Bombenstimmung, Superwetter, Spitzenband
- das war das Radgassenfest 2002. Kein Wunder, dass FV
Biberach-Vorstandsmitglied Adrian
Kutter, im blau-gelben Dress an der Kasse neben seinem Finanzwart
Löbel, zufrieden war. Dass Regen dem ohnehin durch Spielerschwund
und Schuldenlasten gebeutelten Verein im vergangenen Jahr sichere 7000
Euro durch ein ausgefallenes Fest aus der Kasse spülte, war bitter.
Entsprechend sonnig dürfte heuer die Stimmung beim Zählen der Einnahmen
sein. Kutter kassierte nicht nur, sondern fand auch Zeit zu einem längeren
Plausch mit EX-OB Claus-Wilhelm Hoffmann
und Amtsinhaber Thomas Fettback, fand Zeit dazu, sich mit Weberberg.de-Leser
Peter Marx in die Arme zu fallen und schleppte später Bänke.
Das ist ja das herbe am Ehrenamt: Als Vorstand hat man ja weiß Gott
das Jahr über genug zu tun, aber wenn man sich auf Festen den profanen
Pflichten des Aufräumens entzöge, gälte man rasch als arrogant. Also
heißt es anpacken. Auch beim Kehren, denn für die Sauberkeit nach dem
Fest ist der FV Biberach zuständig und nicht die Stadt.
Je später der Abend, desto säuerlicher
die Stimmung, könnte man sagen. Zumindest an den Ständen war man nicht
unbedingt glücklich über
Polizeipräsenz
um 24 Uhr und das Gefühl, genau beobachtet zu werden. "Wenn man später
ausschenkt, bekommt man im nächsten Jahr keinen Stand. Dabei muss man
die 4-500 Mark Standmiete erst einmal reinkriegen. In 4-5 Stunden ist
das nicht leicht." Ein Gegenmodell hatte u. a. Weinhändler Sproll
bereit: "Neulich war ich in Dresden. Da haben noch nachts um 2 Live
Bands in der Innenstadt gespielt." Das letzte Blech Pizza vom Stand
des Roten Ochsen wurde - gesetzestreu - nicht mehr verkauft, sondern
verschenkt.
So ein Fest ist immer Gelegenheit zu vielen Gesprächen.
WOCHENBLATT-Chef Wolfgang Gröner
plauderte lange und angeregt mit
Rathaussekretärin
Sonja Grimm. Natürlich nicht nur über das Gegrüßtwerdenwollen
von Biberachern, sondern auch über Theater, Porschefahrer, die Schützendirektion,
und das Teekochen. Und verständlicherweise pries Käpten Gröner seinen
bevorstehenden Bodenseetrip auf einem Singleschiff an, der über 400
Leute zusammenführen wird. Pech für die Schüchternen: Sie
können erst von Bord, wenn die Reise vorbei ist.
"Fotografieren Sie für die Schwäbische?" fragte OB
Thomas Fettback unseren Mann vom Radgassenfest-Kompetenzteam
und musste sich von seinem Amtsvorgänger darüber aufklären lassen, dass
dieses Fest (weil von der Konkurrenz) für die Schwäbische kein Thema
ist. Der OB zeigte sich davon irritiert.
Jede Menge Leute standen noch weit nach Mitternacht
auf den Straßen zwischen Café Vienna und Falafelstube
Hilal, bevor es, mangels Getränken, in die
noch offenen Cafés und Bars der Innenstadt ging. Fazit: Wieder
mal ein Radgassenfest der Superlative. Das Fest für Jung und Alt,
für Schickerie und Bodenständige, für Blasmusikfans und
Abtanzer bei Midnight Special - und diesmal das erste mit Weberberg.de!
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Das war das Radgassenfest 2002
© Weberberg.de 2002
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