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Loth, Martin (Erster Bürgermeister
und Hospitalmogul noch bis 31. Juli 2002) P.S.: Einer der Söhne des BM bekundete uns gegenüber, ihm seien nur zwei Brüder bekannt. Hmmmm. Auf der Website der Biberacher CDU (Kreistag), auf der man den Volksvertreter auch noch ein wenig verjüngt hat, ist allerdings von vier Söhnen die Rede. Hier - in Auszügen - der Originaltext der Seite: Martin Loth Weiß die CDU-Fraktion da mehr als der eigene Sohn? Gibt es da - Wow! - einen Recherchebedarf, dessen Ergebnis den schwäbisch-biederen Leiter des Finanz- und Wirtschaftsdezernats in die Klasse von Boris Becker und Mick Jagger katapultieren könnte? Wir bleiben dran! Monate später: Inzwischen ist wieder alles in Ordnung (?). Der überzählige Sohn ist verschwunden und der BM um ein Jahr gealtert. So kann's geh'n! Für das OB-Amt hat M. Loth noch nicht kandidiert. Also muss wieder jemand anderes unter dem Hospitalmogul dienen. Pech! 8. Dezember 2001 9 Tage später: Am 17. Dezember 2001 gab Weberberg.de den für den 21. Juli 2002 bevorstehenden Abgang von Martin Loth bekannt - vor allen anderen Biberacher Medien! (s.a. Gästebuch) Für OB Fettback dürfte dies das schönste Weihnachtsgeschenk sein. Dass OB und EMB nicht sonderlich gut miteinander können, ist kein Geheimnis. Und dass Loth sich in den 16 Jahren seiner Amtszeit weiß Gott nicht nur Freunde gemacht hat, lässt sich der dezenten Andeutung in dem "Sprachlos" titulierten Beitrag von SZ-Chefredakteur Gunther Dahinten entnehmen. Dort heißt es: "Wenn man weiß, wie betroffen er 1994 war, als ein Viertel der Gemeinderäte nicht für ihn als den einzigen Kandidaten stimmte (zu einem Teil aber "nur" aus parteipoltitischen Gründen), wird deutlich, wie sensibel bis empfindlich Loth reagieren kann. Und das, obwohl man weiß, dass er selbst durchaus harsch sein kann." Mit uns war er das allerdings nie, weswegen wir ihm auch ungetrübt alles Gute für die neuen Aufgaben wünschen. Dass der EBM mit seinem Abgang schon voll die Pension kassieren kann, wird ja wohl kaum heißen, dass er ab Juli '02 in den Ruhestand geht.* Inzwischen ist die Sache spannend geworden. OB Fettback, gestärkt durch ca. 73% WählerInnenzustimmung hat beschlossen, den EBM-Posten zu streichen und das Zeugs selber zu machen, was ja der Stadtkasse ein bisschen Geld spart. Ob er damit durchkommt, wird sich weisen. Im Gemeinderat hat er ja keine 73% hinter sich. Zudem braucht er 16 der 31 Gemeinderatsstimmen. Um was für eine Mehrheit es sich dabei handelt, kann vielleicht (!) diese Website verraten. Unser Boulevardreporter Kai Piranha berichtete:.
Jetzt allerdings verliert Loth auch noch den in BC überaus wichtigen Posten als Chef des Hospitals, denn der Gemeinderat in Stiftungsfragen hat sich für eine "interne Lösung" ausgesprochen, also für eine Leitung, die der Stadtverwaltung angehört, was Loth ab 1. August 2002 nicht mehr tut. Er wird bald also nicht mehr Herr über das Bürgerheim, den Ochsenhauser Hof und all die vielen Häuser, Grundstücke und Wälder des Hospitals sein, die diesem Posten so viel Einfluss im Ort verschaffen. Freiwillig ging er diesmal nicht. Im "Hospitalrat", bzw. im größeren "Gemeindrat in Stiftungsfragen", wurde abgestimmt und Loth unterlag offenbar bei den GR-Mitgliedern. Neuer Hospital-Chef und neuer mächtiger Mann in BC hätte zum 1. August 2002 Baubürgermeister Julius Ogertschnig werden können, aber der Gemeinderat hat der Stadtverwaltung einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Loth-Stelle des Ersten Bürgermeisters sollte nämlich gestrichen, die Aufgaben sollten neu verteilt werden. Dazu wäre die Mehrheit der Stimmen des Gemeinderats nötig gewesen (abwesende Mitglieder mitgezählt). Statt 16 Ja-Stimmen gab es aber nach einer halbstündigen Sitzungsunterbrechung nur 15. Viele Stunden intensiver Diskussionen, viel Arbeit an Entwürfen (Fettback: "Die Papiere füllen 1,5 Leitz Ordner.") waren damit für die Katz. Durch das Ergebnis dieses zweistündigen Abstimmungskrimis (niemand wusste, wie die Abstimmung ausgehen würde) wurden die Anträge (SPD-Gemeinderat Krug zu ihnen am Rande der Sitzung: "Hinterfotzig und perfide") von UB und CDU hinfällig, die sich gegen die Trennung von Wirtschaftsförderung und Liegenschaftsamt richteten. Die hätten nämlich mit wohl sicherer Mehrheit auch noch ein positives Votum des Gemeinderates zur Änderung der Hauptsatzung mit der Neugliederung der Dezernate zunichte machen können, denn für Baubürgermeister Ogertschnig gab es ein Junktim zwischen dieser Ämtertrennung und seiner Bereitschaft, das mit neuen Kompetenzen ausgestattetete Dezernat zu führen. Für die CDU bedeutet das Abstimmungsergebnis eine neue Chance, denn die Stelle des Ersten Bürgermeisters wird nun "umgehend ausgeschrieben" (Fettback). Biberachs SPD-OB könnte also schon bald einen neuen CDU-EBM an seiner Seite haben. Ob er mit dem besser zurecht kommt als mit Loth wird sich weisen. Der hatte ihn offenbar nur zu oft schlecht informiert. Fettback beklagte nämlich in der heutigen GR-Sitzung, dass er in den letzten acht Jahren lieber früher in Entscheidungsprozesse einbezogen worden wäre und versprach sich von der Neugliederung der Dezernate nicht nur eine finanzielle sondern auch eine arbeitstechnische Entlastung. Rechenschwache Schüler übrigens können aus dieser Gemeinderatsssitzung Hoffnung schöpfen: Rechenergebnisse sind relativ. Während sich die Stadtverwaltung von der angestrebten Reform Ersparnisse von 140 000 Euro versprach, rechnete Weberberg.de-Leser Tom Abele (CDU-Stadtverbandsvorsitzender) dagegen, dass diese durch andererseits entstehende 165 000 Euro Mehrkosten wieder aufgefressen würden. Offen ist nun wieder, wer den Hospital ab 1. August 2002
leiten wird. OB Fettback selbst? Doch noch Ogertschnig? Kulturchef Biege?
Hauptamtsleiter Joachim Simon? Oder eben der neue Erste Bürgermeister?
Das bleibt spannend. Loth kommt jedenfalls nicht in Frage. Pech. Schon
den Aufsichtsratsvorsitz der neuen e.wa riss hatte Loth nicht bekommen.
Dahinten: "Die Entscheidung fiel für den Oberbürgermeister, obwohl
man sich in fachlicher Sicht auch den Ersten Bürgermeister mit diesem
Profil hätte vorstellen können." Kommunalpolitik kann also recht spannend sein. Ob sie, wenn die "Liste Weberberg.de" steht, bei der nächsten Gemeinderatswahl noch spannender wird, muss man abwarten. Einen Mangel an Gefühlen bei den vorausgegangenen Beratungen beklagte CDU-GR Dullenkopf und machte gleich den Schuldigen aus - OB Fettback. Dullenkopf O-Ton über die Beratungen: "Der OB ist schuld, dass es nicht zu einer Emotionalisierung kam." :FDP-Gemeinderat Christoph Funk provozierte Heiterkeit in der heutigen Sitzung. Als während seiner Rede allzuviel Gemurmel laut wurde, fragte er vernehmlich: "Störe ich?" Die Antwort kam prompt: "Ja!" rief jemand aus dem Gremium. Heiterkeit im Saale.
21. November 2002 |