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BIBERACH
27. Januar 2012 Kretsche in town
So laut gepoltert hat Winfried
Kretschmann wohl noch nie in Biberach. Was ihn
beim Gespräch mit Kreistagsabgeordneten im
Landratsamt so nervte, waren die Fragen zur
Polizeireform. Da sei noch nichts beschlossen.
Es gäbe erst noch vier Regionalkonferenzen und
dann würde man weitersehen. Wann und wo genau
diese Konferenzen stattfinden würden, war ihm
nicht erinnerlich. (14. Feb. In Karlsruhe, 1.
März in Stuttgart, 6. März in Tübingen und 7.
Februar in Freiburg). Wäre Kretschmanns Gepolter
nur eine Nuance lauter gewesen. Hätte man sich
in eine Polizeistube versetzt gefühlt, in der
gerade ein Streifenbeamter wegen eines
voreiligen Leserbriefes zusammengestaucht wird.
Kreisrat Dehio hatte offenbar den Sinn der
Veranstaltung nicht verstanden, denn nachdem
mehrere Fragen gestellt worden waren, maulte er:
"Ich will den Ministerpräsidenten hören!" Der
aber war gekommen, um zu hören, was die
Kreisräte denken. Kretsches Motto dazu: "Die
Politik des Gehörtwerdens soll nicht nur ein
Sonntagsspruch bleiben."
.
Ansonsten war Kretsche gewohnt souverän: „Die
Sorge um den ländlichen Raum ist bei mir gut
aufgehoben,“ beruhigte er. Und: Es werde „mehr
Polizisten vor Ort geben. Der ländliche Raum
wird profitieren,“ versprach er. Ähnlich zur
Schulpolitik: „Das habe ich klar auf dem Schirm
und da brauchen Sie mich nicht katholisch
machen.“ Und zu der Krankenhausreform meinte
er: „Die Leute gehen dorthin, wo 170 Operationen
gemacht werden und nicht 7. Die Leitlinien
bestimmen die Patienten selber.“ Und beim Thema
Straßenbau versicherte der Grüne, dass Straßen
gebaut würden, wenn sie nötig wären. Allerdings:
„es geht um Realitätssinn“ und das heißt, dass
nichts gebaut werden kann, für das kein Geld da
ist. Das passe sicher nicht jedem, aber: „Sie
können einen Grünen anschreien, aber Zahlen
nicht.“ So bekundete er auch den Anhängern des
Bundesstraßenausbaues im Kreis: „Ich habe volles
Verständnis, aber keinen Geldscheißer.“
Im Moment zögen die Leute
wieder zurück in die Städte, ganz anders als
noch vor einigen Jahren. Das müsse man
akzeptieren, genauso wie den demographischen
Wandel. Denn: „Wir könne den Frauen nicht die
richtigen Männer suchen.“ In der Schulpolitik
beruhigte er: „Wir machen nichts, was nicht
irgendwo auf der Welt funktioniert.“ Und
beklagte, dass die Schweiz mittlerweile mit
besserer Bezahlung deutsche Lehrer wegschnappe.
Vehement sprach er sich für die Ganztagsschule
aus du die nur so möglich individuelle
Förderung.: „Wenn uns das nicht gelingt, können
wir die Prosperität hier nicht halten."
Zum Thema Bundespräsident
wollte er sich nciht äußern. Es stünde der
Exekutive und einem Ministerpräsidenten nicht
an, das zu kommentieren, sagte er im
Pressegespräch auf eine Frage von Weberberg.de.
Nach dem Besuch im Landratsamt
gab es einen im Rathaus. Auf dem Weg dorthin
erzählte ihm Thomas Fettback von seinem
Werdegang vom Reingschmeckten zum integrierten
Bürger. Und sagte dann im Rathaus einen seiner
schönen Sätze: „Die wichtigste Frage ist ja
immer das Warum.“
Danach ging es dann in die
Kirche.
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BIBERACH
1. Dezember 2011
Der Neue beim WoBla Noch mögen ihn alle, so empfindet er es
zumindest bei seinen vielen Gesprächen. Noch ist
niemand sauer auf ihn, außer vielleicht ein
Anrufer, der meint, die Scheckübergabe in
seinem Vereinsheim sei ein heißer Stoff für den Aufmacher.
Seit drei Wochen ist er hier und es gefällt ihm
außerordentlich. Die Rede ist von Robin Halle,
dem Nachfolger von Wolfgang Gröner als
Chefredakteur beim Wochenblatt. "Biber
Bertram!" ist passé, "Schorle
weiß sauer"
bleibt. Und noch immer ist Wolfgang Gröners
Stimme auf dem Anrufbeantworter des
Redaktionsleiters zu hören. Was ist in Zukunft
vom WoBla zu erwarten? Wir trafen
Robin Halle zu einem Gespräch im Café Weichhardt,
das es mit
Wolfgang Gröner sicher nie gegeben
hätte.
Weberberg.de:
Wie sah Ihr journalistischer Werdegang bisher
aus?
Robin Halle: "Ich hatte mich schon mit 15 Jahren
entschieden, Journalist zu werden. Damals, 1985,
weil in meinem Zeugnis die Deutsch-Note "sehr
gut" auf dem Zeugnis stand. Fragen Sie besser
nicht nach Latein, Mathe oder Biologie...
Deshalb hatte ich bei der Westfälischen
Rundschau in Dortmund angefragt, ob man für
einen "freien Mitarbeiter" wie mich Verwendung
findet. Ich durfte Texte über
Amateurfußballvereine schreiben, über
Tennisturniere, Squash und kleinere Portraits.
Das hat mir sehr, sehr viel Freude bereitet,
deshalb wurde das Hobby später zum Beruf. Also:
Studium der Sportpublizistik in Köln,
Volontariat beim kicker-sportmagazin in
Nürnberg, Redakteur bei der Tageszeitung DIE
WELT in Berlin, dann SPORT BILD - Leiter der
Redaktion Nordrhein-Westfalen in Essen/Dortmund.
Das alles ausgezeichnet mit drei
Journalistenpreisen, u.a. vom Bund der
Steuerzahler."
Den
Preis gab es für eine brisante Story.
Deutschlands Top-Kicker genossen bei ihren Sonn-
und Feiertagsspielen die gleichen Steuervorteile
wir etwa eine Krankenschwester im
Sonntagsdienst. Ein Skandal, denn für die
Fußballmillionäre waren diese Regelung nicht
gedacht. Die zehnfache Prämie steuerfrei! Der
Bundestag griff ein und änderte das Gesetz. Man
darf annehmen, dass Deutschlands Bundesligisten
nicht gerade einen Halle-Fanclub gegründet habe.
Den Fair Play Preis erhielt er für ein
knallhartes Interview mit Christoph Daum
nach dessen Koks-Affäre. Einen weiteren Preis,
die "Oldenburger Feder" gab es für die
Geschichte über den 19jährigen Schalke-Fan
Brian, der sich das Leben nahm, weil er für
sechs Jahre Stadionverbot bekam . Wofür? Weil er
zur falschen zeit am falschen Platz war und als
Unbeteiligter in eine Schlägerei mit
Fußballrowdies geriet. .Halle besuchte die
Familie, veröffentlichte Fotos von Brians Zimmer
und aus seiner Kinderzeit. Das hört sich
auf den ersten Blick nach BILD an. Und damit
sind wir bei der nächsten Frage.
Weberberg.de: Ein typisch Biberacher Reflex wäre
da, zu sagen "Nach Gröner kommt jetzt ein Mann
von BILD. Da geht's jetzt dann vollends abwärts
mit dem WoBla.". Was sagen Sie dazu?
Robin Halle: "Das sagt bestimmt niemand! (Man
muss ihm nachsehen, dass er das
Weberberg.de-Gästebuch noch nicht kennt. D.ie
Redaktion) Ich würde auch Menschen nicht
verstehen, die die Arbeit der Kollegen von BILD
grundsätzlich ablehnen. BILD bestimmt jeden Tag
die Nachrichtenlage in Deutschland - das ist das
höchste Gut im Journalismus! Natürlich kann man
über die Präsentation von Geschichten streiten,
über die Färbung, die Aufmachung, die
Bildauswahl. Aber viele Nachrichten stehen nun
mal zuerst in BILD! Trotzdem, falls es Zweifler
beruhigt: Ich komme von SPORT BILD, Europas
größten Sportmagazin mit vier Millionen Lesern.
SPORT BILD und BILD sind zwei völlig
unterschiedliche Redaktionen, die Arbeitsweisen
unterscheiden sich erheblich."
Als gebürtiger Dortmunder schlägt sein Herz
natürlich für die Borussia. Aber seinen
dreijährigen Sohn will er möglichst bald beim FV
Biberach anmelden. Hofft da jemand auf den
Frühstart des Sprösslings in die Profikarriere?
Weberberg.de: Aha! Das WoBla nicht dann wohl
nicht zu einem reißerischen Kampfblatt als das
die BILD gerne angesehen wird. Also wird
jetzt alles besser?
Robin Halle: "Das WOCHENBLATT war vor meinem
Amtsantritt doch nicht schlecht - im Gegenteil.
Wolfgang Gröner hat das Blatt über 40 Jahre lang
als echte Alternative zur Schwäbischen Zeitung
auf dem Markt platziert. Diese Leistung ist fast
unglaublich. Ein kostenloses Anzeigenblatt als
Alternative zu einer profilierten
Regionalzeitung - wo gibt es so etwas in
Deutschland? Aber, sicher, ein paar Aspekte
können noch besser werden. Die Berichterstattung
über Vorgänge außerhalb Biberachs zum Beispiel.
Das heißt, ich möchte mehr spannende,
überraschende Geschichten aus Laupheim, Bad
Schussenried, Schwendi oder anderen Städten
drucken. Im optischen Auftritt ist ebenfalls
Luft nach oben, genauso in der cross-medialen
Vernetzung."
Weberberg.de: Mit einem Anzeigenblatt.
Robin Halle: "Natürlich sind bei einer Zeitung
wie dem WOCHENBLATT kommerzielle Interessen
stärker zu berücksichtigen als etwa bei
Springer. "
Weberberg.de: Und Springer-Zeitungen lesen Sie
nach wie vor?
Robin Halle: "Natürlich. Meine
Lieblingszeitungen sind die Welt am Sonntag und
das Hamburger Abendblatt."
Weberberg.de: Was hat Sie in Biberach bisher am
meisten verblüfft?
Robin Halle: Die Freundlichkeit und Offenheit
der Menschen, wenn ich sage, dass ich für das
WOCHENBLATT berichte. Ich bin überall, wirklich
überall herzlich willkommen. Auch dann, wenn ich
Vorgänge kritisch beleuchte. Das war beim
Axel-Springer-Verlag häufig anders.
Weberberg.de: Was werden Sie hier unten
kulinarisch vermissen?
Robin Halle: "Das kann ich noch nicht
abschließend beurteilen. Mein erster Reflex war
beim Rundgang durch die Biberach die Frage:
"Mensch, wo gibt's denn hier eine Pommesbude?"
Die gibt's in Dortmund an jeder Ecke, geöffnet
von 10 - 24 Uhr. Man isst "Pommes Schranke",
also Pommes mit Currywurst, Ketchup und Mayo.
Ich wüsste nicht, wo ich das nach 20 Uhr in
Biberach bekommen sollte. Aber: Ich werde
täglich mit anderen, unglaublich leckeren Dingen
konfrontiert. Die Steinofen-Dennette von Mia
Göppel auf dem Wochenmarkt sind kaum zu toppen!
Oder der Apfelsaft der Familie Stigmiller-Lutz
in Ummendorf. Ich habe sogar Kutteln probiert -
auch gut! Genauso wie Schwäbische Maultaschen.
Mein Fazit nach drei Wochen Biberach: Hier
schmecken Lebensmittel noch so, wie sie
schmecken sollten. Das will ich in ein paar
Wochen wahrscheinlich nie mehr missen. Aber,
mein Wunsch: Ich bin in der Regel bis 22 Uhr in
der Redaktion oder bei Terminen - und ich würde
auch spät Abends gerne noch etwas Leckeres
verköstigen."
Weberberg.de: Zurück zur Pressearbeit. Biberach
ist ein Ein-Zeitungs-Kreis. Hat so etwas Ihrer
Erfahrung nach gravierende Nachteile?
Robin Halle: "Eindeutig: Ja! In allen
Großstädten, in denen mehrere Tageszeitungen
miteinander konkurrieren, werden Missstände
viel eher öffentlich. Nehmen Sie Köln mit dem
Kölner Stadtanzeiger, der Kölnischen Rundschau,
dem Express und BILD. Da bleibt nichts geheim.
Oder in Berlin mit sieben großen Zeitungen. Mein
Credo heißt: Kommentieren kann jeder - aber
Nachrichten generieren, exklusiv und nachhaltig,
das ist die journalistische Königsdisziplin!
Wenn Sie irgendwann zuerst im WOCHENBLATT lesen,
dass ein Bürgermeister 10 Millionen Euro für
eine überflüssige Baumaßnahme bewilligt und
danach die ganze Stadt darüber spricht, dann
haben wir alles richtig gemacht."
Weberberg.de: Und da können und wollen Sie
gegensteuern?
Robin Halle: "Die Kollegen von der Schwäbischen
haben natürlich einen Zeitvorsprung als
Tageszeitung. Ich hoffe aber, durch persönliche
Kontakte an neue Geschichten zu kommen und
eigene Geschichten zu generieren. Und wenn
irgendwo ein Bürgermeister oder Politiker der
Region Geld veruntreut, dann werden Sie das im
WOCHENBLATT lesen, kommerzielle Interessen hin
oder her. "
Weberberg.de: Zu wünschen wäre es Ihnen und den
BiberacherInnen. Wir danken für dieses Gespräch.
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Robin Halle---

---im Gespräch mit CDU-Mann Tom Abele...

...und (ganz natürlich) mit dem
Weberberg.de-Chef.
Und hier das WoBla der ersten Dezemberwoche 2011



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BIBERACH 12. November 2011
Künstlerportrait Oliver Schwarz
Vor kurzem wiesen wir auf eine Ausstellung von
Bildern Oliver Schwarz* im Biberacher Rathaus hin. Hier
mehr über den Künstler im Selbstporträt. Das bin ich...
Geboren 1970 und aufgewachsen im oberschwäbischen
Biberach an der Riß.
Schon früh habe ich mich mit der Malerei beschäftigt.
Meine Einstiegsmedien waren Comics, u. a. von Uderzo &
Goscinny (Asterix) oder Jerry Siegel & Joe Shuster
(Superman). Während meiner Schulzeit beschäftigte ich
mich mit allen möglichen Maltechniken. Über Blei- und
Buntstiftmalerei, Wasserfarbtechniken bis Ölmalerei. Bei
der Ölmalerei blieb ich auch viele Jahre. Nachdem ich
Pastellkreiden für mich entdeckt hatte, bot sich mir die
Gelegenheit kleinere Ausstellungen in Biberach zu
veranstalten.
Aber im Oktober 1997 erlitt ich einen herben Rückschlag
in meinem künstlerischen Schaffen. Ein Autounfall
beendete meine Künstlerkarriere bevor sie begann. Ich
musste auf Grund einer Komplettlähmung meines rechten
Armes einige Jahre den Pinsel weglegen und machte eine
Umschulung zum Mediengestalter. Nach einigen Jahren und
unzähligen Rehamaßnahmen begann ich mit der linken Hand
zu malen.
Ausstellungen:
Juli 1995 Ausstellung im Hotel Reith (heute Hotel zur
Riss)
Mai 1997 Ausstellung im Komödienhaus Biberach
September 2011 4wöchige Ausstellung mit großformatigen
Gemälden im Biberacher Rathaus
Publikationen:
„Painting Amy“ eine Schritt für Schritt Anleitung zum
Malen eines realistischen Portraits
Meine neueste Aktion ist eine Schritt für Schritt
Anleitung zum Malen eines realistischen Portraits. Ich
habe Amy Winehouse gemalt und einzelne Schritte der
Entstehungsphase dokumentiert. Entstanden ist ein
20seitiges Heft (inkl. Umschlag) erhältlich als
gedruckte Version oder als ebook bei www.epubli.de.
http://www.epubli.de/shop/autor/Oliver-Schwarz/3055
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Dazu habe ich eine Facebookseite
gemacht und ein Video bei YouTube eingestellt.
http://www.facebook.com/pages/Oliver-Schwarz-Portraitmaler/160456307381612?sk=wall
http://www.youtube.com/watch?v=fdKN9ehrx3M |
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BIBERACH
12. November 2011
30 Jahre Weltladen Biberach - Ambiente, Warensortiment
und Bewusstseinsarbeit weiterentwickelt Vom 14. bis 19.
November begeht der Biberacher Weltladen sein
30-jähriges Jubiläum. Dabei wird über Hintergründe
informiert, werden verdiente Mitglieder geehrt und
Perspektiven für die Zukunft gegeben. Von Montag bis
Samstag ist im Laden Schadenhofstraße 11 einiges los.
Produkte aus der weiten Welt werden vorgestellt, sie
sind auch zur Verkostung bereit. Über besondere Gegenden
mit ihren Problemen und Chancen wird informiert. Es gibt
Filmvorführungen und Quizveranstaltungen. Am Mittwoch,
16. November, findet um 18.30 Uhr ein ökumenischer
Gottesdienst in der Evangelischen Spitalkirche statt.
Der Gottesdienst wird von Pfarrer Lutz Keil und
Pastoralreferent Johannes Walter gestaltet unter dem
Motto "Das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein".
Am 16. November 1981 beschloss eine Gruppe engagierter
Bürger in Biberach die Gründung des Vereins "Ökumenische
Aktion für Partnerschaft in der einen Welt". Als
Förderer traten damals auf: der Arbeitskreis für
Entwicklungspolitik AKE, das Evangelische Jugendwerk und
die Katholische Kirchengemeinde Sankt Martin. Die 70-er
und 80-er Jahre waren ja politisch dadurch geprägt
gewesen, dass man den Kalten Krieg zwischen West und Ost
(erste und zweite Welt) in die Länder der Dritten Welt
hineingetragen hatte. Das bedeutete Misstrauen und
Verdächtigungen gegenüber Staaten, die mit der jeweils
anderen Seite der beiden Weltblöcke zusammenarbeiten
wollten. Auch in Biberach erkannten im christlichen
Glauben verwurzelte und politisch wachsame Menschen die
Ungerechtigkeiten im Welthandel, die verheerenden
Konsequenzen der Waffenlieferungen, die Ausbeutung der
Bodenschätze in der Dritten Welt. Sie machten sich
Gedanken, wie man den Ungerechtigkeiten und der weiteren
Verarmung entgegentreten könnte.
Schon
in den 70-er Jahren führte man in Biberach Informations-
und Verkaufsveranstaltungen durch, die auf die
christliche Verantwortung für einen gerechten Handel
gegenüber der Dritten Welt aufmerksam machen wollten. Es
gab Stände auf dem Wochenmarkt und bei kirchlichen
Veranstaltungen. Das ökumenische Projekt "Aktion
Dritte-Welt-Handel" entstand. Daraus erwuchs schließlich
der Wunsch, ein regelmäßiges Angebot von fair
gehandelten Waren zu schaffen. So wurde 1981 der Verein
gegründet, der durch seine Namensgebung "Ökumenische
Aktion für Partnerschaft in der einen Welt" auf die
Überwindung der Machtblöcke hinweisen wollte, und man
beschloss die Eröffnung eines Ladenlokals in der
Pfluggasse. Wer den Laden betrat, musste wegen der
niedrigen Raumhöhe den Kopf einziehen. Die Verkaufstheke
kam von einer still gelegten Bäckerei aus dem Allgäu.
Nach etwa zehn Jahren ergab sich die Möglichkeit, in ein
größeres Geschäft in der Gießübelgasse umzuziehen. In
der darauf folgenden Zeit steigerte sich das öffentliche
Interesse, die Informationsarbeit in Schule und Kirche
und in der Stadt verstärkte sich, sodass das
Warenangebot des Ladens sich erweitern musste. Es ging
nun nicht mehr nur um Kaffee und Lebensmittel, sondern
um Kunstgewerbe, Musikinstrumente, Bücher und Schmuck.
Die Räumlichkeiten in der Gießübelgasse reichten
schließlich nicht mehr aus, und nach längerer Vorarbeit
erfolgte im Herbst 2010 der Umzug in die
Schadenhofstraße. Die zentrale Lage und neue Aufmachung
des Ladens bewirkten eine deutlich gesteigerte
Nachfrage.
Es war in den frühen Jahren nicht selbstverständlich,
dass dieses Projekt von der Bevölkerung angenommen
würde. Was aber viele überzeugte, war die Erkenntnis,
dass mit diesem Laden Hilfe zur Selbsthilfe ermöglicht
wird! |
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| BIBERACH
6. November 2011 Die Biber kommen!
Und sie werden auf GFK sein, aus glasfaserverstärktem
Kunststoff. Produziert werden sie in Lindau, in der
Firma von Ulrich Wiedemann (untere Reihe links), der
auch schon die "Laupfrösche"
für Laupheim produzierte. Etwa 150 solcher Frösche
wurden in der Nachbarstadt verkauft. In Bad Waldsee
fanden 70 Störche Abnehmer, in Ulm etwa 350 Spatzen.
In Biberach liegen bereits 10 Bestellungen vor. Ein
Käufer wird Günther Warth sein, der von der
großen Akzeptanz zu erzählen weiß,
die eine ähnliche Aktion in Laupheim fand. Warth
wird allerdings nur einen Biber erstehen. Wollte er
für alle seine Biberacher Läden einen erwerben,
müsste er neun kaufen. 22 Kilo wiegen die Teile
ohne Boden. Unten rechts die Familie Vogel, der die
Biberacher die Aktion verdanken. (Von links: Jochen,
Alexander, Heinrich und Richard Vogel). Den gespitzten
Mund verdanken die Plastikbiber dem schaffigen Richard,
der beim Arbeiten immer pfeift. Musikalisch untermalt
wurde die Aktion von Biberachs bekanntestem Akkordeonspieler,
Dimca Simijonov.
Einen Malwettbewerb für Kinder gab es auch. Ob
demnächst ein antifaschistischer Biber oder einer
gegen Homphobie in unseren Straßen steht, ist
derzeit noch ungewiss. Eine gute Sache wär's, denn
140 der 845 Euro, die die Biber in neutralem Weiß
kosten gehen auf Spendenkonten. Die ersten 15 ans Tierheim,
die restlichen 15-Euro-Päckle an wohltätige
Organisationen, die der Käufer selbst bestimmen
kann. Mehr zum Projekt auf biber-parade-bc.de
und auf Facebook unter Biber Parade BC. Video
von der Enthüllung hier. |
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| BIBERACH
30. September 2011 Biberach leuchtet Bunte
Fassaden am Marktplatz bei der heutigen langen Einkaufsnacht.
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Burkhart
Kroeber umringt von Festaktgästen. |
BIBERACH 22. September 2011 Festakt
mit Fehler In Biberach wurde gestern der Christoph-Martin-Wieland
Übersetzerpreis
verliehen. In diesem Jahr für die Übersetzung
von Kurzgeschichten, Erzählungen und Kurzprosa.
Die sechsköpfige Jury wählte aus 22 Bewerbungen
aus und entschied sich klar für Burkhart Kroeber
und dessen Übersetzung von Italo Calvinos."Die
unsichtbaren Städte". Es gab anfangs Musik,
dann Reden und später Häppchen. Zu den Rednern
gehörte auch OB Thomas Fettback.
„Hast
du auch so gelitten? Ich halte es ja immer weniger aus.“
sagte jemand nach dem Festakt zum Weberberg.de-Chef.
Der wusste, was gemeint war: die Rede von Thomas Fettback.
Der OB hatte (warum nur?) seinen Kulturdezernenten ausgebootet
und redete selbst. Vielleicht, weil der Dramatische
Verein seit 325 Jahren besteht, vielleicht weil Wieland
vor 250 Jahren Shakespeares „Der Sturm“
hier aufführen ließ. (Ob Fettback ihn jemals
gesehen oder gelesen hat?) Zum 17. Mal wurde der Christoph-Martin-Wieland
Übersetzerpreis verliehen. Das ist kein rundes
Jubiläum.
Aber für Fettback war dies (leider!) „ein
willkommener Anlass, zurückzuschauen, wo wir stehen
und hingehen“. Aha! Denn: „Wieland ist nur
der Grund, warum wir den Preis verleihen.“ Ja,
äh, nur der Grund, soso. |
Und weiter? Nichts. Offenbar hat Fettback gründlich
recherchiert, denn er vermeldet: „Zu Wielands
Zeiten gab es keine Neuen Medien. Es gab kein Facebook.,
keinen Klimawandel, keine Energiewende, kein Bevölkerungswachstum.“
Hammer oder? Dieser Bogen ins Globale. Gefolgt von:
„Der Erdball wird immer kleiner. Natürlich
wird er nicht klein.“ Wer hätte das gedacht?
Und jetzt ganz ins Hier und Jetzt geschlenzt: „Die
Griechen waren mal ganz weit oben, um auf die aktuelle
Problematik Bezug zu nehmen.“ Das verblüfft
jetzt, das mit den Griechen. Und das mit Wieland sowieso,
denn: „Kommunikationswege waren damals unvorstellbar.“
(Gut, dass das die Postkutschenfahrer nicht wussten!)
Und noch eine brandaktuelle Einsicht verdanken wir dem
OB: „Was sich in Nordafrika abgespielt hat, war
eine Facebook-Generation.“ Hoffentlich hat diese
Generation ein offenes Ohr für die qualitätvolle
Übersetzung, denn, so Fettback, die „qualitätvolle
Übersetzung ist eine Grundvoraussetzung für
Dialog in den Kommunen weltweit und auch in Biberach“.
Und damit sind wir auf dem Biberacher Schulhof angekommen,
wo der junge Türke die deutsche Lehrerin anpöbelt.
„In der Türkei,“ so der interkulturell
bewanderte OB, „hätte er mit solchem Verhalten
ein Riesenproblem. Deswegen ist es wichtig, authentische
Übersetzungen zu haben“. An solchen Gedankengängen
hat man sehr lange was zu knabbern. |
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BIBERACH
20. September 2011 Unbekannter Einbrecher
hinterlässt Blutspuren. Ein noch unbekannter
Einbrecher hat sich von Montag auf Dienstag in Biberach
blutende Verletzungen zugezogen. Der Unbekannte hatte vergeblich
versucht, in den Bahnhofskiosk einzudringen. Er warf mit
Pflastersteinen mehrere Scheiben ein, gelangte aber nicht
in den Verkaufsraum. Am Tatort konnte die Polizei etliche
kleinere und größere Blutstropfen feststellen;
vermutet wird, dass sich der Täter an Armen oder Händen
verletzt hat. Der angerichtete Schaden beläuft sich
auf rund 3000 Euro. |
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BIBERACH
16. September 2011 Im Ökodorf gab
es viele interessante Stände FW/UB-Gemeinderat Peter
Rieger (links) stellte seinen Solarkocher vor, preiswert
aus einer alten Satellitenschüssel, etwas Silberfolie
und anderen Elementen, die billig zu erstehen sind, konstruiert,
bringt der Kocher Wasser rasch zum Sieden. Auch eine Glasscheibe
eines Tageslichtprojektors tut da gute Dienste. Rieger hat
sein Gerät schon in Afrika eingesetzt. Demnächst
fährt er nach Dubai, um eine Autoflotte zu betreuen.
Überhaupt hat er viel mit Autos zu tun. Eine Sondergenehmigung
gestattet es ihm, Schweizer Autos zu fahren. (Ohne eine
solche Genehmigung macht sich nach bundesdeutschem Recht
strafbar, wer etwa einen Freund in Basel besucht und den
per Freundschaftsdienst in dessen Wagen nach hause kutschiert.
Richtig teuer kann das werden. Leicht ist da ein Drittel
des Zeitwertes des Autos fällig. (Das
ZDF berichtete.) Bei Peter Riegers Chauffeurtätigkeit
könnte das ohne Genehmigung besonders teuer kommen,
denn er chauffiert auch Schweizer Witwen in den Edelkarossen
ihrer einstigen Ehemänner. Etwa in jenem Aston Martin
mit 600 PS, der einst als Zweitwagen für einen James
Bond Film bereitstand. Solarzellen lieferten Strom für
Riegers Laptop am Stand. Und alles hate er mit dem Fahrrad
auf den Marktplatz gebracht.
Guten Apfelsaft gab es am Stand des Landratsamtes zu verkosten.
Clemens Lutz von Steigmiller-Lutz aus Ummendorf schenkte
ein. In Zeiten, in denen Apfelsaft auch schon mal aus China
kommt, ist es ein gutes Zeichen, das im Rathaus und Landratsamt
jetzt Bio-Apfelsaft aus heimischem Streuobst serviert wird.
Schwester Birgit von der Klostergärtnerei
der Franziskanerinnen von Reute ist rechts mit der Allheilmittel
1000-Wunderpflanze Kalanchoe pinnata zu sehen. Im Voksmund
wird die aus Brasilien stammende Pflanze "Heiliges
Blatt" genannt und die Liste der Anwendungen innerlich
und äußerlich ist erstaunlich. Schwester Birgit
konnte von diversen Heilungen berichten, bei denen selbst
Menschen geholfen wurde, denen Ärzte gesagt hatten
"Das wird nicht mehr!". Für 10 Euro wanderte
die Pflanze über den Stand. Die wikipedia weiß
dies über die heilkräfte der hübschen Pflanze:
"Seit Jahrzehnten wird Kalanchoe pinnata in der Anthroposophischen
Medizin zur Wehenhemmung (Tokolyse) eingesetzt. Zahlreiche
weitere positive Eigenschaften werden beschrieben, wie die
Wirksamkeit bei Leishmaniose, Gelbsucht (Hepatitis), Bluthochdruck
(arterieller Hypertonus) und bei der Wundheilung. Kalanchoe
pinnata wird deswegen seit langem in der traditionellen
Medizin Afrikas, Indiens, Chinas und Australiens eingesetzt.
Darüber hinaus werden antidiabetische, antibakterielle,
immunosupressive, antimutagene und Effekte bei Tumorerkrankungen
beschrieben, die aber zum Teil noch Gegenstand experimenteller
Untersuchungen sind. ". Inzwischen hat der Weberberg.de-Chef
die Wunderpflanze beim Kampf gegen einen maladen und schmerzenden
Zahn erprobt. Nach einer Stunde war der Zahn wieder voll
belastbar. |
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| BIBERACH
11. September 2011 Am Tag des offenen Denkmals
herrschte Hochbetrieb an vielen der an diesem Tag
zum Teil erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemachten
Orten. Im Museum (oben links) stauten sich InteressentInnen
vor der Ausstellung "Ein Medikament entsteht". Edeltraud
Garlin konnte viele Besucher im Probenraum des Dramatischen
Vereins im Komödienhaus begrüßen. Dort konnte man nicht nur
die Kostüme bestaunen, sondern sich auch bewirten lassen.
Auch im Käskeller in der Steigstraße (rechts) ging es lebhaft
zu. Was es mit dem Käskeller auf sich hat, erfährt man
hier. |
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BIBERACH
21. Juli
2011 Gute Stimmung trotz Aprilwetter Und
das ist kein Zufall, denn am Schwanenkeller legten
DJ Danhall und DJ Wy-Ly auf, was, wie man sieht, viel
Anklang fand. DJ Wy-Ly (oben links Mitte) erinnert
immer ein wenig an diesen Chocolate
Rain Sänger. Die Dirndl waren wohl vom rappelvollen
Festzelt rübergeschwappt. Vor dem Café
Weichhardt spielte mal wieder das Gitarrenduo "Drunken
Elephants", die schon bei der Musiknacht die
Gäste mit ihren überwiegend eigenen Liedern
begeisterten. Ein
Video des Duos gibt es hier. . |
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| BIBERACH
18.. Juli
2011 Unser Planking-Gewinnspiel kann bisher drei
Einsendungen verzeichnen. Sie sehen sie oben. |
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BIBERACH
21. März 2011 "Wie früher!" meinte
ein Passant, als er an der Mahnwache zu den Opfern der Katastrophen
in Japan vorbeiging, zu der sich gut 250 Menschen auf dem Marktplatz
eingefunden hatten. (Auf dem Ulmer Münsterplatz waren es
laut Polizei nur rund 100.) Ganz unberechtigt war die Bemerkung
nicht, denn es wurden "Wehrt Euch! Leistet Widerstand!"
und "We shall overcome!" gesungen. Eine Greenpeace-Vertreterin
redete lange, zwei Spendenaktionen wurden angekündigt,
die Forderung nach sofortiger Abschaltung aller AKWs wurde beklatscht,
es wurde gebetet und Thomas
Fettback, Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender
der e.wa riss
sprach von der Wut, die ihn packte, als er hörte, dass
man plötzlich sieben von 18 Kernkraftwerken ausschalten
kann, ohne dass das Licht ausgeht. "Entweder hat man uns
vorher belogen oder es gibt ungeheure Überkapazitäten."
In den PowerPoint-Präsentationen des Unternehmens hatte
man ihm offenbar die wahren Verhältnisse jahrelang verschleiert.
Willkommen im Kapitalismus, Herr Fettback! Was soll man schon
von einem Unternehmen erwarten, dass seine KundInnen so schlecht
darüber informiert, wie sie einen günstigen Stromtarif
wählen können (wir berichteten). |
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BIBERACH
27. Februar 2011 KGB in Biberach Es ist das neueste, hellste
und vielleicht ungewöhnlichste Restaurant Biberachs –
das KGB, das Mitte des Monats in der Bachgasse 17 eröffnet
hat, dort, wo es einst das Inside, das ComeIn oder die Lounge 17
und noch früher das Escada, das Warsteiner oder die Pflugmälze
gab. KGB steht für Komitet gossudarstwennoi besopasnosti pri
Sowjete Ministrow SSSR, Komitee für Staatssicherheit beim Ministerrat
der UdSSR (Link).
Und daran lässt zunächst auch das Restaurantlogo keinen
Zweifel, denn darin ist das G durch Hammer und Sichel ersetzt. Spätestens
wenn die Bedienung in sowjetischer Armeeuniform an den Tisch tritt,
weiß man, dass man es mit einem
Themenrestaurant zu tun hat. Dass dafür ausgerechnet der Name
des berüchtigten sowjetischen Geheimdienstes gewählt wurde,
irritiert manche. Aber Valentin Vogel (oben links mit Gattin Julia)
, der Betreiber und Koch des Restaurants lächelt: „Das
ist doch alles lange her und der Name dieses Untergrundgeheimdienstes
passt doch gut zu diesem Kellerlokal.“ Da hat er recht, denn
der KGB wurde 1991 aufgelöst. Jetzt hängen dort, wo zuletzt
Diskolichter fürs Flackern im Halbdunkel gesorgt hatten, Kronleuchter
für gleißend helles Licht. Es fällt auf eine Speisekarte,
die für hiesige Gefilde, in denen sich etliche türkische
oder asiatische Imbisse
finden, auch italienische, mexikanische oder griechische Restaurants,
ungewöhnlich ist.
.Auf sechs Seiten finden sich russische Gerichte, von denen vielleicht
Borscht das bekannteste ist, aber damit nicht das Highlight der
Karte.
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Valentin Vogel hat durchaus mehr zu bieten. Das verwundert bei seiner
Kochkarriere nicht. Vor 13 Jahren kam er nach Biberach, lernte zunächst
im Grünen Baum, arbeitete danach im Bowlingcenter im Weißen
Bild, im Kurhaus von Bad Buchau und zuletzt im Biberacher Kapuzinerhof.
Erfahrung bringt er also reichlich mit und auch ein Gefühl dafür,
was russische Küche bedeutet. „Die Gäste hier sind
zu 70 Prozent Menschen mit russischer Herkunft, aber das Restaurant
ist natürlich für alle da.“
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Ein Gericht auf der Karte (Klickbild
rechts über einem Foto von Pelmeni Sibirskie) heißt Raki.
Damit ist in diesem Falle nicht der türkische Anisschnaps gemeint,
sondern ein Teller mit roten Flusskrebsen, angerichtet mit Oliven,
Zitronenscheiben und allerlei Salatgemüse. Beim KGB, so ist zu
lesen, war dieses Gericht, serviert mit Bier, besonders beliebt. Mit
russischem Bier, versteht sich, und das gibt es hier in mehreren Stärken.
Wir haben Raki getestet und können es durchaus weiterempfehlen.
Wer rauchen möchte, dem steht ein kleiner dunklerer Nebenraum
mit Bildschirm zur Verfügung. Die Öffnungszeiten des KGB
sind 17 – 00 Uhr, freitags und samstags von 17-3 Uhr, sonntags
von 17-22 Uhr. Montag ist Ruhetag. |

BIBERACH
16. Februar 2011 Wie der Lokalpatriotismus des Weberberg.de-Chefs
einmal einen gehörigen Dämpfer bekam. Wenn man
zwischen den Jahren zu einem Konzert der New Yorker Philharmoniker
eingeladen wird (mit Musik von Mozart, Mahler und Thomas Adès
und einem Auftritt des Starbaritons Thomas Hampson, siehe SW-Foto.
Als Talk Show Gast hier.)
und sich an dieses
Konzert ein von Mimi Sheraton organisiertes und vom legendären
Lutèce-Chef André Soltner kreiertes Dinner anschließt,
dann weiß man, dass man dazu nicht in Jeans und ausgelatschten
Schuhen erscheint. Da muss es dann schon etwas Besseres sein. Ein
schwarzer Anzug kommt einem da in den Sinn. „Den musst du
in München kaufen!" rieten kundige Freundinnen, doch der
Weberberg.de-Chef winkte ab: „Wir haben gute Herrenausstatter
in Biberach und den Weihnachtsstress in der Münchner Fußgängerzone
tue ich mir nicht an!"
So
ging er also eines späten Nachmittags auf Anzugsuche in der
Kreishauptstadt. Erste Station: C&A. Das ist natürlich
nicht so die richtige Adresse für einen zum Nobelevent passenden
Anzug, aber nach Jahren ohne Anzugkauf musste man ja erst einmal
üben und sich bei den Preisen schlau machen. Das Ergebnis war
gemischt: Ein Anzug war zwar recht rasch gefunden, aber wirklich
perfekt saß der nicht. Günstig war er, aber weit und
breit war kein Personal zu sehen, das einen hätte beraten können.
Also ging es in der Kleiderladenhierarchie erst einmal deutlich
nach oben: zu Warth am Kesselplatz. Die freundlich-lässige
Bedienung konnte zwei Anzüge anbieten, Preiskategorie so 4-500
Euro, was eigentlich gepasst hätte, denn die Schmerzgrenze
lag eher über 1000 Euro. Die Anzüge lagen eigentlich recht
angenehm am Körper, aber ganz überzeugt war der Käufer
noch nicht. Er ließ sich fotografieren, um den Lieben in der
Ferne ein Foto zur Meinungsbildung schicken zu können. Dann
ging es zu Kugler, wo immerhin eine kundige Verkäuferin darauf
hinwies, dass die Größe 52 für die Figur des Kunden
nicht geeignet wäre, dass man eher nach Größe 26
schauen sollte. Und schon zauberte sie das einzige (!) Modell hervor,
das passend zur Verfügung stand. Der Kunde, immer noch nicht
ganz überzeugt, ließ es sich zurücklegen und ging
dann wieder zur Firma Warth. Dort fragte er nach Größe
26, die man ihm aber nicht anbieten konnte.
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Am
Abend gingen die Fotos mit Anzügen von C&A, Warth und Kugler
per Email in die Ferne und die ablehnende Reaktion aus dem Freundeskreis
folgte prompt.
Und
damit war Biberach erst einmal abgehakt. Also auf in den Kampf am
letzten Adventssamstag nach München. Nicht gerade leer war
da die Kaufingerstraße, die sich vom Marienplatz Richtung
Stachus erstreckt. Aber bei Hirmer, dem renommierten Herrenausstatter,
ging es in dem zweiten Stock, dort, wo es Anzüge gab, doch
recht ruhig zu. Personal gab es reichlich. Der Kunde steuerte auf
den ältesten zu sehenden Verkäufer zu und hätte nach
15 Minuten den Laden eigentlich wieder verlassen können, denn
man hatte ihm aus einem großen Angebot einen passenden, eleganten
Anzug für 299 Euro präsentieren können. Natürlich
gibt es bei Hirmer auch Anzüge, die 1-2000 Euro kosten. Der
Verkäufer riet ab. Die Stoffqualität sei zwar besser,
das Tuch etwas leichter, aber eben auch empfindlicher. Der Anzug
zu 299 Euro also ein perfekter Kauf: Guter Sitz und exzellentes
Preis-Leistungsverhältnis. Bei so sachkundiger Beratung, so
ruhig kompetentem Service traten dem Kunden fast die Tränen
in die Augen, denn so etwas hatte er lange nicht erlebt. Und für
ihn heißt es in Zukunft: Kleiderkauf? Lieber in München.
Man verstehe das nicht falsch: Natürlich kann man bei Warth
nicht die Auswahl eines großen Modekaufhauses wie Hirmer erwarten.
Aber bei den Preisen, die Biberachs Nobelladen verlangt, wäre
die einzig kompetente Auskunft gewesen: „In Ihrer Größe
haben wir nichts.“ statt den Kunden mit einem zu langen Sakko
mit zu langen Ärmeln aus dem Laden gehen zu lassen, denn die
Größe 52 ist nun einmal für Leute gedacht, die einen
gestreckteren Oberkörper und längere Arme haben. So aber
hätte man dem Kunden wohl ruhig einen halben Tausender abverlangt
und ihn mit einem Anzug in die New Yorker Philharmonie geschickt,
der weder zum Kunden noch zum Event gepasst hätte.
P.S.:
Die Geschichte hat ein nerviges Zwischenspiel. Der Flug von München
nach New York landete pünktlich, dann aber hieß es, sieben
Stunden im Flieger auf dem Rollfeld zu warten, bis man aussteigen
durfte. Den Koffer mit dem Hirmer-Anzug konnte der Reisende nach
einer Woche am Flughafen abholen – immerhin rechtzeitig genug,
um ihn bei einem vorzüglichen Konzert einzuweihen. Inzwischen
hat der Autor sich noch zwei weitere Anzüge zugelegt - beide
von Hirmer.
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| Mimi
Sheraton (Link)
mit André Soltner
(Link)
und Zarin Mehta, Präsident und Executive Director des New
York Philharmonic. |
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