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BIBERACH,
10. Januar 2003 - "Ich bin glücklich, dass wir gewonnen haben. Wir
konnten unser Potential nicht wirklich ausspielen. Biberach hat
stark gekämpft", gestand Luis Ferradas, Trainer des 1. VC Wiesbaden,
nach dem 3:1-Erfolg seiner Mannschaft gegen die Volleyballdamen
der TG Biberach. Mit dem, was sie in der Dollinger-Halle erwartete,
hatten die Gäste sicher nicht gerechnet. Selbst die Stehplätze waren
knapp geworden, nachdem sich die Zuschauer in Dreierreihen auf der
Tribüne drängten und für die entsprechende Geräuschkulisse sorgten.
Grund
zum Jubeln gab es bereits im ersten Satz. Da schienen nicht der
erst einmal besiegte Tabellenführer und ein potentieller Abstiegskandidat
auf dem Feld zu stehen, sondern zwei absolut gleichwertige Spitzenteams
der Zweiten Liga. Dabei hatte Ferradas mit seiner Top-Sechs begonnen.
Bis zum 17:15 führte Biberach ständig, ehe Wiesbaden aufkam. Vielleicht
fiel bereits hier eine Vorentscheidung für das gesamte Spiel, denn
jetzt schlichen sich zum ersten Mal Unentschlossenheiten und Eigenfehler
ein, die von den Gästen gnadenlos bestraft wurden, und so ging der
Satz schließlich doch noch 25:22 an den Spitzenreiter.
Durch
das erneute Fehlen von Julia Sude waren die TG-Trainer Peter Baur
und Gerd Kehm gezwungen, im zweiten Satz umzustellen. Vor allem
in der Annahme, aber auch in der Feldabwehr zeigten sich jetzt Schwächen
bei ihren Schützlingen, und so hatte Mittelblockerin Tina Weigel
keine Mühe, Wiesbaden mit einer starken Aufschlagserie deutlich
in Front zu bringen. Nach 20 Minuten war der Durchgang mit 25:16
entschieden.
Im
sicheren Gefühl des Sieges schickte Ferradas nun auch Ersatzspielerinnen
aufs Feld. Das rächte sich, denn die TG, die sich in einen wahren
Spielrausch hineinsteigerte, benötigte ihrerseits nur 16 Minuten
zum Satzgewinn. So konnte Peter Baur gegen Ende Zuspielerin Christine
Weber und Mittelblockerin Steffi Kögel, die eine starke Leistung
geboten hatte, gegen Sandra Sedlar und Anja Gensch auswechseln.
Die verwandelte bei ihrem ersten Einsatz in der Zweiten Liga auch
den Satzball zum 25:17. Kampfbetont war der vierte Durchgang. Wiesbaden
ging von Beginn an in Führung, doch das TG-Team gab zu keiner Zeit
auf, und so lieferten sich die Kontrahenten immer wieder faszinierende
Ballwechsel. "Glaubt an euch!" beschwor Peter Baur die Seinen trotz
des Rückstandes.
Hoffnung
keimte, als Andrea Griesinger zum Aufschlag kam, die Biberacherinnen
im Block erfolgreicher agierten und auf 10:12 und schließlich auf
16:18 herankamen. Starke Aufschläge der erst 15-jährigen Karla Borger
brachten den Tabellenführer wieder mit 22:16 in Front. Selbst jetzt
gaben sich die Biberacherinnen noch nicht verloren, machten drei
Punkte in Folge, mussten sich aber letztlich doch dem mit Abstand
stärksten Gegner, der je in der Dollinger-Halle angetreten war,
25:20 geschlagen geben. Vor allem gegen Wiesbadens überragende Außenangreiferin
Anne Friedrich hatte man weder im Block, in dem Julia Sude vermisst
wurde, noch in der Feldverteidigung ein Mittel gefunden.
"Gegen
einen solchen Gegner mit seiner fantastischen Feldabwehr reicht
unser Potential noch nicht aus", begründete Peter Baur die Niederlage.
"In entscheidenden Momenten, machen die ihre Punkte und wir Fehler."
Auch Gerd Kehm und Spielführerin Andrea Griesinger bedauerten, dass
manchmal eben doch das letzte Quäntchen Entschlossenheit gefehlt
habe, an diesem Abend sei mehr möglich gewesen.
TG
Biberach: Anja Gensch, Andrea Griesinger, Heike Hildebrand. Steffi
Kögel, Nicole Mayr, Sandra Sedlar, Manuela Stolz, Christine Weber,
Natalie Welsch, Ela Wörz.
(Bericht:
ChristophTürck)
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