Stadtgeschichte

Über die Jahre 1933 - 1945 heißt es in der Online-Version der offiziellen Biberacher Stadtgeschichte lakonisch:
1939: Auf dem Gelände der heutigen Bereitschaftspolizei richtet die Wehrmacht ein Kriegsgefangenenlager (Lager Lindele) ein. In den knapp vier Monaten der Belegung mit sowjetischen Gefangenen sterben 146 Menschen. Ab September 1942 sind britische Bewohner der von den Deutschen besetzten Kanalinseln Jersey und Guernsey interniert. 1944/45 kommen mehrere Hundert orientalische Juden, zum Teil aus dem KZ Bergen-Belsen hinzu. Auch hier gibt es viele Tote.

1945: 12. April: Luftangriff auf die Innenstadt. 10 Tage später Besetzung durch französische Streitkräfte.

Das ist natürlich schade. Wir dachten, wir seien die einzigen, die sich "Kurz und ungerecht" zum Motto gemacht hätten. Und dass wir hier auch noch in Punkto Peinlichkeit weit in den Schatten gestellt werden, ist richtig bitter. Einzig mögliche Erklärung für die obigen Zeilen: Die Biberacher waren auch von 1933 - 1949 mit dem Feiern des Schützenfestes so vollauf beschäftigt, dass sie die Braunhemden auf den Straßen garnicht bemerkt haben.

Die Online-Version der Stadtgeschichte ist mittlerweile verschwunden. Vielleicht wird sie ja neu geschrieben. Was bisher im Netz stand, haben wir aber für Sie gerettet: Hier fnden Sie es.

7. April 2002


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