Rißtal-Gurra, Warthausen: Link zu 130 NarrenfotosNarren

"In einigen Jahren wird man vergessen haben, dass BC null Faschingstradition hat. Irgendwann aber empfanden einige Leute die Zeit von Schützenfest zu Schützenfest als eine zu lange Durststrecke und gründeten eine Narrenzunft. Seither gibt es alljährlich Narrenumzüge in immer größeren Dimensionen mit Hunderten von Plastikhexen oder sonstwie mit Phantasiekostümen bekleideten Menschen. Grauenhaft. Oder eine Mordsgaudi."

So könnte man meinen. Wer etwas mehr Geschichtskenntnisse hat, ist allerdings klar im Vorteil, wie die kurze Abhandlung unten beweist.

Mehr zur Fasnet in Oberschwaben bei diesem Link.

Wer mitmachen möchte, sollte den Biberacher Narrenruf beherrschen.

Frühere LeserInnen dieses Eintrags wurden bezüglich des Narrenrufes falsch informiert (so wie wir- es heißt eben nicht "Narri, Narro!"). Inzwischen aber errreichte uns narrenseits die Korrektur, die wir nicht zögern, mit einer gleichzeitigen Entschuldigung, aufzunehmen. Und weil's eine so schöne E-Mail war, sei ein Auszug zitiert: "Ihr wared entweder gar id odr vielleicht zviel uf dr Fasnet sonsschd däded Ihr wissa daß des bei ons gar it Narri-Narro, sondern "Ratza Trepfles - Graba nass" hoist! Wenn Ihr reigschmeggte wäred no kend ma des jo verschdau, abr was en uirem index so alles denna isch und wia sche ausfierlich ka es schier id glauba. Also dann am erschda Sonndig noch drei Kenig goht´s amml los und noch probiered mr des vielleicht mol mitanand! Nix vir oguad, abr sìsch hald so." Wenn uns unser Sprachgefühl nicht ganz täuscht, steckt da auch ein kleines Kompliment für uns drin, das wir herzlich dankend annehmen.

Mehr beim Stichwort Nebel.

 

Die Geschichte der Biberacher Fasnet


Das älteste Biberacher Narrendokument stammt aus dem Jahre 1895: "Der lustige
Rissbote" hieß die damalige Fasnetszeitung, eine "Scherz-, Spaß-, Humor- &
Festzeitung sr. Kgl. Hoheit des Prinzen Karneval".
In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde versucht die Fasnet in Biberach
zu organisieren. In dieser Zeit gab es jedes Jahr einen großen Maskenumzug in der
Stadt. Durch den zweiten Weltkrieg wurde es still um die Biberacher Fasnet, zwar
veranstalteten einige Vereine in der Nachkriegszeit Bälle und ein Kinderfasnet in der
Gigelberghalle, doch erst Anfang der Achtziger Jahre fand die Narretei in Biberach
einen neuen Anfang: Unabhängig voneinander würden zwei Narrenvereine
gegründet -im März 1981 die "Narrenzunft Rissnebel" und im Februar 1982 die
"Narrengilde Biberhex". Ab der Fasnetsaison 1984 gestalteten die beiden Vereine die
F asnet gemeinsam und am 11.11.1985 schloss man sich zur "Narrenzunft Biberach"
in seiner heutigen Form zusammen. Um Kinder und Jugendliche in die Zunft zu
integrieren wurde vor einigen Jahren eine "Jugendgruppe" gegründet, die sich auch
außerhalb der Fasnet zu gemeinsamen Aktivitäten trifft.
Mitglied im ANR
Schon kurze Zeit später schloss sich die Narrenzunft dem "Alemannischen
Narrenring" an. Über 20.000 Narren aus rund 80 Zünften in den Regionen "Allgäu",
"Bodensee" und "Donau-Oberschwaben" sind im Moment im ANR organisiert.
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Fasnet in Biberach
Traditionell beginnt die Biberacher Fasnet "kurz nach Dreikänig" mit der
"Auferstehung" auf dem Marktplatz. Der "Rissnebel", Zentralfigur der Biberacher
Fasnet, weckt seine Masken und Neumitglieder werden getauft.
Seit 17 Jahren laden die Biberacher Narren befreundete Zünfte zum "Großen
Biberacher Narrensprung", heuer am 25.1 um 13.30 Uhr, ein. Am Gumpigen
Donnschtig werden die Schüler verschiedener Schulen befreit, das Rathaus gestürmt
und der Oberbürgermeister abgesetzt. Am Fasnet-Samstag organisiert die
Narrenzunft einen bunten Kinderball, mit Programm, einer Spielstraße und einer
Verlosung. Unter großem Wehklagen findet am Fasnetdienstag das
"Fasnetvergraben" statt. Bis zur nächsten "Auferstehung" befiehlt der Rissnebel die
Masken "S' Johr über' in ihren "närrischen Schlaf'.

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Die Maskengruppen der Narrenzunft Biberach

1. Rißnebel
Diese Einzelmaske ist die Zentralfigur der Biberacher Narren. Das Rißtal ist bei der
Bevölkerung als "Nebelloch" verschrien. Das grau-silberne Häs des Rissnebel
symbolisiert die "durch die Bäume wabernden Nebelschwaden". Die Maske besteht
aus Weidenstümpfen vom Ufer der Riß. In den Umzügen wird der Rissnebel vom
"Narrensamen", den Kindern und Jugendlichen der zunfteigenen Jugendgruppe,
begleitet.

2. Biberhex
Der Überlieferung nach sollen in den Sümpfe der Riß Hexen gehaust haben. Die
auffällig schwarze Maske der Biberhex soll an das "moorige Wasser" erinnern. Auf
den Biber weisen Felle auf dem Kopf und der Schulter der Hexe hin.
Schneckenhäuser am Häs zeigen das Getier das in den Sümpfen zu finden ist.

3. Burrenmahle
Im Burrenwald nahe Biberach soll eine Spukgestalt das Burramahle mit Irrlichtern die
Menschen erschreckt haben. Die "Guten" hatten von ihm nichts zu befürchten, aber
die Bösen hatten nichts zu lachen; besonders mit den "Liebenden" soll er es gut
gemeint haben. Maske und Häs zeigen eine griesgrämigen aber doch verschmitzt
lachende Männergestalt. In Umzügen verteilt das Burrenmahle Pfennige/Cents als
Glücksbringer.

4. Boschama
Im Boschach, einer Region nahe Biberach, soll der wilde Boschama sein Unwesen
getrieben haben. Besonders in stürmischen Nächten soll er die Leute durch sein
Rufen in den Wald gelockt haben, so dass sie sich verirrten und nicht mehr heim
fanden. Häs und Maske des Boschama zeigen viele Gegenstände des Waldes:
Tannzapfen, Blätter und ein Fuchsfell

5. Mumpfentalschrat
Südlich von Biberach in Richtung Rißegg erstreckt sich das Mumpfental. Der
Mumpfentalschrat soll Hüter dieses Tales gewesen sein. Er hielt böse Geister und
Dämonen ab. Die männliche Maske hat einen neckischen Gesichtsausdruck, der
Fuchsschwanz symbolisiert die Schlauheit mit der der Schrat das Böse schreckte.

6. Mahdgeist
An der Straße zwischen Mettenberg und Ellmannsweiler liegt die "Mahd". Hier soll
ein Geist abends die Spätheimkehrer mit lautem Brüllen und Stöhnen erschreckt
haben. In einigen Überlieferungen soll er sich sogar auf das Bennerwägele der
Bauern gesetzt haben. Die Maske des Mahdgeist hat zwei Gesichtshälften: einerseits
spitzbübisch, neckisch, andererseits teuflisch bösartig.

 

30. Januar 2004

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