Motopark Schwaben

Motopark Schwaben ist ein Reizbegriff, der die Gemüter spaltet. OK, das Teil ist für Äpfingen geplant, aber die Debatte darüber schwappt in die Leserbriefspalte der Schwäbischen Zeitung. Wir bauchen glücklicherweise vorerst nicht darüber zu berichten, denn sowohl die Planer der Mammutanlage wie ihre Gegner sind im Netz mit Informationen reichlich präsent. Es gibt Pläne und Pressespiegel, Planungen und Proteste. Allerdings muss man etwas rebust sein, was das Deutsch auf den Seiten angeht. So bezeichnet sich die Bürgerinitiative als " Bürgerinitiative gegen die Rennstrecke und Fahrsicherheitstrainingszentrum in Äpfingen". Die Zentrum? Nicht wirklich, oder? Die Planer warten mit Sätzen auf wie "Gleichzeitig werden Verkehrsmittel wie Fahrrad- und sonstigen „Trendsportarten“ innerhalb der Jugendverkehrsschule angeboten." Da kann man dann nach der Lektüre erst einmal die Füßnägel wieder zurückrollen.

Falls Sie sich dennoch informieren wollen, ob man den Motopark Schwaben wirklich braucht und was damit auf die Äpfinger zukommt, hier die wichtigsten Links:

Die Bürgerinitiative gegen die Rennstrecke in Äpfingen        Die Motopark Schwaben Projektentwicklungs GbR (www.motopark-schwaben.com)        

Die Gemeinde Maselheim (Under construction)                          Und hier noch ein anderer Motopark zum Vergleich

Motopark Academy                                                                 Motopark Oschersleben (Bode)

Motopark.de

Pikant ist die Sache auch deshalb, weil Äpfingen zur Gemeinde Maselheim gehört, der ein grüner Bürgermeister, Elmar Braun, vorsteht und auch aus dem nahen Warthausen keine Kritik kommt, einem Ort, der mit Cai-Ullrich Fark ebenfalls einen Grünen als Gemeindeoberhaupt anführen kann.

Hier aber mal die Idee der Betreiber, wie sie sie auf ihrer Website darstlellen, und einige Anmerkunken dazu. Hervorhebungen in rot von uns:

Die Idee

Direkt an der B 30, zwischen Ulm und Biberach in einer ehemaligen Kiesgrube entsteht ein Fahrsicherheits- und Motorsportzentrum der Sonderklasse, das einzigartig die Verkehrssicherheitsausbildung und Motorsport-Veranstaltungen mit einer perfekten Infrastruktur verbindet.

Anmerkung: Wenn das so toll ist, das Zentrum, dann wird da wohl auch einiges los sein.

Die „Motopark Schwaben GbR“ erstellt bis 2005 die gesamte Anlage mit den Einrichtungen:

Fahrsicherheitsmodule für modernste Fahrsicherheitsausbildung für alle Arten von Nutzfahrzeugen und PKW,
Museum- Ausstellungs- und Veranstaltungshalle für 1200 Personen direkt verbunden mit
Hotel,
Restaurant,
Seminar und Schulungsräumen,
sowie sonstigen Verkaufs- und Betriebsgebäuden.

Über eine flankierende Nutzung wird ein Motorsportverein aus der Region seine Vereins- und Jugendarbeit im
Kart- und Super-Motor-Motorradsport auf der modernsten und nach allen Sicherheitsregeln der nationalen und internationalen Richtlinien ausgelegten Rennstrecke und professionellen Betriebseinrichtungen ausüben.
Eine Rennfahrschule „Formel für jedermann“ rundet das Angebot innerhalb der Anlage ab.
Gleichzeitig werden Verkehrsmittel wie Fahrrad- und sonstigen „Trendsportarten“ innerhalb der Jugendverkehrsschule angeboten.

Anmerkung: Doppel-Whopper ist nix dagegen, was hier alles in einem Projekt verwirklicht werden soll. Der letzte Satz ist zwar voll konfus, aber es wird schon deutlich: das wird was richtig Großes. Und es kommt noch mehr!

Die Anlage soll ein Ausbildungs- und Schulungszentrum für Verkehrssicherheit für PKW und Nutzfahrzeuge
aber auch Motorradfahrern sein.
Gleichzeitig wird der Bedarf für die Aus- und Weiterbildung des Fahrdienstes des öffentlichen Dienstes und der Sicherheitskräfte befriedigt.
Für den „kleinen“ Motorsport wird eine 10m breite Rundstrecke mit 1500m Länge für Kart- und Nachwuchsklassen als Ausbildungs- und Veranstaltungszentrum dienen.
Nationale Meisterschaften, Europameisterschaften und als einzige Bahn in Deutschland überhaupt zulässig für Weltmeisterschaftsläufe. Optimale Trainingsbedingungen und eine perfekte Ablaufplanung werden diese Anlage einzigartig machen.
Durch die vielen Synergien innerhalb der Anlage sind die einzelnen Betriebsstätten wirtschaftlich selbstständig aber gegenseitig befruchtend. Die Anlage ist durch die nationale und internationale Bedeutung ein Baustein im Tourismuskonzept des Landkreises und der Region. Besonderen Wert wird auf die Umweltverträglichkeit und die Energiekomponenten gelegt. Diese Anlage soll eine weltweit einmalige Symbiose von Umwelt und Technik in Konzeption, Bau und Betrieb, damit wegweisend für die künftige Fahrausbildung und den Motorsport sein.
Eine permanente Auslastung und ganzjährige Öffnungszeiten in Synergie der Anlagenteile sichert eine ganzjährige Attraktivität bei allen Nutzern und für viele Arten von Veranstaltungen und Events.

Anmerkung: Also, wenn das weltweit einmalig sein wird, dann zieht das natürlich jede Menge Autos an. Die fahren dann auch durch die umliegenden Gemeinden. Das bringt Leben auf die Straßen.

Fazit: Alles recht vollmundig. Und wenn sich die Prognosen bewahrheiten, wird in Äpfingen bald der Bär abgehen. Ob das dann Geld in die Region bringt oder eher zur Belastung wird, wer weiß das jetzt schon. Eines aber steht nach der Lektüre dieses Textes fest: Da wird es nicht so hin und wieder mal ein kleines Autorennen geben, geplant ist der volle Dauerbetrieb. .

 

 

16. August 2003


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