Die BC-Illustrierte: Das ganze Leben Biberachs

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BIBERACH 27. Januar 2012 Kretsche in town So laut gepoltert hat Winfried Kretschmann wohl noch nie in Biberach. Was ihn beim Gespräch mit Kreistagsabgeordneten im Landratsamt so nervte, waren die Fragen zur Polizeireform. Da sei noch nichts beschlossen. Es gäbe erst noch vier Regionalkonferenzen und dann würde man weitersehen. Wann und wo genau diese Konferenzen stattfinden würden, war ihm nicht erinnerlich. (14. Feb. In Karlsruhe, 1. März in Stuttgart, 6. März in Tübingen und 7. Februar in Freiburg). Wäre Kretschmanns Gepolter nur eine Nuance lauter gewesen. Hätte man sich  in eine Polizeistube versetzt gefühlt, in der gerade ein Streifenbeamter wegen eines voreiligen Leserbriefes zusammengestaucht wird.
  
Kreisrat Dehio hatte offenbar den Sinn der Veranstaltung nicht verstanden, denn nachdem mehrere Fragen gestellt worden waren, maulte er: "Ich will den Ministerpräsidenten hören!" Der aber war gekommen, um zu hören, was die Kreisräte denken. Kretsches Motto dazu: "Die Politik des Gehörtwerdens soll nicht nur ein Sonntagsspruch bleiben."

Ansonsten war Kretsche gewohnt souverän: „Die Sorge um den ländlichen Raum ist bei mir gut aufgehoben,“ beruhigte er. Und: Es werde „mehr Polizisten vor Ort geben. Der ländliche Raum wird profitieren,“ versprach er. Ähnlich zur Schulpolitik: „Das habe ich klar auf dem Schirm und da brauchen Sie mich nicht katholisch machen.“  Und zu der Krankenhausreform meinte er: „Die Leute gehen dorthin, wo 170 Operationen gemacht werden und nicht 7. Die Leitlinien bestimmen die Patienten selber.“  Und beim Thema Straßenbau versicherte der Grüne, dass Straßen gebaut würden, wenn sie nötig wären. Allerdings: „es geht um Realitätssinn“ und das heißt, dass nichts gebaut werden kann, für das kein Geld da ist. Das passe sicher nicht jedem, aber: „Sie können einen Grünen anschreien, aber Zahlen nicht.“  So bekundete er auch den Anhängern des Bundesstraßenausbaues im Kreis: „Ich habe volles Verständnis, aber keinen Geldscheißer.“

Im Moment zögen die Leute wieder zurück in die Städte, ganz anders als noch vor einigen Jahren. Das müsse man akzeptieren, genauso wie den demographischen Wandel. Denn: „Wir könne den Frauen nicht die richtigen Männer suchen.“ In der Schulpolitik beruhigte er: „Wir machen nichts, was nicht irgendwo auf der Welt funktioniert.“ Und beklagte, dass die Schweiz mittlerweile mit besserer Bezahlung deutsche Lehrer wegschnappe. Vehement sprach er sich für die Ganztagsschule aus du die nur so möglich individuelle Förderung.: „Wenn uns das nicht gelingt, können wir die Prosperität hier nicht halten."

Zum Thema Bundespräsident wollte er sich nciht äußern. Es stünde der Exekutive und einem Ministerpräsidenten nicht an, das zu kommentieren, sagte er im Pressegespräch auf eine Frage von Weberberg.de.

Nach dem Besuch im Landratsamt gab es einen im Rathaus. Auf dem Weg dorthin erzählte ihm Thomas Fettback von seinem Werdegang vom Reingschmeckten zum integrierten Bürger. Und sagte dann im Rathaus einen seiner schönen Sätze: „Die wichtigste Frage ist ja immer das Warum.“

Danach ging es dann in die Kirche. 

 

 

 
BIBERACH 1. Dezember 2011 Der Neue beim WoBla Noch mögen ihn alle, so empfindet er es zumindest bei seinen vielen Gesprächen. Noch ist niemand sauer auf ihn, außer vielleicht ein Anrufer, der meint, die Scheckübergabe in  seinem Vereinsheim sei ein heißer Stoff für den Aufmacher. Seit drei Wochen ist er hier und es gefällt ihm außerordentlich. Die Rede ist von Robin Halle, dem Nachfolger von Wolfgang Gröner als Chefredakteur beim Wochenblatt. "Biber Bertram!" ist  passé, "Schorle weiß sauer" bleibt. Und noch immer ist Wolfgang Gröners Stimme auf dem Anrufbeantworter des Redaktionsleiters zu hören. Was ist in Zukunft  vom WoBla zu erwarten? Wir trafen Robin Halle zu einem Gespräch im Café Weichhardt, das es mit Wolfgang Gröner sicher nie gegeben hätte.

Weberberg.de:
Wie sah Ihr journalistischer Werdegang bisher aus?

Robin Halle: "Ich hatte mich schon mit 15 Jahren entschieden, Journalist zu werden. Damals, 1985, weil in meinem Zeugnis die Deutsch-Note "sehr gut" auf dem Zeugnis stand. Fragen Sie besser nicht nach Latein, Mathe oder Biologie... Deshalb hatte ich bei der Westfälischen Rundschau in Dortmund angefragt, ob man für einen "freien Mitarbeiter" wie mich Verwendung findet. Ich durfte Texte über Amateurfußballvereine schreiben, über Tennisturniere, Squash und kleinere Portraits. Das hat mir sehr, sehr viel Freude bereitet, deshalb wurde das Hobby später zum Beruf. Also: Studium der Sportpublizistik in Köln, Volontariat beim kicker-sportmagazin in Nürnberg, Redakteur bei der Tageszeitung DIE WELT in Berlin, dann SPORT BILD - Leiter der Redaktion Nordrhein-Westfalen in Essen/Dortmund. Das alles ausgezeichnet mit drei Journalistenpreisen, u.a. vom Bund der Steuerzahler."

Den Preis gab es für eine brisante Story. Deutschlands Top-Kicker genossen bei ihren Sonn- und Feiertagsspielen die gleichen Steuervorteile wir etwa eine Krankenschwester im Sonntagsdienst. Ein Skandal, denn für die Fußballmillionäre waren diese Regelung nicht gedacht. Die zehnfache Prämie steuerfrei! Der Bundestag griff ein und änderte das Gesetz. Man darf annehmen, dass Deutschlands Bundesligisten nicht gerade einen Halle-Fanclub gegründet habe. Den Fair Play Preis erhielt er für ein knallhartes Interview mit Christoph  Daum nach dessen Koks-Affäre. Einen weiteren Preis, die "Oldenburger Feder"  gab es für die Geschichte über den 19jährigen Schalke-Fan Brian, der sich das Leben nahm, weil er für sechs Jahre Stadionverbot bekam . Wofür? Weil er zur falschen zeit am falschen Platz war und als Unbeteiligter in eine Schlägerei mit Fußballrowdies geriet. .Halle besuchte die Familie, veröffentlichte Fotos von Brians Zimmer und aus seiner Kinderzeit.  Das hört sich auf den ersten Blick nach BILD an. Und damit sind wir bei der nächsten Frage.

Weberberg.de: Ein typisch Biberacher Reflex wäre da, zu sagen "Nach Gröner kommt jetzt ein Mann von BILD. Da geht's jetzt dann vollends abwärts mit dem WoBla.".  Was sagen Sie dazu?

Robin Halle: "Das sagt bestimmt niemand! (Man muss ihm nachsehen, dass er das Weberberg.de-Gästebuch noch nicht kennt. D.ie Redaktion) Ich würde auch Menschen nicht verstehen, die die Arbeit der Kollegen von BILD grundsätzlich ablehnen. BILD bestimmt jeden Tag die Nachrichtenlage in Deutschland - das ist das höchste Gut im Journalismus! Natürlich kann man über die Präsentation von Geschichten streiten, über die Färbung, die Aufmachung, die Bildauswahl. Aber viele Nachrichten stehen nun mal zuerst in BILD! Trotzdem, falls es Zweifler beruhigt: Ich komme von SPORT BILD, Europas größten Sportmagazin mit vier Millionen Lesern. SPORT BILD und BILD sind zwei völlig unterschiedliche Redaktionen, die Arbeitsweisen unterscheiden sich erheblich."
Als gebürtiger Dortmunder schlägt sein Herz natürlich für die Borussia. Aber seinen dreijährigen Sohn will er möglichst bald beim FV Biberach anmelden. Hofft da jemand auf den Frühstart des Sprösslings in die Profikarriere?

Weberberg.de: Aha! Das WoBla nicht dann wohl nicht zu einem reißerischen Kampfblatt als das die BILD  gerne angesehen wird. Also wird jetzt alles besser?

Robin Halle: "Das WOCHENBLATT war vor meinem Amtsantritt doch nicht schlecht - im Gegenteil. Wolfgang Gröner hat das Blatt über 40 Jahre lang als echte Alternative zur Schwäbischen Zeitung auf dem Markt platziert. Diese Leistung ist fast unglaublich. Ein kostenloses Anzeigenblatt als Alternative zu einer profilierten Regionalzeitung - wo gibt es so etwas in Deutschland? Aber, sicher, ein paar Aspekte können noch besser werden. Die Berichterstattung über Vorgänge außerhalb Biberachs zum Beispiel. Das heißt, ich möchte mehr spannende, überraschende Geschichten aus Laupheim, Bad Schussenried, Schwendi oder anderen Städten drucken. Im optischen Auftritt ist ebenfalls Luft nach oben, genauso in der cross-medialen Vernetzung."

Weberberg.de: Mit einem Anzeigenblatt.

Robin Halle: "Natürlich sind bei einer Zeitung wie dem WOCHENBLATT kommerzielle Interessen stärker zu berücksichtigen als etwa bei Springer. "

Weberberg.de: Und Springer-Zeitungen lesen Sie nach wie vor?

Robin Halle: "Natürlich. Meine Lieblingszeitungen sind die Welt am Sonntag und das Hamburger Abendblatt."

Weberberg.de: Was hat Sie in Biberach bisher am meisten verblüfft?

Robin Halle: Die Freundlichkeit und Offenheit der Menschen, wenn ich sage, dass ich für das WOCHENBLATT berichte. Ich bin überall, wirklich überall herzlich willkommen. Auch dann, wenn ich Vorgänge kritisch beleuchte. Das war beim Axel-Springer-Verlag häufig anders. 

Weberberg.de: Was werden Sie hier unten kulinarisch vermissen?

Robin Halle: "Das kann ich noch nicht abschließend beurteilen. Mein erster Reflex war beim Rundgang durch die Biberach die Frage: "Mensch, wo gibt's denn hier eine Pommesbude?" Die gibt's in Dortmund an jeder Ecke, geöffnet von 10 - 24 Uhr. Man isst "Pommes Schranke", also Pommes mit Currywurst, Ketchup und Mayo. Ich wüsste nicht, wo ich das nach 20 Uhr in Biberach bekommen sollte. Aber: Ich werde täglich mit anderen, unglaublich leckeren Dingen konfrontiert. Die Steinofen-Dennette von Mia Göppel auf dem Wochenmarkt sind kaum zu toppen! Oder der Apfelsaft der Familie Stigmiller-Lutz in Ummendorf. Ich habe sogar Kutteln probiert - auch gut! Genauso wie Schwäbische Maultaschen. Mein Fazit nach drei Wochen Biberach: Hier schmecken Lebensmittel noch so, wie sie schmecken sollten. Das will ich in ein paar Wochen wahrscheinlich nie mehr missen. Aber, mein Wunsch: Ich bin in der Regel bis 22 Uhr in der Redaktion oder bei Terminen - und ich würde auch spät Abends gerne noch etwas Leckeres verköstigen."

Weberberg.de: Zurück zur Pressearbeit. Biberach ist ein Ein-Zeitungs-Kreis. Hat so etwas Ihrer Erfahrung nach gravierende Nachteile?

Robin Halle: "Eindeutig: Ja! In allen Großstädten, in denen mehrere Tageszeitungen miteinander konkurrieren, werden Missstände viel eher öffentlich. Nehmen Sie Köln mit dem Kölner Stadtanzeiger, der Kölnischen Rundschau, dem Express und BILD. Da bleibt nichts geheim. Oder in Berlin mit sieben großen Zeitungen. Mein Credo heißt: Kommentieren kann jeder - aber Nachrichten generieren, exklusiv und nachhaltig, das ist die journalistische Königsdisziplin! Wenn Sie irgendwann zuerst im WOCHENBLATT lesen, dass ein Bürgermeister 10 Millionen Euro für eine überflüssige Baumaßnahme bewilligt und danach die ganze Stadt darüber spricht, dann haben wir alles richtig gemacht."

Weberberg.de: Und da können und wollen Sie gegensteuern?

Robin Halle: "Die Kollegen von der Schwäbischen haben natürlich einen Zeitvorsprung als Tageszeitung. Ich hoffe aber, durch persönliche Kontakte an neue Geschichten zu kommen und eigene Geschichten zu generieren. Und wenn irgendwo ein Bürgermeister oder Politiker der Region Geld veruntreut, dann werden Sie das im WOCHENBLATT lesen, kommerzielle Interessen hin oder her. "

Weberberg.de: Zu wünschen wäre es Ihnen und den BiberacherInnen. Wir danken für dieses Gespräch.


 

 


Robin Halle---

---im Gespräch mit CDU-Mann Tom Abele...



...und (ganz natürlich) mit dem Weberberg.de-Chef.

Und hier das WoBla der ersten Dezemberwoche 2011




 

 

BIBERAC
H 12. November 2011 Künstlerportrait Oliver Schwarz
Vor kurzem wiesen wir auf eine Ausstellung von Bildern Oliver Schwarz* im Biberacher Rathaus hin. Hier mehr über den Künstler im Selbstporträt. Das bin ich...

Geboren 1970 und aufgewachsen im oberschwäbischen Biberach an der Riß.

Schon früh habe ich mich mit der Malerei beschäftigt. Meine Einstiegsmedien waren Comics, u. a. von Uderzo & Goscinny (Asterix) oder Jerry Siegel & Joe Shuster (Superman). Während meiner Schulzeit beschäftigte ich mich mit allen möglichen Maltechniken. Über Blei- und Buntstiftmalerei, Wasserfarbtechniken bis Ölmalerei. Bei der Ölmalerei blieb ich auch viele Jahre. Nachdem ich Pastellkreiden für mich entdeckt hatte, bot sich mir die Gelegenheit kleinere Ausstellungen in Biberach zu veranstalten.

Aber im Oktober 1997 erlitt ich einen herben Rückschlag in meinem künstlerischen Schaffen. Ein Autounfall beendete meine Künstlerkarriere bevor sie begann. Ich musste auf Grund einer Komplettlähmung meines rechten Armes einige Jahre den Pinsel weglegen und machte eine Umschulung zum Mediengestalter. Nach einigen Jahren und unzähligen Rehamaßnahmen begann ich mit der linken Hand zu malen.

Ausstellungen:

Juli 1995 Ausstellung im Hotel Reith (heute Hotel zur Riss)


Mai 1997 Ausstellung im Komödienhaus Biberach

September 2011 4wöchige Ausstellung mit großformatigen Gemälden im Biberacher Rathaus

Publikationen:

„Painting Amy“ eine Schritt für Schritt Anleitung zum Malen eines realistischen Portraits


Meine neueste Aktion ist eine Schritt für Schritt Anleitung zum Malen eines realistischen Portraits. Ich habe Amy Winehouse gemalt und einzelne Schritte der Entstehungsphase dokumentiert. Entstanden ist ein 20seitiges Heft (inkl. Umschlag) erhältlich als gedruckte Version oder als ebook bei www.epubli.de. 


http://www.epubli.de/shop/autor/Oliver-Schwarz/3055
 


Dazu habe ich eine Facebookseite gemacht und ein Video bei YouTube eingestellt. 



http://www.facebook.com/pages/Oliver-Schwarz-Portraitmaler/160456307381612?sk=wall




http://www.youtube.com/watch?v=fdKN9ehrx3M

BIBERACH 12. November 2011 30 Jahre Weltladen Biberach - Ambiente, Warensortiment und Bewusstseinsarbeit weiterentwickelt Vom 14. bis 19. November begeht der Biberacher Weltladen sein 30-jähriges Jubiläum. Dabei wird über Hintergründe informiert, werden verdiente Mitglieder geehrt und Perspektiven für die Zukunft gegeben. Von Montag bis Samstag ist im Laden Schadenhofstraße 11 einiges los. Produkte aus der weiten Welt werden vorgestellt, sie sind auch zur Verkostung bereit. Über besondere Gegenden mit ihren Problemen und Chancen wird informiert. Es gibt Filmvorführungen und Quizveranstaltungen. Am Mittwoch, 16. November, findet um 18.30 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst in der Evangelischen Spitalkirche statt. Der Gottesdienst wird von Pfarrer Lutz Keil und Pastoralreferent Johannes Walter gestaltet unter dem Motto "Das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein". 

Am 16. November 1981 beschloss eine Gruppe engagierter Bürger in Biberach die Gründung des Vereins "Ökumenische Aktion für Partnerschaft in der einen Welt". Als Förderer traten damals auf: der Arbeitskreis für Entwicklungspolitik AKE, das Evangelische Jugendwerk und die Katholische Kirchengemeinde Sankt Martin. Die 70-er und 80-er Jahre waren ja politisch dadurch geprägt gewesen, dass man den Kalten Krieg zwischen West und Ost (erste und zweite Welt) in die Länder der Dritten Welt hineingetragen hatte. Das bedeutete Misstrauen und Verdächtigungen gegenüber Staaten, die mit der jeweils anderen Seite der beiden Weltblöcke zusammenarbeiten wollten. Auch in Biberach erkannten im christlichen Glauben verwurzelte und politisch wachsame Menschen die Ungerechtigkeiten im Welthandel, die verheerenden Konsequenzen der Waffenlieferungen, die Ausbeutung der Bodenschätze in der Dritten Welt. Sie machten sich Gedanken, wie man den Ungerechtigkeiten und der weiteren Verarmung entgegentreten könnte.

Schon in den 70-er Jahren führte man in Biberach Informations- und Verkaufsveranstaltungen durch, die auf die christliche Verantwortung für einen gerechten Handel gegenüber der Dritten Welt aufmerksam machen wollten. Es gab Stände auf dem Wochenmarkt und bei kirchlichen Veranstaltungen. Das ökumenische Projekt "Aktion Dritte-Welt-Handel" entstand. Daraus erwuchs schließlich der Wunsch, ein regelmäßiges Angebot von fair gehandelten Waren zu schaffen. So wurde 1981 der Verein gegründet, der durch seine Namensgebung "Ökumenische Aktion für Partnerschaft in der einen Welt" auf die Überwindung der Machtblöcke hinweisen wollte, und man beschloss die Eröffnung eines Ladenlokals in der Pfluggasse. Wer den Laden betrat, musste wegen der niedrigen Raumhöhe den Kopf einziehen. Die Verkaufstheke kam von einer still gelegten Bäckerei aus dem Allgäu.

Nach etwa zehn Jahren ergab sich die Möglichkeit, in ein größeres Geschäft in der Gießübelgasse umzuziehen. In der darauf folgenden Zeit steigerte sich das öffentliche Interesse, die Informationsarbeit in Schule und Kirche und in der Stadt verstärkte sich, sodass das Warenangebot des Ladens sich erweitern musste. Es ging nun nicht mehr nur um Kaffee und Lebensmittel, sondern um Kunstgewerbe, Musikinstrumente, Bücher und Schmuck. Die Räumlichkeiten in der Gießübelgasse reichten schließlich nicht mehr aus, und nach längerer Vorarbeit erfolgte im Herbst 2010 der Umzug in die Schadenhofstraße. Die zentrale Lage und neue Aufmachung des Ladens bewirkten eine deutlich gesteigerte Nachfrage.

Es war in den frühen Jahren nicht selbstverständlich, dass dieses Projekt von der Bevölkerung angenommen würde. Was aber viele überzeugte, war die Erkenntnis, dass mit diesem Laden Hilfe zur Selbsthilfe ermöglicht wird!
   
BIBERACH 6. November 2011 Die Biber kommen! Und sie werden auf GFK sein, aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Produziert werden sie in Lindau, in der Firma von Ulrich Wiedemann (untere Reihe links), der auch schon die "Laupfrösche" für Laupheim produzierte. Etwa 150 solcher Frösche wurden in der Nachbarstadt verkauft. In Bad Waldsee fanden 70 Störche Abnehmer, in Ulm etwa 350 Spatzen. In Biberach liegen bereits 10 Bestellungen vor. Ein Käufer wird Günther Warth sein, der von der großen Akzeptanz zu erzählen weiß, die eine ähnliche Aktion in Laupheim fand. Warth wird allerdings nur einen Biber erstehen. Wollte er für alle seine Biberacher Läden einen erwerben, müsste er neun kaufen. 22 Kilo wiegen die Teile ohne Boden. Unten rechts die Familie Vogel, der die Biberacher die Aktion verdanken. (Von links: Jochen, Alexander, Heinrich und Richard Vogel). Den gespitzten Mund verdanken die Plastikbiber dem schaffigen Richard, der beim Arbeiten immer pfeift. Musikalisch untermalt wurde die Aktion von Biberachs bekanntestem Akkordeonspieler, Dimca Simijonov. Einen Malwettbewerb für Kinder gab es auch. Ob demnächst ein antifaschistischer Biber oder einer gegen Homphobie in unseren Straßen steht, ist derzeit noch ungewiss. Eine gute Sache wär's, denn 140 der 845 Euro, die die Biber in neutralem Weiß kosten gehen auf Spendenkonten. Die ersten 15 ans Tierheim, die restlichen 15-Euro-Päckle an wohltätige Organisationen, die der Käufer selbst bestimmen kann. Mehr zum Projekt auf biber-parade-bc.de und auf Facebook unter Biber Parade BC. Video von der Enthüllung hier.
BIBERACH 30. September 2011 Biberach leuchtet Bunte Fassaden am Marktplatz bei der heutigen langen Einkaufsnacht.
Burkhart Kroeber umringt von Festaktgästen.

BIBERACH 22. September
2011 Festakt mit Fehler In Biberach wurde gestern der Christoph-Martin-Wieland Überset
zerpreis verliehen. In diesem Jahr für die Übersetzung von Kurzgeschichten, Erzählungen und Kurzprosa. Die sechsköpfige Jury wählte aus 22 Bewerbungen aus und entschied sich klar für Burkhart Kroeber und dessen Übersetzung von Italo Calvinos."Die unsichtbaren Städte". Es gab anfangs Musik, dann Reden und später Häppchen. Zu den Rednern gehörte auch OB Thomas Fettback.

„Hast du auch so gelitten? Ich halte es ja immer weniger aus.“ sagte jemand nach dem Festakt zum Weberberg.de-Chef. Der wusste, was gemeint war: die Rede von Thomas Fettback. Der OB hatte (warum nur?) seinen Kulturdezernenten ausgebootet und redete selbst. Vielleicht, weil der Dramatische Verein seit 325 Jahren besteht, vielleicht weil Wieland vor 250 Jahren Shakespeares „Der Sturm“ hier aufführen ließ. (Ob Fettback ihn jemals gesehen oder gelesen hat?) Zum 17. Mal wurde der Christoph-Martin-Wieland Übersetzerpreis verliehen. Das ist kein rundes Jubiläum.
Aber für Fettback war dies (leider!) „ein willkommener Anlass, zurückzuschauen, wo wir stehen und hingehen“. Aha! Denn: „Wieland ist nur der Grund, warum wir den Preis verleihen.“ Ja, äh, nur der Grund, soso.

Und weiter? Nichts. Offenbar hat Fettback gründlich recherchiert, denn er vermeldet: „Zu Wielands Zeiten gab es keine Neuen Medien. Es gab kein Facebook., keinen Klimawandel, keine Energiewende, kein Bevölkerungswachstum.“ Hammer oder? Dieser Bogen ins Globale. Gefolgt von: „Der Erdball wird immer kleiner. Natürlich wird er nicht klein.“ Wer hätte das gedacht? Und jetzt ganz ins Hier und Jetzt geschlenzt: „Die Griechen waren mal ganz weit oben, um auf die aktuelle Problematik Bezug zu nehmen.“ Das verblüfft jetzt, das mit den Griechen. Und das mit Wieland sowieso, denn: „Kommunikationswege waren damals unvorstellbar.“ (Gut, dass das die Postkutschenfahrer nicht wussten!)

Und noch eine brandaktuelle Einsicht verdanken wir dem OB: „Was sich in Nordafrika abgespielt hat, war eine Facebook-Generation.“ Hoffentlich hat diese Generation ein offenes Ohr für die qualitätvolle Übersetzung, denn, so Fettback, die „qualitätvolle Übersetzung ist eine Grundvoraussetzung für Dialog in den Kommunen weltweit und auch in Biberach“. Und damit sind wir auf dem Biberacher Schulhof angekommen, wo der junge Türke die deutsche Lehrerin anpöbelt. „In der Türkei,“ so der interkulturell bewanderte OB, „hätte er mit solchem Verhalten ein Riesenproblem. Deswegen ist es wichtig, authentische Übersetzungen zu haben“. An solchen Gedankengängen hat man sehr lange was zu knabbern.
BIBERACH 20. September 2011 Unbekannter Einbrecher hinterlässt Blutspuren. Ein noch unbekannter Einbrecher hat sich von Montag auf Dienstag in Biberach blutende Verletzungen zugezogen. Der Unbekannte hatte vergeblich versucht, in den Bahnhofskiosk einzudringen. Er warf mit Pflastersteinen mehrere Scheiben ein, gelangte aber nicht in den Verkaufsraum. Am Tatort konnte die Polizei etliche kleinere und größere Blutstropfen feststellen; vermutet wird, dass sich der Täter an Armen oder Händen verletzt hat. Der angerichtete Schaden beläuft sich auf rund 3000 Euro.
BIBERACH 16. September 2011 Im Ökodorf gab es viele interessante Stände FW/UB-Gemeinderat Peter Rieger (links) stellte seinen Solarkocher vor, preiswert aus einer alten Satellitenschüssel, etwas Silberfolie und anderen Elementen, die billig zu erstehen sind, konstruiert, bringt der Kocher Wasser rasch zum Sieden. Auch eine Glasscheibe eines Tageslichtprojektors tut da gute Dienste. Rieger hat sein Gerät schon in Afrika eingesetzt. Demnächst fährt er nach Dubai, um eine Autoflotte zu betreuen. Überhaupt hat er viel mit Autos zu tun. Eine Sondergenehmigung gestattet es ihm, Schweizer Autos zu fahren. (Ohne eine solche Genehmigung macht sich nach bundesdeutschem Recht strafbar, wer etwa einen Freund in Basel besucht und den per Freundschaftsdienst in dessen Wagen nach hause kutschiert. Richtig teuer kann das werden. Leicht ist da ein Drittel des Zeitwertes des Autos fällig. (Das ZDF berichtete.) Bei Peter Riegers Chauffeurtätigkeit könnte das ohne Genehmigung besonders teuer kommen, denn er chauffiert auch Schweizer Witwen in den Edelkarossen ihrer einstigen Ehemänner. Etwa in jenem Aston Martin mit 600 PS, der einst als Zweitwagen für einen James Bond Film bereitstand. Solarzellen lieferten Strom für Riegers Laptop am Stand. Und alles hate er mit dem Fahrrad auf den Marktplatz gebracht.

Guten Apfelsaft gab es am Stand des Landratsamtes zu verkosten. Clemens Lutz von Steigmiller-Lutz aus Ummendorf schenkte ein. In Zeiten, in denen Apfelsaft auch schon mal aus China kommt, ist es ein gutes Zeichen, das im Rathaus und Landratsamt jetzt Bio-Apfelsaft aus heimischem Streuobst serviert wird.

Schwester Birgit von der Klostergärtnerei der Franziskanerinnen von Reute ist rechts mit der Allheilmittel 1000-Wunderpflanze Kalanchoe pinnata zu sehen. Im Voksmund wird die aus Brasilien stammende Pflanze "Heiliges Blatt" genannt und die Liste der Anwendungen innerlich und äußerlich ist erstaunlich. Schwester Birgit konnte von diversen Heilungen berichten, bei denen selbst Menschen geholfen wurde, denen Ärzte gesagt hatten "Das wird nicht mehr!". Für 10 Euro wanderte die Pflanze über den Stand. Die wikipedia weiß dies über die heilkräfte der hübschen Pflanze: "Seit Jahrzehnten wird Kalanchoe pinnata in der Anthroposophischen Medizin zur Wehenhemmung (Tokolyse) eingesetzt. Zahlreiche weitere positive Eigenschaften werden beschrieben, wie die Wirksamkeit bei Leishmaniose, Gelbsucht (Hepatitis), Bluthochdruck (arterieller Hypertonus) und bei der Wundheilung. Kalanchoe pinnata wird deswegen seit langem in der traditionellen Medizin Afrikas, Indiens, Chinas und Australiens eingesetzt. Darüber hinaus werden antidiabetische, antibakterielle, immunosupressive, antimutagene und Effekte bei Tumorerkrankungen beschrieben, die aber zum Teil noch Gegenstand experimenteller Untersuchungen sind. ". Inzwischen hat der Weberberg.de-Chef die Wunderpflanze beim Kampf gegen einen maladen und schmerzenden Zahn erprobt. Nach einer Stunde war der Zahn wieder voll belastbar.
BIBERACH 11. September 2011 Am Tag des offenen Denkmals herrschte Hochbetrieb an vielen der an diesem Tag zum Teil erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemachten Orten. Im Museum (oben links) stauten sich InteressentInnen vor der Ausstellung "Ein Medikament entsteht". Edeltraud Garlin konnte viele Besucher im Probenraum des Dramatischen Vereins im Komödienhaus begrüßen. Dort konnte man nicht nur die Kostüme bestaunen, sondern sich auch bewirten lassen. Auch im Käskeller in der Steigstraße (rechts) ging es lebhaft zu. Was es mit dem Käskeller auf sich hat, erfährt man hier.
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BIBERACH 21. Juli 2011 Gute Stimmung trotz Aprilwetter Und das ist kein Zufall, denn am Schwanenkeller legten DJ Danhall und DJ Wy-Ly auf, was, wie man sieht, viel Anklang fand. DJ Wy-Ly (oben links Mitte) erinnert immer ein wenig an diesen Chocolate Rain Sänger. Die Dirndl waren wohl vom rappelvollen Festzelt rübergeschwappt. Vor dem Café Weichhardt spielte mal wieder das Gitarrenduo "Drunken Elephants", die schon bei der Musiknacht die Gäste mit ihren überwiegend eigenen Liedern begeisterten. Ein Video des Duos gibt es hier. .
BIBERACH 18.. Juli 2011 Unser Planking-Gewinnspiel kann bisher drei Einsendungen verzeichnen. Sie sehen sie oben.
BIBERACH 17./18.. Juli 2011 Eine besonders scheene Schütza ist die diesjährige für Weberberg.de-Leserin Verena F. ganz inks), die in der Sonntagnacht endlich das bei einem Gewinnspiel gewonnene München-Buch entgegennehmen konnte. Gleich deifach konnte sich Fabi R.(ganz rechts) freuen, der nach supererfolgreich abgeschlossenem Studium (Note: 1,5), sich einen Traumjob in München sicherte und am Montag den Bunten Zug unbeschwert genießen konnte.
BIBERACH 15. Juli 2011 Es ist angezapft Hier Bilder aus dem Festzelt. Und morgen geht das Schützenfest offiziell los. Oben KLutscher des Biermobils, das Eheaar Zimmermann von der Berg brauerei, die Kleine Schützenmusik und Schützadirektor Klaus Bott vielleicht beim Versuch, das Weberberg.de-Zeichen zu machen. Dazu ein schwungvolles Bild vom Rummel.
BIBERACH 14. Juli 2011 Die Kleine Schützaparty von Weberberg.de und der Metzgerei Koch gibt es auch in diesem Jahr. Fünf Mal die freie Auswahl bei den Gerichten und dazu fünf Getränke winken dem Gewinner. Wie man gewinnt, lesen Sie in der Bergzeitung. Klickbild..
BIBERACH 13. Juli 2011 Vorspiel Wegen Regens sollte das Probe-Antrommeln wohl ausfallen, daher waren heuer nicht alle Gruppen anwesend. Aber einige konnten die Besucher auf den Tribünen doch erleben. Oben die Kleine Schützentrommler und untern die Bürgerwehr.
BIBERACH 11. Juni 2011 Das 7. Rosenfest wurde zwar durch einen kräftigen Schauer unterbrochen, aber man war vorbereitet: Weiße Schirme schützten die vielen Stände und so konnte wieder mit reichlich Mundarttheater, Musik und natürlich Rosen bei bester Stimmung auch in diesem Jahr am Weberberg gefeiert werden. Im Haus des Architekten Hmm gab es eine Premiere: Zum ersten Mal stellten im Keller die Freunde des Museums Biberach Gegenstände aus dem Webermuseum aus. Und wieder erfreute Clown Payasito Benji Balloon die Kinder mit seiner erstaunlichen Fingerfertigkeit.
BIBERACH/MÜNCHEN 20. April Im Weberberg.de-Gästebuch ist das Thema "Mahnwache" seit mehreren Wochen ein Dauerbrenner in der Diskussion.
In München kann man am Fuße der Bavaria eine andere Protestform sehen: Telefonterror. Auf einem Abreißzettel ist zu lesen: "just dial this number of the Republic of China Embassy in Berlin, and ask where is Wei Wei, then hang up."
Wieviele Menschen die 030/275880 bereits gewählt haben, ist nicht abzulesen.
BIBERACH 6. April 2011 Einen netten Aprilscherz hätte die Meldung ergeben, dass Figaro Claus demnächst eine Filiale am Roten Platz in Moskau eröffnen würde. Man hätte das schön mit Ansichten aus einem russischen Magazin illustrieren können, das sich auf etlichen Seiten dem Friseur aus Biberach widmet. Im Urlaub auf den Kanaren machte Claus Niedermaier offenbar so viel Eindruck bei den russischen Gästen eines Fachkongresses unter der kanarischen Sonne, dass es vierzehn Tage später zu einem Interview und zu Aufnahmen kam und er sich noch einmal kurz darauf in einer sechsstündigen Konferenzschaltung mit vier Personen wiederfand, in der er eine Vielzahl von Fragen über Mode in Deutschland und die Unterschiede zwischen russischen und deutschen Friseuren beantworten musste. Wenige wochen später konnte der Figaro dann stolz das Heft präsentieren, das ihn in Russland bekannt gemacht hat.
Wer es genauer wissen will, kann hier nachlesen, was man in Russland jetzt über Deutschland, Biberach und Figaro Claus weiß. Die Eröffnung eines Salons in Moskau plant Figaro Claus natürlich nicht.

MÜNCHEN/BIBERACH 6. April 2011 Das "Making of..." des Fettback-Zyklus unserer Startseite kann man hier auszugsweise sehen. Ganz links der Blick vom Dachrestaurant des "Bayerischen Hofes" in München. Eine Aussicht, die den Blick auf den vor dem Hotel stehenden Fanschrein für Michael Jackson fallen läst. Dort entstanden die Fotos für das Startbild "Ewig Liebe! (Schrein I)". Für manche LeserInnen ein völlig durchgeknaltes Projekt.
BIBERACH 23. März 2011 Die Fastenbrezelzeit ist in diesem Jahr, in dem Ostern so spät liegt, besonders lang. Bei der Bäckerei Häring bilden sich von Weihnachten bis Ostern vor allem am Samstag lange Schlangen von Kunden und Kundinnen, die die leicht gesalzenen, noch warmen knusprigen Brezeln kaufen und meist schon auf dem Nachhauseweg anfangen, daran zu knabbern. Das richtige Rollen und Schwingen des Teiges zur Brezelform will gelernt sein. Auf einem Regal werden die Bretter mit den etwa 45 Brezeln gelagert, bevor die Brezeln ins heiße Wasser kommen, danach mit dem Holzschießer zu Fünft in den Ofen, etwa fünf Minuten gebacken werden, dann mit dem Ausbackschießer aus dem Ofen geholt und in den Korb geworfen werden. Und schon wird weiter Teig gerollt für Biberachs beliebteste Brezeln. Mehr über die Fastenbrezeln hier.
BIBERACH 21. März 2011 "Wie früher!" meinte ein Passant, als er an der Mahnwache zu den Opfern der Katastrophen in Japan vorbeiging, zu der sich gut 250 Menschen auf dem Marktplatz eingefunden hatten. (Auf dem Ulmer Münsterplatz waren es laut Polizei nur rund 100.) Ganz unberechtigt war die Bemerkung nicht, denn es wurden "Wehrt Euch! Leistet Widerstand!" und "We shall overcome!" gesungen. Eine Greenpeace-Vertreterin redete lange, zwei Spendenaktionen wurden angekündigt, die Forderung nach sofortiger Abschaltung aller AKWs wurde beklatscht, es wurde gebetet und Thomas Fettback, Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der e.wa riss sprach von der Wut, die ihn packte, als er hörte, dass man plötzlich sieben von 18 Kernkraftwerken ausschalten kann, ohne dass das Licht ausgeht. "Entweder hat man uns vorher belogen oder es gibt ungeheure Überkapazitäten." In den PowerPoint-Präsentationen des Unternehmens hatte man ihm offenbar die wahren Verhältnisse jahrelang verschleiert. Willkommen im Kapitalismus, Herr Fettback! Was soll man schon von einem Unternehmen erwarten, dass seine KundInnen so schlecht darüber informiert, wie sie einen günstigen Stromtarif wählen können (wir berichteten).

BIBERACH 27. Februar 2011 KGB in Biberach Es ist das neueste, hellste und vielleicht ungewöhnlichste Restaurant Biberachs – das KGB, das Mitte des Monats in der Bachgasse 17 eröffnet hat, dort, wo es einst das Inside, das ComeIn oder die Lounge 17 und noch früher das Escada, das Warsteiner oder die Pflugmälze gab. KGB steht für Komitet gossudarstwennoi besopasnosti pri Sowjete Ministrow SSSR, Komitee für Staatssicherheit beim Ministerrat der UdSSR (Link). Und daran lässt zunächst auch das Restaurantlogo keinen Zweifel, denn darin ist das G durch Hammer und Sichel ersetzt. Spätestens wenn die Bedienung in sowjetischer Armeeuniform an den Tisch tritt, weiß man, dass man es mit einem Themenrestaurant zu tun hat. Dass dafür ausgerechnet der Name des berüchtigten sowjetischen Geheimdienstes gewählt wurde, irritiert manche. Aber Valentin Vogel (oben links mit Gattin Julia) , der Betreiber und Koch des Restaurants lächelt: „Das ist doch alles lange her und der Name dieses Untergrundgeheimdienstes passt doch gut zu diesem Kellerlokal.“ Da hat er recht, denn der KGB wurde 1991 aufgelöst. Jetzt hängen dort, wo zuletzt Diskolichter fürs Flackern im Halbdunkel gesorgt hatten, Kronleuchter für gleißend helles Licht. Es fällt auf eine Speisekarte, die für hiesige Gefilde, in denen sich etliche türkische oder asiatische Imbisse finden, auch italienische, mexikanische oder griechische Restaurants, ungewöhnlich ist. .Auf sechs Seiten finden sich russische Gerichte, von denen vielleicht Borscht das bekannteste ist, aber damit nicht das Highlight der Karte.

 

 

Valentin Vogel hat durchaus mehr zu bieten. Das verwundert bei seiner Kochkarriere nicht. Vor 13 Jahren kam er nach Biberach, lernte zunächst im Grünen Baum, arbeitete danach im Bowlingcenter im Weißen Bild, im Kurhaus von Bad Buchau und zuletzt im Biberacher Kapuzinerhof. Erfahrung bringt er also reichlich mit und auch ein Gefühl dafür, was russische Küche bedeutet. „Die Gäste hier sind zu 70 Prozent Menschen mit russischer Herkunft, aber das Restaurant ist natürlich für alle da.“

Ein Gericht auf der Karte (Klickbild rechts über einem Foto von Pelmeni Sibirskie) heißt Raki. Damit ist in diesem Falle nicht der türkische Anisschnaps gemeint, sondern ein Teller mit roten Flusskrebsen, angerichtet mit Oliven, Zitronenscheiben und allerlei Salatgemüse. Beim KGB, so ist zu lesen, war dieses Gericht, serviert mit Bier, besonders beliebt. Mit russischem Bier, versteht sich, und das gibt es hier in mehreren Stärken. Wir haben Raki getestet und können es durchaus weiterempfehlen. Wer rauchen möchte, dem steht ein kleiner dunklerer Nebenraum mit Bildschirm zur Verfügung. Die Öffnungszeiten des KGB sind 17 – 00 Uhr, freitags und samstags von 17-3 Uhr, sonntags von 17-22 Uhr. Montag ist Ruhetag.

BIBERACH 16. Februar 2011 Wie der Lokalpatriotismus des Weberberg.de-Chefs einmal einen gehörigen Dämpfer bekam. Wenn man zwischen den Jahren zu einem Konzert der New Yorker Philharmoniker eingeladen wird (mit Musik von Mozart, Mahler und Thomas Adès und einem Auftritt des Starbaritons Thomas Hampson, siehe SW-Foto. Als Talk Show Gast hier.) und sich an dieses Konzert ein von Mimi Sheraton organisiertes und vom legendären Lutèce-Chef André Soltner kreiertes Dinner anschließt, dann weiß man, dass man dazu nicht in Jeans und ausgelatschten Schuhen erscheint. Da muss es dann schon etwas Besseres sein. Ein schwarzer Anzug kommt einem da in den Sinn. „Den musst du in München kaufen!" rieten kundige Freundinnen, doch der Weberberg.de-Chef winkte ab: „Wir haben gute Herrenausstatter in Biberach und den Weihnachtsstress in der Münchner Fußgängerzone tue ich mir nicht an!"

So ging er also eines späten Nachmittags auf Anzugsuche in der Kreishauptstadt. Erste Station: C&A. Das ist natürlich nicht so die richtige Adresse für einen zum Nobelevent passenden Anzug, aber nach Jahren ohne Anzugkauf musste man ja erst einmal üben und sich bei den Preisen schlau machen. Das Ergebnis war gemischt: Ein Anzug war zwar recht rasch gefunden, aber wirklich perfekt saß der nicht. Günstig war er, aber weit und breit war kein Personal zu sehen, das einen hätte beraten können. Also ging es in der Kleiderladenhierarchie erst einmal deutlich nach oben: zu Warth am Kesselplatz. Die freundlich-lässige Bedienung konnte zwei Anzüge anbieten, Preiskategorie so 4-500 Euro, was eigentlich gepasst hätte, denn die Schmerzgrenze lag eher über 1000 Euro. Die Anzüge lagen eigentlich recht angenehm am Körper, aber ganz überzeugt war der Käufer noch nicht. Er ließ sich fotografieren, um den Lieben in der Ferne ein Foto zur Meinungsbildung schicken zu können. Dann ging es zu Kugler, wo immerhin eine kundige Verkäuferin darauf hinwies, dass die Größe 52 für die Figur des Kunden nicht geeignet wäre, dass man eher nach Größe 26 schauen sollte. Und schon zauberte sie das einzige (!) Modell hervor, das passend zur Verfügung stand. Der Kunde, immer noch nicht ganz überzeugt, ließ es sich zurücklegen und ging dann wieder zur Firma Warth. Dort fragte er nach Größe 26, die man ihm aber nicht anbieten konnte.

Am Abend gingen die Fotos mit Anzügen von C&A, Warth und Kugler per Email in die Ferne und die ablehnende Reaktion aus dem Freundeskreis folgte prompt.

Und damit war Biberach erst einmal abgehakt. Also auf in den Kampf am letzten Adventssamstag nach München. Nicht gerade leer war da die Kaufingerstraße, die sich vom Marienplatz Richtung Stachus erstreckt. Aber bei Hirmer, dem renommierten Herrenausstatter, ging es in dem zweiten Stock, dort, wo es Anzüge gab, doch recht ruhig zu. Personal gab es reichlich. Der Kunde steuerte auf den ältesten zu sehenden Verkäufer zu und hätte nach 15 Minuten den Laden eigentlich wieder verlassen können, denn man hatte ihm aus einem großen Angebot einen passenden, eleganten Anzug für 299 Euro präsentieren können. Natürlich gibt es bei Hirmer auch Anzüge, die 1-2000 Euro kosten. Der Verkäufer riet ab. Die Stoffqualität sei zwar besser, das Tuch etwas leichter, aber eben auch empfindlicher. Der Anzug zu 299 Euro also ein perfekter Kauf: Guter Sitz und exzellentes Preis-Leistungsverhältnis. Bei so sachkundiger Beratung, so ruhig kompetentem Service traten dem Kunden fast die Tränen in die Augen, denn so etwas hatte er lange nicht erlebt. Und für ihn heißt es in Zukunft: Kleiderkauf? Lieber in München.

Man verstehe das nicht falsch: Natürlich kann man bei Warth nicht die Auswahl eines großen Modekaufhauses wie Hirmer erwarten. Aber bei den Preisen, die Biberachs Nobelladen verlangt, wäre die einzig kompetente Auskunft gewesen: „In Ihrer Größe haben wir nichts.“ statt den Kunden mit einem zu langen Sakko mit zu langen Ärmeln aus dem Laden gehen zu lassen, denn die Größe 52 ist nun einmal für Leute gedacht, die einen gestreckteren Oberkörper und längere Arme haben. So aber hätte man dem Kunden wohl ruhig einen halben Tausender abverlangt und ihn mit einem Anzug in die New Yorker Philharmonie geschickt, der weder zum Kunden noch zum Event gepasst hätte.

P.S.: Die Geschichte hat ein nerviges Zwischenspiel. Der Flug von München nach New York landete pünktlich, dann aber hieß es, sieben Stunden im Flieger auf dem Rollfeld zu warten, bis man aussteigen durfte. Den Koffer mit dem Hirmer-Anzug konnte der Reisende nach einer Woche am Flughafen abholen – immerhin rechtzeitig genug, um ihn bei einem vorzüglichen Konzert einzuweihen. Inzwischen hat der Autor sich noch zwei weitere Anzüge zugelegt - beide von Hirmer.

Mimi Sheraton (Link) mit André Soltner (Link) und Zarin Mehta, Präsident und Executive Director des New York Philharmonic.
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