Wir in Biberach (1):

Ein Fischemann, der Fleisch verkauft: Michael Koch

Beginnen wir unsere Serie mit Porträts von Biberachern und Biberachern saisongemäß dort, wo sich derzeit alles trifft: auf dem Christkindles-Markt. Und beginnen wir mit einem Ur-Biber - mit Michael Koch, im Jahre 1976 im Sternzeichen der Fische geboren.

Als er sein Abitur an der Gebhard-Müller-Schule ablegte, hatte er bereits reichlich Welterfahrung, denn die neunte Klasse absolvierte er in Charlotte in Florida als Austauschschüler. Danach folgte das BWL-Studium an der BA in Ravensburg und die Ausbildung zum Fleischer. Fleischer? Und das aus einem Schwabenmund? "Metzger heißt das Berufsbild offiziell nur noch in Bayern," klärt uns Michael Koch auf. Jetzt leitet er die Metzgerei Koch - und seit drei Jahren auch den Biberacher Schlachthof - zusammen mit seinem Vater Eugen.

Aber zwischen Ausbildung und Einstieg in den Betrieb gab es noch eine Zeit der Wanderschaft, als er in Osnabrück, Neustadt an der Aisch und für ein Vierteljahr wieder einmal in den USA, im pennsylvanischen Honesdale, Erfahrungen in der Branche sammelte. Seine amerikanischen Kontakte wurden übrigens später zu einem Hit für das Biberacher Stadtmarketing, den im Jahre 2002 machte eine amerikanische Touristengruppe auf ihrer Weihnachtsmärktetour durch Europa nicht nur in Salzburg, München, Rothenburg o.d.T. und anderen auch jenseits des großen Teichs bekannten Städten Halt, sondern auch in Biberach an der Riß. (Weberberg berichtete darüber.)

Und in Honesdale denkt man mittlerweile darüber nach, Knabberfleisch auf Weihnachtsmärkten einzuführen. Im letzten Jahr an Schützen suchte man noch nach einem passenden englischen Namen. Also ist Michael Koch auch im Biberacher Ideenexport tätig.

Der Herr über Lenden und Leberkäs, beschäftigt etwa 55 Vollzeitangestellte in seinem Betrieb und findet dennoch Zeit für seine Hobbys. Da ist einmal das Laufen. "Ich jogge lieber allein, da kann ich mein Tempo selbst bestimmen," sagt der Individualist, zu dessen Freizeitbeschäftigungen auch das Jagen gehört. Beim seinem dritten Hobby ist eher der Kopf gefordert. Ungarisch zählt zu den schwierigsten Sprachen und das lernt er in der Volkshochschule. Den passenden Hund dazu hat er: Lola, einen Magyar Viszla. Ob er mit dem Ungarisch spricht, haben wir vergessen zu fragen. Nicht aber, was ihm denn von den an seinem Stand angebotenen Gerichten am besten schmeckt. "Ich habe Knabberfleisch und Quickies am liebsten," sagt er und lacht dabei schalkhaft so, als ob er er etwas Hintersinniges im Kopf hat...

"Wir in Biberach" (2):
Die Drei von der Stadthalle

"Wir in Biberach" (3):
Die Fastenbrezelbäcker

Wir in Biberach (4)
Karl-Heinz Freudigmann

 

   

 

6. Dezember 2003


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