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Nebel So weit unsere laienhafte Erfahrung. Wir wollten aber genauer wissen, was es mit dem Biberacher Nebel auf sich hat und baten den bei diesem Thema kompetentesten Mann im Kreis, Wetterfrosch Roland Roth, den Weberberg.de-BesucherInnen die Sache einmal zu erläutern. Er schrieb uns Folgendes und wir danken dafür herzlich. Wie nötig diese Infos sind, beweist der Biberacher Peter Rieger, der irgendwo in einem Gästebuch schrieb: "Was noch fehlt ist eine Möglichkeit, Oberschwaben im Radar zu sehen. Bei uns in Biberach ist es oft wahnsinnig neblig und dann wäre es gut, wenn man eine Detailaufnahme im Radar haben könnte, oder gibt es das schon? "
Nebel im Rißtal Da kalte Luft schwerer ist als warme, bilden sich in den langen Herbst- und Winternächten bei Hochdruckwetterlagen in den Tälern und Becken Oberschwabens sogenannte "Kaltluftseen", während es auf den Berghöhen zur selben Zeit, entgegen der sonst üblichen Temperaturabnahme mit der Höhe, oft spürbar wärmer ist. Autofahrer, die nachts auf den Straßen Oberschwabens unterwegs sind, können dies gut an ihrem Autothermometer ablesen, sofern dieses natürlich einen Außenfühler hat. Aber behalten Sie bitte auch den Verkehr und nicht nur das Thermometer im Auge! Meteorologen bezeichnen diese Temperaturumkehr als "Inversionswetterlage". In einem windschwachen Hochdruckgebiet kann diese tagelang anhalten. Die warme Luft liegt dann wie der Deckel eines Kochtopfs über der kalten Luftmasse, in der die Schadstoffe aus Industrie, Verkehr und Haushalt nicht mehr in die freie Atmosphäre entweichen können, wodurch sich die Luftqualität deutlich verschlechtert. Da kalte Luft wesentlich weniger Wasserdampf aufnehmen kann als warme, bilden sich in der bodennahen Kaltluftschicht teils dichte und zähe Nebelfelder. Während auf den Berghöhen des Allgäus mildes Strahlewetter mit einer ausgezeichneten Fernsicht herrscht, versinken die Niederungen Oberschwabens im feucht-kühlem Dauergrau. Dabei entsteht häufig eine Verbindung vom großen Nebelreservoir des Bodensees über das Schussenbecken und das Rißtal zum Nebel im Donautal. Solche Nebellagen sind zermürbend, denn die Auflösungschancen des zähen Grauschleiers sind gering. So gab es im Nebelwinter 1995/96 im Rißtal im Dezember und Januar insgesamt gerade mal 25 Sonnenscheinstunden und an 56 von 62 Tagen war die Sonne überhaupt nicht zu sehen! Dabei ist der Sonnenschein manchmal gar nicht weit entfernt. Während auf dem Marktplatz von Biberach noch Nebelschwaden wabern, kann man oft schon im rund 70 Meter höher gelegenen Bergerhausen oder in Mettenberg Sonne pur genießen. Wenn auch dort noch Nebeltristesse herrscht, so hilft nur eine Fahrt ins Allgäu. Nicht selten weichen dann bereits hinter Füramoos oder bei Unterschwarzach die grauen Nebelschleier strahlendem Sonnenschein und tiefblauem Himmel. Und außerdem: Der nächste Frühling kommt bestimmt und mit ihm endet auch die Nebelzeit in Oberschwaben! Ob's heute neblig wird, erfahren Sie hier. 10. Mai 2002 |