Podiumsdiskussion über den "Club der toten Läden"

BIBERACH - Die Freien Wähler und Unabhängigen Bürger luden im März zu einer Podiumsdiskussion zum Thema "Leerstände in Biberach" in die Stadthalle.

Warth, Voss, Fettback, Hummler (Diskussionsleiter), Raabe und Hirschburger. (Von links.)



Der war schon informativ, der Abend. Erstes Fazit: Woanders sieht es schlimmer aus.

Günther Warth (2. Vors. Werbegemeinschaft) konnte entwarnung geben. Nein, es seine nicht die Warths und Koleschs, die die Ansiedlung von Kaufhäusern verhinderten, H & M zum Beispiel. Es sei einfach so, dass in der Innenstadt nicht genügend Fläche für ein solches ebenerdiges Areal vorhanden sei. Die Biber Card, die Inge Voss lobte (siehe unten), leht die Werbegemeinschaft ab. Man sieht derzeit nicht, dass sich das rechnen würde. Gibt, laut Warth auch Positives: etwa die sensationell niedrigen Parkgebnühren oder die Dekoration der Schaufenster im Nägele Haus. Viel besser, als hier in tote Augen zu starren.

OB Fettback verwies auf die Statistik: danach liege Biberach an zweiter Stelle hinter Ulm bei der Hölhe der Innenstadtmieten. Das hätte man nicht unbedingt gedacht, gell? Tun kann die Stadt schon was, etwa bei Parkplätzen, Parkgebühren, im ÖPNV, der Gestaltung der Innenstadt, bei Kultureinrichtungen und Dienstleistungszentren (eines soll ja gebaut werden) in der Innenstadt, Umgehungsstraßen und der Ausweisung von Wohngebieten, damit kaufkräftige Mitarbeiter von Boehringer Ingelheim hier wohnen und nicht im Umland.

Stadtmarketing-Leiterin Inge Voss, Leiterin des Stadtmarketings berichtete von einer Fleißarbeit: Zählen. Ergebnis: 2 600 Quadratmeter leerstehenden Ladenlokale in der Innenstadtging. Vom Kaufhaus X mal abgesehen. (OB Fettback: "Abrisspläne haben wir in der Schublade.") Die Waldseer Straße zählt für sie mittlerweile auch nicht mehr zu den der Betrachtung werten Einkaufsstraßen. Wenn die Hausbesitzer innovativer wären und mehr investieren würden, könnte sich was tun in der Innenstadt. Sie setzte auf die Biber Card , mit der der treue Biberacher Einkäufer durch Rabatte belohnt würde.

Hans Raabe von der IHK lobte die Handelspolitik der Stadt. Viel Positives sah er aber für die Zukunft nicht, mal abgesehen vom Fachmarktzentrum mit OBI etc.

Ute Hirschburger Geschäftsführerin vom Europäischen Institut Libertas referierte über City Management, also die Integration aller Funktionen wie Stadtmarketing, Wirtschaftsförderung, Tourismus, etc. etc. in einer Stelle. Raabe wies darauf hin, dass das kleine Biberach keine City habe und irgendwie war Frau Hirschburger damit abgebügelt. Der OB meinte, man habe so eine Integration schon mal versucht, aber dann, weil nicht praktikabel, wieder sein gelassen.

Gekommen waren etliche Biberacher Geschäftsleute, Gemeinderäte und einige interessierte Bürgerinnen und Bürger. Auf dem Podium saßen Oberbürgermeister Thomas Fettback, Inge Voss, Leiterin des Biberacher Stadtmarketings, Günter Warth für die Werbegemeinschaft Biberach, Reinhold Hummler, der zweite Vorsitzende der UB und (gemeinsam mit Marlene Goeth) Moderator der Veranstaltung, Hans Raabe von der Industrie- und Handelskammer Ulm sowie Ute Hirschburger, Geschäftsführerin vom Europäischen Institut Libertas.

Und das Publikum? Ex-Gemeinderat Horst Gutermann meinte, es fehle der Stadt an Liebenswürdigkeit: zu wenig Blumenschmuck und zu wenig Licht am Abend. (Letzteres bemängelte auch Marianne Specht, aber irgend ein no name Neubürger meinte, seine Frau fühle sich abends in der Stadt überall sicher.) Gutermann beklagte auch allzu viele dunkle Schaufenster am Abend. (Guter Punkt. Wer mal abends mit offenen Augen vom Ulmer Tor zum Marktplatz geht, wird feststellen, wie recht er hat.)

M;arlene Goeth