im Abdera in Biberach, als "Big Jim" beim Punk Rock Bandwettbewerb aufspielte. Hier mal ein paar Texte über die Bands und ein paar Bilder von ihrem Auftritt. Sowas von erfrischend! Voll drauf auf die Musik.
   

Big Flow von Big Jim
"Erfrischend schlecht gelauntes trashiges fett krachendes Gitarren-Rock-Trio" liest man auf der Website der Band. Stimmt fast alles. Aber schlecht gelaunt? Die Jungs waren bestens drauf.


Text 1

Das Trio aus dem Alpenvorland hatte im vergangenen Jahr bereits mit einer 5-Track E.P. So sehr auf sich aufmerksam gemacht, dass der Musik Express eine neue deutsche Gitarrenpop-Sensation witterte. Gar so voreilig wie nun zu vermuten wäre war das Münchener Blatt in diesem Fall auch gar nicht. Diesen Verdacht legt zumindest das Debütalbum „not part of it“ von Big Jim nahe. Auf dem präsentiert sich der Dreier aus München kraftvoll, vielseitig und gelegentlich auch harsch losrockend. Big Jim vermeidet gekonnt die Fallstricke, in die vor allem ihre britischen Kollegen immer wieder so bereitwillig stolpern. Statt saftlos über die schnöde Welt vor sich hinzujammern, metern die Drei wunderschöne Rocksongs, die immer wieder voll auf die Zwölf kommen. Eine neue Gitarrenpop-Sensation aus München? Wenn die Band live hält, was das Album verspricht, dann hat diese Einschätzung einiges für sich. Ich jedenfalls freue mich bereits auf weitere Songs aus dem Hause Big Jim und sortiere derweil „not a part of it“ in das Fach Lieblings-CDs ein. Dave Reinhardt auf Big Jim bei MuzicQuest

   

Text 2

Musik rettet Leben ist ihre Einstellung und der gute alte Rock ist ihr Spielplatz. Mit Power, Freude und Talent röhren die drei Münchner auf der Bühne und aus jedem Ton hört man den Spass, den sie selber dabei haben. Mal kratzig, dann wieder melodisch präsentieren sie ihr Album BIG JIM seit februar im Handel. Vorübergehend falsche Töne werden durch den Enthusiasmus ersetzt, den sie sich seit 1999 unermüdlich erhalten haben. "Rock. Vier Buchstaben, drei Musiker, zwei Quadratkilometer Selbstbewußtsein, eine Band." So beschreiben sie sich auf ihrer Webpage und erklären in schönstem Draufgängertum, dass sie als Action Team nicht auf eien Stufe mit Bon Jovi oder eels genannt werden wollen (Big Jim bei Munichx.de)

Big Jim: Big Flow und Phil Vetter
Big Flow und Phil Vetter
Konkurrent im Schottenrock: Revival Inch
Begeisterung über "Big Jim" auch im Publikum. Bei Revival Inch wurde aber mehr getanzt.
Big Jim Gitarre
Serie: "Machst du n Foto von uns?"
Phils Gitarre.

Text 3

Rock. Vier Buchstaben, drei Musiker, zwei Quadratkilometer Selbstbewußtsein, eine Band. Keine Kompromisse. Phil, Flo und Neuzugang Lauro sind hungrig. Nach Bühne, nach Adrenalin, nach Schweiß und Tränen - fütter mein Ego! Ich will rocken rocken rocken rocken rocken rocken rocken rocken - rocken.

Aber ,rocken' bitte nicht falsch verstehen. Big Jim "bouncen" nicht wie Bon Jovi, sind nicht durstig wie Bizkit's Fred und schon gar keine "Sk8terbois". Big Jim sind? Ein "Action Team", das im "Studio" trotz der "Eels" da draußen nur ein Ziel verfolgt: "Shout It Out Loud"! Muss man großartige Geschichten über das Aufeinandertreffen, die Geburtsstunde von Big Jim erzählen? Über Träume? Traumata? Das klänge dann so: "1999, München: Big Jim werden von Phil Vetter gegründet. Nach einer temporären Mannschaftserweiterung vier Mann stark findet die Band im Juli 2001 - den Bass zupft inzwischen Big Flow - ihre vorläufig endgültige Besetzung als Trio. Letzte Auswechslung im Team: Lauro Cress ersetzt Big Chris am Schlagzeug. Jüngste Veröffentlichung: ,Waiting For The End' 5-Track EP. Grossartig! Punkt.

" Träume? Ach ja, Träume. Die sind noch immer die gleichen wie früher. Die verändern sich auch nicht im Informationszeitalter, der omnipräsenten medialen Ausschlachtung der Welt bis in den letzten Winkel. Im Zeitalter der Globalisierung. Der Selbstreflexivität. Big Jim fackeln nicht lange, sie machen. Und das ist gut so. Nicht umsonst war 2002 ein fettes Jahr für Rockmusik, von A wie Ashcroft bis V wie Vines. Weil rocken gut tut. Denn einen Traum gibt es doch, der inzwischen sehr wichtig geworden ist: "being real". Machen machen machen. Merkt man sofort: Big Jim leben das gute alte Rock'n'Roll-Credo. Breitbeinig auf der Bühne stehen und das "Grooviest Girl" beeindrucken. Auch wenn statt dem obligatorischen Fernseher "nur" ein Aschenbecher aus dem Zimmerfenster fliegt. Dafür aber, wie kürzlich in Wien, ein Kronleuchter von der Decke gerissen wird, was einen totalen Stromausfall im Hotel zur Folge hat. Um 6 Uhr morgens.

Musik rettet Leben. Jeden Tag. Ohne sie wäre alles sinnlos "und ich in jeglicher Hinsicht ein Wrack", bekennt Phil. Auch Flo kann nicht ohne existieren: "Man muss sich das vorstellen wie 'ne Ratte, die im Labyrinth etwas finden soll, es aber nicht schafft, weil ihr ein Gen abmanipuliert wurde." Und weil Musik das Kostbarste ist auf der Welt können Blutsauger nicht toleriert werden. Ausbeuter, die nur an das schnelle Geld denken. "Poser" wie Boybands, die sich auf einmal Gitarren um den Hals hängen, weil sie plötzlich "echt" sein wollen. "Es gibt nichts Schlimmeres als aufgesetzte Authentizität", grollt Phil. "Bei Britney macht ja keiner einen Hehl draus, dass alles künstlich ist, aber Bands wie Avril Lavigne sind wie Vollkornbrot, das gar nicht aus Vollkorn ist. Da ess ich doch lieber gleich 'nen Plastikdoughnut." Mehr bei Big Jim bei Backstage 7.