Mensch und Meinung


Der offene Webspace von Weberberg.de.
Hier ist Platz für längere Meinungsäußerungen unserer LeserInnen zu Weberberg.de, für Leserbriefe und
sonstige Beiträge zum Thema Biberach/Riß.

Die hier geäußerten Meinungen sind nicht unbedingt die der Weberberg.de-Redaktion.


Mensch & Meinung

Hair, oder wie oder was?

Nun ist es also leider vorerst vorbei, das Hair, das Musical. Die Derniere
proppenvoll, viele hübsche Mädels und einige wenige Jungs auf der Bühne und man fragt sich unwillkürlich: was kommt als nächstes? Allerdings bleibt ein etwas schaler
Nachgeschmack, ein leiser Bitterstoff, der sich nach dem ersten Genuss leise
Bahn bricht und einem das Menü leicht vergällt. Das hat nun wirklich nichts
mit den eigentlichen Akteuren zu tun, die auf der Bühne ihr Bestes gaben,
sondern etwas mit Konzept, Dramaturgie und Selbstdarstellung der hinter den
Kulissen werkelnden Macher. An sich wollte der Autor das Musical nicht
besuchen und auch keine Kritik üben, letztlich auch weil Kritik im "grünen"
Oberschwaben (Hair Zitat) nicht gern gesehen wird. Der Oberschwabe (der
Autor gehört tatsächlich dazu) reagiert auf Kritik allenthalben ärgerlich
und streng ablehnend. Letztlich liegt es an den Akteuren selbst, dass hier
nun diese Kritik erscheint und der, auch im Nachhinein, noch verblüffte
Dernierenbesucher hier seinen Senf abgibt. Rechtfertigung hin oder her, aus
Sicht des Kritikers gibts mindestens zwei Ansatzpunkte:

Zum Ersten frage ich mich, was aus der eigentlichen Hairgeschichte geworden
ist. Um das verständlich zu machen (viele wissen offenbar wenig über die
Geschichte an sich): Hair erzählt eigentlich eine Liebesgeschichte zwischen
einem Mädchen aus gutsituiertem Haus (Neudeutsch: Eine verzogene Edelgöre
mit superreichen Eltern) und einem Hippie (Neudeutsch: Freak, Dauerchiller)
der wegen einem Freundschaftsdienst letztlich in Vietnam ums Leben kommt.
Wenn man die Geschichte genauer betrachtet, gibts dabei folgende Eckpunkte:
Reich trifft Arm, Reich verliebt sich in Arm, Arm ist gar nicht sooooo arm,
weil die Ideale sehr vorbildlich sind und diese dem reichen Mädchen
imponieren. Freundschaft steht über allem und letztlich bezahlt einer seine
Ideale mit dem Tod (in Vietnam). Eine tragische Geschichte. Nebenbei spielen
dabei "unverdorbene" Ideale eine wesentliche Rolle: Die Suche Jugendlicher
nach ECHTER Liebe, nach ECHTER Freundschaft. Und dabei geht es nebensächlich
natürlich auch um Haare, Drogen und Exzesse. Wohlgemerkt dient bei Hair das
ganze Brimborium rund ums Lebensgefühl der 68er dazu, deutlich zu machen,
dass da hinter dem ganzen Hippiegedöns auch Menschen und eben nicht nur
Drogendealer und oberflächliche Partyfuzzies stecken.Natürlich sind die
Ideale der Hippiegeneration und der Widerstand gegen das etablierte System
nicht völlig vom Lebensgefühl zu trennen, aber das eine bedingt das andere
mindestens in gleicher Weise. Kein Ei ohne Henne und keine Henne ohne Ei.
Gerade aus der Verquickung der eigentlich anrührenden und tragischen
Liebesgeschichte zwischen der ultrareichen Tochter und dem ausgeflippten Typ mit der
Hippiebewegung und ihrem Lebensgefühl bezog und bezieht Hair als
"politisches" Musical seine Kraft, denn auch das bürgerliche Lager konnte
sich Anfang der siebziger Jahre der Magie der Geschichte nicht mehr
entziehen. So gesehen hat Hair eine Annäherung der Generationen initiiert.

Misst man nun Hair in der Laengerer Inszenierung an diesem Maßstab, wird es
schwierig. Natürlich ist es legitim, oder im Bereich persönlicher
Geschmacksempfindungen möglich, die Geschichte nach Deutschland (oder auch
nach Oberschwaben) zu verlegen und dabei aktuelle Bezüge herzustellen.
Natürlich ist es möglich, moderne Medien (Jimi Hendrix bei Woodstock als
Videoeinstieg) einzuarbeiten. Die Frage, die allerdings bleibt ist: Was will
uns eigentlich der Regisseur damit sagen? Geht es darum, den beteiligten
Jugendlichen (Darstellern) und dem Publikum die Vergangenheit deutlich zu
machen? Geht es darum, den Verlust und Ursprung von Idealen zu vermitteln?
Geht es nur um das vermeintliche Lebensgefühl? Oder geht es gar nur um die
Musik, also eine Art Revuenummer, also eine Tanzveranstaltung?


Überprüft man die Inszenierung, wird schnell klar, dass zumindest der
eigentlich interessanteste Teil der Geschichte - Mädel aus reichem Haus will
Hippie haben, welche Konsequenzen hat das? - eigentlich durch den Rost
gefallen ist. Wer als unbedarfter Zuschauer (und man glaubt es kaum, die
gibt es...) in der dritten Szene kapiert, welche Rolle das konservativ
angezogene Mädchen spielt, muss schon sehr sehr sehr aufpassen und sich eine
Menge zusammenreimen. Wie sagte eine Besucherin "warum die so angezogen war,
hab ich bis zum Schluss nicht kapiert". Klar, wenn eine Figur nicht richtig
eingeführt wird und man ihre Motivation nicht versteht, bleibt das Mädchen
im grauen Rock ein Rätsel. Damit ist klar, dass es wohl nicht um diesen
Aspekt der ursprünglichen Geschichte ging. Damit entfällt auch der
eigentliche Konflikt zwischen den Weltbildern, denn das Girl aus wichtigem
Hause stellt im Original die Zerrissenheit dar, zwischen wohlbehütet
einerseits und der Jagd nach Idealen andererseits. Was bleibt, sind
Klischees, was sich besonders in der Streitszene mit den Eltern zeigt, wenn
der Lieblingshippie in den Senkel gestellt wird.

In der Inszenierung verschwimmt immer wieder das Einzelschicksal - es wird praktisch immer pauschaliert. Burger, Bukowski und alle anderen sind nicht Individuen
sondern Jugendliche im Allgemeinen. Im dramaturgischen, wie auch
pädagogischen Sinn, ist hier jede Chance verspielt worden, das Musical
ernsthaft in die Gegenwart zu portieren. Auch die modernen Versatzstücke
bleiben in der Inszenierung Klischees: Die "grauen Sicherheitskräfte"
erinnern in der Tat zu sehr an die Zeitdiebe in MOMO. - Wer
Sicherheitskräfte kennt, weiß, dass schwarz der Sache näher kommt. Nette
Gimmicks wie die C&A Rabattmarken haben zwar Unterhaltungscharakter,
verwässern aber den eigentlichen Anspruch des Stückes.
In diesem Sinne bleibt Hair in dieser Inszenierung eher eine Revuenummer,
völlig unabhängig von der Leistung der einzelnen Darsteller.

Der zweite Aspekt ergibt sich zwangsweise aus dem Ersten: Wenn nun ein
"politisches" Stück, das Geschichte geschrieben hat, von der JUKS in dieser
Form inszeniert wird, muss das einen Sinn haben. Aber welchen? Laut Konzept
ist der Anspruch: "In der Jugendkunstschule lernen Kinder und Jugendliche
künstlerische Möglichkeiten kennen. Arbeitsweisen, Techniken und Materialien
aus den Bereichen Theater, Tanz, Bildnerisches Gestalten, Medien und
Literatur. Die Jugendkunstschule fördert die kreativen und künstlerischen
Anlagen sowie das Sozialverhalten der Kinder und Jugendlichen und
unterstützt die Entfaltung der Fantasie." Legt man dieses Konzept zu Grunde
ist in der Tat der Anspruch voll erfüllt, denn hier ist nicht die Rede von
Selbstreflektion, politischem Verständnis, Geschichtsbewusstsein,
Medienkritik oder aber sozialem Engagement. Reduziert man den Ansatz, könnte
man sagen, die JUKS zeigt Jugendlichen wie man tanzt, malt, spielt, bastelt
und filmt, sich dabei anständig verhält und zeigt ihnen nicht WARUM man WIE
tanzt, WARUM man was tun sollte usw. In diesem Sinne ist Hair durchaus
gelungen, das hat funktioniert.

Wenn man nun aber davon ausgeht, dass dasDurchschnittsalter der Agierenden (Herrn Buchmann rausgerechnet :-)) etwa bei 15 Jahren liegen dürfte und da mit deftigen Ausdrücken ("Arsch" etc...) operiert wird, möchte man vielleicht etwas mehr erwarten als reine Bewegungs- und Aktionspädagogik.

Wenn ein zutiefst politisches Stück auf eine Anreihung von schönen Tanznummern reduziert wird, ist das sicher keine Absicht, aber im Sinne der politischen Gegenwart mehr als traurig. Da steht "pflegeleicht" gegen ein ursprünglich anarchistisches Stück. Und auch das
ist Gegenwart und zutiefst politisch: Wenn man aus einem Musical, das
"gegen" etwas war, gegen "Gleichmacherei", für "Individualität", etwas
macht, das konform und pauschal das vermeintliche 68er Gefühl aufleben lässt
und dabei vor lauter Freude den Inhalt vergisst.

Wohlgemerkt, den Schuh müssen sich JUKS Schulleitung und Regisseur anziehen,
nicht die Darsteller oder Musiker. Schade, dass das Stück so verdünnt wurde.

mit freundlichen Grüßen

Uli Stöckle (Oktober 2005)

 

 

Sehr geehrter Herr Landrat Schneider,
diesen Brief, den ich auch der Presse zur Verfügung stellen werde, schreibe ich Ihnen, weil ich bisher im Vertrauen auf die Seriösität Ihrer Informationspolitik gegenüber dem Kreistag Biberach voll vertraut habe. Deshalb hat es bisher entsprechend der nichtöffentlichen Beratungen keine Stellungnahmen aus den Kreistagsfraktionen gegeben. Ihre persönliche Seriosität will ich dabei nicht in Frage stellen.

Die Situation stellt sich nun aber, dokumentiert durch Pressemitteilungen, völlig anders dar. Die Landes-CDU versteht wohl die OEW als parteieigene Spielwiese auf der man tun kann, was man will. So stand am letzten Samstag und heute bereits in der "Schwäbischen Zeitung", über was die beteiligten neun oberschwäbischen Landkreise informiert und was sie nach CDU-FDP-Koalition zu entscheiden haben. Dasselbe Spiel im SWR-Fernsehen am Mittwochabend. Die Kreisräte werden dabei wie unmündige Kinder öffentlich diskreditiert und vorgeführt. Herr Oettinger behauptet, dass die Landkreise sich für die von ihm vorbereitete Lösung entschieden hätten. Dies ist faktisch falsch und deshalb eine bewusste Falschinformation der Öffentlichkeit. Wahr ist, dass der Kreistag Biberach bisher dazu keine Entscheidung gefällt hat. Wer Herrn Oettinger gegebenenfalls falsch informiert hat, entzieht sich meiner Kenntnis.

Prekär wird die Situation auch dadurch, dass mit diesem Geschäft der Aufstockung der Aktienanteile an der EnBW durch die Verhandlungen der Koalitionspartner in der Landesregierung, CDU und FDP, die OEW-Landkreise nun indirekt mit dem Verkauf von Firmenanteilen und Immobilien in Zusammenhang gebracht werden.

Ob diese geplanten Verkäufe unter finanziellen, sozialen und strukturellen Gründen sowie zur Sicherung von Arbeitsplätzen überhaupt sinnvoll sind, kann ich aus meiner Informationslage überhaupt nicht nachvollziehen. Ich werde aber durch die Landes-CDU als Kreisrat in eine Situation gezwungen, die mit praktizierter Demokratie absolut nichts mehr zu tun hat. Dies ist skandalös und nicht zu verantworten.

Dabei ist zu beachten, dass die ganze Misere hausgemacht ist. Die Landesregierung aus CDU und FDP hat ihre Anteile an der EnBW verkauft und in eine Landesstiftung eingebracht; dass dies ein Riesenfehler von Erwin Teufel war, der dies gegen Herrn Oettingers Meinung durchgesetzt hat, bezweifeln heute nicht einmal die eigenen Parteimitglieder. Und als ob sie nichts dazu gelernt hätten, lässt sich die Landes-CDU vom kleinen Koalitionspartner wieder erpressen, in eine völlig unabgesicherte Verkaufshektik zu verfallen.
Dies schadet dem Land, seinen Menschen, der politischen Moral und den Finanzen. Die Schwäche der Landes-CDU und die verheerende Politik der Landesregierung zeigt sich überdeutlich an dieser Stelle.

Ich bin nun wirklich gespannt, wie die oberschwäbischen Kreistage sich verhalten, ob sie sich diesem undemokratischen Possenspiel der Landesregierung klaglos beugen und letztendlich mittels der Kreisumlage die Gemeinden die Zeche zahlen lassen.


Werner Krug

Biberach, 03.02.05

 

Zum Leserbrief "Rechtssystem verhohnepipelt" (Wochenblatt 22. Juli 04)

Ich möchte die öffentliche Diskussion nicht im Wochenblatt weiterführen, aber doch hier in weberberg.de noch eine Stellungnahme abgeben.
Verständlich, wenn viele die "Sicherheit" in ihrer Umgebung für das Wichtigste haben. Das Thema ist emotional besetzt, und Sicherheit ist ein hohes Gut.
Kein Wunder also, wenn eine Verwechslung eintritt: Wer um seine Sicherheit Angst hat, verwechselt schon mal leicht
persönliches (!) Sicherheitsbedürfnis und Demokratie. Da hilft auch ein Zitat aus dem Brockhaus (Stichwort "Demokratie") nicht weiter.
Als Wichtigstes ist festzuhalten: Ein Gericht hat einem Bürger Recht gegeben. Also kann es sich nicht um Verhohnepipelung des Rechtssystems handeln. Der Bürger hat ja Recht bekommen! Im Gegenteil: Das Rechtssystem funktioniert!! Gott sei Dank. Jetzt kann bei Bedarf in einem Hauptverfahren entschieden werden, ob es bei dem jetzigen Urteil der einstweiligen Verfügung bleibt.

Noch etwas: Demokratie ist mehr, als die Brockhausdefinition angibt, und das ist gerade das Wichtige: Sie besteht aus Legislative (den Parlamenten), Exekutive (Regierung und Polizei) und Judikative (Rechtssprechung). Erst das ist das vollständige Bild.
Hinzu kommt, dass in unserer Demokratie die Menschen- und Grundrechte die Basis bilden.
Es handelt sich um ein sich wechselseitig kontrollierendes System - und mit Grund! Denn alle können irren, auch die Parlamente. Sie fassen schon mal einen rechtswidrigen Beschluss - wie eben in Biberach mit der Videoüberwachung. Und sie haben nicht unbedingt eine wie auch immer definierte öffentliche Meinung widerzugeben (z.B. wenn viele Menschen sich am Schützenfest wegen bestimmter Vorkommnisse unwohl oder sogar unsicher fühlen). Beschlüsse müssen den Gesetzen entsprechen.

Natürlich können auch Gerichte irren, deshalb gibt es verschiedene Instanzen. Und wenn schließlich die oberste Instanz irrt - objektiv oder nach Meinung der Sicherheitsbedürftigen, so ist trotzdem das Urteil der letzten Instanz gültiges Recht.
Das ist ja gerade auch das Wesen der Demokratie, dass ein einzelner Bürger gegen eine mehrheitliche Meinung Recht bekommen muss, wenn Richter das für richtig halten, weil die Gesetze das verlangen.

Heute ist die Gesetzeslage so, dass mit Hilfe des Polizeigesetzes und auch sonst, die Videoüberwachung in Biberach nicht Recht gewesen wäre. Deshalb die Verfügung der Richter.

Es ist ja gerade heute so wichtig, dass solche Urteile angefordert werden. Denn der Bundestag hat in den letzten Jahren Gesetze beschlossen, die u.U. die Grundrechte (!) der Bürger erheblich einschränken können, z. B. mit dem "Großen Lauschangriff". Deshalb sind diesen Gesetzen strenge Auflagen beigegeben, damit Sicherheitsbehörden oder Gemeindeparlamente usw. nicht beliebig in bürgerliche Grundrechte eingreifen können. Diese Auflagen und die korrekte Anwendung gerade dieser Gesetze müssen Richter kontrollieren, und damit das geschehen kann, muss von Fall zu Fall geklagt werden. Nur so funktioniert Demokratie und die Sicherheit des einzelnen Bürgers - nämlich die Sicherheit vor Behördenwillkür.

Ob sich bei einer Leserumfrage herausstellt, dass es einigen Bürgern egal ist, wenn ihre Grundrechte eingeschränkt werden und sie nicht einmal wissen wollen, wie das kontrolliert wird von Gerichten, ist völlig gleichgültig. Diese Meinung ("ich habe nichts zu verbergen") hat mit dem Recht nichts zu tun. Und die geschichtliche Erfahrung lehrt, dass auch unbescholtene Bürger sehr schnell zum Opfer von Polizeiwillkür werden können - gerade in Deutschland zwei Mal im 20. Jahrhundert!

Deshalb diese richterliche Verfügung. Dank also dem Kläger und Dank den Richtern.

Walter Falk, Mettenberg

 

WIESO VERHOHNEPIPELUNG?
„Biber Bertram“ hat leider offenbar „sein“ Blatt für eine ganz persönliche Abrechnung mit einem Kontrahenten benutzt. Schade! An der Sache geht sein Kommentar vorbei. Will „Biber Bertram“ einen Bürger daran hindern, die korrekte Anwendung eines Gesetzes (in diesem Fall des Polizeigesetzes) vor Gericht einzufordern? Und sich damit (!) gleichzeitig als Verteidiger der Demokratie hinstellen? Will „Biber Bertram“ womöglich den Gang zum Gericht an Bedingungen knüpfen? Jeder, ohne Ausnahme und Vorbedingung, hat das Recht dazu.
Der Bürger, der die Rechtmäßigkeit und Verhältnismäßigkeit der Videoüberwachung gerichtlich prüfen ließ, verdient Anerkennung, nicht Schelte. Am Ergebnis sieht man nämlich, dass die Gesetzesauslegung der Behörden durchaus der Kontrolle bedarf. Das Gericht stellt fest: „An dieser Rechtsgrundlage fehlt es (...) bei der konkret beabsichtigten Maßnahme“, also der Videoüberwachung an zwei oder drei Orten des Schützenfestes. Überhaupt darf man sich wundern, mit welcher Leichtigkeit man in Biberach und anderswo das Grundrecht, eben nicht beliebig von Videokameras überwacht zu werden, wegwirft. Man kann auch nicht das Recht von einem diffusen und in Zeitungsumfragen verbreiteten „Volksempfinden“, wie in Biberach geschehen, abhängig machen. „Biber Bertrams“ Vorwurf der „Geltungssucht“ ist völlig daneben. Sowas behauptet nur einer, dem die Argumente fehlen. So zu tun, als gönnte der Antragsteller, der ein Grundrecht einklagt, den Biberachern ihre Sicherheit am Schützenfest nicht, das ist allerunterstes Niveau.
Walter Falk, Mettenberg

 

 

Schützenfest 200X - hoffentlich nicht nur eine Vision

Nachdem sich der Unmut über die Reglementierung und stückweise Zerstörung des Biberacher Schützenfestes durch die Schützendirektion im letzten Jahr gewaltsam Luft gemacht hat, wird jetzt umgedacht. Wir erinnern uns an die Ehrentribüne, die in der Nacht zum Dienstag fast völlig zerstört wurde oder an den Schützendirektionscontainer auf dem Gigelberg, der in der Nacht zum Freitag angezündet wurde. Durch das Übergreifen der Flammen auf den benachbarten Schaustellerbetrieb und die Gigelberghalle entstand hoher Sachschaden. Auch im Bereich des Lagerlebens mussten morgendlich die Überreste der nächtlichen Lagerfeuer beseitigt und Zäune wieder aufgebaut werden. Ganz zu schweigen von der Überwachungskamera in der Consulentengasse, die in der ersten Nacht von einem Vermummten mit Hilfe einer 9mm Kugel ausgeschaltet wurde.
Das alles hat einige Schützendirektoren den Kopf gekostet. So wurde Platz geschaffen für Leute mit neuen Ideen und Erfahrungen im Bereich Veanstaltungsmanagement und Großveranstaltungsplanung.
Neu in diesem Jahr ist auch die Einbindung der Jugendlichen und Junggebliebenen in die Planung und Umsetzung des neuen Schützenkonzeptes mittels Internet. Über die regionalen Jugendseiten, die Internetseite der Schützendirektion, sowie die Seite der Stadt Biberach wurden Umfragen gestartet, was am Schützenfest verändert und verbessert werden sollte. Die Gastwirte der im Innenstadtbereich gelegenen Gaststätten wurden ebenfalls ab August des Vorjahres in die Planungen mit einbezogen, um so die Erfahrungen der letzten Schützenjahre nutzen zu können. Unter den zahlreichen Ideen, die eingereicht wurden, kamen folgende Punkte zur Umsetzung.

- Der Vergnügungspark ist nach dem Vorbild anderer Städte bis 1 Uhr geöffnet.
- Die Jugendverbände der Stadt Biberach unter der Organisation des Stadtjugendringes bewirten das Lagerleben an allen Abenden von 20.00 Uhr bis 03.00 Uhr. Jugendfreundliche Preise (alkoholfreie Getränke 0.5l 1 €; Bier 0,33l 1,50 €; Korea, Bowle 0,4l 2,50 €; Bargetränke 3€) sollen das Müllproblem endlich lösen. Es wurde erkannt, dass man das Müllproblem an der Wurzel packen muss und dass das bisherige Müllkonzept nichts gebracht hat.
- Das gesamte Lagerleben wird mit einem so genannten künstlichen Mond in ein Vollmondlicht getaucht und sicherer gemacht.
- Der Gugelhupf wird ebenfalls mit einem dezenten Partylicht versehen, nachdem es auch hier in den vergangenen Jahren immer wieder zu gefährlichen Stürzen gekommen ist.
- Die Sperrzeit wird an den Haupttagen (Freitag bis Dienstag und Donnerstag bis Sonntag) komplett aufgehoben. Die Kneipen müssen allerdings innerhalb von 24 Stunden 2 Stunden lang schließen, um Sauberkeit sicherstellen zu können.
- Während des Massenständchens am Tweety wird die Consulentengasse aus Sicherheitsgründen für diesen Zeitraum (beginnend 30 Minuten davor und endend 30 Minuten danach) voll gesperrt.
- In der Tiefgarage Steigerlager wird die unterste Etage für den Fahrzeugverkehr gesperrt, um die Feiernden von der Straße in schalldichte Räume zu holen. Auch hier hat der Stadtjugendring in Zusammenarbeit mit den Jugendverbänden die Bewirtung übernommen.
- Der Schützenbus wird in diesem Jahr eingeschränkt. Die Busse zum Abholen der Besucher wurden auf die Eingemeindungen Biberachs reduziert. Ab 22 Uhr bis 8 Uhr fahren die Busse die Besucher ins Umland von 15 km. Beim Freibad wird ein Park und Ride Parkplatz eingerichtet, der vom Schützenbus angefahren wird. Die Überlegung die flächenmäßige Ausdehnung des Netzes beizubehalten und dafür nur bis maximal 19 Uhr die Besucher abzuholen wurde wieder fallengelassen.
- Die Polizei führt in Zusammenarbeit mit der Bereitschaftspolizei Biberach ab 21 Uhr bis in die frühen Morgenstunden an allen Ein- und Ausfahrtsstraßen, sowie an den großen Parkplätzen Biberachs Alkoholkontrollen durch. So werden Alkoholisierte schon vor der Fahrt abgeschreckt und Uneinsichtige aus dem Verkehr gezogen. Zu diesen stationären Kontrollen kommen noch mindestens 10 mobile Kontrollfahrzeuge.
- Die Toilettencontainer werden verdoppelt und bis auf kurze Reinigungsphasen 24 Stunden lang geöffnet.
- Randalierer und Stresser werden mit einem Platzverbot für den Gigelberg, die Altstadt und die gesamte Umzugsstrecke belegt und dürfen diese Bereiche bis zum Ende des Schützenfestes nicht mehr betreten.

So hofft die Schützendirektion in diesem Jahr endlich wieder ein ruhiges Schützenfest für die Anwohner und ein friedliches Fest ohne die schon fast traditionellen und teuren Randale und Sachbeschädigungen feiern zu können.

Markus Braig, Biberach, 14. Juli 2004

 

Bürgerrechte ade!
Nun also doch, an Schützen wird überwacht Wen juckt das Gesetz, wenn er am längeren Hebel sitzt.. Der einfache Bürger kann sich sein Grundrecht auf informelle Selbstbestimmung sonst wohin schmieren, Vater Staat mutiert zu Big Brother. Einwände, Gesetze und Anstand zählen nicht mehr, die mehr als fragwürdigen Argumente pro Überwachung werden einfach als unumstößlich definiert. Sollte tatsächlich eine Gasleitung in der Consulentengasse platzen, dann dürfte auf dem Video relativ wenig zu sehen sein, außer Blut, Schweiß und Tränen, die BILD-Zeitung zahlt dafür sicher gutes Geld. Das Rechstaatsverständnis mancher Würdenträger kann man nur mit einem abgewandelten Zitat umschreiben:
VOX POPULI VOX RINDVIEH.

Die ganze Aktion wird nur dann "interessant", wenn ein sogenannter ehrbarer Bürger in die Mühlen des Überwachungsstaates geraten würde. Durch die Auswahl der Videoorte ist das aber unwahrscheinlich. Die Schlägereien, Belästigungen und Pöbeleien im Bierzelt, Lagerleben usw. werden weiterhin unüberwacht bleiben. Es geht gegen Biberachs jüngere Bürger, die Honoratioren bleiben außen vor.

Zum Thema Massenpanik, ich habe schon viele Schützenfeste in der Consulentengasse erlebt, eine Panik noch nie. Da habe ich beim Tanz auf dem Marktplatz oder beim Schwarz-Fere Fest mehr Befürchtungen, die Fluchtwege sind proportional zur Teilnehmerzahl genauso gefährlich.


Markus Pflug, Warthausen, 30. Juni 2004

 

Wolfgang Groeners Bestleistung

„Das grenzt an Rufmord!“ ereiferte sich ein WOCHENBLATT-Leser letzte Woche. Was ihn so erboste, waren drei Artikel von WOCHENBLATT-Redakteur Wolfgang Groener. Alle drei widmeten sich in einer Form Biberacher Personen, die der Leser als unmöglich empfand. Ein Artikel zur Wahl endete mit dem ominösen Satz „Nicht selten erweisen sich nach der Wahl profilierungssüchtige Lesersbriefschreiber oder Rieger-rose Plakatierer als schlechte Vertreter der Bürger. Und bis zur Wahl nach der Wahl vergehen dann wertvolle Jahre, warnt Ihr Biber Bertram.“ (Ein augenzwinkerndes „Sie-wissen-schon-wen-ich-meine“ ist da mitgedacht. Guter Stil?) Die Titelgeschichte hat einen Zeichensetzungsfehler gleich in der Schlagzeile („Ein Pfarrer kommt ´rum“) und beschreibt die Ortswechsel von Pfarrer Wolfgang Martin. (Schlussatz: „Martin (...) zitierte (...) die Apostelgeschichte: Und es kam vom Himmel her ein Brausen...“ Da drängt sich gleichwohl die Frage auf, wann Pfarrer Martin auch von dieser bestimmt schwierige Seelsorgerstelle wieder abbrausen oder aus persönlichen Gründen abgezogen wird.“ (Welch ein Wortspiel, das mit dem Brausen! Welch eine Andeutung, die Sache früher im Artikel mit dem „unrühmlichen Abgang in Biberach“!) Den Vogel schießt Groener aber mit einem Artikel über den tölpelhaften Bankräuber von Wain ab. Groener nennt die Arbeitsstellen des (noch nicht verurteilten) Bankräubers, seine Autokäufe, seine Vereinstätigkeit und etliches mehr. Und versagt sich auch hier ein Wortspiel nicht, das auf den Namen des Täters hinweist. Seriöser Journalismus? Nun muss man Wolfgang Groener zugute halten, dass er Woche für Woche sein bestes gibt. Und wenn man das berücksichtigt, dann muss man wohl über dieses Artikeltrio sagen: Er kann es nicht besser. (d.a., 13.6.04)

Innenraumvergiftung

Mel Gibsons kaputte Passionsspielwelt

von Detlef Berentzen

Ich habe in der letzten Nacht von meiner bevorstehenden Hinrichtung geträumt. Stunden zuvor saß ich noch in einem Kinosessel, die Arme vor der Brust verschränkt, die Augenlider immer bereit zu lang andauernden Schwarzblenden, ein dumpfes Stöhnen in der Brust, heiße Wut im Bauch – 127 Minuten Blutopfer, über zwei Stunden Splatterphantasien in höchster Potenz. Ein Film wie eine eitrige Wunde. Mel Gibson eben. Ein gottverdammter Eiferer, offenbar krank vor Schuld, die er blutig bestraft sehen will. Die quälenden Bilder, die er in seinem Innern inszeniert, entspringen diesem Bedürfnis und er projiziert sie auf die Leinwand, zelebriert so eine bluttriefende und ausweglose Messe, von der er glaubt, daß die Welt sie braucht, um von Schuld und Übel erlöst zu werden.

Seien wir ehrlich, würde uns im Alltag jemand von solchen Phantasien erzählen, wir würden ihm umgehend psychatrische Hilfe empfehlen. Nein, nicht empfehlen, wir würden qualifizierte Fachkräfte in weißen Kitteln auf diesen armen Menschen und seinen religiösen Wahn aufmerksam machen. Nur ist Mel Gibson nicht arm, sondern er ist reich. Er hat die Millionen und die PR-Maschine, um aus seiner Krankheit eine profitable Waffe zu machen. Eine, die er in die Lenden der Zuschauer bohrt. Und, das ist das wahre Wunder, die Mehrheit dieses Publikums, zumindest in den USA, stöhnt: ‚Ja, stoß zu, wir haben es verdient!’...was wiederum enorm viel über das Innenleben dieses Publikums aussagt. Denn diese Reaktion zeigt doch, daß Gibson nichts anderes ist als ein Phantasieträger, einer, der die Phantasien der Vielen in quälende Bilder umsetzt. Bilder für eine Nation bspw., die sich durch den Genozid an den Indianern, meinetwegen auch im Bürgerkrieg, durch die Unterdrückung der Schwarzen, durch Massaker und Kriege in Korea, Vietnam, Kambodscha, in El Salvador, Nicaragua, durch die langjährige Unterstützung Saddams und anderer Diktatoren, was weiß ich noch, schuldig gemacht und qua America-First!-Ideologie diese Schuld immer wieder abgewehrt hat. Kein Wunder, wenn da ein seelischer Bodensatz an Selbsthaß und Sadismus entsteht, der in diesen Passionsfestpielen zwanghaft an die Oberfläche drängt.

Nun wird mancher emmpört die Stimme heben - das ist schließlich obligatorisch - und mahnen, gerade wir, besser: ich, dürfte(n) nicht auf die USA mit den Fingern zeigen, denn wer ist denn Schuld an Holocaust und Nazideutschland, all dem? Vielleicht käme uns eine blutige Katharsis wie durch diesen Film gerade recht? Tut mir leid, ich habe als Nachkriegsgeborener schon in den fünfziger Jahren von Gaskammern albträumen müssen, ich habe miterlebt wie meine Eltern an ihren Erfahrungen mit diesem Deutschland, auch an ihrem qualvollen Schweigen, fast erstickten, wir sind später gegen dieses Schweigen aufgestanden, haben versucht(!) Worte zu finden, versucht (!) Verantwortung dafür zu übernehmen, daß sich all das Grauen nicht wiederhole – mir muß man kein Blutopfer anbieten. Erst recht nicht dieses, das keinen (Aus-)Weg der Erlösung weist, nur den der Qual. Ein Spektakel, das "Glaube, Liebe, Hoffnung, diese drei...", übrigens mein frei-gewählter Konfirmationsspruch, gründlich zu tilgen sucht.

Kurzum, Selbsthaß und Selbstbestrafung halte ich für ganz und gar nicht produktiv für das Be-Greifen dieser Welt und das menschliche Fortschreiten in ihr. Wer die eigene Hinrichtung im Kinosessel braucht, den Thrill der zweistündigen Kasteiung, bitte schön! Nur muß die Anmerkung erlaubt sein, daß die verschmutzte, die blutverschmierte Innenwelt, die sich in diesem Film in Bildern manifestiert, zu größter Sorge Anlaß gibt. Mir ist übrigens im Traum der letzten Nacht die Flucht geglückt. Meine Hinrichtung findet nicht statt.

 

 

Kampf gegen Märchen

Man muss schon genau lesen, was die CDU Biberach in der Sache Wersch/Uhl schreibt. Zunächst mal natürlich Gutes über den Bürgerheimleiter: Hans-Jürgen Dullenkopf "betonte, dass von allen Beteiligten - und somit auch von Herrn Wersch - gesehen werde, dass Herr Uhl in den letzten über 3 Jahren im Bereich der Arbeit, die sich auf die Bewohner des Bürgerheimareals bezieht, viel Gutes geleistet habe. Persönlich habe sicher kein Mitglied des Hospitalrates etwas gegen Herrn Uhl." So weit, so prima. Später folgt dann der Satz: "die Erstausstattung des Eigenkapitals sei von 7,3 Millionen DM inzwischen auf ca. 4,3 Millionen DM geschrumpft ."

Das liest sich natürlich so, als ob Uhl hier mal eben 3 Millionen Euro in den Sand gesetzt habe, weswegen man nun nach jemandem suche, der den Laden (O-Ton Wersch) "nach zeitgemäßen Managementmethoden" leite. Dullenkopf möchte dann noch "mit dem Märchen aufräumen, dass (...) Ungereimtheiten, die zweifellos beim Betrieb des Bürgerheims vorliegen, irgendetwas mit dem Hospitalverwalter zu tun haben sollen."

Ja, wie das denn? Da gehen 3 Millionen Euro ab, natürlich nicht von heute auf morgen, und niemand will will etwas davon gewusst haben? Kein EBM Loth, keine Kämmerin Leonhard, kein Hospitalrat und kein Hospitalratsvorsitzender und EBM Wersch? Da schüttelt man doch den Kopf. Wo ist die Kohle geblieben? Hat Wolfram Uhl sie auf After-Marathon-Parties verpulvert? Mit heißen Bunnies und coolem Schnee durchgebracht? Dazu schweigt Herr Dullenkopf. Natürlich nur, weil "das Verfahren schwebt".

Wenn das Geld aufgrund von Misswirtschaft verschwunden sein sollte, hätte die Aufsicht ebenso versagt wie der Heimleiter. Hätte Uhl das Geld veruntreut, was niemand behauptet, wäre er wohl längst weg vom Fenster. Manche Posten verschieben sich auch einfach durch buchhalterische Änderungen. Was erfährt man von Herrn Dullenkopf? Nichts dazu!

Da klafft also eine Riesenlücke in der Argumentation der CDU. Und je länger sie nicht mit Fakten gefüllt wird, desto näher rücken Dullenkopf und Wersch in die Nähe von Märchenerzählern. Wersch wohl zum zweiten Mal. Hatte er nicht einst seinen Führungsstil als "kooperativ und kameradschaftlich" beschrieben? Da fällt uns nach der letzten öffentlichen Hospitalratssitzung doch gleich noch ein Märchen ein. Dieses hier. (d.a. 9.2.04)

Hospitalverwalter Roland Wersch verlas am 2. Februar 2004 folgende Erklärung:

"Der Hospitalrat hat am 22. Januar 2004 - nichtöffentlich - folgenden Beschluss - einstimmig - gefasst:

1. Die Aufgaben der Heimleitung werden an einen externen Dienstleister fremdvergeben, der das Bürgerheim künftig nach zeitgemäßen Managementmethoden führt. Die Fremdvergabe umfasst alle Leitungsfunktionen, insbesondere die personellen, finanziellen, kaufmännischen und betriebswirtschaftlichen Aufgaben. Die Rechte der Organe der Hospitalstiftung werden durch die Fremdvergabe nicht berührt.

2. Die Fremdvergabe soll so schnell wie möglich erfolgen; der externe Dienstleister soll seine Tätigkeit spätestens am 1. Juni 2004 aufnehmen. Die Rechte des Hospitalrates und des Gemeinderats in Stiftungssachen bleiben durch diese Maßnahme unberührt. Hospitalrat und Hospitalverwaltung haben diese Entscheidung getroffen, weil sich das Bürgerheim inzwischen in einer sehr angespannten wirtschaftlichen Lage befindet. Der Gemeinderat in Stiftungssachen ist am 26. Januar 2004 über diese Entwicklung informiert worden; neue Aspekte haben sich dabei nicht ergeben.

Die Freistellung des Bürgerheimleiters ist am 27. Januar 2004 erfolgt. Am gleichen Tag sind die Mitglieder des Leitungsteams, die anwesenden Mitglieder des Personalrats und die Vorsitzenden des Heimbeirats informiert worden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden in einer Personalversammlung am 30. Januar 2004 über die Situation informiert. Zeitgleich mit diesen informatorischen Maßnahmen hat das Leitungsteam unter der Führung des stellvertretenden Heimleiters Reiner Schmied die Geschäfte übernommen. Wir vertrauen darauf, dass dies in der Interimszeit bis zur Entscheidung über einen externen Dienstleister eine gute Lösung für die Führung unseres Hauses ist.

Hospitalrat und Hospitalverwaltung setzen Vertrauen in die Mitarbeiterinnen und die Mitarbeiter des Bürgerheims und sind überzeugt, dass es unseren Bewohnern auch künftig im Rahmen der Möglichkeiten an nichts fehlen wird.

Gestatten Sie mir gerade in diesem Zusammenhang abschließend den Hinweis, dass die im Artikel der Schwäbischen Zeitung aufgestellte Behauptung, es werde Gewinnorientierung angestrebt, jeglicher Grundlage entbehrt. Der Hospitalrat und auch ich ganz persönlich legen wert auf die Feststellung, dass wir nach wie vor gewillt und bereit sind, im Geiste des Stiftungsgedankens Mittel für diese Einrichtung bereitzustellen. Mit Rücksicht auf das schwebende Verfahren bitte ich um Verständnis, dass eine weitergehende Stellungnahme nicht möglich ist."

 

Dem Rücktritt muss ein Kurswechsel folgen.


Der längst überfällige Rücktritt Gerhard Schröders vom Parteivorsitz der SPD und der Rücktritt von Generalsekretär Olaf Scholz trifft auf die volle Zustimmung des Juso Kreisverbandes Biberach. Die SPD befindet sich in einem äußerst desolaten Zustand. Alleine im vergangenen Jahr sind Zehntausende Mitglieder aus Enttäuschung über die neoliberale Politik der Parteiführung aus der SPD ausgetreten. Nach den verheerenden Wahlniederlagen der letzten Monate, die eindeutig auf einem Vertrauensverlust der Lohnabhängigen in die SPD als Partei der sozialen Gerechtigkeit basieren, bewegt sich die SPD weiterhin in allen wichtigen Umfragen in einem Dauertief.

Schon 1999 missbilligte der Juso-Kreisverband die Übernahme des Parteivorsitz durch Gerhard Schröder. Leider wurden unsere damaligen Befürchtungen negativer Auswirkungen auf den Umgang mit sozialdemokratischen Grundwerten bestätigt. Auch Olaf Schulz als Generalsekretär war eine personelle Fehlentscheidung. In einem offenen Brief forderten wir ihn bereits im Oktober 2003 zum Rücktritt auf.

Dem Wechsel an der Parteispitze muss nun ein radikaler Kurswechsel der SPD folgen. Es muss nun Aufgabe der SPD sein, sich entgegen dem Druck der Lobbyisten des Großkapitals, wieder als Arbeitnehmerpartei zu profilieren. Der notwendige Linksdruck muss nun im Interesse der breiten Masse der Bevölkerung erfolgen.

9. Februar 2004. David Bitrovic Vorsitzender des Juso Kreisverbandes Biberach Den offenen Brief an Olaf Scholz und weitere Artikel sind auf http://www.jusos-biberach.de zu finden.

 

Unkorrekt!

Die Bürgerinitiative Mettenberg kritisiert in einem Brief an Oberbürgermeister Thomas Fettback den Umgang der Stadtverwaltung mit den Zahlen zum heutigen Stand und zur künftigen Entwicklung des Kfz-Verkehrs in Biberach und Umgebung und nennt diesen Umgang "unkorrekt und nicht verantwortungsvoll".

Die BI Mettenberg bezieht sich dabei auf Äußerungen des Oberbürgermeisters in seinem Jahresrückblick 2003 und auf Behauptungen des Bauamts zum Entwurf des neuen Flächennutzungsplans Biberach.

Ohne Belege zu veröffentlichen, stütze sich die Stadtverwaltung auf die "Zahlen", um die Notwendigkeit des "Aufstiegs" nach Mettenberg zu behaupten. Die bisher von der Stadtverwaltung veröffentlichen Zahlen gäben aber nur das Ergebnis der letzten Verkehrszählung wieder und stellten die Prognose des beauftragten Ingenieurbüros für das Jahr 2020 dar, falls keine neue Straße gebaut werde.

Die Bürgerinitiative stellt fest, dass damit nichts ausgesagt ist, als dass heute an bestimmten Stellen in und um Biberach eine gewisse Menge Autos fährt und dass sich diese Menge bis 2020 ändern wird. Das sei alles. Eine Notwendigkeit des "Aufstiegs" lasse sich daraus nicht ableiten.

Die BI betont, dass die im letzten Sommer (2003) bekannt gewordenen "Zahlen" nicht widerlegt seien. Danach werde Biberach durch den geplanten "Aufstieg" nur ganz geringfügig entlastet, an manchen Stellen werde der Autoverkehr durch den "Aufstieg" sogar leicht zunehmen.

Eine Auswertung des Zahlenmaterials unter der Voraussetzung, dass verschiedene größere Straßen gebaut werden (Ortsumfahrung Warthausen, Nordwestumfahrung, "Aufstieg" nach Mettenberg, Wolfentalquerspange usw.), wolle der Biberacher Gemeinderat erst im Frühjahr 2004 in einer "Verkehrsklausur" vornehmen. Die Stadtverwaltung sei nicht befugt, diesen Beratungen mit unbegründeten Behauptungen vorzugreifen.

Auch die Behauptungen zur angeblichen Wirkung des "Aufstiegs" auf den Verkehr in Herrlishöfen und Mettenberg seien voreilig und nicht belegt.

Die BI Mettenberg fordert von OB Fettback einen korrekten Umgang mit dem Zahlenmaterial und Respekt vor dem Recht der Bürger auf Belege für Behauptungen und öffentliche Diskussion. Sie fordert ihn auf, sich zur Entwicklung des Verkehrs in Biberach und Umgebung erst wieder zu äußern, wenn das Zahlenmaterial ausgewertet ist und zur öffentlichen Diskussion zur Verfügung steht.

Mettenberg 16.1.04

Ts, ts, ts.

Ein Brief zu einem Kommentar im INFO-Blatt Biberach, geschrieben (der Kommentar) unter dem Titel "Schach dem ECE-Einkaufsmarkt" von Toni Ledermann (mit schickem neuem (verjüngtem!) Foto):

Ja, lieber Herr Ledermann,

was ist in Sie gefahren? Man kennt Sie gar nicht wieder! Sie als Protektionist?? Ausgerechnet Sie rufen dazu auf, ein Wirtschaftsunternehmen - das ECE Ulm - nicht zuzulassen, sondern es zu bekämpfen? Aber, aber! Warum auf einmal so kleinmütig und - vor allem - so inkonsequent? Waren Sie nicht immer für freie Entfaltung aller, die wirtschaften wollen? Glauben Sie jetzt nicht mehr, dass das allen (!) Leuten diene, die es nur nicht immer so gut wissen wie Sie?

Oder trieb Sie Biberacher Lokalpatriotismus nach dem Motto "gut ist (fast immer) nur, was in Biberach wirtschaftlich forsch daher kommt"? Aber es gilt doch: Freies Wirtschaften für alle (Jeder kann mitmachen Je-ka-mi), nur den Fortschritt nicht aufhalten - oder gilt das nicht mehr??

In früheren Kommentaren freuten Sie sich, als z.B. der "Aufstieg" nach Mettenberg und der sog. Motopark Äpfingen "weitere Hürden" nahmen. Jetzt möchten Sie selbst Hürden für das ECE errichten? Ts,ts,ts. Nicht doch!

Sie priesen den "Motopark als große Chance" und tadelten die Motopark-Gegner, dass sie die Chance nicht sehen wollten und schüttelten so offensichtlich mit dem Kopf, dass man Ihr Passfoto förmlich wackeln zu sehen glaubte - und nun sind Sie selber so blind.

Bitte, lieber Herr Ledermann, tun Sie das Ihren lieben Lesern, den Fans Ihrer "spitzen Feder" nicht an, diese Inkonsequenz, stellen Sie sich die Langeweile vor, die daraus entstehen wird, wenn das von Ihnen bekämpfte ECE nicht gebaut werden darf. Sie als Fortschrittshemmer, einer von den ewig Gestrigen, die auch überhaupt gegen gar alles sind, mitten unter denen, denen Sie sonst so schön deutlich die Leviten lesen?

Seien Sie mutig, rufen Sie frisch auf zur freien, fortschrittlichen, hemmungslosen Wirtschaft, zum Autofahren nach Ulm ins ECE und in die anderen "Giganten". Und im Gegenzug laden Sie zum fröhlichen Einkaufen der Ulmer in Biberach ein, im schönen "Bibercenter", so ungeheuer nahe an der Biberacher Altstadt, dass sie vom Bibercenter gar nicht weit mit dem Auto fahren müssen (das ist Ihre eigene Idee, wissen Sie noch?), und es ist kaum weiter entfernt vom künftigen "Motopark". An dem kommt man dann ja direkt vorbei auf der Fahrt von Ulm nach BC. Das alles fördert außer den Geschäften auch: Den Straßenbau, die Tankstellenumsätze, die Unfallstatitistik (Arbeit für Ärzte und Krankenschwestern!), die Autoreparaturwerkstätten - lassen Sie den Rubel, den Euro lustig rollen, halten Sie ihn nicht auf!

Bitte werden Sie jetzt - gerade jetzt, in dieser schwierigen Zeit, in der wir Visionäre brauchen, die den Leuten sagen, wo’s lang geht! - nicht provinziell, nicht klein kariert! Rufen Sie auf, wie bisher, zur totalen Wirtschaftsfreiheit im Interesse (auch der Biberacher) Kunden und des Fortschritts - das ist es doch, was Sie immer wollten, seien Sie f ü r das ECE Ulm und seine riesigen Chancen.

Bitte, lieber Herr Ledermann, enttäuschen Sie mich nicht! Bleiben Sie Ihren alten Prinzipien treu!

Mit freundlichem Gruß, Ihr anhänglicher Leser W. Falk, Mettenberg

15. Januar 2004

 

Patente ad absurdum

Ursprünglich waren Patente dazu da, den Schöpfer einer erfinderischen Leistung davor zu schützen, dass andere den Nutzen von seiner Leistung haben. In letzter Zeit aber werden beispielsweise Pflanzen aus dem Urwald patentiert und Konzerne reservieren sich die Kommerzialisierung von Extrakten aus diesen Pflanzen. Oder allgemein übliches, wie beispielsweise die Verwendung von KfZ-Kürzeln, kann patentiert werden, nur weil noch nie jemand auf die Idee gekommen war, solche Banalitäten patentieren zu lassen. Hier wird nicht Erfindungsreichtum belohnt, sondern Skrupellosigkeit.

Das Schlimme daran ist, dass Patentanwälte und die Patentämter da mitmachen und dafür auch noch staatliche Zuschüsse dazu abgerufen werden können.

Es ist beachtlich, dass die Schwäbische Zeitung Herrn Hermann zu einem Interview bewegen konnte. Nach so einer Untat hätte ich mich verkrochen oder in die Südsee abgesetzt. Hat Herr Hermann sich in in den letzten Tagen nicht im Internet umgelesen, und festgestellt, dass sich noch nie so eine geballte Wut gegen einen Abzocker gerichtet hat, wie in seinem Fall?

Mangelndes Unrechtsbewusstsein ist zwar eine weit verbreitete Untugend. Aber dass er im SZ-Interview an seiner abstrusen Idee festhält, bei Menschen abzukassieren, denen er keine Leistung erbringt, zeugt von einer gnadenlosen Ungeniertheit. Dass er von Anwälten und Patentanwälten darin unterstützt wird, braucht nicht zu verwundern. Dies sind die einzigen, die an diesem Skandal verdienen. Der Patentgedanke wird ad absurdum geführt.

Johannes Angele, Reinstetten (27.10.03)

 

Papatutu - Gelungen, und doch...

Es gibt Dinge, die können einem Kritiker den Genuss eines Theaterabends wenn nicht gänzlich verderben so doch stark beeinträchtigen. Dazu gehört unter anderem ein unguter Sitzplatz, von dem aus man zwar brauchbar sehen aber nur schlecht fotografieren kann.

Dann auch: dass man einen Freund aus der Ferne mitgeschleift hat, von dem man nicht weiß, ob er ein solches Event goutiert, das natürlich auch davon lebt, dass man Gesichter auf der Bühne sieht, die man kennt. Der Fremde aber kennt sie nicht und daher entgeht ihm ein Teil des Spaßes.

So erging es dem Kritiker, der bis zur Pause (wegen der Fotos) wie auf Kohlen saß und sich in diesem Punkt erst nach der Pause und Sitzplatzwechsel etwas entspannen konnte. Entspannung aber gab es auch, weil dem Gast der Abend gefiel. Nicht nur wegen des so sehr bunt gemischten Publikums, in dem sich weiße, gelbliche und schwarze Hautfarbe ebenso mischte wie es rustikale Dörfler und feinsinnige Städter taten.

Ein Spaß war es offensichtlich für alle, wenn sich auch manche wegen der dem Nestroy-Stück aufgepfroften politischen Aspekte (es ging eben auch um den amerikanischen Imperialismus) etwas irritiert gezeigt haben mochten.

Neu war die große Zahl an Frauenrollen. Die Männer hatten allerdings die Hauptparts. Versprecher und Hänger gab es wie gewohnt, aber die gehören einfach dazu, sorgen für klamaukige Heiterkeit und erhöhen das Vergnügen eher als dass sie es schmälern.

Das Original des Stückes ist dem Kritiker nicht bekannt, es lässt sich also auch nicht bewerten, ob man ihm gerecht wurde und wie sehr die aktuell-politische Dimension andere Aspekte verdrängt hat. Das Stück wirkte aber jedenfalls aus einem Guss.

Die Musikeinlagen waren gut und häufig (dafür mitunter recht kurz und manchmal kam der Text nicht deutlich genug rüber), was nur den irritieren konnte, der vergaß, dass es sich um eine musikalische Komödie handelte.

Dennoch: Es schien, als hätten die früheren Aufführungen der Truppe, die auf Wieland-Vorgaben basierten, vielleicht etwas mehr Vielfalt gehabt als dieses Südseespektakel, das ganz wesentlich von einem Thema, dem fröhlichen Kannibalismus bestimmt war.

Vielleicht aber täuscht da auch die Erinnerung. Natürlich ist es so, dass ein Stück mit Biberacher Bezügen - weil doppeldeutig - für den Ortskundigen immer mehr transportiert, als ein anderes.

Der fremde Gast brachte das, was die tolle Gesamtleistung ausmacht, auf den Punkt: "Bei uns im Welzheimer Wald gibt es auch Laientheater. Aber eben Bauerntheater. So etwas wie hier gibt es da nicht." Und dieses Lob war nicht nur den Schauspielern sondern vor allem auch dem Autor und Regisseur Peter Schmid und seinem fröhlichen Stück mit Anspruch geschuldet.

Dierk Andresen, 12. Oktober 2003

 

Grausiger Gedanke

Man stelle sich nur einen Moment lang vor, man wäre auf Weberberg.de als einzige Lokalzeitung angewiesen. Grausig, gell? Da gäbe es monatelang keine Sportberichterstattung, dann plötzlich wäre die nicht besonders beeindruckende Kickertruppe eines insolventen Vereins das Thema Nr. 1, herzerweichend begründet damit, man wolle den jungen Spielern in ihrer schwierigen Situation beistehen. Das macht man dann mit Dutzenden von Fotos aus Biberachs Partyszene.

Neue Saison, neuer Ansatz. Zwar startet man auch hier mit einem Foto der Mannschaft und von einigen Spielern, was löblich ist, denn der Verein hat keine eigene Website mehr, aber zu Spielergebnissen herrscht Funkstille.

Jetzt taucht aus dem Nichts eine Damenvolleyballmannschaft auf. OK, die Damen sind (waren?) erfolgreich, haben sich in die Zweite Bundesliga hochgekämpft. Das ist natürlich schon einen Bericht wert. Aber Weberberg.de bringt gleich die volle Palette: Spielerinnenfotos, Tabellenlink, Vereinslinks, Sportpresse und so weiter und so fort, während die Vereinswebsite zu dieser Abteilung vor sich hin dümpelt.

Je nach Lust und Laune der Redaktion gibt es zu einem Wochenende mal zehn Beiträge, dann nur einen. Und wo der Weberberg.de-"Reporter" auftaucht, ist offenbar so unberechenbar wie die Windrichtungen. Nein, eine solche Beliebigkeit möchte man sich dann doch nicht täglich antun.

Natürlich hat Weberberg.de seine Verdienste. Das Stadtmarketing könnte sich hier eine dicke Scheibe abschneiden und mit diesem Pfund - gerade beim Profilierungsversuch als "Stadt der Sprache" - wuchern. Englischer Stadtrundgang, französische historische Dokumente, vielleicht der beliebteste Türkischkurs, den es in Deutschland online gibt, all dieses könnte sich auch die Stadt als Ruhmesblatt anheften, denn es ist auf ihrem Boden gewachsen.

Aber dennoch ist die Website ein Wechselbalg. Mal präsentiert sie sich als ehrenamtliches Riesenprojekt, dann wieder biedert sie sich beim lokalen Einzelhandel als Werbeträger an. Letzteres zu Recht, muss man zähneknirschend sagen, denn kein Onlinemedium der Stadt erreicht so viele Menschen quer durch die Altersgruppen. Jetzt aber gibt es hier glücklicherweise eine Art Flurbereinigung: Das neue Portal BC-regional.de überzeugt mit einem wesentlich professionelleren Layout und vielen Zusatzdiensten, von denen Weberberg.de nur träumen kann. (Gästebuch und Forum hat man bei ‚Biberachs Website' ja schon lange ausgelagert.)

Und wer steckt eigentlich hinter dem Projekt Weberberg.de mit seiner - glaubt man den Einträgen im Gästebuch - riesigen Redaktion? Sicher, es werden immer mal wieder Mitarbeiter genannt, Zuträger von Informationen, Texten und Bildern. Aber letztlich kann man sich an zehn Fingern abzählen, welche beiden Hände die oft an Tippfehlern reichen Texte ins Keyboard hacken.

Weberberg.de als Tageszeitung? Nein, danke! Als tägliche Lektüre allerdings schon. Denn wenn man sich über Verkehrskreisel und Brunnen nicht mehr ärgern mag, dann hat man hier wenigstens etwas, das man immer brauchen kann: ein Hassobjekt, das sich immer wieder als solches bewährt.

Citoyen X., 1. Oktober 2003

 

Am schönsten ist's, zu Haus zu sein

Wohl an die hundert Darsteller, die jüngsten kaum fünf Jahre alt, wirken im "Dschungelbuch" mit, einem Schützentheater-Musical-Mix, der gestern in der Stadthalle uraufgeführt wurde. Unter der Regie des Sängers, Fotografen und Ex-SchwäZ-Redakteurs Gunther Dahinten wird Rudyard Kiplings Jungle Book zu einer - wie es sich fürs Kindertheater gehört - netten Erzählung von Freundschaft und Liebe, die - wie sich's fürs Kindertheater gehört - endet mit: am schönsten ist's zu Haus zu sein.

Zuvor pirouettiert ein ziemlich hauteng angezogenes Ballettfräulein, hübsch anzusehn, doch ganz allein. Die Schlange Ka war auch noch da, mit Stöckelschuh und blondem Haar. Das Bein durft' neckisch sie herzeigen, das sollt' wohl Weiblichkeit erweisen. Wer hat eigentlich diese Schlangenverkleidung designed ???

Balu ist witzig, wie auch die Elefantenkompanie, wenngleich mir altem Pazifisten der Soldatenberuf doch allzu niedlich dargestellt scheint. Das war schon sehr weit weg von Counterstrike, passt aber, das Stück ist ab fünf Jahren zu empfehlen.

Was Gunther Dahinten dem erwachsenen Teil des Publikums mit diesem Werk vermitteln wollte, blieb jedoch durchaus verborgen. Die tiefe Vertrautheit des langjährigen Lokalpaparazzo und Kulturredakteurs mit der kulturellen Klasse unserer großen Kreisstadt, die den eigenen Nachwuchs mal wieder auf der Bühne sah, ermöglicht manchen Hintersinn, den ein Reig'schmecktr kaum zu beurteilen vermag.

An manchen Stellen wirkt das Stück doch sehr auf das Selbstdarstellungsbedürfnis einer örtlichen Ballettschule zugeschnitten, gelegentlich - das Reh - unter großzügigem Verzicht auf jeden Handlungsstrang.

Mit 26 Euro für ein Kind plus erwachsener Begleitperson ist der Eintritt nicht ganz billig. In einer ersten Umfrage unter Grundschülern zeigten sich jüngere Jahrgänge deutlich stärker beeindruckt als etwa Viertklässler.

Fazit: Auch für die Jüngsten geeignete Darbietung. (heidi, 29. September 2003)

Das Große Jaulen

Da macht Weberberg.de mal 1-2 Tage Pause und schon hebt das große, höhnische Jaulen an. "Gibt es in Biberach nichts neues mehr? Oder hat es die Weberbergredaktion nicht mehr nötig aktuelle Themen zum besten zu geben da das Regiofenster eh zu macht? Das finde ich schon ziemlich peinlich!!!" schreibt irgendein "Heinz" im Gästebuch. Und das zu einer Zeit, in der Weberberg.de aktueller denn ja berichtet hat. Schon seltsam, diese Attitüde. Leute, die klaglos darüber hinwegsehen, dass sich bei Regiofenster am Wochenende nichts tut, dass auf der Biberacher SZon-Seite zwischen Samstagmorgen und Montagmorgen Sendepause ist erwarten von Weberberg.de wesentlich mehr. Gratis frei Haus geliefert. Das ist bemerkenswert - und erfreulich. Denn es belegt, dass man von Weberberg.de einfach mehr erwartet. Natürlich kann Weberberg.de nicht mit einer Lokalredaktion mithalten. Natürlich beziehen sich die "Meldungen" in der Berg Zeitung oft genug auf Weberberg.de selbst. Aber einer Biberachkolumne, die mitunter dreimal oder viermal am Tag ein Update sieht, vorzuwerfen, sie sei weniger aktuell als andere Medien, ist schon bizarr.

Die Weberbergler sollten endlich das Gästebuch abknippsen, hinter deren Anonymität sich so viele verstecken können. Wer nicht zu seiner eigenen Meinung steht, sollte anderen nicht vorwerfen, dass sie eine haben, die ihnen nicht passt. Wenn etwas "ziemlich peinlich" ist, dann leider nur zu oft die anonyme Meinung der Weberberg.de-Kritiker. Weberberg.de hat Mängel, zeigt oft große Schwächen, ist für viele eine Designkatastrofe und wird trotzdem immer wieder und - wenn man den Zahlen glauben kann - immer häufiger besucht. Biberach wäre ärmer ohne Weberberg.de. Aber wer so etwas schreibt, darf auf eines rechnen: Auf das Große Jaulen.

Composmentis, 15. Juni 2003

 

Bringen wir's hinter uns!

Nun gehen also demnächst bei Regiofenster-BC die Lichter aus. Das Kind der Kreissparkasse und der Schwäbischen Zeitung hat wohl in Biberach nicht auf eigenen Beinen stehen können. Schade. Der tägliche Blick auf Regiofenster und Meldungen wie "Ortsverwaltung Bronnen geschlossen", "Wohnung in Eberhardzell zu vermieten" oder "Straßenarbeiten in Oberholzheim" war für viele Kult. Jetzt bleibt also Weberberg.de als großes Infoportal für Biberach übrig. Und auch das ist bedauerlich. Mit über 100.000 monatlichen Page Views prahlen die Macher im April. Der "Erfolg" ist nicht verwunderlich. Scharlatane und Rattenfänger haben schon immer eine große Klientel gefunden. Jetzt folgen nach den endlosen Stufenfestbildern - über deren Peinlichkeit später noch mehr zu sagen sein wird - Bilder vom FH Ball. Es gibt also wohl keine Hochzeit, auf der die Weberberg.de-Redaktion nicht zu tanzen versucht. Kein Beinbruch! könnte man sagen, wenn man es nicht besser wüsste.

 

Das Möchtegernportal für Biberach rühmt sich einer besonderen "Errungenschaft" - eines lebhaften Gästebuchs. Sicher, über 900 Einträge in 22 Monaten zeugen von einem gewissen Interesse. Aber was als Gästebuch firmiert, ist nichts als ein schlecht organisiertes Forum, in dem jeder Anonymus Hetze und Verunglimpfungen über angesehene BürgerInnen und Institutionen dieser Stadt bis zum Abwinken verbreiten darf.

 

Aber schauen wir einmal auf die "jugendfreundliche" Seite von Weberberg.de. Da gibt es Stufenfestphotos, wie es sie auch auf Regiofenster-BC.de gibt (nur dort ohne die überflüssigen und gänzlich dämlichen Kommentare wie sie Weberberg.de so liebt), da gibt es eine äußerst peinliche "Zoig dr Schlü"-Aktion und eine sogenannte Photosatire aus der Jugendszene unter dem ominösen und geschmacklosen Kürzel CZKZ. Im "Gästebuch" von Weberberg.de findet sich wenig Kritik daran. Das erstaunt. Sind hier Filter eingebaut, die das verhindern? Denn wenn man sich durch andere Biberacher Gästebüchern klickt, wird nur zu deutlich, was Biberachs Jugend von den Weberberg.de-Aktivitäten in ihrem Revier hält. Wir zitieren von Kingbo.org: "...Nur weil n alter Mann nicht einsehen will, dass es auch noch andere kreative Köpfe gibt, die vielleicht nicht immer seiner Meinung sind, versucht er mit billigen Wortspielen und zweifelhaften Bildkreationen seinen notorischen Drang nach Jugendlichkeit und Anerkennung innerhalb der Jugend zu befriedigen". Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen.

Glücklicherweise ist das Thema "Schwarze Szene" inzwischen ein wenig in den Hintergrund getreten. Die heftigen Angriffe, denen sich die Weberberg.de-"Redaktion" in dem Zusammenhang ausgesetzt sah, haben eines bewiesen: Die Redaktion hat eine Beißhemmung, schluckt auch noch jeden so abstrusen Vorwurf. Eines aber hat die Redaktion nicht: eine Schleimhemmung. Wie sonst erklärt sich die Tatsache, dass Weberberg.de inzwischen mit einer der informativsten Seiten zum Thema "Gothics" antritt. Eine bessere Seite, die auch das sammelt, was Soziologen und Anthropologen wissenschaftlich zum Thema herausgefunden haben, dürfte sich schwer finden lassen. Nur schade, dass sie in einem solchen Umfeld steht und schade auch, dass die Motivation dahinter offensichtlich nur eine Triebkraft hatte: Zwanghaftes Sichanbiedern bei einem Teil der Jugendszene.

Nein, es wird Zeit, dass Weberberg.de dem Regiofenster in den Orkus nachfolgt. Oder, noch besser, wenn es endlich das tut, was ja offensichtlich immer schon angestrebt war: Regiofenster einzuholen, ja zu überholen. Dann könnte Weberberg.de schon vor Ende Juno schließen und ganz Biberach könnte sich auf ein unbeschwertes Schützenfest freuen, bei dem man nicht befürchten muss, dass einem an jeder Straßenecke ein manischer Paparazzo auflauert.

Sicher, Weberberg.de hatte seine guten Momente, hat über manches informiert, was sonst unter den Tisch gefallen wäre. Aber eine Website, die sich offenbar mehr und mehr mit sich selbst beschäftigt, ist gänzlich überflüssig und verschmutzt den Cyberspace. Wenn eine Kehrwoche angesagt ist, dann fange man hier an!

Citoyen X, 15. Mai 2003

 

 

Verschlossenes Archiv

„Das Schützenfest-Archiv, das sich derzeit an dreiverschiedenen Stellen befindet, soll gesichtet, bearbeitet und an einemzentralen Platz zusammengelegt werden. Zu dieser umfangreichen Arbeit wird einTeam zusammengestellt, das sich um die Ausführung und auch um ein zentralesLager bemühen wird.“

Diese Meldung vom 27. Dezember 2002 ließ mich aufhorchen. Eben dieses Archiv, Historikern, Zeitungsleuten und Lehramtskandidaten bisher ohne Hindernisse zugänglich, blieb mir trotz zweimaligen Anklopfens verschlossen. Und das kam so: Bei Recherchen zur – bis zum heutigen Tag großenteils totgeschwiegenen – Geschichte Biberachs im Dritten Reich stolperte ich auc hüber das fröhliche Miteinander von Nazi-Regime und Schützenfest. Schriftliche Anträge, diesbezügliche Unterlagen im Schützenfest-Archiv einsehen und gegebenenfalls verwerten zu dürfen, wurden von der Vorstandschaft der Schützendirektion „aus Gründen des Urheberrechtsschutzes“ abschlägig beschieden. Vielleicht auch wegen meiner Bemerkung, dass Koleschs und Graupners „detaillierte, exakte und umfassende Information“ (O-Ton Bott) im Schützenfestbuch für den Zeitraum von 1933 bis 1939 dringend ergänzt und korrigiert werden müsste. Frage an den Ersten Vorsitzenden der Schützendirektion: Sollen Verse wie „Mögen allzeit fröhlich wehen Hitlerfahnen auf den Höh’n, dann wirst du auch fortbestehen: Schützenfest, so stolz und schön!“ für immer den Biberachern vorenthalten bleiben?
Hans Stefan Wax , 17. Januar 2002

 

Es geht auch fair, Kompliment Herr Fettback

Der öffentliche Dienst, vielgescholten, verteufelt und mit üblen Vorurteilen behaftet tut sich schwer in unserer Gesellschaft. Und jetzt hat es dieser öffentliche Dienst, mit Hilfe seiner Interessensvertretung ver.di (der ich nicht angehöre), doch tatsächlich geschafft eine angepasste und angemessene Lohnerhöhung durchzusetzen. Dies ist im Übrigen ein urdemokratischer Prozess, der in unserer Gesellschaft auch so anerkannt werden sollte. Damit tun sich jedoch bestimmte Personen wie z. B. Herr Schneider seines Zeichens Landrat des Landkreises Biberach sehr schwer. Nicht nur, dass dieser Abschluß bei vorgenanntem Herrn auf wenig Gegenliebe stößt (warum eigentlich?), er kündigt im selben Atemzug auch mindestens 8 Stellenstreichungen an. Dies verwundert umso mehr, wo doch im Haushalt eine Lohnsteigerung von 2,5 Prozent einkalkuliert worden ist. Am Rande stellt sich hierbei auch die Frage, ob Herr Schneider Stellen streicht - oder der Kreistag? Vielleicht hat mancher Politiker aber auch den Blick für die Realität eines normalen Bediensteten im öffentlichen Dienst verloren. Dies ist bei so vielen Aufgaben, wie Abgeordneter des Baden-Württembergischen Landtages, Aufsichtsratsvorsitzender der Landkreis Kliniken Biberach, Aufsichtsratsvorsitzender der Biberacher Nahverkehrsgesellschaft mbH, Aufsichtsratsvorsitzender der "Öchsle"-AG, Verwaltungsratsvorsitzender der Kreissparkasse Biberach, Aufsichtsrat der EnBW Regional AG, Beiratsmitglied der EnBW Service-GmbH, Beiratsmitglied der EGVS, Stellv. Verwaltungsratsmitglied der Landesbank Baden-Württemberg, Aufsichtsratsmitglied LEG .... und übrigens auch Landrat ja durchaus verständlich. Aber es geht auch anders, Herr Fettback Oberbürgermeister der Stadt Biberach hat mit seinem Gemeinderat ebenfalls 2,5 % Lohnsteigerung bereits eingeplant und die Stadt Biberach muß keine Stellen abbauen. Im Gegenteil Herr Fettback setzt sogar auf zufriedene und motivierte Mitarbeiter. Kompliment Herr Fettback, Sie scheinen nicht nur gut rechnen und gut haushalten zu können, auch Ihre Führungsqualitäten im Hinblick auf die Mitarbeiter der Stadtverwaltung überzeugen. Beide Beurteilungen zeugen von unterschiedlichem gesellschaftlichem Bewußtsein und Demokratieverständnis. Es ist nicht Aufgabe der Tarifpolitik Haushaltsprobleme zu lösen. Das Tarifergebnis ruiniert auch nicht die öffentlichen Haushalte, sondern hat sich an den berechtigten Belangen der Bediensteten im öffentlichen Dienst orientiert, wie dies auch der neutrale Schlichterspruch dokumentiert.

13. Januar 2003: Thomas Maier, Biberach

Absurde Erbsenzählerei

Zugegeben: Mit dem neuen Layout hat Weberberg.de gewonnen. Jeden Tag zwei neue - mitunter erfrischend originell - Fotos aus dem Biberacher Alltag, das hat was. Die Filmfestspielseiten vermitteln nicht nur einen lebendigen Eindruck vom Fest, sondern sind auch gut kommentiert und nicht einfach als lieblose Klick-Klick-Klick-Ausbeute ins Netz gestellt. Und sie sind Gesprächstthema. Der kleine Einblick in Biberachs samstägliche Nachtszene ist immerhin amüsant. (Er könnte allerdings mehr Kommentierung vertragen.) Immer mal wieder ist die Berg Zeitung erstaunlich aktuell. Und zeitlos peinlich, wenn sie sich mal wieder selbst feiert. Was etwa sollen diese ewigen triumphierenden Verweise auf ein ominöses Alexa-Ranking? Mag ja sein, dass Weberberg.de deutlich vor den anderen Biberacher Websites liegt. Aber ist das nachprüfbar? Und wenn? Was will man damit beweisen? Und vor allem wem?

Weberberg.de sollte sich lieber an seine eigentliche Bestimmung erinnern, wenn die jemals ernst gemeint war: Biberach den NeubürgerInnen nahe zu bringen, Dinge zu veröffentlichen, die es sonst nicht zu lesen gäbe, den Bibern ein Forum zu bieten usw.

Die lange vernachlässigte Abteilung ProLoG zur Lokalgeschichte hat mit neuen Einträgen zur Webergeschichte, zum Lager Lindele, zu Klaus Leupolz und den Filmfestspielen deutlich mehr Profil bekommen. Das ist verdienstvoll und hier weiter zu arbeiten, würde sich sicher lohnen. Ist aber wohl inzwischen zuviel verlangt.

Denn womit beschäftigen sich die Berg Zeitungs "Redaktion" und der Rest der Chaos Truppe aus dem "Künstlerviertel" Weberberg offenbar hauptsächlich? Mit dümmlicher Alexa-Erbsenzählerei! Mögen sich alle (Noch)Freunde von Weberberg.de - falls es solche jemals wirklich gab! - diesem meinem Appell anschließen: Zurück zu der eigentlichen Funktion dieser Website! Schluss mit dem Alexa-Blödsinn! (Es langt doch nun wirklich, die wirklich beeindruckenden und seriös erfassten Zugriffszahlen von Strato immer mal wieder zu veröffentlichen, wie unlängst - endlich! - geschehen. Zumindest, wenn diese nicht auch manipuliert sind.)

In letzter Zeit hat Weberberg.de ja deutlich neue Stärken gezeigt: Das Konzept, offen für die Mitarbeit von Bürgern zu sein, beginnt zu greifen, das beweisen die sich mehrenden Beiträge von Menschen, die offenbar nicht der Redaktion angehören. Und es finden sich Firmen, die dieses ganz eigene Biberacher Projekt sponsern. Bravo! Hierzu ein "Weiter so!", wenn es nicht zu spät ist.

Denn langsam wird es Zeit, diese Redaktion abzusetzen. Weberberg.de, an das man sich zähneknrischend irgendwie gewöhnt hat wie an den unsäglichen Esel, die Website, der man bei allem Schwachsinn letztlich einen gewissen (sicher äußerst begrenzten!) Respekt zollen muss, ist dann doch irgendwie zu schade, um von diesen Leuten ruiniert zu werden. Und wenn dies nicht freiwillig gehen, eine Empfehlung an die zählgeile Redaktion: Nenne sie sich doch www.alexa-bc.de. Dann ist wenigstens klar, was aus den Machern des einst ambitionierten Weberberg.de leider geworden ist! Die Gossensprache hat ein Wort dafür. Es beginnt mit W...

Citoyen X., (11. November 2002)

Danke!

Wir erinnern uns natürlich noch zu gut an die bedrückende Zeit des Sommers 2001 während des Schützenfestes. Wir erinnern uns an die Alkoholexzesse dieser Zeit, die von einer Menge und Intensität waren, wie viele von uns es noch nicht erlebt haben. Die Biber lagen fast alle danieder. Jeden Tag der traurige Blick auf die Flaschen, die langsam immer leerer wurden. Das Bild des Jammerns änderte sich dann aber, als wir an den Bildschirmen unserer Computer noch schrecklicheres erleben mussten, als das, was wir in unserer Region sahen. Eine neue Website, gut gemeint, aber damals noch fast bar an Inhalt.

Weberberg.de hätte es schon im Gemeindebrief geschrieben, wenn es denn einen solchen für die wachsende Fangemeinde gäbe: Wäre eine solche Website wie bei uns in anderen Städten unseres Landes zu finden, würden die einwohner dort dankbar Freudentänze aufführen dafür, dass überhaupt solche Inhalte verfügbar sind, wenn auch weniger als erhofft. Auch das muss man eben einmal bedenken. Und auch dies muss gesagt sein: Wenn die Weberberg.de-LeserInnen wieder einmal über fehlende Fotos oder zerbrochene Links jammern, dann jammern sie auf hohem Niveau.

So muss man all das, was wir in diesem Jahr auf Weberberg.de erlebt haben, sehr relativ sehen und dürfen nicht vorschnell in trübsinnige Gedanken verfallen. Es bleibt dabei: wir dürfen heute wirklich dankbar sein für all das, was uns Weberberg.de in unserem Lebensraum hier gegeben hat. Es gibt für uns keinen Grund für Traurigkeit, sondern wir dürfen und sollen zutiefst dankbar sein angesichts einer Website, die trotz aller Unkenrufe um vieles besser ist, als die Menschen es in unserer Region je gehabt haben.

Die Dankbarkeit zum Erntedankfest muss uns nicht im Halse stecken bleiben, wir dürfen sie laut äußern und uns freuen und fröhlich sein. Danken wir also, dass es uns so gut geht, danken wir dafür, dass wir so gesegnet sind, dass wir uns über mangelnde Information und Unterhaltung keine Sorgen machen müssen. Solcher Dank stünde uns gut zu Gesicht. Nicht nur heute am Erntedanktag, sondern eigentlich jeden Tag.

Allezeit haben wir Grund, der Redaktion ein Lobopfer darzubringen, ihr mit unseren Worten auf der Zunge, aber auch im Herzen zu zeigen, dass sie es ist, die uns reich macht, die uns Freude schenkt, die uns Hoffnung auch in Zeiten macht, die dann nicht so rosig sind, weil das Lebensgefühl durch mindere Portale bedroht ist. Wie sagte ein Leser? "Bei Weberberg.de weiß ich, dass ich nicht verloren gehe, ich weiß, dass ich Geborgenheit und Halt habe über vieles hinaus, was mein Leben ausmacht." So ist das Erntedankfest auch Lob der Schöpfer dieser Website. Es ist das Lob einer Kraft, die uns nach vorne schauen lässt auf viele weitere interessante Webseiten.
Quasimodo Genitiv (Erntedank 2002)

Verdient gemacht: Weberberg.de

Sonntag also sind Wahlen. Und Weberberg.de hatte zu ihrem Boykott aufgerufen. Hatte. Denn der Aufruf ist offenbar sang- und klanglos in der Versenkung verschwunden. Das erstaunt nicht, denn die Sigmaringer Gerichtsentscheidung lässt hoffen, dass die Ziele des Boykottaufrufs auch anders erreicht werden.
Aber hatten die Weberbergler ihren Aufruf, nicht zur Wahl zu gehen, wirklich ernst gemeint? Ja und nein, darf man vermuten. Kaum eine Leserin oder ein Leser wird ernsthaft daran gedacht haben, seine Stimme am kommenden Sonntag wegen einer unsinnigen Vergnügungssteuersatzung in den Papierkorb zu werfen. Aber der Boykottaufruf machte den Zweiflern letztlich bewusst, dass ihre Stimme einen Wert hat. So kann man den Weberberglern - ob sie diesen Effekt beabsichtigt haben oder nicht - auf die Schulter klopfen. Sie haben bewirkt, dass sich Biberacher Gedanken machen über eine der wenigen Mitwirkungsmöglichkeiten, die sie in unserem Staat haben. Und vielleicht jetzt zu einer Wahl gehen, die ihnen möglicherweise vorher nicht so wichtig war.
Fazit: Der Aufruf zum Wahlboykott war überzogen und hirnrissig. Aber mit ihm hat sich Weberberg.de um unser Gemeinwesen verdient gemacht.
Composmentis, 16. September 2002


Peinlicher Polit-Patzer


Da spielt sich jetzt also „Biberachs Website“ (wie sie sich in schöner Hybris nennt) zum Oberzensor der Beschlüsse des Gemeinderates auf, zum Richter über ein von Bürgerinnen und Bürgern gewähltes und – dem Himmel sei Dank! – nicht von Weberberg.de eingesetztes Gremium. Und ruft obendrein zum Wahlboykott auf. Und worum geht es den Herrschaften? Um billigeren Striptease und erschwinglicheres Pornokino an der Riß! Peinlicher kann man wohl seinen „Anspruch“, für demokratischere Verhältnisse in Biberach zu sorgen, nicht verraten. Natürlich ist die Höhe der Vergnügungssteuer für Rotlichtlokale hier hoch, astronomisch hoch, absurd hoch sogar. Aber rechtfertigt das einen Aufruf, die Bundestagswahl zu boykottieren? Eine Wahl, bei der es immerhin um so fundamental gegensätzliche Positionen wie die von Gerhard Schroeder und Edmund Stoiber geht? Um eine Richtungswahl, eine Schicksalswahl also? Mitnichten! Die Steuer trifft ohnehin kaum jemanden; das einzige Etablissement, das dadurch abgewürgt wird, gehört keinem Biberacher, keinem Oberschwaben, nicht einmal einem Deutschen, sondern einem Italiener, der sich halt vorher hätte überlegen sollen, ob er wirklich hier im Herzen Oberschwabens eine multikulturelle Truppe die Garderobe ablegen lassen möchte. Von einer „erdrosselnden Wirkung“ spricht man bei der Auswirkung überzogener Steuern. Die erdrosselt, wenn überhaupt, hier etwas, das bei uns keine Luft zum Atmen verdient hat. Amsel, Drossel, Fink und Star und nicht nur die Biberachs Spatzen aber pfeifen es von den Dächern: Hier hat ‚Biberachs Website’ überzogen. Soll doch die Weberberg.de-Redaktion ihre Sehnsucht nach nacktem, tanzendem Fleisch anderswo stillen. Möglichst weit weg von Biberach – und diese ihre Website bitte gleich mitnehmen und dort fachgerecht entsorgen! Citoyen X. (Ende August 2002)

Excalibur meint:

"Dieser Herr Andresen zieht ziemlich über Euch her. Ihr seit zwar die schlechtesten Grafiker die ich kenne, Andresen hat jedoch überhaupt keine Ahnung. Ich finde es gut, dass ihr alle Links zu weberberg.de gelöscht habt. Diese Seite braucht wirklich kein Mensch." (13. 8. 02 im Forum von Regiofenster-BC.de)

*  *  *

Weberberg.de - Leider (noch) nicht ganz dicht!


Ja, du liabes Herrgöttle von Biberach! sind die Weberbergler jetzt vollends übergeschnappt? Da pinkelt man ringsum allen und jedem ans Bein und dann tritt mal einer zurück und man stimmt ein Gejaule an, dass die Trommelfelle an der Riß nur so zittern. Demnächst wird die Berg Zeitungs (???) Redaktion noch die "Zensur!!"-Keule aus der 68er-Mottenkiste holen und eine Demonstration auf dem Holzmarkt vor der Redaktionsstube von Regiofenster-BC veranstalten, natürlich unter Beteiligung der üblichen Verdächtigen, bloß weil Regiofenster-BC alle Links zu dieser Website (oder Nervsite?) gekappt hat. Da bereits seit einiger Zeit anderswo in der Region zu Recht Mitarbeitern einer größeren Anstalt der Zugriff auf Weberberg.de verunmöglicht worden sein soll, kann man davon ausgehen, dass am Weberberg bereits ein "Märtyrer-Kompetenzteam" aufgebaut wird, dass demnächst mit einer der üblichen peinlichen Billigkampagnen beekannt gemacht wird.

Bei dem Gedanken wird einem jetzt schon schlecht, weil so viel Borniertheit und Arroganz kaum mehr erträglich sind. Wahrscheinlich glauben diese durchweg ungelernten(!), "Journalisten" vom Weberberg, die mit ihrem ungelenken Deutsch "Biberachs meiste Website" (sic!) betreiben, allen Ernstes, dass ihnen das neu eröffnete "Weisser Turm" eigentlich ein sechsgängiges Menü dafür schuldet, dass auf Weberberg.de zu lesen ist, dass die Website des Nobelrestaurants von seiner Startseite aus auf McDonald's verlinkt. Oder dass die KSK mal eben ein prall gefülltes Nummernkonto rüberwachsen lassen müsste, dafür dass Weberberg sich nicht nur öffentlich Gedanken über die monatlichen Verluste von Regiofenster-BC macht, sondern auch noch so perfide war, in so ziemlich allen Suchmaschinen dieser Welt den Suchbegriff "Biberach Portal" mit der Antwort Weberberg.de vollzumüllen. Die Galle könnte einem hochkommen.

Natürlich ist es den Weberberglern, die im sicheren Zentrum unserer schönen Großen Kreisstadt ihre Website mit der Layout-Anmutung (besser: Zumutung!) einer mittelmäßigen Schülerzeitung betreiben, egal, ob in Bronnen der Wasserdruck um 0,1 Bar erhöht wird. Aber für die Durchschnittsleser von Regiofenster-BC, vielleicht die kinderlose Witwe aus dem Illertal, der ihr Garten das Einzige ist, was ihr noch verblieben ist, vielleicht den ökologisch orientierten Hauptschullehrer, ist eine solche Meldung auf der Titelseite von Regiofenster tatsächlich "news they can use", wenn sie wieder zum Gartenschlauch greifen. Und eben nicht irgendeine Meldung über ein verbessertes "Ranking" von Weberberg.de bei Alexa, einer Suchmaschine, die keiner kennt und die den seriösen Charme einer Briefkastenfirma auf den Bahamas hat, weswegen sich offenbar Weberberg.de auch so gerne ihre "Daten" bedient.

Nein, wenn es ein Portal zuviel gibt in Biberach, dann ist das Weberberg.de! Ein Blick auf das heutige Regiofenster dürfte alle Kritiker und Zweifler davon überzeugen. Denn während Weberberg.de mal wieder mit einer seiner üblichen Jaul-, Maul- und Eigenlob-"Meldungen" aufmacht, erfahren die Regiofenster-LeserInnen, dass die Gemeinde Eberhardzell ab 1.9.2002 eine Erzieherin für den Regelkindergarten sucht. (Es handelt sich um eine geringfügige Beschäftigung.) Und nicht nur solche für Biberacher durchaus relevanten Informationen (denn wer ginge nicht gerne einer geringfügigen Beschäftigung im so schön gelegenen Eberhardzell nach?) finden sich auf einer Seite, nein, die LeserInnen werden auch noch mit einem hübschen Farbbild vom Eberhardzeller Gemeindewappen belohnt. Und immer mal wieder lächelt einen dass allseits bekannte und beliebte, herzige Regiofenster-Mskottchen ViBi an!

Regiofenster erweist sich mehr und mehr als ein Konzept, das Ideen hat! Weberberg.de kämpft mit seinem "Szenefoto-Kompetenzteam" verzweifelt um die so heiß ersehnten "eyeballs". Dass diese Truppe durchweg aus Männern über 50 (sowas von out!) besteht, wird von den Weberberglern gerne verschwiegen. Dass die Galerie an Schützenbildern, die diese Leute zusammengeknippst haben, offenbar ein totaler Flopp war, zeigt sich daran, dass man justament auf der Schützenbilderseite vorsichtshalber keinen sichtbaren Zähler angebracht hat. Auf der eher peinlichen als lustigen "Fotodokumentation: Was ist bloß los mit Biberach?" dagegen prangt einer in seiner ganzen manipulierten Pracht von über 1000 Klicks im ersten Monat. Regiofenster dagegen setzt jetzt klugerweise bei seinen Fotoreportagen auf das bewährte Kool.de-Konzept: Arbeiten mit jungen, unverbrauchten Kräften, die den Lohn für ihre Arbeit eher in der Arbeit selbst sehen und weniger im schnöden Geld. Dass dieses Konzept aufgeht, weiß jeder Familienvater, der samstags die Schwäbische durchblättert und immer wieder feststellt, dass die Sprösslinge die Kool.de-Seite schon längst herausgerissen haben und sie mit glühenden Wangen im verriegelten Kinderzimmer studieren. Kein Wunder, denn diese Seite wird von Jugendlichen für Jugendliche gemacht. Koste es nicht, was es solle.

Weberberg.de go (endlich) home! möchte man rufen. Aber was kann das schon in Zeiten des Cyberspace heißen? Auf Schritt und Tritt wird man diesem nervigsten Produkt des Medienzeitalters immer wieder begegnen, wenn es um Biberach geht. Ach, wäre es nicht schön gewesen, Regiofenster-BC hätte den Laden aufgekauft und dann gleich dichtgemacht? Möglich wäre das wohl gewesen, denn für Geld tut diese "Redaktion" offenbar alles, wie die neue Abteilung Weberberg.de/commerce vermuten lässt.

Citoyen X., August 2002

 

Und hier weitere Meinungsbeiträge.