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Mensch und Meinung
Der offene Webspace von Weberberg.de.
Hier ist Platz für längere Meinungsäußerungen
unserer LeserInnen zu Weberberg.de, für Leserbriefe und
sonstige Beiträge zum Thema Biberach/Riß.
Die hier geäußerten Meinungen sind nicht unbedingt
die der Weberberg.de-Redaktion.
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Mensch & Meinung
Hair, oder wie oder
was?
Nun ist es also leider vorerst vorbei, das Hair, das Musical.
Die Derniere
proppenvoll, viele hübsche Mädels und einige wenige
Jungs auf der Bühne und man fragt sich unwillkürlich:
was kommt als nächstes? Allerdings bleibt ein etwas schaler
Nachgeschmack, ein leiser Bitterstoff, der sich nach dem ersten
Genuss leise
Bahn bricht und einem das Menü leicht vergällt.
Das hat nun wirklich nichts
mit den eigentlichen Akteuren zu tun, die auf der Bühne
ihr Bestes gaben,
sondern etwas mit Konzept, Dramaturgie und Selbstdarstellung
der hinter den
Kulissen werkelnden Macher. An sich wollte der Autor das Musical
nicht
besuchen und auch keine Kritik üben, letztlich auch weil
Kritik im "grünen"
Oberschwaben (Hair Zitat) nicht gern gesehen wird. Der Oberschwabe
(der
Autor gehört tatsächlich dazu) reagiert auf Kritik
allenthalben ärgerlich
und streng ablehnend. Letztlich liegt es an den Akteuren selbst,
dass hier
nun diese Kritik erscheint und der, auch im Nachhinein, noch
verblüffte
Dernierenbesucher hier seinen Senf abgibt. Rechtfertigung
hin oder her, aus
Sicht des Kritikers gibts mindestens zwei Ansatzpunkte:
Zum Ersten frage ich mich, was aus der eigentlichen Hairgeschichte
geworden
ist. Um das verständlich zu machen (viele wissen offenbar
wenig über die
Geschichte an sich): Hair erzählt eigentlich eine Liebesgeschichte
zwischen
einem Mädchen aus gutsituiertem Haus (Neudeutsch: Eine
verzogene Edelgöre
mit superreichen Eltern) und einem Hippie (Neudeutsch: Freak,
Dauerchiller)
der wegen einem Freundschaftsdienst letztlich in Vietnam ums
Leben kommt.
Wenn man die Geschichte genauer betrachtet, gibts dabei folgende
Eckpunkte:
Reich trifft Arm, Reich verliebt sich in Arm, Arm ist gar
nicht sooooo arm,
weil die Ideale sehr vorbildlich sind und diese dem reichen
Mädchen
imponieren. Freundschaft steht über allem und letztlich
bezahlt einer seine
Ideale mit dem Tod (in Vietnam). Eine tragische Geschichte.
Nebenbei spielen
dabei "unverdorbene" Ideale eine wesentliche Rolle:
Die Suche Jugendlicher
nach ECHTER Liebe, nach ECHTER Freundschaft. Und dabei geht
es nebensächlich
natürlich auch um Haare, Drogen und Exzesse. Wohlgemerkt
dient bei Hair das
ganze Brimborium rund ums Lebensgefühl der 68er dazu,
deutlich zu machen,
dass da hinter dem ganzen Hippiegedöns auch Menschen
und eben nicht nur
Drogendealer und oberflächliche Partyfuzzies stecken.Natürlich
sind die
Ideale der Hippiegeneration und der Widerstand gegen das etablierte
System
nicht völlig vom Lebensgefühl zu trennen, aber das
eine bedingt das andere
mindestens in gleicher Weise. Kein Ei ohne Henne und keine
Henne ohne Ei.
Gerade aus der Verquickung der eigentlich anrührenden
und tragischen
Liebesgeschichte zwischen der ultrareichen Tochter und dem
ausgeflippten Typ mit der
Hippiebewegung und ihrem Lebensgefühl bezog und bezieht
Hair als
"politisches" Musical seine Kraft, denn auch das
bürgerliche Lager konnte
sich Anfang der siebziger Jahre der Magie der Geschichte nicht
mehr
entziehen. So gesehen hat Hair eine Annäherung der Generationen
initiiert.
Misst man nun Hair in der Laengerer Inszenierung an diesem
Maßstab, wird es
schwierig. Natürlich ist es legitim, oder im Bereich
persönlicher
Geschmacksempfindungen möglich, die Geschichte nach Deutschland
(oder auch
nach Oberschwaben) zu verlegen und dabei aktuelle Bezüge
herzustellen.
Natürlich ist es möglich, moderne Medien (Jimi Hendrix
bei Woodstock als
Videoeinstieg) einzuarbeiten. Die Frage, die allerdings bleibt
ist: Was will
uns eigentlich der Regisseur damit sagen? Geht es darum, den
beteiligten
Jugendlichen (Darstellern) und dem Publikum die Vergangenheit
deutlich zu
machen? Geht es darum, den Verlust und Ursprung von Idealen
zu vermitteln?
Geht es nur um das vermeintliche Lebensgefühl? Oder geht
es gar nur um die
Musik, also eine Art Revuenummer, also eine Tanzveranstaltung?
Überprüft man die Inszenierung, wird schnell klar,
dass zumindest der
eigentlich interessanteste Teil der Geschichte - Mädel
aus reichem Haus will
Hippie haben, welche Konsequenzen hat das? - eigentlich durch
den Rost
gefallen ist. Wer als unbedarfter Zuschauer (und man glaubt
es kaum, die
gibt es...) in der dritten Szene kapiert, welche Rolle das
konservativ
angezogene Mädchen spielt, muss schon sehr sehr sehr
aufpassen und sich eine
Menge zusammenreimen. Wie sagte eine Besucherin "warum
die so angezogen war,
hab ich bis zum Schluss nicht kapiert". Klar, wenn eine
Figur nicht richtig
eingeführt wird und man ihre Motivation nicht versteht,
bleibt das Mädchen
im grauen Rock ein Rätsel. Damit ist klar, dass es wohl
nicht um diesen
Aspekt der ursprünglichen Geschichte ging. Damit entfällt
auch der
eigentliche Konflikt zwischen den Weltbildern, denn das Girl
aus wichtigem
Hause stellt im Original die Zerrissenheit dar, zwischen wohlbehütet
einerseits und der Jagd nach Idealen andererseits. Was bleibt,
sind
Klischees, was sich besonders in der Streitszene mit den Eltern
zeigt, wenn
der Lieblingshippie in den Senkel gestellt wird.
In der Inszenierung verschwimmt immer wieder das Einzelschicksal
- es wird praktisch immer pauschaliert. Burger, Bukowski und
alle anderen sind nicht Individuen
sondern Jugendliche im Allgemeinen. Im dramaturgischen, wie
auch
pädagogischen Sinn, ist hier jede Chance verspielt worden,
das Musical
ernsthaft in die Gegenwart zu portieren. Auch die modernen
Versatzstücke
bleiben in der Inszenierung Klischees: Die "grauen Sicherheitskräfte"
erinnern in der Tat zu sehr an die Zeitdiebe in MOMO. - Wer
Sicherheitskräfte kennt, weiß, dass schwarz der
Sache näher kommt. Nette
Gimmicks wie die C&A Rabattmarken haben zwar Unterhaltungscharakter,
verwässern aber den eigentlichen Anspruch des Stückes.
In diesem Sinne bleibt Hair in dieser Inszenierung eher eine
Revuenummer,
völlig unabhängig von der Leistung der einzelnen
Darsteller.
Der zweite Aspekt ergibt sich zwangsweise aus dem Ersten:
Wenn nun ein
"politisches" Stück, das Geschichte geschrieben
hat, von der JUKS in dieser
Form inszeniert wird, muss das einen Sinn haben. Aber welchen?
Laut Konzept
ist der Anspruch: "In der Jugendkunstschule lernen Kinder
und Jugendliche
künstlerische Möglichkeiten kennen. Arbeitsweisen,
Techniken und Materialien
aus den Bereichen Theater, Tanz, Bildnerisches Gestalten,
Medien und
Literatur. Die Jugendkunstschule fördert die kreativen
und künstlerischen
Anlagen sowie das Sozialverhalten der Kinder und Jugendlichen
und
unterstützt die Entfaltung der Fantasie." Legt man
dieses Konzept zu Grunde
ist in der Tat der Anspruch voll erfüllt, denn hier ist
nicht die Rede von
Selbstreflektion, politischem Verständnis, Geschichtsbewusstsein,
Medienkritik oder aber sozialem Engagement. Reduziert man
den Ansatz, könnte
man sagen, die JUKS zeigt Jugendlichen wie man tanzt, malt,
spielt, bastelt
und filmt, sich dabei anständig verhält und zeigt
ihnen nicht WARUM man WIE
tanzt, WARUM man was tun sollte usw. In diesem Sinne ist Hair
durchaus
gelungen, das hat funktioniert.
Wenn man nun aber davon ausgeht, dass dasDurchschnittsalter
der Agierenden (Herrn Buchmann rausgerechnet :-)) etwa bei
15 Jahren liegen dürfte und da mit deftigen Ausdrücken
("Arsch" etc...) operiert wird, möchte man
vielleicht etwas mehr erwarten als reine Bewegungs- und Aktionspädagogik.
Wenn ein zutiefst politisches Stück auf eine Anreihung
von schönen Tanznummern reduziert wird, ist das sicher
keine Absicht, aber im Sinne der politischen Gegenwart mehr
als traurig. Da steht "pflegeleicht" gegen ein ursprünglich
anarchistisches Stück. Und auch das
ist Gegenwart und zutiefst politisch: Wenn man aus einem Musical,
das
"gegen" etwas war, gegen "Gleichmacherei",
für "Individualität", etwas
macht, das konform und pauschal das vermeintliche 68er Gefühl
aufleben lässt
und dabei vor lauter Freude den Inhalt vergisst.
Wohlgemerkt, den Schuh müssen sich JUKS Schulleitung
und Regisseur anziehen,
nicht die Darsteller oder Musiker. Schade, dass das Stück
so verdünnt wurde.
mit freundlichen Grüßen
Uli Stöckle (Oktober 2005)
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Sehr
geehrter Herr Landrat Schneider,
diesen Brief, den ich auch der Presse zur Verfügung stellen
werde, schreibe ich Ihnen, weil ich bisher im Vertrauen auf die
Seriösität Ihrer Informationspolitik gegenüber dem
Kreistag Biberach voll vertraut habe. Deshalb hat es bisher entsprechend
der nichtöffentlichen Beratungen keine Stellungnahmen aus den
Kreistagsfraktionen gegeben. Ihre persönliche Seriosität
will ich dabei nicht in Frage stellen.
Die Situation stellt sich nun aber, dokumentiert durch Pressemitteilungen,
völlig anders dar. Die Landes-CDU versteht wohl die OEW als
parteieigene Spielwiese auf der man tun kann, was man will. So stand
am letzten Samstag und heute bereits in der "Schwäbischen
Zeitung", über was die beteiligten neun oberschwäbischen
Landkreise informiert und was sie nach CDU-FDP-Koalition zu entscheiden
haben. Dasselbe Spiel im SWR-Fernsehen am Mittwochabend. Die Kreisräte
werden dabei wie unmündige Kinder öffentlich diskreditiert
und vorgeführt. Herr Oettinger behauptet, dass die Landkreise
sich für die von ihm vorbereitete Lösung entschieden hätten.
Dies ist faktisch falsch und deshalb eine bewusste Falschinformation
der Öffentlichkeit. Wahr ist, dass der Kreistag Biberach bisher
dazu keine Entscheidung gefällt hat. Wer Herrn Oettinger gegebenenfalls
falsch informiert hat, entzieht sich meiner Kenntnis.
Prekär wird die Situation auch dadurch, dass mit diesem Geschäft
der Aufstockung der Aktienanteile an der EnBW durch die Verhandlungen
der Koalitionspartner in der Landesregierung, CDU und FDP, die OEW-Landkreise
nun indirekt mit dem Verkauf von Firmenanteilen und Immobilien in
Zusammenhang gebracht werden.
Ob diese geplanten Verkäufe unter finanziellen, sozialen und
strukturellen Gründen sowie zur Sicherung von Arbeitsplätzen
überhaupt sinnvoll sind, kann ich aus meiner Informationslage
überhaupt nicht nachvollziehen. Ich werde aber durch die Landes-CDU
als Kreisrat in eine Situation gezwungen, die mit praktizierter
Demokratie absolut nichts mehr zu tun hat. Dies ist skandalös
und nicht zu verantworten.
Dabei ist zu beachten, dass die ganze Misere hausgemacht ist. Die
Landesregierung aus CDU und FDP hat ihre Anteile an der EnBW verkauft
und in eine Landesstiftung eingebracht; dass dies ein Riesenfehler
von Erwin Teufel war, der dies gegen Herrn Oettingers Meinung durchgesetzt
hat, bezweifeln heute nicht einmal die eigenen Parteimitglieder.
Und als ob sie nichts dazu gelernt hätten, lässt sich
die Landes-CDU vom kleinen Koalitionspartner wieder erpressen, in
eine völlig unabgesicherte Verkaufshektik zu verfallen.
Dies schadet dem Land, seinen Menschen, der politischen Moral und
den Finanzen. Die Schwäche der Landes-CDU und die verheerende
Politik der Landesregierung zeigt sich überdeutlich an dieser
Stelle.
Ich bin nun wirklich gespannt, wie die oberschwäbischen Kreistage
sich verhalten, ob sie sich diesem undemokratischen Possenspiel
der Landesregierung klaglos beugen und letztendlich mittels der
Kreisumlage die Gemeinden die Zeche zahlen lassen.
Werner Krug
Biberach,
03.02.05
Zum
Leserbrief "Rechtssystem verhohnepipelt" (Wochenblatt
22. Juli 04)
Ich möchte die öffentliche Diskussion nicht im Wochenblatt
weiterführen, aber doch hier in weberberg.de noch eine Stellungnahme
abgeben.
Verständlich, wenn viele die "Sicherheit" in ihrer
Umgebung für das Wichtigste haben. Das Thema ist emotional
besetzt, und Sicherheit ist ein hohes Gut.
Kein Wunder also, wenn eine Verwechslung eintritt: Wer um seine
Sicherheit Angst hat, verwechselt schon mal leicht
persönliches (!) Sicherheitsbedürfnis und Demokratie.
Da hilft auch ein Zitat aus dem Brockhaus (Stichwort "Demokratie")
nicht weiter.
Als Wichtigstes ist festzuhalten: Ein Gericht hat einem Bürger
Recht gegeben. Also kann es sich nicht um Verhohnepipelung des Rechtssystems
handeln. Der Bürger hat ja Recht bekommen! Im Gegenteil: Das
Rechtssystem funktioniert!! Gott sei Dank. Jetzt kann bei Bedarf
in einem Hauptverfahren entschieden werden, ob es bei dem jetzigen
Urteil der einstweiligen Verfügung bleibt.
Noch etwas: Demokratie ist mehr, als die Brockhausdefinition angibt,
und das ist gerade das Wichtige: Sie besteht aus Legislative (den
Parlamenten), Exekutive (Regierung und Polizei) und Judikative (Rechtssprechung).
Erst das ist das vollständige Bild.
Hinzu kommt, dass in unserer Demokratie die Menschen- und Grundrechte
die Basis bilden.
Es handelt sich um ein sich wechselseitig kontrollierendes System
- und mit Grund! Denn alle können irren, auch die Parlamente.
Sie fassen schon mal einen rechtswidrigen Beschluss - wie eben in
Biberach mit der Videoüberwachung. Und sie haben nicht unbedingt
eine wie auch immer definierte öffentliche Meinung widerzugeben
(z.B. wenn viele Menschen sich am Schützenfest wegen bestimmter
Vorkommnisse unwohl oder sogar unsicher fühlen). Beschlüsse
müssen den Gesetzen entsprechen.
Natürlich können auch Gerichte irren, deshalb gibt es
verschiedene Instanzen. Und wenn schließlich die oberste Instanz
irrt - objektiv oder nach Meinung der Sicherheitsbedürftigen,
so ist trotzdem das Urteil der letzten Instanz gültiges Recht.
Das ist ja gerade auch das Wesen der Demokratie, dass ein einzelner
Bürger gegen eine mehrheitliche Meinung Recht bekommen muss,
wenn Richter das für richtig halten, weil die Gesetze das verlangen.
Heute ist die Gesetzeslage so, dass mit Hilfe des Polizeigesetzes
und auch sonst, die Videoüberwachung in Biberach nicht Recht
gewesen wäre. Deshalb die Verfügung der Richter.
Es ist ja gerade heute so wichtig, dass solche Urteile angefordert
werden. Denn der Bundestag hat in den letzten Jahren Gesetze beschlossen,
die u.U. die Grundrechte (!) der Bürger erheblich einschränken
können, z. B. mit dem "Großen Lauschangriff".
Deshalb sind diesen Gesetzen strenge Auflagen beigegeben, damit
Sicherheitsbehörden oder Gemeindeparlamente usw. nicht beliebig
in bürgerliche Grundrechte eingreifen können. Diese Auflagen
und die korrekte Anwendung gerade dieser Gesetze müssen Richter
kontrollieren, und damit das geschehen kann, muss von Fall zu Fall
geklagt werden. Nur so funktioniert Demokratie und die Sicherheit
des einzelnen Bürgers - nämlich die Sicherheit vor Behördenwillkür.
Ob sich bei einer Leserumfrage herausstellt, dass es einigen Bürgern
egal ist, wenn ihre Grundrechte eingeschränkt werden und sie
nicht einmal wissen wollen, wie das kontrolliert wird von Gerichten,
ist völlig gleichgültig. Diese Meinung ("ich habe
nichts zu verbergen") hat mit dem Recht nichts zu tun. Und
die geschichtliche Erfahrung lehrt, dass auch unbescholtene Bürger
sehr schnell zum Opfer von Polizeiwillkür werden können
- gerade in Deutschland zwei Mal im 20. Jahrhundert!
Deshalb diese richterliche Verfügung. Dank also dem Kläger
und Dank den Richtern.
Walter Falk, Mettenberg
WIESO
VERHOHNEPIPELUNG?
„Biber Bertram“ hat leider offenbar „sein“
Blatt für eine ganz persönliche Abrechnung mit einem Kontrahenten
benutzt. Schade! An der Sache geht sein Kommentar vorbei. Will „Biber
Bertram“ einen Bürger daran hindern, die korrekte Anwendung
eines Gesetzes (in diesem Fall des Polizeigesetzes) vor Gericht
einzufordern? Und sich damit (!) gleichzeitig als Verteidiger der
Demokratie hinstellen? Will „Biber Bertram“ womöglich
den Gang zum Gericht an Bedingungen knüpfen? Jeder, ohne Ausnahme
und Vorbedingung, hat das Recht dazu.
Der Bürger, der die Rechtmäßigkeit und Verhältnismäßigkeit
der Videoüberwachung gerichtlich prüfen ließ, verdient
Anerkennung, nicht Schelte. Am Ergebnis sieht man nämlich,
dass die Gesetzesauslegung der Behörden durchaus der Kontrolle
bedarf. Das Gericht stellt fest: „An dieser Rechtsgrundlage
fehlt es (...) bei der konkret beabsichtigten Maßnahme“,
also der Videoüberwachung an zwei oder drei Orten des Schützenfestes.
Überhaupt darf man sich wundern, mit welcher Leichtigkeit man
in Biberach und anderswo das Grundrecht, eben nicht beliebig von
Videokameras überwacht zu werden, wegwirft. Man kann auch nicht
das Recht von einem diffusen und in Zeitungsumfragen verbreiteten
„Volksempfinden“, wie in Biberach geschehen, abhängig
machen. „Biber Bertrams“ Vorwurf der „Geltungssucht“
ist völlig daneben. Sowas behauptet nur einer, dem die Argumente
fehlen. So zu tun, als gönnte der Antragsteller, der ein Grundrecht
einklagt, den Biberachern ihre Sicherheit am Schützenfest nicht,
das ist allerunterstes Niveau.
Walter Falk, Mettenberg

Schützenfest
200X - hoffentlich nicht nur eine Vision
Nachdem
sich der Unmut über die Reglementierung und stückweise
Zerstörung des Biberacher Schützenfestes durch die Schützendirektion
im letzten Jahr gewaltsam Luft gemacht hat, wird jetzt umgedacht.
Wir erinnern uns an die Ehrentribüne, die in der Nacht zum
Dienstag fast völlig zerstört wurde oder an den Schützendirektionscontainer
auf dem Gigelberg, der in der Nacht zum Freitag angezündet
wurde. Durch das Übergreifen der Flammen auf den benachbarten
Schaustellerbetrieb und die Gigelberghalle entstand hoher Sachschaden.
Auch im Bereich des Lagerlebens mussten morgendlich die Überreste
der nächtlichen Lagerfeuer beseitigt und Zäune wieder
aufgebaut werden. Ganz zu schweigen von der Überwachungskamera
in der Consulentengasse, die in der ersten Nacht von einem Vermummten
mit Hilfe einer 9mm Kugel ausgeschaltet wurde.
Das alles hat einige Schützendirektoren den Kopf gekostet.
So wurde Platz geschaffen für Leute mit neuen Ideen und Erfahrungen
im Bereich Veanstaltungsmanagement und Großveranstaltungsplanung.
Neu in diesem Jahr ist auch die Einbindung der Jugendlichen und
Junggebliebenen in die Planung und Umsetzung des neuen Schützenkonzeptes
mittels Internet. Über die regionalen Jugendseiten, die Internetseite
der Schützendirektion, sowie die Seite der Stadt Biberach wurden
Umfragen gestartet, was am Schützenfest verändert und
verbessert werden sollte. Die Gastwirte der im Innenstadtbereich
gelegenen Gaststätten wurden ebenfalls ab August des Vorjahres
in die Planungen mit einbezogen, um so die Erfahrungen der letzten
Schützenjahre nutzen zu können. Unter den zahlreichen
Ideen, die eingereicht wurden, kamen folgende Punkte zur Umsetzung.
- Der Vergnügungspark
ist nach dem Vorbild anderer Städte bis 1 Uhr geöffnet.
- Die Jugendverbände der Stadt Biberach unter der Organisation
des Stadtjugendringes bewirten das Lagerleben an allen Abenden von
20.00 Uhr bis 03.00 Uhr. Jugendfreundliche Preise (alkoholfreie
Getränke 0.5l 1 €; Bier 0,33l 1,50 €; Korea, Bowle
0,4l 2,50 €; Bargetränke 3€) sollen das Müllproblem
endlich lösen. Es wurde erkannt, dass man das Müllproblem
an der Wurzel packen muss und dass das bisherige Müllkonzept
nichts gebracht hat.
- Das gesamte Lagerleben wird mit einem so genannten künstlichen
Mond in ein Vollmondlicht getaucht und sicherer gemacht.
- Der Gugelhupf wird ebenfalls mit einem dezenten Partylicht versehen,
nachdem es auch hier in den vergangenen Jahren immer wieder zu gefährlichen
Stürzen gekommen ist.
- Die Sperrzeit wird an den Haupttagen (Freitag bis Dienstag und
Donnerstag bis Sonntag) komplett aufgehoben. Die Kneipen müssen
allerdings innerhalb von 24 Stunden 2 Stunden lang schließen,
um Sauberkeit sicherstellen zu können.
- Während des Massenständchens am Tweety wird die Consulentengasse
aus Sicherheitsgründen für diesen Zeitraum (beginnend
30 Minuten davor und endend 30 Minuten danach) voll gesperrt.
- In der Tiefgarage Steigerlager wird die unterste Etage für
den Fahrzeugverkehr gesperrt, um die Feiernden von der Straße
in schalldichte Räume zu holen. Auch hier hat der Stadtjugendring
in Zusammenarbeit mit den Jugendverbänden die Bewirtung übernommen.
- Der Schützenbus wird in diesem Jahr eingeschränkt. Die
Busse zum Abholen der Besucher wurden auf die Eingemeindungen Biberachs
reduziert. Ab 22 Uhr bis 8 Uhr fahren die Busse die Besucher ins
Umland von 15 km. Beim Freibad wird ein Park und Ride Parkplatz
eingerichtet, der vom Schützenbus angefahren wird. Die Überlegung
die flächenmäßige Ausdehnung des Netzes beizubehalten
und dafür nur bis maximal 19 Uhr die Besucher abzuholen wurde
wieder fallengelassen.
- Die Polizei führt in Zusammenarbeit mit der Bereitschaftspolizei
Biberach ab 21 Uhr bis in die frühen Morgenstunden an allen
Ein- und Ausfahrtsstraßen, sowie an den großen Parkplätzen
Biberachs Alkoholkontrollen durch. So werden Alkoholisierte schon
vor der Fahrt abgeschreckt und Uneinsichtige aus dem Verkehr gezogen.
Zu diesen stationären Kontrollen kommen noch mindestens 10
mobile Kontrollfahrzeuge.
- Die Toilettencontainer werden verdoppelt und bis auf kurze Reinigungsphasen
24 Stunden lang geöffnet.
- Randalierer und Stresser werden mit einem Platzverbot für
den Gigelberg, die Altstadt und die gesamte Umzugsstrecke belegt
und dürfen diese Bereiche bis zum Ende des Schützenfestes
nicht mehr betreten.
So hofft
die Schützendirektion in diesem Jahr endlich wieder ein ruhiges
Schützenfest für die Anwohner und ein friedliches Fest
ohne die schon fast traditionellen und teuren Randale und Sachbeschädigungen
feiern zu können.
Markus Braig, Biberach, 14. Juli 2004
Bürgerrechte
ade!
Nun also doch, an Schützen wird überwacht Wen juckt das
Gesetz, wenn er am längeren Hebel sitzt.. Der einfache Bürger
kann sich sein Grundrecht auf informelle Selbstbestimmung sonst
wohin schmieren, Vater Staat mutiert zu Big Brother. Einwände,
Gesetze und Anstand zählen nicht mehr, die mehr als fragwürdigen
Argumente pro Überwachung werden einfach als unumstößlich
definiert. Sollte tatsächlich eine Gasleitung in der Consulentengasse
platzen, dann dürfte auf dem Video relativ wenig zu sehen sein,
außer Blut, Schweiß und Tränen, die BILD-Zeitung
zahlt dafür sicher gutes Geld. Das Rechstaatsverständnis
mancher Würdenträger kann man nur mit einem abgewandelten
Zitat umschreiben:
VOX POPULI VOX RINDVIEH.
Die ganze Aktion wird nur dann "interessant", wenn ein
sogenannter ehrbarer Bürger in die Mühlen des Überwachungsstaates
geraten würde. Durch die Auswahl der Videoorte ist das aber
unwahrscheinlich. Die Schlägereien, Belästigungen und
Pöbeleien im Bierzelt, Lagerleben usw. werden weiterhin unüberwacht
bleiben. Es geht gegen Biberachs jüngere Bürger, die Honoratioren
bleiben außen vor.
Zum Thema Massenpanik, ich habe schon viele Schützenfeste in
der Consulentengasse erlebt, eine Panik noch nie. Da habe ich beim
Tanz auf dem Marktplatz oder beim Schwarz-Fere Fest mehr Befürchtungen,
die Fluchtwege sind proportional zur Teilnehmerzahl genauso gefährlich.
Markus Pflug, Warthausen, 30. Juni 2004
| Wolfgang
Groeners Bestleistung
„Das
grenzt an Rufmord!“ ereiferte sich ein WOCHENBLATT-Leser
letzte Woche. Was ihn so erboste, waren drei Artikel von WOCHENBLATT-Redakteur
Wolfgang Groener. Alle drei widmeten sich in einer Form Biberacher
Personen, die der Leser als unmöglich empfand. Ein Artikel
zur Wahl endete mit dem ominösen Satz „Nicht selten
erweisen sich nach der Wahl profilierungssüchtige Lesersbriefschreiber
oder Rieger-rose Plakatierer als schlechte Vertreter der Bürger.
Und bis zur Wahl nach der Wahl vergehen dann wertvolle Jahre,
warnt Ihr Biber Bertram.“ (Ein augenzwinkerndes „Sie-wissen-schon-wen-ich-meine“
ist da mitgedacht. Guter Stil?) Die Titelgeschichte hat einen
Zeichensetzungsfehler gleich in der Schlagzeile („Ein
Pfarrer kommt ´rum“) und beschreibt die Ortswechsel
von Pfarrer Wolfgang Martin. (Schlussatz: „Martin (...)
zitierte (...) die Apostelgeschichte: Und es kam vom Himmel
her ein Brausen...“ Da drängt sich gleichwohl die
Frage auf, wann Pfarrer Martin auch von dieser bestimmt schwierige
Seelsorgerstelle wieder abbrausen oder aus persönlichen
Gründen abgezogen wird.“ (Welch ein Wortspiel, das
mit dem Brausen! Welch eine Andeutung, die Sache früher
im Artikel mit dem „unrühmlichen Abgang in Biberach“!)
Den Vogel schießt Groener aber mit einem Artikel über
den tölpelhaften Bankräuber von Wain ab. Groener nennt
die Arbeitsstellen des (noch nicht verurteilten) Bankräubers,
seine Autokäufe, seine Vereinstätigkeit und etliches
mehr. Und versagt sich auch hier ein Wortspiel nicht, das auf
den Namen des Täters hinweist. Seriöser Journalismus?
Nun muss man Wolfgang Groener zugute halten, dass er Woche für
Woche sein bestes gibt. Und wenn man das berücksichtigt,
dann muss man wohl über dieses Artikeltrio sagen: Er kann
es nicht besser. (d.a., 13.6.04)
Innenraumvergiftung
Mel Gibsons kaputte Passionsspielwelt
von Detlef Berentzen
Ich habe in der letzten
Nacht von meiner bevorstehenden Hinrichtung geträumt. Stunden
zuvor saß ich noch in einem Kinosessel, die Arme vor der
Brust verschränkt, die Augenlider immer bereit zu lang
andauernden Schwarzblenden, ein dumpfes Stöhnen in der
Brust, heiße Wut im Bauch – 127 Minuten Blutopfer, über
zwei Stunden Splatterphantasien in höchster Potenz. Ein
Film wie eine eitrige Wunde. Mel Gibson eben. Ein gottverdammter
Eiferer, offenbar krank vor Schuld, die er blutig bestraft sehen
will. Die quälenden Bilder, die er in seinem Innern inszeniert,
entspringen diesem Bedürfnis und er projiziert sie auf
die Leinwand, zelebriert so eine bluttriefende und ausweglose
Messe, von der er glaubt, daß die Welt sie braucht, um
von Schuld und Übel erlöst zu werden.
Seien wir ehrlich, würde
uns im Alltag jemand von solchen Phantasien erzählen, wir
würden ihm umgehend psychatrische Hilfe empfehlen. Nein,
nicht empfehlen, wir würden qualifizierte Fachkräfte
in weißen Kitteln auf diesen armen Menschen und seinen
religiösen Wahn aufmerksam machen. Nur ist Mel Gibson nicht
arm, sondern er ist reich. Er hat die Millionen und die PR-Maschine,
um aus seiner Krankheit eine profitable Waffe zu machen. Eine,
die er in die Lenden der Zuschauer bohrt. Und, das ist das wahre
Wunder, die Mehrheit dieses Publikums, zumindest in den USA,
stöhnt: ‚Ja, stoß zu, wir haben es verdient!’...was
wiederum enorm viel über das Innenleben dieses Publikums
aussagt. Denn diese Reaktion zeigt doch, daß Gibson nichts
anderes ist als ein Phantasieträger, einer, der die Phantasien
der Vielen in quälende Bilder umsetzt. Bilder für
eine Nation bspw., die sich durch den Genozid an den Indianern,
meinetwegen auch im Bürgerkrieg, durch die Unterdrückung
der Schwarzen, durch Massaker und Kriege in Korea, Vietnam,
Kambodscha, in El Salvador, Nicaragua, durch die langjährige
Unterstützung Saddams und anderer Diktatoren, was weiß
ich noch, schuldig gemacht und qua America-First!-Ideologie
diese Schuld immer wieder abgewehrt hat. Kein Wunder, wenn da
ein seelischer Bodensatz an Selbsthaß und Sadismus entsteht,
der in diesen Passionsfestpielen zwanghaft an die Oberfläche
drängt.
Nun wird mancher emmpört
die Stimme heben - das ist schließlich obligatorisch -
und mahnen, gerade wir, besser: ich, dürfte(n) nicht auf
die USA mit den Fingern zeigen, denn wer ist denn Schuld an
Holocaust und Nazideutschland, all dem? Vielleicht käme
uns eine blutige Katharsis wie durch diesen Film gerade recht?
Tut mir leid, ich habe als Nachkriegsgeborener schon in den
fünfziger Jahren von Gaskammern albträumen müssen,
ich habe miterlebt wie meine Eltern an ihren Erfahrungen mit
diesem Deutschland, auch an ihrem qualvollen Schweigen, fast
erstickten, wir sind später gegen dieses Schweigen aufgestanden,
haben versucht(!) Worte zu finden, versucht (!) Verantwortung
dafür zu übernehmen, daß sich all das Grauen
nicht wiederhole – mir muß man kein Blutopfer anbieten.
Erst recht nicht dieses, das keinen (Aus-)Weg
der Erlösung weist, nur den der Qual. Ein Spektakel, das
"Glaube, Liebe, Hoffnung, diese drei...", übrigens
mein frei-gewählter Konfirmationsspruch, gründlich
zu tilgen sucht.
Kurzum, Selbsthaß
und Selbstbestrafung halte ich für ganz und gar nicht produktiv
für das Be-Greifen dieser Welt und das menschliche Fortschreiten
in ihr. Wer die eigene Hinrichtung im Kinosessel braucht, den
Thrill der zweistündigen Kasteiung, bitte schön! Nur
muß die Anmerkung erlaubt sein, daß die verschmutzte,
die blutverschmierte Innenwelt, die sich in diesem Film in Bildern
manifestiert, zu größter Sorge Anlaß gibt.
Mir ist übrigens im Traum der letzten Nacht die Flucht
geglückt. Meine Hinrichtung findet nicht statt.
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Kampf gegen Märchen
Man muss
schon genau lesen, was die CDU Biberach in der Sache Wersch/Uhl schreibt.
Zunächst mal natürlich Gutes über den Bürgerheimleiter: Hans-Jürgen
Dullenkopf "betonte, dass von allen Beteiligten - und somit auch von
Herrn Wersch - gesehen werde, dass Herr Uhl in den letzten über 3
Jahren im Bereich der Arbeit, die sich auf die Bewohner des Bürgerheimareals
bezieht, viel Gutes geleistet habe. Persönlich habe sicher kein Mitglied
des Hospitalrates etwas gegen Herrn Uhl." So weit, so prima. Später
folgt dann der Satz: "die Erstausstattung des Eigenkapitals sei von
7,3 Millionen DM inzwischen auf ca. 4,3 Millionen DM geschrumpft ."
Das liest
sich natürlich so, als ob Uhl hier mal eben 3 Millionen Euro in den
Sand gesetzt habe, weswegen man nun nach jemandem suche, der den Laden
(O-Ton Wersch) "nach zeitgemäßen Managementmethoden" leite. Dullenkopf
möchte dann noch "mit dem Märchen aufräumen, dass (...) Ungereimtheiten,
die zweifellos beim Betrieb des Bürgerheims vorliegen, irgendetwas
mit dem Hospitalverwalter zu tun haben sollen."
Ja, wie das
denn? Da gehen 3 Millionen Euro ab, natürlich nicht von heute auf
morgen, und niemand will will etwas davon gewusst haben? Kein EBM
Loth, keine Kämmerin Leonhard, kein Hospitalrat und kein Hospitalratsvorsitzender
und EBM Wersch? Da schüttelt man doch den Kopf. Wo ist die Kohle geblieben?
Hat Wolfram Uhl sie auf After-Marathon-Parties verpulvert? Mit heißen
Bunnies und coolem Schnee durchgebracht? Dazu schweigt Herr Dullenkopf.
Natürlich nur, weil "das Verfahren schwebt".
Wenn das
Geld aufgrund von Misswirtschaft verschwunden sein sollte, hätte die
Aufsicht ebenso versagt wie der Heimleiter. Hätte Uhl das Geld veruntreut,
was niemand behauptet, wäre er wohl längst weg vom Fenster. Manche
Posten verschieben sich auch einfach durch buchhalterische Änderungen.
Was erfährt man von Herrn Dullenkopf? Nichts dazu!
Da klafft
also eine Riesenlücke in der Argumentation der CDU. Und je länger
sie nicht mit Fakten gefüllt wird, desto näher rücken Dullenkopf und
Wersch in die Nähe von Märchenerzählern. Wersch wohl zum zweiten Mal.
Hatte er nicht einst seinen Führungsstil als "kooperativ und kameradschaftlich"
beschrieben? Da fällt uns nach der letzten öffentlichen Hospitalratssitzung
doch gleich noch ein Märchen ein. Dieses hier. (d.a. 9.2.04)
Hospitalverwalter Roland Wersch verlas am
2. Februar 2004 folgende Erklärung:
"Der Hospitalrat hat am 22.
Januar 2004 - nichtöffentlich - folgenden Beschluss - einstimmig -
gefasst:
1. Die Aufgaben der Heimleitung
werden an einen externen Dienstleister fremdvergeben, der das Bürgerheim
künftig nach zeitgemäßen Managementmethoden führt. Die Fremdvergabe
umfasst alle Leitungsfunktionen, insbesondere die personellen, finanziellen,
kaufmännischen und betriebswirtschaftlichen Aufgaben. Die Rechte der
Organe der Hospitalstiftung werden durch die Fremdvergabe nicht berührt.
2. Die Fremdvergabe soll so schnell
wie möglich erfolgen; der externe Dienstleister soll seine Tätigkeit
spätestens am 1. Juni 2004 aufnehmen. Die Rechte des Hospitalrates
und des Gemeinderats in Stiftungssachen bleiben durch diese Maßnahme
unberührt. Hospitalrat und Hospitalverwaltung haben diese Entscheidung
getroffen, weil sich das Bürgerheim inzwischen in einer sehr angespannten
wirtschaftlichen Lage befindet. Der Gemeinderat in Stiftungssachen
ist am 26. Januar 2004 über diese Entwicklung informiert worden; neue
Aspekte haben sich dabei nicht ergeben.
Die Freistellung des Bürgerheimleiters
ist am 27. Januar 2004 erfolgt. Am gleichen Tag sind die Mitglieder
des Leitungsteams, die anwesenden Mitglieder des Personalrats und
die Vorsitzenden des Heimbeirats informiert worden. Die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter wurden in einer Personalversammlung am 30. Januar
2004 über die Situation informiert. Zeitgleich mit diesen informatorischen
Maßnahmen hat das Leitungsteam unter der Führung des stellvertretenden
Heimleiters Reiner Schmied die Geschäfte übernommen. Wir vertrauen
darauf, dass dies in der Interimszeit bis zur Entscheidung über einen
externen Dienstleister eine gute Lösung für die Führung unseres Hauses
ist.
Hospitalrat und Hospitalverwaltung
setzen Vertrauen in die Mitarbeiterinnen und die Mitarbeiter des Bürgerheims
und sind überzeugt, dass es unseren Bewohnern auch künftig im Rahmen
der Möglichkeiten an nichts fehlen wird.
Gestatten Sie mir gerade in diesem
Zusammenhang abschließend den Hinweis, dass die im Artikel der Schwäbischen
Zeitung aufgestellte Behauptung, es werde Gewinnorientierung angestrebt,
jeglicher Grundlage entbehrt. Der Hospitalrat und auch ich ganz persönlich
legen wert auf die Feststellung, dass wir nach wie vor gewillt und
bereit sind, im Geiste des Stiftungsgedankens Mittel für diese Einrichtung
bereitzustellen. Mit Rücksicht auf das schwebende Verfahren bitte
ich um Verständnis, dass eine weitergehende Stellungnahme nicht möglich
ist."
Dem
Rücktritt muss ein Kurswechsel folgen.
Der längst überfällige Rücktritt Gerhard Schröders vom Parteivorsitz
der SPD und der Rücktritt von Generalsekretär Olaf Scholz trifft auf
die volle Zustimmung des Juso Kreisverbandes Biberach. Die SPD befindet
sich in einem äußerst desolaten Zustand. Alleine im vergangenen Jahr
sind Zehntausende Mitglieder aus Enttäuschung über die neoliberale Politik
der Parteiführung aus der SPD ausgetreten. Nach den verheerenden Wahlniederlagen
der letzten Monate, die eindeutig auf einem Vertrauensverlust der Lohnabhängigen
in die SPD als Partei der sozialen Gerechtigkeit basieren, bewegt sich
die SPD weiterhin in allen wichtigen Umfragen in einem Dauertief.
Schon
1999 missbilligte der Juso-Kreisverband die Übernahme des Parteivorsitz
durch Gerhard Schröder. Leider wurden unsere damaligen Befürchtungen
negativer Auswirkungen auf den Umgang mit sozialdemokratischen Grundwerten
bestätigt. Auch Olaf Schulz als Generalsekretär war eine personelle
Fehlentscheidung. In einem offenen Brief forderten wir ihn bereits im
Oktober 2003 zum Rücktritt auf.
Dem
Wechsel an der Parteispitze muss nun ein radikaler Kurswechsel der SPD
folgen. Es muss nun Aufgabe der SPD sein, sich entgegen dem Druck der
Lobbyisten des Großkapitals, wieder als Arbeitnehmerpartei zu profilieren.
Der notwendige Linksdruck muss nun im Interesse der breiten Masse der
Bevölkerung erfolgen.
9.
Februar 2004. David Bitrovic Vorsitzender des Juso Kreisverbandes Biberach
Den offenen Brief an Olaf Scholz und weitere Artikel sind auf http://www.jusos-biberach.de
zu finden.
Unkorrekt!
Die
Bürgerinitiative Mettenberg kritisiert in einem Brief an Oberbürgermeister
Thomas Fettback den Umgang der Stadtverwaltung mit den Zahlen zum heutigen
Stand und zur künftigen Entwicklung des Kfz-Verkehrs in Biberach und
Umgebung und nennt diesen Umgang "unkorrekt und nicht verantwortungsvoll".
Die
BI Mettenberg bezieht sich dabei auf Äußerungen des Oberbürgermeisters
in seinem Jahresrückblick 2003 und auf Behauptungen des Bauamts zum
Entwurf des neuen Flächennutzungsplans Biberach.
Ohne
Belege zu veröffentlichen, stütze sich die Stadtverwaltung auf die "Zahlen",
um die Notwendigkeit des "Aufstiegs" nach Mettenberg zu behaupten. Die
bisher von der Stadtverwaltung veröffentlichen Zahlen gäben aber nur
das Ergebnis der letzten Verkehrszählung wieder und stellten die Prognose
des beauftragten Ingenieurbüros für das Jahr 2020 dar, falls keine neue
Straße gebaut werde.
Die
Bürgerinitiative stellt fest, dass damit nichts ausgesagt ist, als dass
heute an bestimmten Stellen in und um Biberach eine gewisse Menge Autos
fährt und dass sich diese Menge bis 2020 ändern wird. Das sei alles.
Eine Notwendigkeit des "Aufstiegs" lasse sich daraus nicht ableiten.
Die
BI betont, dass die im letzten Sommer (2003) bekannt gewordenen "Zahlen"
nicht widerlegt seien. Danach werde Biberach durch den geplanten "Aufstieg"
nur ganz geringfügig entlastet, an manchen Stellen werde der Autoverkehr
durch den "Aufstieg" sogar leicht zunehmen.
Eine
Auswertung des Zahlenmaterials unter der Voraussetzung, dass verschiedene
größere Straßen gebaut werden (Ortsumfahrung Warthausen, Nordwestumfahrung,
"Aufstieg" nach Mettenberg, Wolfentalquerspange usw.), wolle der Biberacher
Gemeinderat erst im Frühjahr 2004 in einer "Verkehrsklausur" vornehmen.
Die Stadtverwaltung sei nicht befugt, diesen Beratungen mit unbegründeten
Behauptungen vorzugreifen.
Auch
die Behauptungen zur angeblichen Wirkung des "Aufstiegs" auf den Verkehr
in Herrlishöfen und Mettenberg seien voreilig und nicht belegt.
Die
BI Mettenberg fordert von OB Fettback einen korrekten Umgang mit dem
Zahlenmaterial und Respekt vor dem Recht der Bürger auf Belege für Behauptungen
und öffentliche Diskussion. Sie fordert ihn auf, sich zur Entwicklung
des Verkehrs in Biberach und Umgebung erst wieder zu äußern, wenn das
Zahlenmaterial ausgewertet ist und zur öffentlichen Diskussion zur Verfügung
steht.
Mettenberg
16.1.04
Ts,
ts, ts.
Ein
Brief zu einem Kommentar im INFO-Blatt Biberach, geschrieben (der Kommentar)
unter dem Titel "Schach dem ECE-Einkaufsmarkt" von Toni Ledermann
(mit schickem neuem (verjüngtem!) Foto):
Ja,
lieber Herr Ledermann,
was
ist in Sie gefahren? Man kennt Sie gar nicht wieder! Sie als Protektionist??
Ausgerechnet Sie rufen dazu auf, ein Wirtschaftsunternehmen - das ECE
Ulm - nicht zuzulassen, sondern es zu bekämpfen? Aber, aber! Warum
auf einmal so kleinmütig und - vor allem - so inkonsequent? Waren
Sie nicht immer für freie Entfaltung aller, die wirtschaften wollen?
Glauben Sie jetzt nicht mehr, dass das allen (!) Leuten diene, die es
nur nicht immer so gut wissen wie Sie?
Oder
trieb Sie Biberacher Lokalpatriotismus nach dem Motto "gut ist
(fast immer) nur, was in Biberach wirtschaftlich forsch daher kommt"?
Aber es gilt doch: Freies Wirtschaften für alle (Jeder kann mitmachen
Je-ka-mi), nur den Fortschritt nicht aufhalten - oder gilt das nicht
mehr??
In
früheren Kommentaren freuten Sie sich, als z.B. der "Aufstieg"
nach Mettenberg und der sog. Motopark Äpfingen "weitere Hürden"
nahmen. Jetzt möchten Sie selbst Hürden für das ECE errichten?
Ts,ts,ts. Nicht doch!
Sie
priesen den "Motopark als große Chance" und tadelten
die Motopark-Gegner, dass sie die Chance nicht sehen wollten und schüttelten
so offensichtlich mit dem Kopf, dass man Ihr Passfoto förmlich
wackeln zu sehen glaubte - und nun sind Sie selber so blind.
Bitte,
lieber Herr Ledermann, tun Sie das Ihren lieben Lesern, den Fans Ihrer
"spitzen Feder" nicht an, diese Inkonsequenz, stellen Sie
sich die Langeweile vor, die daraus entstehen wird, wenn das von Ihnen
bekämpfte ECE nicht gebaut werden darf. Sie als Fortschrittshemmer,
einer von den ewig Gestrigen, die auch überhaupt gegen gar alles
sind, mitten unter denen, denen Sie sonst so schön deutlich die
Leviten lesen?
Seien
Sie mutig, rufen Sie frisch auf zur freien, fortschrittlichen, hemmungslosen
Wirtschaft, zum Autofahren nach Ulm ins ECE und in die anderen "Giganten".
Und im Gegenzug laden Sie zum fröhlichen Einkaufen der Ulmer in
Biberach ein, im schönen "Bibercenter", so ungeheuer
nahe an der Biberacher Altstadt, dass sie vom Bibercenter gar nicht
weit mit dem Auto fahren müssen (das ist Ihre eigene Idee, wissen
Sie noch?), und es ist kaum weiter entfernt vom künftigen "Motopark".
An dem kommt man dann ja direkt vorbei auf der Fahrt von Ulm nach BC.
Das alles fördert außer den Geschäften auch: Den Straßenbau,
die Tankstellenumsätze, die Unfallstatitistik (Arbeit für
Ärzte und Krankenschwestern!), die Autoreparaturwerkstätten
- lassen Sie den Rubel, den Euro lustig rollen, halten Sie ihn nicht
auf!
Bitte
werden Sie jetzt - gerade jetzt, in dieser schwierigen Zeit, in der
wir Visionäre brauchen, die den Leuten sagen, wo’s lang geht! -
nicht provinziell, nicht klein kariert! Rufen Sie auf, wie bisher, zur
totalen Wirtschaftsfreiheit im Interesse (auch der Biberacher) Kunden
und des Fortschritts - das ist es doch, was Sie immer wollten, seien
Sie f ü r das ECE Ulm und seine riesigen Chancen.
Bitte,
lieber Herr Ledermann, enttäuschen Sie mich nicht! Bleiben Sie
Ihren alten Prinzipien treu!
Mit
freundlichem Gruß, Ihr anhänglicher Leser W. Falk, Mettenberg
15.
Januar 2004
Patente
ad absurdum
Ursprünglich
waren Patente dazu da, den Schöpfer einer erfinderischen Leistung davor
zu schützen, dass andere den Nutzen von seiner Leistung haben. In letzter
Zeit aber werden beispielsweise Pflanzen aus dem Urwald patentiert und
Konzerne reservieren sich die Kommerzialisierung von Extrakten aus diesen
Pflanzen. Oder allgemein übliches, wie beispielsweise die Verwendung
von KfZ-Kürzeln, kann patentiert werden, nur weil noch nie jemand auf
die Idee gekommen war, solche Banalitäten patentieren zu lassen. Hier
wird nicht Erfindungsreichtum belohnt, sondern Skrupellosigkeit.
Das
Schlimme daran ist, dass Patentanwälte und die Patentämter da mitmachen
und dafür auch noch staatliche Zuschüsse dazu abgerufen werden können.
Es
ist beachtlich, dass die Schwäbische Zeitung Herrn Hermann zu einem
Interview bewegen konnte. Nach so einer Untat hätte ich mich verkrochen
oder in die Südsee abgesetzt. Hat Herr Hermann sich in in den letzten
Tagen nicht im Internet umgelesen, und festgestellt, dass sich noch
nie so eine geballte Wut gegen einen Abzocker gerichtet hat, wie in
seinem Fall?
Mangelndes
Unrechtsbewusstsein ist zwar eine weit verbreitete Untugend. Aber dass
er im SZ-Interview an seiner abstrusen Idee festhält, bei Menschen abzukassieren,
denen er keine Leistung erbringt, zeugt von einer gnadenlosen Ungeniertheit.
Dass er von Anwälten und Patentanwälten darin unterstützt wird, braucht
nicht zu verwundern. Dies sind die einzigen, die an diesem Skandal verdienen.
Der Patentgedanke wird ad absurdum geführt.
Johannes
Angele, Reinstetten (27.10.03)
Papatutu
- Gelungen, und doch...
Es
gibt Dinge, die können einem Kritiker den Genuss eines Theaterabends
wenn nicht gänzlich verderben so doch stark beeinträchtigen. Dazu gehört
unter anderem ein unguter Sitzplatz, von dem aus man zwar brauchbar
sehen aber nur schlecht fotografieren kann.
Dann
auch: dass man einen Freund aus der Ferne mitgeschleift hat, von dem
man nicht weiß, ob er ein solches Event goutiert, das natürlich auch
davon lebt, dass man Gesichter auf der Bühne sieht, die man kennt. Der
Fremde aber kennt sie nicht und daher entgeht ihm ein Teil des Spaßes.
So
erging es dem Kritiker, der bis zur Pause (wegen der Fotos) wie auf
Kohlen saß und sich in diesem Punkt erst nach der Pause und Sitzplatzwechsel
etwas entspannen konnte. Entspannung aber gab es auch, weil dem Gast
der Abend gefiel. Nicht nur wegen des so sehr bunt gemischten Publikums,
in dem sich weiße, gelbliche und schwarze Hautfarbe ebenso mischte wie
es rustikale Dörfler und feinsinnige Städter taten.
Ein
Spaß war es offensichtlich für alle, wenn sich auch manche wegen der
dem Nestroy-Stück aufgepfroften politischen Aspekte (es ging eben auch
um den amerikanischen Imperialismus) etwas irritiert gezeigt haben mochten.
Neu
war die große Zahl an Frauenrollen. Die Männer hatten allerdings die
Hauptparts. Versprecher und Hänger gab es wie gewohnt, aber die gehören
einfach dazu, sorgen für klamaukige Heiterkeit und erhöhen das Vergnügen
eher als dass sie es schmälern.
Das
Original des Stückes ist dem Kritiker nicht bekannt, es lässt sich also
auch nicht bewerten, ob man ihm gerecht wurde und wie sehr die aktuell-politische
Dimension andere Aspekte verdrängt hat. Das Stück wirkte aber jedenfalls
aus einem Guss.
Die Musikeinlagen waren gut und häufig (dafür mitunter recht kurz und
manchmal kam der Text nicht deutlich genug rüber), was nur den
irritieren konnte, der vergaß, dass es sich um eine musikalische Komödie
handelte.
Dennoch:
Es schien, als hätten die früheren Aufführungen der Truppe, die auf
Wieland-Vorgaben basierten, vielleicht etwas mehr Vielfalt gehabt als
dieses Südseespektakel, das ganz wesentlich von einem Thema, dem fröhlichen
Kannibalismus bestimmt war.
Vielleicht
aber täuscht da auch die Erinnerung. Natürlich ist es so, dass ein Stück
mit Biberacher Bezügen - weil doppeldeutig - für den Ortskundigen immer
mehr transportiert, als ein anderes.
Der
fremde Gast brachte das, was die tolle Gesamtleistung ausmacht, auf
den Punkt: "Bei uns im Welzheimer Wald gibt es auch Laientheater. Aber
eben Bauerntheater. So etwas wie hier gibt es da nicht." Und dieses
Lob war nicht nur den Schauspielern sondern vor allem auch dem Autor
und Regisseur Peter Schmid und seinem fröhlichen Stück mit Anspruch
geschuldet.
Dierk
Andresen, 12. Oktober 2003
Grausiger
Gedanke
Man
stelle sich nur einen Moment lang vor, man wäre auf Weberberg.de als
einzige Lokalzeitung angewiesen. Grausig, gell? Da gäbe es monatelang
keine Sportberichterstattung, dann plötzlich wäre die nicht besonders
beeindruckende Kickertruppe eines insolventen Vereins das Thema Nr.
1, herzerweichend begründet damit, man wolle den jungen Spielern in
ihrer schwierigen Situation beistehen. Das macht man dann mit Dutzenden
von Fotos aus Biberachs Partyszene.
Neue
Saison, neuer Ansatz. Zwar startet man auch hier mit einem Foto der
Mannschaft und von einigen Spielern, was löblich ist, denn der Verein
hat keine eigene Website mehr, aber zu Spielergebnissen herrscht Funkstille.
Jetzt
taucht aus dem Nichts eine Damenvolleyballmannschaft auf. OK, die Damen
sind (waren?) erfolgreich, haben sich in die Zweite Bundesliga hochgekämpft.
Das ist natürlich schon einen Bericht wert. Aber Weberberg.de bringt
gleich die volle Palette: Spielerinnenfotos, Tabellenlink, Vereinslinks,
Sportpresse und so weiter und so fort, während die Vereinswebsite zu
dieser Abteilung vor sich hin dümpelt.
Je
nach Lust und Laune der Redaktion gibt es zu einem Wochenende mal zehn
Beiträge, dann nur einen. Und wo der Weberberg.de-"Reporter" auftaucht,
ist offenbar so unberechenbar wie die Windrichtungen. Nein, eine solche
Beliebigkeit möchte man sich dann doch nicht täglich antun.
Natürlich
hat Weberberg.de seine Verdienste. Das Stadtmarketing könnte sich hier
eine dicke Scheibe abschneiden und mit diesem Pfund - gerade beim Profilierungsversuch
als "Stadt der Sprache" - wuchern. Englischer Stadtrundgang, französische
historische Dokumente, vielleicht der beliebteste Türkischkurs, den
es in Deutschland online gibt, all dieses könnte sich auch die Stadt
als Ruhmesblatt anheften, denn es ist auf ihrem Boden gewachsen.
Aber
dennoch ist die Website ein Wechselbalg. Mal präsentiert sie sich als
ehrenamtliches Riesenprojekt, dann wieder biedert sie sich beim lokalen
Einzelhandel als Werbeträger an. Letzteres zu Recht, muss man zähneknirschend
sagen, denn kein Onlinemedium der Stadt erreicht so viele Menschen quer
durch die Altersgruppen. Jetzt aber gibt es hier glücklicherweise eine
Art Flurbereinigung: Das neue Portal BC-regional.de überzeugt mit einem
wesentlich professionelleren Layout und vielen Zusatzdiensten, von denen
Weberberg.de nur träumen kann. (Gästebuch und Forum hat man bei ‚Biberachs
Website' ja schon lange ausgelagert.)
Und
wer steckt eigentlich hinter dem Projekt Weberberg.de mit seiner - glaubt
man den Einträgen im Gästebuch - riesigen Redaktion? Sicher, es werden
immer mal wieder Mitarbeiter genannt, Zuträger von Informationen, Texten
und Bildern. Aber letztlich kann man sich an zehn Fingern abzählen,
welche beiden Hände die oft an Tippfehlern reichen Texte ins Keyboard
hacken.
Weberberg.de
als Tageszeitung? Nein, danke! Als tägliche Lektüre allerdings schon.
Denn wenn man sich über Verkehrskreisel und Brunnen nicht mehr ärgern
mag, dann hat man hier wenigstens etwas, das man immer brauchen kann:
ein Hassobjekt, das sich immer wieder als solches bewährt.
Citoyen
X., 1. Oktober 2003
Am
schönsten ist's, zu Haus zu sein
Wohl
an die hundert Darsteller, die jüngsten kaum fünf Jahre alt, wirken
im "Dschungelbuch" mit, einem Schützentheater-Musical-Mix, der gestern
in der Stadthalle uraufgeführt wurde. Unter der Regie des Sängers, Fotografen
und Ex-SchwäZ-Redakteurs Gunther Dahinten wird Rudyard Kiplings Jungle
Book zu einer - wie es sich fürs Kindertheater gehört - netten Erzählung
von Freundschaft und Liebe, die - wie sich's fürs Kindertheater gehört
- endet mit: am schönsten ist's zu Haus zu sein.
Zuvor
pirouettiert ein ziemlich hauteng angezogenes Ballettfräulein, hübsch
anzusehn, doch ganz allein. Die Schlange Ka war auch noch da, mit Stöckelschuh
und blondem Haar. Das Bein durft' neckisch sie herzeigen, das sollt'
wohl Weiblichkeit erweisen. Wer hat eigentlich diese Schlangenverkleidung
designed ???
Balu
ist witzig, wie auch die Elefantenkompanie, wenngleich mir altem Pazifisten
der Soldatenberuf doch allzu niedlich dargestellt scheint. Das war schon
sehr weit weg von Counterstrike, passt aber, das Stück ist ab fünf Jahren
zu empfehlen.
Was
Gunther Dahinten dem erwachsenen Teil des Publikums mit diesem Werk
vermitteln wollte, blieb jedoch durchaus verborgen. Die tiefe Vertrautheit
des langjährigen Lokalpaparazzo und Kulturredakteurs mit der kulturellen
Klasse unserer großen Kreisstadt, die den eigenen Nachwuchs mal wieder
auf der Bühne sah, ermöglicht manchen Hintersinn, den ein Reig'schmecktr
kaum zu beurteilen vermag.
An
manchen Stellen wirkt das Stück doch sehr auf das Selbstdarstellungsbedürfnis
einer örtlichen Ballettschule zugeschnitten, gelegentlich - das Reh
- unter großzügigem Verzicht auf jeden Handlungsstrang.
Mit
26 Euro für ein Kind plus erwachsener Begleitperson ist der Eintritt
nicht ganz billig. In einer ersten Umfrage unter Grundschülern zeigten
sich jüngere Jahrgänge deutlich stärker beeindruckt als etwa Viertklässler.
Fazit:
Auch für die Jüngsten geeignete Darbietung. (heidi, 29. September 2003)
Das
Große Jaulen
Da macht Weberberg.de
mal 1-2 Tage Pause und schon hebt das große, höhnische Jaulen an. "Gibt
es in Biberach nichts neues mehr? Oder hat es die Weberbergredaktion
nicht mehr nötig aktuelle Themen zum besten zu geben da das Regiofenster
eh zu macht? Das finde ich schon ziemlich peinlich!!!" schreibt irgendein
"Heinz" im Gästebuch. Und das zu einer Zeit, in der Weberberg.de
aktueller denn ja berichtet hat. Schon seltsam, diese Attitüde. Leute,
die klaglos darüber hinwegsehen, dass sich bei Regiofenster am Wochenende
nichts tut, dass auf der Biberacher SZon-Seite zwischen Samstagmorgen
und Montagmorgen Sendepause ist erwarten von Weberberg.de wesentlich
mehr. Gratis frei Haus geliefert. Das ist bemerkenswert - und erfreulich.
Denn es belegt, dass man von Weberberg.de einfach mehr erwartet. Natürlich
kann Weberberg.de nicht mit einer Lokalredaktion mithalten. Natürlich
beziehen sich die "Meldungen" in der Berg Zeitung oft genug auf Weberberg.de
selbst. Aber
einer Biberachkolumne, die mitunter dreimal oder viermal am Tag ein
Update sieht, vorzuwerfen, sie sei weniger aktuell als andere Medien,
ist schon bizarr.
Die Weberbergler
sollten endlich das Gästebuch abknippsen, hinter deren Anonymität sich
so viele verstecken können. Wer nicht zu seiner eigenen Meinung steht,
sollte anderen nicht vorwerfen, dass sie eine haben, die ihnen nicht
passt. Wenn etwas "ziemlich peinlich" ist, dann leider nur zu oft die
anonyme Meinung der Weberberg.de-Kritiker. Weberberg.de hat Mängel,
zeigt oft große Schwächen, ist für viele eine Designkatastrofe und wird
trotzdem immer wieder und - wenn man den Zahlen glauben kann - immer
häufiger besucht. Biberach wäre ärmer ohne Weberberg.de. Aber wer so
etwas schreibt, darf auf eines rechnen: Auf das Große Jaulen.
Composmentis, 15. Juni 2003
Bringen
wir's hinter uns!
Nun gehen
also demnächst bei Regiofenster-BC die Lichter aus. Das Kind der Kreissparkasse
und der Schwäbischen Zeitung hat wohl in Biberach nicht auf eigenen
Beinen stehen können. Schade. Der tägliche Blick auf Regiofenster
und Meldungen wie "Ortsverwaltung Bronnen geschlossen", "Wohnung in
Eberhardzell zu vermieten" oder "Straßenarbeiten in Oberholzheim"
war für viele Kult. Jetzt bleibt also Weberberg.de als großes Infoportal
für Biberach übrig. Und auch das ist bedauerlich. Mit über 100.000
monatlichen Page Views prahlen die Macher im April. Der "Erfolg" ist
nicht verwunderlich. Scharlatane und Rattenfänger haben schon immer
eine große Klientel gefunden. Jetzt folgen nach den endlosen Stufenfestbildern
- über deren Peinlichkeit später noch mehr zu sagen sein wird - Bilder
vom FH Ball. Es gibt also wohl keine Hochzeit, auf der die Weberberg.de-Redaktion
nicht zu tanzen versucht. Kein Beinbruch! könnte man sagen, wenn man
es nicht besser wüsste.
Das Möchtegernportal für Biberach rühmt sich einer besonderen "Errungenschaft"
- eines lebhaften Gästebuchs. Sicher, über 900 Einträge in 22 Monaten
zeugen von einem gewissen Interesse. Aber was als Gästebuch firmiert,
ist nichts als ein schlecht organisiertes Forum, in dem jeder Anonymus
Hetze und Verunglimpfungen über angesehene BürgerInnen und
Institutionen dieser Stadt bis zum Abwinken verbreiten darf.
Aber schauen
wir einmal auf die "jugendfreundliche" Seite von Weberberg.de. Da
gibt es Stufenfestphotos, wie es sie auch auf Regiofenster-BC.de gibt
(nur dort ohne die
überflüssigen und gänzlich dämlichen Kommentare wie sie Weberberg.de
so liebt), da gibt es eine äußerst peinliche "Zoig dr Schlü"-Aktion
und eine sogenannte Photosatire aus der Jugendszene unter dem ominösen
und geschmacklosen Kürzel CZKZ. Im "Gästebuch" von Weberberg.de findet
sich wenig Kritik daran. Das erstaunt. Sind hier Filter eingebaut,
die das verhindern? Denn wenn man sich durch andere Biberacher Gästebüchern
klickt, wird nur zu deutlich, was Biberachs Jugend von den Weberberg.de-Aktivitäten
in ihrem Revier hält. Wir zitieren von Kingbo.org: "...Nur weil n
alter Mann nicht einsehen will, dass es auch noch andere kreative
Köpfe gibt, die vielleicht nicht immer seiner Meinung sind, versucht
er mit billigen Wortspielen und zweifelhaften Bildkreationen seinen
notorischen Drang nach Jugendlichkeit und Anerkennung innerhalb der
Jugend zu befriedigen". Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen.
Glücklicherweise
ist das Thema "Schwarze Szene" inzwischen ein wenig in den
Hintergrund getreten. Die heftigen Angriffe, denen sich die Weberberg.de-"Redaktion"
in dem Zusammenhang ausgesetzt sah, haben eines bewiesen: Die Redaktion
hat eine Beißhemmung, schluckt auch noch jeden so abstrusen
Vorwurf. Eines aber hat die Redaktion nicht: eine Schleimhemmung.
Wie sonst erklärt sich die Tatsache, dass Weberberg.de inzwischen
mit einer der informativsten Seiten zum Thema "Gothics"
antritt. Eine bessere Seite, die auch das sammelt, was Soziologen
und Anthropologen wissenschaftlich zum Thema herausgefunden haben,
dürfte sich schwer finden lassen. Nur schade, dass sie in einem
solchen Umfeld steht und schade auch, dass die Motivation dahinter
offensichtlich nur eine Triebkraft hatte: Zwanghaftes Sichanbiedern
bei einem Teil der Jugendszene.
Nein, es
wird Zeit, dass Weberberg.de dem Regiofenster in den Orkus nachfolgt.
Oder, noch besser, wenn es endlich das tut, was ja offensichtlich
immer schon angestrebt war: Regiofenster einzuholen, ja zu überholen.
Dann könnte Weberberg.de schon vor Ende Juno schließen und ganz Biberach
könnte sich auf ein unbeschwertes Schützenfest freuen, bei dem man
nicht befürchten muss, dass einem an jeder Straßenecke ein manischer
Paparazzo auflauert.
Sicher, Weberberg.de
hatte seine guten Momente, hat über manches informiert, was sonst
unter den Tisch gefallen wäre. Aber eine Website, die sich offenbar
mehr und mehr mit sich selbst beschäftigt, ist gänzlich überflüssig
und verschmutzt den Cyberspace. Wenn eine Kehrwoche angesagt ist,
dann fange man hier an!
Citoyen
X, 15. Mai 2003
„Das Schützenfest-Archiv,
das sich derzeit an dreiverschiedenen Stellen befindet, soll gesichtet,
bearbeitet und an einemzentralen Platz zusammengelegt werden. Zu dieser
umfangreichen Arbeit wird einTeam zusammengestellt, das sich um die
Ausführung und auch um ein zentralesLager bemühen wird.“
Diese Meldung
vom 27. Dezember 2002 ließ mich aufhorchen. Eben dieses Archiv, Historikern,
Zeitungsleuten und Lehramtskandidaten bisher ohne Hindernisse zugänglich,
blieb mir trotz zweimaligen Anklopfens verschlossen. Und das kam so:
Bei Recherchen zur – bis zum heutigen Tag großenteils totgeschwiegenen
– Geschichte Biberachs im Dritten Reich stolperte ich auc hüber das
fröhliche Miteinander von Nazi-Regime und Schützenfest. Schriftliche
Anträge, diesbezügliche Unterlagen im Schützenfest-Archiv einsehen
und gegebenenfalls verwerten zu dürfen, wurden von der Vorstandschaft
der Schützendirektion „aus Gründen des Urheberrechtsschutzes“ abschlägig
beschieden. Vielleicht auch wegen meiner Bemerkung, dass Koleschs
und Graupners „detaillierte, exakte und umfassende Information“ (O-Ton
Bott) im Schützenfestbuch für den Zeitraum von 1933 bis 1939 dringend
ergänzt und korrigiert werden müsste. Frage an den Ersten Vorsitzenden
der Schützendirektion: Sollen Verse wie „Mögen allzeit fröhlich wehen
Hitlerfahnen auf den Höh’n, dann wirst du auch fortbestehen: Schützenfest,
so stolz und schön!“ für immer den Biberachern vorenthalten bleiben?
Hans Stefan Wax , 17. Januar 2002
Es geht auch fair, Kompliment
Herr Fettback
Der öffentliche
Dienst, vielgescholten, verteufelt und mit üblen Vorurteilen behaftet
tut sich schwer in unserer Gesellschaft. Und jetzt hat es dieser öffentliche
Dienst, mit Hilfe seiner Interessensvertretung ver.di (der ich nicht
angehöre), doch tatsächlich geschafft eine angepasste und angemessene
Lohnerhöhung durchzusetzen. Dies ist im Übrigen ein urdemokratischer
Prozess, der in unserer Gesellschaft auch so anerkannt werden sollte.
Damit tun sich jedoch bestimmte Personen wie z. B. Herr Schneider
seines Zeichens Landrat des Landkreises Biberach sehr schwer. Nicht
nur, dass dieser Abschluß bei vorgenanntem Herrn auf wenig Gegenliebe
stößt (warum eigentlich?), er kündigt im selben Atemzug auch mindestens
8 Stellenstreichungen an. Dies verwundert umso mehr, wo doch im Haushalt
eine Lohnsteigerung von 2,5 Prozent einkalkuliert worden ist. Am Rande
stellt sich hierbei auch die Frage, ob Herr Schneider Stellen streicht
- oder der Kreistag? Vielleicht hat mancher Politiker aber auch den
Blick für die Realität eines normalen Bediensteten im öffentlichen
Dienst verloren. Dies ist bei so vielen Aufgaben, wie Abgeordneter
des Baden-Württembergischen Landtages, Aufsichtsratsvorsitzender der
Landkreis Kliniken Biberach, Aufsichtsratsvorsitzender der Biberacher
Nahverkehrsgesellschaft mbH, Aufsichtsratsvorsitzender der "Öchsle"-AG,
Verwaltungsratsvorsitzender der Kreissparkasse Biberach, Aufsichtsrat
der EnBW Regional AG, Beiratsmitglied der EnBW Service-GmbH, Beiratsmitglied
der EGVS, Stellv. Verwaltungsratsmitglied der Landesbank Baden-Württemberg,
Aufsichtsratsmitglied LEG .... und übrigens auch Landrat ja durchaus
verständlich. Aber es geht auch anders, Herr Fettback Oberbürgermeister
der Stadt Biberach hat mit seinem Gemeinderat ebenfalls 2,5 % Lohnsteigerung
bereits eingeplant und die Stadt Biberach muß keine Stellen abbauen.
Im Gegenteil Herr Fettback setzt sogar auf zufriedene und motivierte
Mitarbeiter. Kompliment Herr Fettback, Sie scheinen nicht nur gut
rechnen und gut haushalten zu können, auch Ihre Führungsqualitäten
im Hinblick auf die Mitarbeiter der Stadtverwaltung überzeugen. Beide
Beurteilungen zeugen von unterschiedlichem gesellschaftlichem Bewußtsein
und Demokratieverständnis. Es ist nicht Aufgabe der Tarifpolitik Haushaltsprobleme
zu lösen. Das Tarifergebnis ruiniert auch nicht die öffentlichen Haushalte,
sondern hat sich an den berechtigten Belangen der Bediensteten im
öffentlichen Dienst orientiert, wie dies auch der neutrale Schlichterspruch
dokumentiert.
13. Januar
2003: Thomas Maier, Biberach
Zugegeben:
Mit dem neuen Layout hat Weberberg.de gewonnen. Jeden Tag zwei neue
- mitunter erfrischend originell - Fotos aus dem Biberacher Alltag,
das hat was. Die Filmfestspielseiten vermitteln nicht nur einen lebendigen
Eindruck vom Fest, sondern sind auch gut kommentiert und nicht einfach
als lieblose Klick-Klick-Klick-Ausbeute ins Netz gestellt. Und sie
sind Gesprächstthema. Der kleine Einblick in Biberachs samstägliche
Nachtszene ist immerhin amüsant. (Er könnte allerdings mehr Kommentierung
vertragen.) Immer mal wieder ist die Berg Zeitung erstaunlich aktuell.
Und zeitlos peinlich, wenn sie sich mal wieder selbst feiert. Was
etwa sollen diese ewigen triumphierenden Verweise auf ein ominöses
Alexa-Ranking? Mag ja sein, dass Weberberg.de deutlich vor den anderen
Biberacher Websites liegt. Aber
ist das nachprüfbar? Und wenn? Was will man damit beweisen? Und vor
allem wem?
Weberberg.de
sollte sich lieber an seine eigentliche Bestimmung erinnern, wenn
die jemals ernst gemeint war: Biberach den NeubürgerInnen nahe zu
bringen, Dinge zu veröffentlichen, die es sonst nicht zu lesen gäbe,
den Bibern ein Forum zu bieten usw.
Die lange
vernachlässigte Abteilung ProLoG zur Lokalgeschichte hat mit neuen
Einträgen zur Webergeschichte, zum Lager Lindele, zu Klaus Leupolz
und den Filmfestspielen deutlich mehr Profil bekommen. Das ist verdienstvoll
und hier weiter zu arbeiten, würde sich sicher lohnen. Ist aber wohl
inzwischen zuviel verlangt.
Denn womit
beschäftigen sich die Berg Zeitungs "Redaktion" und der
Rest der Chaos Truppe aus dem "Künstlerviertel" Weberberg
offenbar hauptsächlich? Mit dümmlicher Alexa-Erbsenzählerei! Mögen
sich alle (Noch)Freunde von Weberberg.de - falls es solche jemals
wirklich gab! - diesem meinem Appell anschließen: Zurück zu der eigentlichen
Funktion dieser Website! Schluss mit dem Alexa-Blödsinn! (Es langt
doch nun wirklich, die wirklich beeindruckenden und seriös erfassten
Zugriffszahlen von Strato immer mal wieder zu veröffentlichen, wie
unlängst - endlich! - geschehen. Zumindest, wenn diese nicht auch
manipuliert sind.)
In letzter
Zeit hat Weberberg.de ja deutlich neue Stärken gezeigt: Das Konzept,
offen für die Mitarbeit von Bürgern zu sein, beginnt zu greifen, das
beweisen die sich mehrenden Beiträge von Menschen, die offenbar nicht
der Redaktion angehören. Und es finden sich Firmen, die dieses ganz
eigene Biberacher Projekt sponsern. Bravo! Hierzu ein "Weiter so!",
wenn es nicht zu spät ist.
Denn langsam
wird es Zeit, diese Redaktion abzusetzen. Weberberg.de, an das man
sich zähneknrischend irgendwie gewöhnt hat wie an den unsäglichen
Esel, die Website, der man bei allem Schwachsinn letztlich einen gewissen
(sicher äußerst begrenzten!) Respekt zollen muss, ist dann
doch irgendwie zu schade, um von diesen Leuten ruiniert zu werden.
Und wenn dies nicht freiwillig gehen, eine Empfehlung an die zählgeile
Redaktion: Nenne sie sich doch www.alexa-bc.de. Dann ist wenigstens
klar, was aus den Machern des einst ambitionierten Weberberg.de leider
geworden ist! Die Gossensprache hat ein Wort dafür. Es beginnt mit
W...
Citoyen
X., (11. November 2002)
Danke!
Wir
erinnern uns natürlich noch zu gut an die bedrückende Zeit des Sommers
2001 während des Schützenfestes. Wir erinnern uns an die Alkoholexzesse
dieser Zeit, die von einer Menge und Intensität waren, wie viele von
uns es noch nicht erlebt haben. Die Biber lagen fast alle danieder.
Jeden Tag der traurige Blick auf die Flaschen, die langsam immer leerer
wurden. Das Bild des Jammerns änderte sich dann aber, als wir an den
Bildschirmen unserer Computer noch schrecklicheres erleben mussten,
als das, was wir in unserer Region sahen. Eine neue Website, gut gemeint,
aber damals noch fast bar an Inhalt.
Weberberg.de
hätte es schon im Gemeindebrief geschrieben, wenn es denn einen solchen
für die wachsende Fangemeinde gäbe: Wäre eine solche Website wie bei
uns in anderen Städten unseres Landes zu finden, würden die einwohner
dort dankbar Freudentänze aufführen dafür, dass überhaupt solche Inhalte
verfügbar sind, wenn auch weniger als erhofft. Auch das muss man eben
einmal bedenken. Und auch dies muss gesagt sein: Wenn die Weberberg.de-LeserInnen
wieder einmal über fehlende Fotos oder zerbrochene Links jammern, dann
jammern sie auf hohem Niveau.
So
muss man all das, was wir in diesem Jahr auf Weberberg.de erlebt haben,
sehr relativ sehen und dürfen nicht vorschnell in trübsinnige Gedanken
verfallen. Es bleibt dabei: wir dürfen heute wirklich dankbar sein für
all das, was uns Weberberg.de in unserem Lebensraum hier gegeben hat.
Es gibt für uns keinen Grund für Traurigkeit, sondern wir dürfen und
sollen zutiefst dankbar sein angesichts einer Website, die trotz aller
Unkenrufe um vieles besser ist, als die Menschen es in unserer Region
je gehabt haben.
Die
Dankbarkeit zum Erntedankfest muss uns nicht im Halse stecken bleiben,
wir dürfen sie laut äußern und uns freuen und fröhlich sein. Danken
wir also, dass es uns so gut geht, danken wir dafür, dass wir so gesegnet
sind, dass wir uns über mangelnde Information und Unterhaltung keine
Sorgen machen müssen. Solcher Dank stünde uns gut zu Gesicht. Nicht
nur heute am Erntedanktag, sondern eigentlich jeden Tag.
Allezeit
haben wir Grund, der Redaktion ein Lobopfer darzubringen, ihr mit unseren
Worten auf der Zunge, aber auch im Herzen zu zeigen, dass sie es ist,
die uns reich macht, die uns Freude schenkt, die uns Hoffnung auch in
Zeiten macht, die dann nicht so rosig sind, weil das Lebensgefühl durch
mindere Portale bedroht ist. Wie sagte ein Leser? "Bei Weberberg.de
weiß ich, dass ich nicht verloren gehe, ich weiß, dass ich Geborgenheit
und Halt habe über vieles hinaus, was mein Leben ausmacht." So
ist das Erntedankfest auch Lob der Schöpfer dieser Website. Es ist das
Lob einer Kraft, die uns nach vorne schauen lässt auf viele weitere
interessante Webseiten.
Quasimodo Genitiv (Erntedank 2002)
Verdient gemacht: Weberberg.de
Sonntag
also sind Wahlen. Und Weberberg.de hatte zu ihrem Boykott aufgerufen.
Hatte. Denn der Aufruf ist offenbar sang- und klanglos in der Versenkung
verschwunden. Das erstaunt nicht, denn die Sigmaringer Gerichtsentscheidung
lässt hoffen, dass die Ziele des Boykottaufrufs auch anders erreicht
werden.
Aber hatten die Weberbergler ihren Aufruf, nicht zur Wahl zu gehen,
wirklich ernst gemeint? Ja und nein, darf man vermuten. Kaum eine Leserin
oder ein Leser wird ernsthaft daran gedacht haben, seine Stimme am kommenden
Sonntag wegen einer unsinnigen Vergnügungssteuersatzung in den Papierkorb
zu werfen. Aber der Boykottaufruf machte den Zweiflern letztlich bewusst,
dass ihre Stimme einen Wert hat. So kann man den Weberberglern - ob
sie diesen Effekt beabsichtigt haben oder nicht - auf die Schulter klopfen.
Sie haben bewirkt, dass sich Biberacher Gedanken machen über eine der
wenigen Mitwirkungsmöglichkeiten, die sie in unserem Staat haben. Und
vielleicht jetzt zu einer Wahl gehen, die ihnen möglicherweise vorher
nicht so wichtig war.
Fazit: Der Aufruf zum Wahlboykott war überzogen und hirnrissig. Aber
mit ihm hat sich Weberberg.de um unser Gemeinwesen verdient gemacht.
Composmentis, 16. September 2002
Peinlicher Polit-Patzer
Da spielt sich jetzt also „Biberachs Website“ (wie sie sich in schöner
Hybris nennt) zum Oberzensor der Beschlüsse des Gemeinderates auf, zum
Richter über ein von Bürgerinnen und Bürgern gewähltes und – dem Himmel
sei Dank! – nicht von Weberberg.de eingesetztes Gremium. Und ruft obendrein
zum Wahlboykott auf. Und worum geht es den Herrschaften? Um billigeren
Striptease und erschwinglicheres Pornokino an der Riß! Peinlicher kann
man wohl seinen „Anspruch“, für demokratischere Verhältnisse in Biberach
zu sorgen, nicht verraten. Natürlich ist die Höhe der Vergnügungssteuer
für Rotlichtlokale hier hoch, astronomisch hoch, absurd hoch sogar.
Aber rechtfertigt das einen Aufruf, die Bundestagswahl zu boykottieren?
Eine Wahl, bei der es immerhin um so fundamental gegensätzliche Positionen
wie die von Gerhard Schroeder und Edmund Stoiber geht? Um eine Richtungswahl,
eine Schicksalswahl also? Mitnichten! Die Steuer trifft ohnehin kaum
jemanden; das einzige Etablissement, das dadurch abgewürgt wird, gehört
keinem Biberacher, keinem Oberschwaben, nicht einmal einem Deutschen,
sondern einem Italiener, der sich halt vorher hätte überlegen sollen,
ob er wirklich hier im Herzen Oberschwabens eine multikulturelle Truppe
die Garderobe ablegen lassen möchte. Von einer „erdrosselnden Wirkung“
spricht man bei der Auswirkung überzogener Steuern. Die erdrosselt,
wenn überhaupt, hier etwas, das bei uns keine Luft zum Atmen verdient
hat. Amsel, Drossel, Fink und Star und nicht nur die Biberachs Spatzen
aber pfeifen es von den Dächern: Hier hat ‚Biberachs Website’ überzogen.
Soll doch die Weberberg.de-Redaktion ihre Sehnsucht nach nacktem, tanzendem
Fleisch anderswo stillen. Möglichst weit weg von Biberach – und diese
ihre Website bitte gleich mitnehmen und dort fachgerecht entsorgen!
Citoyen X. (Ende August 2002)
Excalibur
meint:
"Dieser
Herr Andresen zieht ziemlich über Euch her. Ihr seit zwar die schlechtesten
Grafiker die ich kenne, Andresen hat jedoch überhaupt keine Ahnung.
Ich finde es gut, dass ihr alle Links zu weberberg.de gelöscht habt.
Diese Seite braucht wirklich kein Mensch." (13. 8. 02 im Forum
von Regiofenster-BC.de)
* * *
Weberberg.de
- Leider (noch) nicht ganz dicht!
Ja, du liabes Herrgöttle von Biberach! sind die Weberbergler jetzt vollends
übergeschnappt? Da pinkelt man ringsum allen und jedem ans Bein und
dann tritt mal einer zurück und man stimmt ein Gejaule an, dass die
Trommelfelle an der Riß nur so zittern. Demnächst wird die Berg Zeitungs
(???) Redaktion noch die "Zensur!!"-Keule aus der 68er-Mottenkiste holen
und eine Demonstration auf dem Holzmarkt vor der Redaktionsstube von
Regiofenster-BC veranstalten, natürlich unter Beteiligung der üblichen
Verdächtigen, bloß weil Regiofenster-BC alle Links zu dieser Website
(oder Nervsite?) gekappt hat. Da bereits seit einiger Zeit anderswo
in der Region zu Recht Mitarbeitern einer größeren Anstalt
der Zugriff auf Weberberg.de verunmöglicht worden sein soll, kann
man davon ausgehen, dass am Weberberg bereits ein "Märtyrer-Kompetenzteam"
aufgebaut wird, dass demnächst mit einer der üblichen peinlichen
Billigkampagnen beekannt gemacht wird.
Bei
dem Gedanken wird einem jetzt schon schlecht, weil so viel Borniertheit
und Arroganz kaum mehr erträglich sind. Wahrscheinlich glauben diese
durchweg ungelernten(!), "Journalisten" vom Weberberg, die mit ihrem
ungelenken Deutsch "Biberachs meiste Website" (sic!) betreiben,
allen Ernstes, dass ihnen das neu eröffnete "Weisser Turm" eigentlich
ein sechsgängiges Menü dafür schuldet, dass auf Weberberg.de zu lesen
ist, dass die Website des Nobelrestaurants von seiner Startseite aus
auf McDonald's verlinkt. Oder dass die KSK mal eben ein prall gefülltes
Nummernkonto rüberwachsen lassen müsste, dafür dass Weberberg sich
nicht nur öffentlich Gedanken über die monatlichen Verluste von Regiofenster-BC
macht, sondern auch noch so perfide war, in so ziemlich allen Suchmaschinen
dieser Welt den Suchbegriff "Biberach Portal" mit der Antwort Weberberg.de
vollzumüllen. Die Galle könnte einem hochkommen.
Natürlich
ist es den Weberberglern, die im sicheren Zentrum unserer schönen
Großen Kreisstadt ihre Website mit der Layout-Anmutung (besser: Zumutung!)
einer mittelmäßigen Schülerzeitung betreiben, egal, ob in Bronnen der
Wasserdruck um 0,1 Bar erhöht wird. Aber für die Durchschnittsleser
von Regiofenster-BC, vielleicht die kinderlose Witwe aus dem Illertal,
der ihr Garten das Einzige ist, was ihr noch verblieben ist, vielleicht
den ökologisch orientierten Hauptschullehrer, ist eine solche Meldung
auf der Titelseite von Regiofenster tatsächlich "news they can use",
wenn sie wieder zum Gartenschlauch greifen. Und eben nicht irgendeine
Meldung über ein verbessertes "Ranking" von Weberberg.de bei Alexa,
einer Suchmaschine, die keiner kennt und die den seriösen Charme einer
Briefkastenfirma auf den Bahamas hat, weswegen sich offenbar Weberberg.de
auch so gerne ihre "Daten" bedient.
Nein,
wenn es ein Portal zuviel gibt in Biberach, dann ist das Weberberg.de!
Ein Blick auf das heutige Regiofenster dürfte alle Kritiker und Zweifler
davon überzeugen. Denn während Weberberg.de mal wieder mit einer seiner
üblichen Jaul-, Maul- und Eigenlob-"Meldungen" aufmacht, erfahren die
Regiofenster-LeserInnen, dass die Gemeinde Eberhardzell ab 1.9.2002
eine Erzieherin für den Regelkindergarten sucht. (Es handelt sich um
eine geringfügige Beschäftigung.) Und nicht nur solche für Biberacher
durchaus relevanten Informationen (denn wer ginge nicht gerne einer
geringfügigen Beschäftigung im so schön gelegenen Eberhardzell nach?)
finden sich auf einer Seite, nein, die LeserInnen werden auch noch mit
einem hübschen Farbbild vom Eberhardzeller Gemeindewappen belohnt. Und
immer mal wieder lächelt einen dass allseits bekannte und beliebte,
herzige Regiofenster-Mskottchen ViBi an!
Regiofenster erweist sich mehr und mehr als ein Konzept, das Ideen hat!
Weberberg.de kämpft mit seinem "Szenefoto-Kompetenzteam" verzweifelt
um die so heiß ersehnten "eyeballs". Dass diese Truppe durchweg aus
Männern über 50 (sowas von out!) besteht, wird von den Weberberglern
gerne verschwiegen. Dass die Galerie an Schützenbildern, die diese Leute
zusammengeknippst haben, offenbar ein totaler Flopp war, zeigt sich
daran, dass man justament auf der Schützenbilderseite vorsichtshalber
keinen sichtbaren Zähler angebracht hat. Auf der eher peinlichen als
lustigen "Fotodokumentation: Was ist bloß los mit Biberach?" dagegen
prangt einer in seiner ganzen manipulierten Pracht von über 1000 Klicks
im ersten Monat. Regiofenster dagegen setzt jetzt klugerweise bei seinen
Fotoreportagen auf das bewährte Kool.de-Konzept: Arbeiten mit jungen,
unverbrauchten Kräften, die den Lohn für ihre Arbeit eher
in der Arbeit selbst sehen und weniger im schnöden Geld. Dass dieses
Konzept aufgeht, weiß jeder Familienvater, der samstags die Schwäbische
durchblättert und immer wieder feststellt, dass die Sprösslinge
die Kool.de-Seite schon längst herausgerissen haben und sie mit
glühenden Wangen im verriegelten Kinderzimmer studieren. Kein Wunder,
denn diese Seite wird von Jugendlichen für Jugendliche gemacht.
Koste es nicht, was es solle.
Weberberg.de
go (endlich) home! möchte man rufen. Aber was kann das schon in Zeiten
des Cyberspace heißen? Auf Schritt und Tritt wird man diesem nervigsten
Produkt des Medienzeitalters immer wieder begegnen, wenn es um Biberach
geht. Ach, wäre es nicht schön gewesen, Regiofenster-BC hätte den Laden
aufgekauft und dann gleich dichtgemacht? Möglich wäre das
wohl gewesen, denn für Geld tut diese "Redaktion" offenbar alles, wie
die neue Abteilung Weberberg.de/commerce
vermuten lässt.
Citoyen X., August 2002
Und
hier weitere Meinungsbeiträge.
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