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Weigele, Dr. Otmar M.
Seine Gattin, Annerose Waldgraf-Weigele, kandidierte 1999 für den Biberacher Gemeinderat (CDU) und erhielt 3053 Stimmen. Im Herbst 2001 verblüffte Dr. W. die Biberacher, als er zusammen mit seinen Freunden eine ganzseitige Anzeige in der Schwäbischen platzierte, in der er - sinngemäß - darauf hinwies, die KSK habe schon immer gesagt, dass man sich beim Aktienkauf auskennen müsse und die Chose voll riskant sei. Zu diesem Zeitpunkt hatten diverse Biberacher Kleinanleger schon mit Tränen in den Augen feststellen müssen, dass sie ihr Vermögen besser am Biberacher Holz- als am Neuen Markt angelegt hätten. Vielleicht hatte die KSK ihre Warnung einfach nicht laut genug verkündet. Wenn der (östereichische) Doc es aber wirklich ernst gemeint hat mit der Annonce und sie nicht Ausdruck schlechten Gewissens war, dann wäre es doch nur konsequent, wenn auf der Stirnseite des Schreibtisches jedes KSK-Anlageberaters ein Warnhinweis - ähnlich denen auf Zigarettenschachteln - gut lesbar für den Ratsuchenden aufgestellt würde. Etwa so:
Interessant zu sehen ist, wie der KSK-Anlageberater auf die Frage "Würden Sie jetzt noch einen Pfennig in regiofenster-bc.de investieren oder halten Sie das nach allen Erfahrungen für rausgeschmissenes Geld?" reagiert. Die Frage "Wollen und könnten Sie wirklich die Volksbank Biberach übernehmen?" sollte man aber dann doch lieber dem Doc himself stellen. (Nachtrag im Juli 2003: Das mit Regiofenster-BC.de hat sich mittlerweile erledigt. Der Laden ist dicht. Woran das liegen kann, kann man nur vermuten. aber vielleicht kann die Eezählung "Hamsterbach ist nicht Maputo" Aufschluss geben, obwohl sie in einer völling anderen Stadt spielt und mit Biberach auch nicht das geringste zu tun hat.) Im Januar verblüffte der Doc auf dem Neujahrsempfang des Landrates mit einer erstaunlichen volkswirtschaftlichen Erkenntnis zum Thema Arbeitslosigkeit: "Wer wirklich arbeiten will, findet auch Arbeit." Offenbar will er sich mit dieser Aussage in die Startposition bringen, falls ihn einmal der Ruf zum Chef der Bundesanstalt für Arbeit ereilen sollte: Daher konnte die Berg Zeitung im Januar 2003 mit einer halbswegs lustigen Glosse aufwarten. In der Berg Zeitung war sie - satirisch überhöht - im Stil der BILD Zeitung aufgemacht. Mit fetten, großen Lettern und dicken roten Balken. Dazu die Überschrift: "Unglaubliche Entgleisung - Der Weigele Skandal". Sie ist zu schade, um einfach zu verschwinden. Lesen Sie selbst: Neujahrsempfang beim Landrat. Neben den ausgewählten Ehrenamtlichen, den mit dem Hilde-Frey-Preis belohnten Sportlern, vielen Bürgermeistern der Kreisgemeinden und Medienvertretern wie Toni Ledermann, Wolfgang Gröner und Carlheinz Gern (Geschäftsführer von Donau 3 FM) viel weitere lokale Prominenz. Darunter MdB Franz Romer und Dr. Otmar Weigele, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Biberach. Letztere kamen ins Gespräch mit dem Chefredakteur von Weberberg.de und konnten ihren geballten wirtschaftlichen Sachverstand demonstrieren. Der Weberberg.de-Chef sprach den Kreissparkassenchef auf die Situation von Regiofenster-BC.de an und fragte, wieviel Geld denn noch in der Kriegskasse des Projektes Regiofenster übrig sei von den vermuteten vier Millionen Mark Startkapital. Dr. Weigele wollte sich hierzu nicht so recht äußern, beschied den Frager aber fröhlich: "Was sind schon vier Millionen Mark. Wir haben vier Milliarden." Diese "Peanuts"-Einstellung stieß auf wenig Begeisterung beim Weberberg-Chef und KSK-Kunden. Auch die Anregung des Weberberg.de-Chefs, doch lieber den Marktführer bei Biberachs Websites zu unterstützen griff Dr. Weigele (hier ein luschtiges Foto vom Doc in einer Beratungssitutation) nicht auf. (Für die Internetpräsenz von Firmen gilt das, was die Süddeutsche Zeitung im vergangenen Jahr schrieb: "Bald wird alles, was nicht bei Google verzeichnet ist, für ein großes Publikum fast unsichtbar sein." Und Google findet 798* Seiten der weit über 800 Seiten von Weberberg.de, einschließlich der Einträge für die Werbekunden, von den Regiofenster-BC-Seiten findet Google aber (mit dem gleichen Site-durchsuchen-Befehl) nur zwei, einschließlich der dort werbenden Kunden. Siehe auch die Hamsterbach-Story) Dr. Weigeles Vorschlag, der Gesellschaft für Heimatpflege beizutreten, lehnte der Weberberg-Chef ab. Süffisante Begründung: Geldmangel aufgrund der Anlageberatung der KSK. Dr. Otmar Weigele: "Unseren Anlageberatern war es verboten (sic!), Kunden Aktien des Neuen Markts zu empfehlen." Eine Aussage, die alle KSK-Kunden aufhorchen lässt. Die zahlreichen heimatkundlichen und Kunstseiten von Weberberg.de waren dem Museumsfreund Dr. Weigele wiederum gänzlich unbekannt. (Anderen nicht: Allein die Seiten über Romane Holderried Kaesdorf wurden im Dezember 2002 über 170 mal aufgerufen. Und auch die anderen Kunstseiten finden lebhaftes Interesse.) Der Hammer aber kam dann beim Gespräch über die Wirtschaftssituation Deutschlands. Dr. Weigele beklagte zusammen mit Romer die vielen Insolvenzen und hatte dann für die Arbeitslosen in Deutschland einen Tipp parat: "Wer wirklich arbeiten will, findet auch Arbeit." (Romer widersprach nicht.) Dem Weberberg-Chef rollten sich die Fußnägel auf, als er dies von dem studierten BWLer hörte. Vielleicht sollte die KSK diese ermutigende Botschaft deutschlandweit plakatieren oder den vier Millionen Arbeitslosen per Postwurfsendung ins Haus schicken. (Allerdings nicht, ohne für das KSK-Gebäude eine gute Glasschutzversicherung abgeschlossen zu haben.) Und Franz Romer sollte schleunigst zusehen, dass die CDU diese frohe Botschaft unters Volk bringt. . * * * Als einst anlässlich der Eröffnung des KSK-Prunkbaues in BC im Rottum Boten eine Glosse erschien, in der es hieß (und wir zitieren wieder sinngemäß) Die roten Flecken auf dem Teppichboden des KSK-Gebäudes sollen die den Kleinkreditnehmern in einer Notlage abgepressten Blutzinsen symbolisieren war Krisenstimmung im Hause KSK. Rechtzeitig hat man sich dann aber wohl darauf besonnen, was Kurt Tucholsky einst auf die Frage Was darf die Satire? antwortete. Biberach, 6. Januar 2003 *
Google findet mittlerweile weit über 1000
Seiten von Weberberg.de (Juli 2003) |