|
Schützenkeller
Dass es beim Essen nicht zu vollen drei Sternchen gereicht hat, hat seinen Grund: Beim ersten Mal war das Baguette überaus fad und nicht mehr frisch, beim zweiten Mal zwar besser aber noch nicht gut. Dafür waren diesmal die Spätzle zum empfehlenswerten Rostbraten ein fader, charakterloser Glitsch - er blieb überwiegend liegen. Das verwundert, denn beim ersten Testbesuch wurden vor allem auch die Kässpätzle gelobt, was nicht leicht zu erreichen ist, da das Weberberg.de-Spachtelkompetenzteam selbst vorzügliche Kässpätzle zu verfertigen versteht. Im "Schützenkeller" waren sie aber durchaus schmackhaft, mit frischen Zwiebeln zubereitet und mit dem üppigen Beilagensalat für 4,50 Euro ein Schnäppchen. Zu loben ist die attraktive Zubereitung der Speisen. Wenn sie im Biergarten an einem vorbeigetragen werden, läuft einem schon das Wasser im Munde zusammen. Und auch geschmacklich wurden wir nicht enttäuscht. Drei volle Sterne hätte es für alle Gerichte gegeben, wenn die oben erwähnten Mängel nicht gewesen wären. Beim Service gab es zwei Punkte. Innenraum und Biergarten sind natürlich schwierig, da sollte das Personal öfter mal hinausschauen, auch wenn weniger los ist. Am Pfingstmontag, an dem viel Betrieb war, klappte der Service aber reibungslos. Gutes Personal ist, wir wissen es, schwierig zu bekommen, aber eine Servicekraft, der ein Entrecote fremd ist, das gab ebenso Abzug wie der Portwein, der zwar Bestandteil eines Desserts war, aber pur nicht zu haben war, der fehlende Parmaschinken beim ersten Mal und der nicht vorhandene Grappa beim zweiten. Anfangspannen, die sicher behoben werden. Beim Ambiente auch nicht die volle Punktzahl. Das verwundert zunächst. Die Kombination von einem frisch renovierten Interieur und einem attraktiven Biergarten (der nach der Hauptverkehrszeit auch recht ruhig ist) lässt drei Sterne erwarten.Aber einigen Mitgliedern unseres Teams war der Innenraum zu sehr in Richtung Bistro/Café gestylt, was der edlen Speisenauswahl nicht ganz gerecht würde, so meinten sie. Andere sagten, hauptsächlich, man säße recht angenehm und die Speisen seien gut. Aber die Abstimmung ergab eben nur zwei Sterne, obwohl auch die Toiletten ohne Makel waren und man im Biergarten nicht von überflüssigem Musikgedudel belästigt wird. Das Preis-Leistungs-Verhältnis wurde ebenfalls als sehr gut empfunden. Manche Jurymitglieder fanden unsere Neun-Punkte-Skala hier zu wenig flexibel und hätten gerne das Essen höher bewertet, aber schlussendlich war man sich einig und wählte das Lokal zu einen der derzeit besten Tipps in Biberach, eine wirkliche Alternative zum geschlossenen Eberbacher Hof Restaurant.. Möge es lange bestehen bleiben
Nachtrag vom 3. Juli 2003: Zur Ehrenrettung des Schützenkellers muss man sagen, dass die erwähnte Spätzle-Panne durch einen unerwartet großen Ansturm zu Pfingsten verursacht war. die üblichen spätzle waren schlichtweg alle und man musste, so gut es geht, improvisieren. Wir wünschen dem Schützenkeller noch viele weitere Anstürme und sind sicher, dass man dann auf sie vorbereitet ist. 9. Juni 2003 |
||||||||||||||