SSouveräner

Links: Freude bei den TG Spielerinnen und ihrem Publikum
Rechts: Trübsal - Geschlagene Spielerinnen aus Bad Soden

Volleyball

13. März 2004

Souveräner 3:1 Sieg gegen die TG Bad Soden

Weitere Informationen und Bilder in unserer Biberachkolumne

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Die Spielerinnen aus Bad Soden hatten nicht nur die TG Biberach zum Gegner, sondern zu oft auch sich selbst.

BIBERACH, 13. März 2004 -

"Wir kennen unsere Pappenheimer", flachste TG-Trainer Gerd Kehm nach dem Abschlusstraining am Freitag. "Misslungene Generalprobe gibt bei uns fast immer ein starkes Spiel." Was die Biberacher Volleyballdamen da gezeigt hatten, war keineswegs berauschend. Dazu kam noch, dass Ela Wörz am Samstag mit einem geschienten Finger erschien und Nicole Mayr nicht nur durch ihre Schulterverletzung gehandicapt, sondern auch durch einen Infekt am übel geschwächt war.

Der erste Satz gegen die TG Bad Soden schloss sich nahtlos an die Trainingsleistung an. Mit viel zu viel Respekt vor den klar favorisierten Gästen und nervös, wie schon so oft, ging man zu Werke. Ganze Aufschlagserien konnten Bad Sodens Außenangreiferinnen Steffi Breuer und Nicole Wolf gegen eine schwache Biberacher Annahme durchbringen. Dass Peter Baur Nicole Wissler für Stellerin Christine Weber einwechselte, verhinderte das deutliche 16:25 für die Gäste nicht mehr.

Ausgeglichen begann der zweite Durchgang, doch die 250 Zuschauer in der Dollinger-Halle hatten ein feines Gespür dafür, dass jetzt eine andere TG Biberach auf dem Feld stand, und vollbrachten ihrerseits bis zum Ende des Spiels eine Top-Leistung an Lautstärke und rhythmischer Anfeuerung. Unten auf dem Spielfeld machte die Sechs um Andrea Griesinger, die eines ihrer besten Spiele lieferte, nämlich mächtig Druck. Schon die Biberacher Aufschläge gaben den Gästen mehr und mehr Rätsel auf. Die Fehler häuften sich. Mit 25:15 gelang eine psychologisch wichtige Revanche für den ersten Satz.

Bis zum 9:9 hielten Bad Soden im nächsten Abschnitt mit, ehe sich Biberach absetzte. In kleinen Schritten zunächst. Was die Einheimischen oft genug unfreiwillig geschafft hatten, nämlich einen Gegner durch eigene Fehler aufzubauen, das demonstrierten jetzt die Hessinnen. Hatten sie schon im zweiten Satz fünf Aufschläge vergeben, so waren es jetzt deren sechs. Eine sichere Biberacher Annahme, ein immer besser agierender Block, überlegte Angriffe und nach wie vor die Aufschläge entnervten selbst Bad Sodener Topspielerinnen wie Karen Zentgraf, Carola Brinkmann oder Zuspielerin Veronika Raizlova. Sie hatten in den vergangenen Wochen ausgezeichnete Kritiken erhalten. Doch gegen eine TG Biberach, die jetzt wie aus einem Guss spielte, erreichten sie kaum noch Normalform. Brinkmann konnte zwar beim Stand von 24:17 für Biberach mit ihren Aufschlägen noch einmal verkürzen. Den Satzball zum 25:20 verwandelten die Gäste selbst durch eine Netzberührung.

Gelassen konnten Baur und Kehm in den Auszeiten des vierten Abschnitts, zu denen sich Bad Sodens Thomas Plathner genötigt sah, Lob an die Ihren verteilen. Die lieferten immer wieder mitreißende Aktionen. Ob das Heike Hildebrands blendender Block gegen die großgewachsenen Angreiferinnen war, Christine Webers geniales Zuspiel zu Julia Sude und deren "Granate" aus der Diagonalen oder Nicole Mayrs Angriffe, die Zweihundertfünfzig kamen voll auf ihre Kosten. Den Matchball zum 25:17 und zum so nie erwarteten 3:1-Sieg setzte Natalie Welsch per Block. Einmal mehr war Sekunden später in der Dollinger-Halle die Hölle los. Zu Recht, denn nach Pluspunkten hat man mit dem TSV Stuttgart jetzt gleichgezogen.

"Entscheidend war die hohe Fehlerquote bei Bad Soden. Durch unseren Mut zum Risiko haben wir sie dazu gezwungen", strahle Peter Baur. "Unsere Spielerinnen haben einen echt geilen Job gemacht." - "Wir alle", setzte Gerd Kehm hinzu, womit er zweifellos Recht hatte.

TG Biberach: Anja Gensch, Andrea Griesinger, Heike Hildebrand, Steffi Kögel, Nicole Mayr,

Manuela Stolz

Julia Sude, Christine Weber, Natalie Welsch, Nicole Wissler, Ela Wörz.

Volleyball in Biberach

Motivationsklatschen vor dem letzten Satz.

Einer der erfreulichsten Tage für die Biberacherinnen

Die Tipps vom Trainer waren nicht ausreichend.
"Nächste Woche ist Training pur angesagt!" hieß es.

"Wir sind abgeschossen worden," telefonierte eine Spielerin aus Bad Soden nach dem Spiel nach Hause.