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BIBERACH/SONTHOFEN,
17. Januar 2003 -
"Ein
starker Gegner", raunte es aus dem Publikum. Manchem der über
200 Zuschauer in der Halle beim Sonthofener Eislaufzentrum mag es
zumute gewesen sein wie dem Reiter überm Bodensee. Nach 114
Minuten Dramatik pur hatte der TSV Allgäu Sternhotel, Vierter
der Zweiten Volleyball Bundesliga Süd, die TG Biberach hauchdünn
besiegt.
"Es
tut uns leid für Biberach", sprach Sonthofens Trainer Christian
Wilhelm nach dem Spiel ins Mikrofon. "Viel Glück und ein bisschen
mehr Routine haben den Ausschlag gegeben." Wohl wahr, denn immerhin
kann er auf Spielerinnen zurückgreifen, die Erfahrung aus der
ersten Liga und der Juniorinnen-Nationalmannschaft aufweisen können.
Fünf Sätze lang ließ das Team von Peter Baur und
Gerd Kehm diese Routiniers mitunter gar nicht gut aussehen. Doch
was nützen alle Komplimente und guten Wünsche für
die weiteren Spiele, wenn man wieder einmal mit leeren Händen
dasteht?
Lange
lag die TG im ersten Satz vorn, bevor Sonthofen ausglich und schließlich
23:21 führte. Ein erfolgreicher Block bei Biberach ein misslungener
Angriff der Gastgeberinnen, zwei direkt verwandelte Aufschläge
von Christine Weber brachten das fast nicht mehr erwartete 25:23.
Nicht
weniger nervenaufreibend verlief der zweite Durchgang. Obwohl der
Biberacher Block mit Heike Hildebrand, Julia Sude und Natalie Welsch
jetzt besser agierte, kamen Sonthofens Angreiferinnen auf den Außenpositionen
immer wieder durch. Nach dem schon so oft ominösen 19. Punkt
verlor das TG-Team tatsächlich wieder einmal eine deutliche
Führung, geriet in Rückstand, holte auf, führte wieder
24:21, musste noch einmal zwei Punkte kassieren und wurde schließlich
durch Andrea Griesingers erfolgreichen Angriff mit 25:23 erlöst.
Erinnerungen
an das Spiel in Dresden wurden im dritten Abschnitt wach. Wieder
stand man ganz kurz vor einem 3:0-Sieg und dieses Mal gegen einen
wirklich schweren Gegner. Biberach hatte sich bis dahin als absolut
gleichwertig und sogar nervenstärker als die Gastgeberinnen
erwiesen. Die neue Variante mit Ela Wörz als Libera hatte sich
bewährt. Man führte 22:20. Ganze drei Punkte fehlten.
Doch das Pech scheint den TG-Spielerinnen an den Fingern zu kleben.
Durch fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen ließ man
sich aus dem Konzept bringen, prompt misslangen die nächsten
Aktionen, und der Satz ging mit 25:23 an Sonthofen.

Umstritten:
Die Schiedsrichter
Die
Pechsträhne hielt an. Gleich zu Beginn des vierten Abschnitts
fiel mit Nicole Mayr eine der Führungsspielerinnen mit einer
Verletzung am Sprunggelenk aus. Bewundernswert, wie die Mannschaft
auch das wegsteckte. Das 25:22 für die Allgäuerinnen konnte
sie aber letztlich doch nicht verhindern.
Was
Kampf bedeutet, bewiesen die Biberacherinnen im Tie-Break. 6:12
lagen sie bereits hinten. Auf 12:14 kämpften sie sich heran
und mussten am Ende doch den 15. Punkt hinnehmen.
"Die
größere Routine hat entschieden, dazu kam noch der Ausfall
von Nicole. Wir haben es versäumt im dritten Satz endgültig
zuzumachen", zog die niedergeschlagene Spielführerin Andrea
Griesinger ihr Resümee. Ein völlig frustrierter Peter
Baur, der sich an der Seitenlinie verausgabt hatte, ohne das Spiel
retten zu können, zog es vor, keinen Kommentar abzugeben. "Gut
gespielt, aber im entscheidenden Moment kommen immer noch unnötige
Fehler", begründete Gerd Kehm die bittere Niederlage.
TG
Biberach: Anja Gensch, Andrea Griesinger, Heike Hildebrand, Steffi
Kögel, Nicole Mayer, Sandra Sedlar, Julia Sude, Christine Weber,
Natalie Welsch, Nicole Wissler, Ela
(Bericht: ChristophTürck)
Und
hier die Sache aus Sonthofer Sicht (mit Bildern)
Hochklassiges Spiel mit glücklichem Ende
Sonthofer Volleyball-Frauen besiegen
Biberach mit 3:2 Die Maske aufsetzen und auf Knopfdruck die Sau
raus lassen, das liegt den Allgäuern weniger. Von der fünften Jahreszeit
ist in der Region kaum etwas zu spüren. Karnevalstimmung herrschte
aber am Samstag Abend in Sonthofen. Ausgelassen feierten die rund
300 Fans den 3:2 (23:25, 23:25, 25:23, 25:22, 15:12)-Erfolg der
Zweitliga-Frauen gegen die TG Biberach. Bei der knapp zweistündigen,
teilweise hochklassigen Vorstellung beider Teams glich die Sonthofer
Halle einem Tollhaus. Der Tabellendrittletzte aus Biberach überraschte
mit einer ganz starken Leistung. Vor allem in der Annahme "kratzten
die Bälle raus, die eigentlich kaum zu kriegen sind", sagt Mannschaftsführerin
Angela Mang. Deshalb war die 2:0-Führung der Gäste auch keine Überraschung.
.Und als die TG Biberach im dritten Durchgang mit 23:22 führte,
fehlten ihr nur noch zwei Punkte zur Sensation. Die verhinderte
die zuvor eingewechselte Sandra Späth. Sie versenkte drei Angriffe
in Folge im gegnerischen Feld. Das Spiel kippte und Sonthofen gewann
am Ende glücklich mit 3:2. Späth ging mit dem Vorsatz aufs Feld,
"Stimmung aufzubauen und die Mannschaft zu pushen". Jede im Sonthofer
Team sollte noch einmal richtig Gas geben. Dass ihr die drei entscheidenden
Punkte der Partie gelungen sind, betrachtet sie als "glückliche
Fügung". Denn nach dem Anschluss zum 1:2 "hast du den Lauf und auch
das Dusel, so ein Spiel noch zu gewinnen", sagt die 24 Jahre alte
Medizin-Studentin. Gerade nach dem Satzausgleich gehe jede Mannschaft
mit einem entsprechenden psychologischen Vorteil in den Tie-Break.
Dass der Volleyball-Krimi im Entscheidungssatz dann doch noch ein
Happy End für die Sonthoferinnen brachte, lag laut Späth auch an
... Mehr
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Beim
Aufwärmen

Freude
nach dem ersten Satz
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über Volleyball in Biberach
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Es
war ein ganz heißes Spiel. Kein Wunder, dass ein Thermometer
in der Sonthofer Innenstadt - trotz Schnee rundum - 32 Grad anzeigte...

Die
Location neben der Eissporthalle. Fast wären die Sonthofer
ausgerutscht, so glatt haben die Biberacherinnen gespielt. Eine
deutliche Leistungssteigerung bescheinigte ihnen auch der Sonthofer
Trainer. Besonders schade, dass es mit dem Sieg für die
Biberacherinnen dann doch nichts wurde, denn im Allgäuer
Anzeigenblatt hatte Michael Mang eigentlich (wohl unabsichtlich)
ein schönes Omen gesetzt. Zitat:
Frage an den Trainer: Herr Wilhelm, gegen Biberach ist die Mannschaft
mal wieder klarer Favorit. Sind sie nicht langsam Leid, immer
nur verlieren (sic!) zu können?
Christian
Wilhelm: So undankbar finde ich diese Situation gar nicht. Ich
fühle mich in der Favoritenrolle eigentlich ganz wohl. Man hat
doch recht gute Chancen, dass das Spiel für einen ein gutes
Ende hat. Das ist oft schwieriger gegen Mannschaften wie Grimma
oder Wiesbaden zu spielen, wo man von Anfang an weiß, wie schwer
es wird.

Silke
Nörenberg scheint das Ergebnis des Spiels hier schon vorwegzunehmen:
5 Sätze mit zwei verlorenen für den TSV Sonthofen.

Man
weiß nicht genau, was in den Flaschen drin war. Jedenfalls
holten die Sonthofer nach zwei verlorenen Sätzen auf. ;-)

Er
habe voll aus dem Bauch heraus entschieden, sagte TSV-Trainer
Christian Wilhelm, der mit einer Auswechselorgie versuchte,
die Biberacher zu verunsichern. Der Spitzname des 1,93-Meter-Mannes
ist "Klui" (Kleiner), denn als er noch Volleyball
spielte, war er in seiner Mannschaft oft der Kleinste. Das war
ganz schön nervenaufreibend für den Mann. Nach dem
Spiel warf er sich vor Freude auf den Boden. Broadwayreif dramatisch!

Banane
zur Stärkung

Saiten
zu Stärkung auf der Heimfahrt im Bus von Fromm
Reisen.
(Eine schöne Tagesfahrt mit den Busreisen-Profis kann man
übrigens hier
gewinnen.)

Und
natürlich auch dabei: Sandra Sedlar und Berg Bier

Volle
Konzentration
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