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Provinz
Man kann Biberach natürlich auch anders sehen. So etwa: "Wer groß wurde in Biberach und an den ersten Tagen des Frühlings, nach dem Regen in der schwachen Sonne sein Eis am Marktplatz ass, wer dort groß wurde und dann weggehen will, muss Biberach in sich vernichten oder zurückkehren. Die flüsternden Köpfe des schuppichten Tieres muss er abschlagen, ehe sie flüstern können: Riskiere nichts, es ist doch schön, wie es ist! Freue dich an dem, was du hast, denn die Alternative könnte Leid sein! Keine Enttäuschung ist nötig! Paktiere und Vergiss! Er muss Biberach vernichten, die schwachen Stellen finden und erbarmungslos auf den Panzer einstechen. Alle Biberacher in der Fremde tun das: Langweilig! Nichts los! Bräsig! Zu klein! Zu verklüngelt! Zuviel verlogener Grunge! Keine Möglichkeiten! Kein Leben! Das alles hauen sie dem Tier um die Ohren, ständig und ständig, und versuchen es in sich zu vernichten, Biberach zu vernichten. Vielleicht haben es ja einige geschafft. Wenn ja - gehört hat man von denen nicht viel. Die meisten liegen als Gerippe im Zauberwald, die stumpfen Schwerter zerbrochen neben den bleichen Gebeinen (anders gesagt: Sie liegen als Alkoholleichen an "Schützen", dem alljährlichen coming home einer ganzen Stadt, auf dem Gigelberg) Oder sie kehren reuig für immer zurück, tätscheln das samtäugige Reh und sehen großzügig darüber hinweg, dass man manchmal das Gefühl hat, es hätte den einen oder anderen Kopf zuviel." (Hier die Quelle für den Text). Dann ist da natürlich noch die Tatsache zu vermelden, dass es am Bahnhofskiosk die taz nicht gibt. 10. Januar 2003 |