Partnerschaftsverein Biberach: 25 Jahre - die StelePartnerschaftsverein

Hat seine eigene Website, betreut von Michael Schoch. Mit Kontaktadressen und Infos zu Vereinsaktivitäten. Wer meint, ein Partnerschaftsverein sei nicht sonderlich wichtig, der hat nicht erlebt, wie vor einigen Jahren gut 800 Valencer in Biberach privat untergebracht wurden. Das soll erst einmal ein anderer Verein nachmachen.

Erfreulich: Es bestehen gute Kontakte zwischen Weberberg.de und PV-Webmaster Michael Schoch. Das bedeutet kreatives Zusammenarbeiten auf dem Gebiet Partnerschaft. Wäre ja auch zu blöd, wenn diese beiden benachbarten Webinitiativen isoliert vor sich hin basteln würden.

Rechts im Bild die neue Partnerstädte-Feier-Stele vor der Stadthalle, eingeweiht am 3. Mai 2002 anlässlich des 25jährigen Jubiläums des PV.

Und wo wir schon beim Jubiläum sind: Beim Rathaus-Empfang aus diesem Anlass trug der sympathische Austauschschüler Dato Markosaschwili eine Rede vor, in der er das deutsche und das georgische Schulsystem verglich. Und die ging so:

Stele vor der Stadthalle Biberach"Wir stellen fest: die georgischen Schulen sind besser als die deutschen Schulen. In Deutschland quatschen die Schüler im Unterricht und kauen ihren Kaugummi. Sie wählen, zum Beispiel, Physik anstatt Französisch. Wer hier Physik kann, spricht keine Fremdsprachen. In Georgien sind die Lehrerinnen sehr streng. Quatschen und Kauen gibt es im Unterricht nicht. Wir müssen alle Fächer lernen, aber am Schluss haben wir auch alles vergessen. In Deutschland haben die Schulen Zentralheizung,. Wasser und Strom - bei uns nicht! In den Schulen schließen die Fenster nicht , sie haben Löcher, es zieht. Die Zimmer sind im Winter kalt und dunkel, im Sommer sonnig und heiß. Wenn ein Deutscher einmal im Winter in einem unserer Schulzimmer sitzt, wird er krank. Wir werden nicht krank! Unser Staat sorgt dafür, dass unser Immunsystem stark ist. Wir waren eine starke Gruppe."

Und in der Schwäbischen Zeitung erschienen bald nach der Rückkehr der Austauschschüler diese Auszüge aus einem Brief:

"Wir sind elf Schülerinnen und Schüler aus Telawi und waren nun zehn Wochen an Biberacher Schulen. Mit diesem Brief wollen wir allen danken, die uns den Aufenthalt möglich gemacht haben. Wir danken den Schulen, die uns als Gastschüler aufgenommen haben, wir danken Frau Engelhardt vom Kulturamt, die uns hervorragend betreut hat, und wir danken den Lehrern, vor allem Frau und Herr Weller, die manchmal viel von uns verlangt haben. Vor allem aber danken wir unseren Gasteltern in Biberach, Mittelbiberach, Warthausen und Laupertshausen. Wir fühlten uns in den Familien, als wären wir deren eigene Söhne und Töchter. Wir fliegen jetzt wieder zurück nach Telawi, doch wir werden von dieser unvergesslichen Zeit in Biberach noch lange sprechen. Wir kamen aus unserer spontanen Welt nach Deutschland, wo alles sauber und ordentlich ist.

Hier ist Vieles geregelt, was wir zu Hause von Fall zu Fall entscheiden. Die Umstellung war ganz schön schwer. Wir haben mit sicherem Instinkt jedes kulturelle Fettnäpfchen gefunden und sind hineingetreten. Wir konnten zum Beispiel nicht zwei Stunden in der Schule fehlen, um auf dem Marktplatz einen Plausch zu halten - schon wurde das den Wellers gemeldet. Und wenn wir nach der Schule zwei Stunden später nach Hause kamen, fanden unsere Familien das gar nicht gut.

Die Deutschen sind so unwahrscheinlich pünktlich und pflichtbewusst. Aber der Osterhase (den es in Georgien nicht gibt) legte uns nicht nur Eier ins Nest, sondern auch ein Päckchen Einsicht. Nach den Osterferien ging es dann gut. Unsere Familien waren (meistens) zufrieden mit uns, unsere Betreuer konnten sich wieder in Biberach zeigen. Wir haben in diesen zehn Wochen eine Menge gelernt, und wir nehmen viele Ideen mit nach Hause. Wir sind gespannt, wie es unseren deutschen Tauschpartnern, die jetzt mit uns nach Telawi kommen, in unserer Heimat gefällt.
Didi Madloba (vielen Dank), Dato, Iliko, Nino G., Nino R., Nino W., Rusudan, Schorena, Sunita, Temuri, Utscha, Zakro. .

11. Mai 2002


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