Redebeitrag der FDP-Stadträte Alfred Braig und Christoph Funk Gemeinderatssitzung 11.11.02 Öffentliche Sitzung zu den Gemeinderatsvorlagen 02/248 bis 02/252 SZ Artikel: Steuereinnahmen sinken dramatisch vom Montag, 11.11.02 - Weitere Steuerausfälle
SZ Artikel: Gähnende Leere statt klingelnde Kassen vom Samstag, den 9.11.2002 Ich zitiere Kolesch: "Seit 1992 hat die Verkaufsfläche um 40 % zugenommen. Gleichzeitig gibt der Bürger pro Jahr real 250 Euro weniger aus als vor 10 Jahren." Zu Biberach: "Alle Geschäfte, die nicht direkt an der Lauflage liegen, haben es schwer. Und das wird ab 2003 noch schlimmer. Es wird erst dann besser, wenn die Leute mehr Geld netto in der Tasche haben und sich dadurch die Stimmung verbessert. Erst dann kommt der Aufschwung. Bis dahin werden wohl noch weitere Geschäfte schließen." Herrn Oberbürgermeister Fettback bitte ich nach seinen Aussagen, uns Gemeinderäte zu einer Wochenendklausurtagung einzuladen. Projekte Stadt - Steigerlager/Komm hat der Innenstadt sicher nicht geholfen. - Neubau neben dem Ulmer Tor: Hier wurde auf Zeitdruck und Panik gemacht, es gehe um 400 Arbeitsplätze – Ergebnis: alles anders gekommen Für mich wäre dieser Platz der richtige Standort für ein Parkhaus-Ost gewesen. Unter dieser Ausgangslage haben wir das vorgeschlagene Projekt Parkhaus-Ost und das geplante Dienstleistungszentrum untersucht. Wir haben dabei vermutlich als einzige Stadträte sämtliche Einkaufspreise der Häuser und Grundstücke addiert, die Verwendung der Zuschüsse aus dem Sanierungsprogramm kritisch durchleuchtet und dabei festgestellt, dass der festgesetzte Verkaufspreis für uns inakzeptabel niedrig ist. Dazu im Einzelnen:
Unter dem Strich gesehen stimmen wir jedoch der Verwendung der Sanierungsmittel zu, weil wir die Planung isoliert betrachtet, sehr gut finden. Wir stellen hiermit allerdings den Antrag, dass diese Verwendung der Zuschüsse veröffentlicht wird.
Ab hier darf es aber keine weiteren Subventionen geben, insbesondere auch deshalb nicht, weil es sich ganz offensichtlich um keinen zusätzlichen Nutzen für die Stadt Biberach handelt. Zusätzliche 5000 qm Nutzfläche, (davon 1.500 qm im Erdgeschoß) werden nach unserer Auffassung die Erdgeschossleerstände in der Innenstadt erweitern. Zudem erwarten wir, dass sich die Leerstände im Obergeschoss ebenso dramatisch entwickeln werden wie im Erdgeschoss bisher. Hierfür darf nach unserer Überzeugung nicht eine bürokratische Staatswirtschaft verantwortlich sein. Mit einer weiteren, von der Stadt Biberach geplanten Subvention, wird der Investor nach unserer eigenen Rechnung zirka 20 % billiger anbieten können als alle anderen Mitbewerber ohne diese Unterstützung. Eine offene Frage bleibt uns noch zu beantworten: Kauft der Investor die fehlenden Stellplätze beim Parkhaus ab? Eine uralte Biberacher Firma wird durch dieses Projekt massiv geschädigt. Dies nehmen wir nicht hin und protestieren aufs Schärfste. Wir fragen Sie, Herr Oberbürgermeister Fettback, ob Sie persönlich sich mit der Eigentümerfirma des Hauses Neherstraße 8 über dieses Projekt und die in der Zukunft angedachten Projekte unterhalten haben. Uns liegt ein altes Biberacher Unternehmen und die Arbeitsplätze der Mitarbeiter mindestens genauso am Herzen wie uns unbekannte Investoren und unbekannte potentielle Mieter. (wohl 150 bis 200) Wir stimmen deshalb dieser Vorlage nicht zu und beantragen, dass der Verkaufspreis dieses Platzes so berechnet wird, dass er ohne Biberacher Subventionen angeboten wird. Wir beantragen auch, dass dieses Projekt öffentlich ausgeschrieben wird. Wir FDP-Stadträte beteiligen uns nicht an der Wettsubventioniererei zwischen Kreis / Kreiskrankenhaus GmbH und der Stadt Biberach. Wir werden auch den Nutzungserweiterungen auf Kosten von Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Biberach in der Bodelschwinghstraße nicht zustimmen. Herr Dullenkopf vom Kreiskrankenhaus hat mit seiner Absicht, Ärzte aus der Innenstadt abzuwerben, um in der Nähe seines Krankenhauses Räume zu erstellen und zu vermieten, eine Lawinen losgetreten. Wir wollen überall ordnungspolitisch saubere Lösungen, bei denen alle Bürgerinnen und Bürger gleich behandelt werden und es zu keinen Wettbewerbsverzerrungen kommen wird. Ich danke Ihnen. |