Wozu diese Website?

Was soll sie?

Und wer und was kommt darauf zur Sprache?

Vorbemerkung

Das Vorhaben "Zeppelinring-Ost I/Parkhaus" ist ein Biberacher Großprojekt. Großprojekte müssen in ihrem Für und Wider diskutiert werden.

Wir hatten in der Gemeinderatssitzung im November das Gefühl, dass die Befürworter etwas zu euphorisch waren und die von uns geäußerte Befürchtung, durch das neue Bauvorhaben würden noch mehr Leerstände in der Innenstadt produziert, zu schnell abgebügelt haben.

Für eine Diskussion braucht es umfangreiche Informationen. Diese Informationen kann man bekommen, wenn man sich darum kümmert. Ganz leicht ist das nicht, denn sowohl Gemeinderatssitzungen, wie auch die Beratungs- und Informationsmöglichkeiten auf dem Stadtplanungsamt, sind begrenzt Die Sitzungs- und Öffnungszeiten überschneiden sich mit den normalen Arbeitszeiten der BürgerInnen.

Baupläne interpretieren zu können oder die Fachsprache der Bauleute zu verstehen, ist für den Laien nicht leicht. Hilfe wäre hier nötig. Die könnte von der Stadt ebenso geboten werden, wie von der lokalen Presse.

Es gibt in dieser Debatte berechtigte oder unberechtigte Befürchtungen und sachliche und unsachliche Positionen. So sind halt Debatten.

Zum Selbstverständnis dieser Website

Wie auch Weberberg.de hat Standortfaktor.de einen Hang zur Satire. (Wir leben nun mal in einer Wielandstadt.) Das merkt man auf diesen Seiten sicher auch.

Aber sie enthielt von Anfang an – und enthält zunehmend – sachliche Informationen für diese Debatte. Informationen, die wir für wichtig halten.

Und sie enthält Meinungen. Weder eine Zeitung noch Standortfaktor.de kann Menschen zwingen, sich in dem jeweiligen Medium zu äußern. Wenn sich eine Seite äußert und die andere nicht, entstehen Ungleichgewichte. Wenn einer Zeitung etwa Vertreter mancher Parteien für Interviews zur Verfügung stehen, andere aber nicht, dann ist die daraus entstehende Unausgewogenheit nicht unbedingt Schuld der Zeitung. Auch Standortfaktor.de kann sich nur bemühen, entsprechende Stellungnahmen zu bekommen. (Und wir haben alle Parteien, die nicht von sich aus uns ihren Standpunkt geschickt haben, um Stellungnahmen gebeten.)

Standortfaktor.de ist lernfähig und lernwillig. Je öfter wir mit den Verantwortlichen und Befürwortern sprechen, desto mehr sind wir von ihrer Position überzeugt.

Aber ist es eine Bringschuld der BürgerInnen, sich vor einer Diskussion schlau zu machen oder ist es Aufgabe der Verwaltung und der Gemeinderatsfraktionen, diese Informationen in verständlicher Form zu liefern? Wir meinen, letzteres ist der Fall.

Aber wir fordern nicht einfach ein und bemängeln fehlende Information, sondern wir haben etwas getan und tun etwas. Mit begrenzten Kräften aber viel Einsatz. Fotos illustrieren, worum es geht; der zusätzlich beschriftete Bauplan ist für den Laien etwas verständlicher; in der Zeitung zum Thema erschienene Artikel sind dokumentiert. Das alles ist und war Arbeit.

Und wir haben durch die ironische Bebilderung der Seiten mit Fotos aus der Aufführung von "Morbus Abdera" dafür gesorgt, dass sie auch häufiger angeschaut werden, als man wohl von Bauplänen in Planungsamt sagen kann.

Lokalpolitik ist mitunter abschreckend, weil man sich da oft mit einer sehr spröden Materie befassen muss. Wir versuchen, hier eine Brücke zu bauen.

Wenn wir die Informationspolitik der Stadt kritisieren, dann nicht, um den für sie Arbeitenden eins auszuwischen. Wenn der Stadt hier Versäumnisse in der Informationspolitik vorzuwerfen sind, dann trifft dieser Vorwurf wohl 95% aller deutschen Städte genauso, denn dort ist es nicht anders.

Das Internet eröffnet neue Möglichkeiten zur besseren und raschen Information der BürgerInnen. Wir wollen mit dieser Website einige davon aufzeigen.

Und wir tun das, bei allem oben erwähnten Hang zur Satire, mit Verantwortungsbewusstsein und für diese Stadt. Wir nehmen damit etwas vorweg, was auch die Bau- und Planungsleute der Stadt für sinnvoll halten.

Stellen Sie sich, falls Ihnen an dieser Website zuviel negativ aufstößt, bitte eine Frage:
Wo können sich BürgerInnen im Moment (Tag und Nacht) am umfassendsten über dieses für Biberach wichtige Bauvorhaben informieren?

Und wenn Sie zu dem Schluss kommen, dass es wohl Standortfaktor.de ist, dann stellen Sie sich bitte eine zweite Frage:
Was können Sie dazu beitragen, dass die hier geführte Debatte mit Sachverstand und auf der Grundlage der relevanten Fakten geführt wird?

Ihre Meinung oder Ihre fachlichen Erklärungen zu diesem Thema zu veröffentlichen, kostet uns (etwas) Geld und einiges an Zeit. Die nehmen wir uns in einer Stadt, die neben der Schwäbischen Zeitung kaum ein aktuelles Medium für kommunalpolitische Fragen hat.

Wir denken, wir beschreiten damit einen Weg, der von allen Parteien und Institutionen immer wieder beschworen und gepriesen wird, nämlich den, neue Formen der Bürgerbeteiligung im Zeitalter der Digitalisierung zu finden.

Dass es sich lohnt, sie zu testen, davon sind wir überzeugt. Dass wir dabei auch Fehler machen, ist unvermeidlich. Dass dieses Projekt Unterstützung verdient, glauben wir bei allen Mängeln, die es haben mag.

Dierk Andresen, 6. Dezember 2002

P.S. am 9. Dezember 2002:

Bevor der Eindruck entsteht, das Stadtplanungsamt schnarche im Internetzeitalter vor sich hin. Dem ist nicht so. Man arbeitet daran, zum Dienstleistungshaus mehr Informationen ins Netz zu stellen und hätte das gerne exemplarisch schon früher getan. Man hat dies dem Amt nicht bewilligt. Letztlich haben Standortfaktor.de und das Stadtplanungsamt die gleichen Ziele, was die Information der BiberacherInnen angeht. Die Wege und der Stil werden sich aber unterscheiden.