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Romane Holderried Kaesdorf
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Sehr nette Frau, Biberachs bedeutendste Künstlerin
und derzeit Deutschlands bedeutendste Zeichnerin (FAZ). 1922 geboren
in Biberach 1942-44 Radier- und Zeichenklasse an der Akademie
der Bildenden Künste in Stuttgart. Lebt und arbeitet in Biberach
und ist samstags öfter im Vienna
anzutreffen und oft auch in der Stadtbücherei.
Einst mit Julius
Kaesdorf (1914-1993) vermählt.
Für sie gab es ein großes
Symposion im Braith-Mali-Museum
am 17. Mai 2002. Ganz selbstverständlich war das nicht, denn
lange Jahre über wurde ihr Werk in Biberach - gelinde gesagt
- nicht gewürdigt. Verwunderlich? Lesen Sie unseren Beitrag
zur Kunst in Biberach.
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| Übrigens:
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Was schreibt die Presse über ihre Bilder?
Lassen wir einmal Jörg
Nolle sprechen: "Auch wenn die Bildsprache vom knappen
Strich und vom lakonischen Witz der Frau lebt, die da den Stift
führt. Es sind vor allem die Arbeiten von Romane Holderried-Kaesdorf
in der Doppelausstellung mit ihrem Mann Julius Kaesdorf, die einen
regelrecht in eine Interpretationsfalle laufen lassen. Wir sehen:
groteske Figuren, grad weg aus der Kandel entnommen beim allfälligen
Verrichten des Geschäfts, das wir Schwaben Kehrwoch'
nennen. Es sind Frauen mit dem Kittelschurz um den Leib oder dem
Handtäschle am Arm. Wir müssten sie eigentlich gut kennen, diese
meine Damen. Dann hilft die Karikaturistin
ja auch noch, in dem sie nicht nur Titel vergibt, sondern kleine
Texte, Kommentare einbaut. Und doch: Sie macht's uns schwer: "Sammlerinnen
zusammengestellt" lautet eine dieser Bemerkungen, und wir hätten's,
da schon mal an der Nase geführt, halt doch deutlicher, eben eindeutig.
Die Künstlerin unter den Karikaturistinnen gibt uns aber nix als
Rätsel auf. Sammeln die zwei Damen Männer, wie die danebengestellten
Geschlechterzeichen vermuten lassen? Oder doch erst mal den Fummel
zum Aufbrezeln, um überhaupt an die Männer ranzukommen? Dann beim
Bild nebenan, das da als Aufschrift trägt "Die Sängerinnen": Wenn
diese Ver-Zeichnung je auf einem von der Künstlerin erlebten Vortragsabend
basiert, dann muss das ein grausamer Liedvortrag gewesen sein.
Sozusagen ihr Kommentar zum bösen Bibelspruch: Das Weib schweige
in der Gemeinde! Aber vielleicht ist das wieder nur eine männnliche
Sicht der Fleisch-gewordenen Dinge und finden Frauen sich liebevollst
wiedergegeben im Komik-Kosmos der Holderried-Kaesdorf. Hier jedenfalls
gibt's echte Kopfnüsse zu knacken. Noch selten war das Bilderenträtseln
dabei so lustvoll-lustig."
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| Karikatur, Herr Nolle? |
| Laut DUDEN ist eine Karikatur eine "Zeichnung o.ä. die
durch satirische Hervorhebung bestimmter charakteristischer
Züge einer Person, eine Sache o. ein Geschehen der Lächerlichkeit
preisgibt." Das ist dann wohl doch nicht der richtige Begriff
für die Zeichnungen von Romane Holderried Kaesdorf, gell?
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| Hier steht mehr: bei Wissen.de |
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Und im Tagesspiegel lesen wir: "Die Versuchsanordnung
läßt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. "Übung: Auf eine
Schnur beißen" steht da in krakeliger Schrift auf weißem Grund.
Und damit auch ja nichts schief läuft, führen drei Figuren vor,
wie es korrekterweise funktioniert, das Auf-die-Schnur-Beißen
in seiner ursprünglichsten Form. Ist eigentlich ganz einfach:
Man nimmt eine Schnur zwischen die Zähne - und beißt zu. Die Urheberin
dieses merkwürdigen Exerzitiums, die Malerin und Zeichnerin Romane
Holderried Kaesdorf, schert sich nicht um aktuelle Trends der
Kunstszene. Ihr Thema ist der Mensch, und das geht nun schon seit
fünfzig Jahren so. Geboren wurde Holderried Kaesdorf 1922 im schwäbischen
Biberach, wo sie noch heute ansässig ist. Das notwendige Rüstzeug
erwarb sich die Künstlerin in einem Kurzstudium an der Stuttgarter
Kunstakademie während des Zweiten Weltkrieges. Von einer nationalsozialistischen
Indoktrinierung, die sie dort erfahren haben könnte, ist indessen
nichts zu spüren. Ein Selbstporträt aus dem Jahr 1946 zeigt sie
als Halbfigur im Gegenlicht, eine dunkle, düster dreinschauende
Gestalt im roten Pullover, kein Zweifel: eine Davongekommene.
Später widmet sie sich vor allem der Zeichnung; auch ihre Ölgemälde,
von denen die Neue Gesellschaft für Bildende Kunst in ihrer Galerie
in der Oranienstraße derzeit eine Auswahl präsentiert, sind davon
bestimmt. In ihren Darstellungen beschränkt sie sich auf Umrißlinien,
die sich nicht selten zu grotesken Ornamenten verselbständigen.
In Bildern wie etwa "Der eine tanzt, der andere hat den Helm auf
dem Kopf" (1969) oder "Zwei Frauen mit ihren Möbeln halten den
Fuß mit der Hand" (1993) sieht man den Menschen in körperlichen
Verrenkungen, die so unmöglich sind, daß es nahe liegt, sie als
geistige zu verstehen. "Drei männliche Figuren halten ihre Fingerspitzen
aneinander" oder "Nur Blumen in Vasen dürfen bei der Begrüßung
angestoßen werden", Holderried Kaesdorf kritisiert nicht bestehende
soziale Konventionen, sie erfindet kurzerhand neue. Freilich nur,
um dadurch die Originale um so deutlicher mit Spott zu überschütten.
Das hat manchmal durchaus beengende Qualitäten. Da demonstriert
eine Frau dem geneigten Betrachter "wie man ein kleines Brett
mit einer Hand hält". Und nicht nur das, auch "wie man ein kleines
Brett mit zwei Händen hält" wird einem bedeutet. So und nicht
anders soll es sein, das - so fordert es die Künstlerin - muß
man sich merken. Deshalb trägt das Ölgemälde von 1990 auch den
Titel "Merkblatt". Sicher: Holderried Kaesdorfs Bilder sind Mitteilungen
aus einer Parallelwelt. Man kann sich nur wünschen, daß sie mit
der realen nichts zu tun haben. Darauf hoffen sollte man nicht."
Dies schreibt Ulrich
Clewing.
Und auf der Webseite der Kunsthalle Würth
in Schwäbisch Hall iist zu lesen: "Romane Holderried-Kaesdorf
kritisiert die bestehenden sozialen Konventionen nicht, sie erfindet
kurzerhand neue, um dadurch die Originale umso deutlicher mit
Spott zu überschütten. Etwa, wenn sie ihre Frauendarstellungen
mit Kommentaren und Titeln wie »Daumen richtig stellen« versieht."
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Der Kunstverein Heilbronn
schreibt dies: "In ihren Zeichnungen und Bildern konzentriert
sich Romane Holderried Kaesdorf auf die Darstellung von Personen
und alltäglichen Gegenständen, mit denen sich diese Personen beschäftigen
oder zu denen sie in Beziehung gesetzt sind. Stets mit klarem und
kraftvollem Strich gezeichnet, versinken sie in ihr Tun. Dabei geht
es um einfache, gewohnte, unspektakuläre Handlungen, die auch um
Haaresbreite an der Normalität vorbeizielen können. In dieser Spanne
bewegen sich die Bildmotive Romane Holderried Kaesdorfs. Sie zeigt
darin die Freiheit des Tuns einer "notorisch Sesshaften", wie sich
die Künstlerin selbst bezeichnet. Im Zentrum der Handlung stehen
die Hände. Auf sie richtet sich die größte zeichnerische Sorgfalt.
Bei den Akteuren selbst kommt es nicht darauf an, eine bestimmte
Person zu porträtieren. Vielmehr geht es um eine konzeptuelle Reduktion
und Konzentration auf die Handlung. Ihr Werk vermittelt das Glück
des konzentrierten "Bei-sich-Seins", es schlägt Kapriolen ins Absurde
und stellt nicht zuletzt subversiv Fragen nach dem Wesen der Kunst.
So ist die zentrale Frage des 20. Jh. nach der Erfahrung des Subjekts
lakonisch in kleiner Szene dargestellt. Dabei hat das Alltägliche
keine symbolische Bedeutung. Ganz entschieden geht es um die Beschäftigung
mit der Existenz, die ihren Ausdruck im "Tun" findet. Die Aktualität
der Arbeiten Romane Holderried Kaesdorfs liegt in dieser, durch
existentialistische Erfahrungen geprägten, Fragehaltung. "
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Mit
zwölf Zeichnungen ist Romane Holderried Kaesdorf in der Galerie
des 20. Jahrhunderts im Braith-Mali-Museum
vertreten. Und natürlich ist auch Julius
Kaesdorf hier zu finden. "Julius Kaesdorf war Jurist
und Maler, Poet und Philosoph. Er malte zurückhaltende poetische
Bilder. In kleinem Format finden sich Figuren, Brustbilder, Gestelle,
Wegheilige und Engel, Landschaften und Architekturen. Julius Kaesdorf
lebte von 1914 - 1993. 1989 wurde ihm der Oberschwäbische Kunstpreis,
zusammen mit seiner Frau, Romane Holderried Kaesdorf, verliehen."
heißt es auf Baienfurt.de
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- Diese Künstler haben sie ebenfalls
in ihren ersten Jahren beeinflusst, bevor sie sich ganz für
die Zeichnung entschied:
Paula
Modersohn-Becker
Oskar Kokoschka
Auch Elemente der Art
brut sind bei ihr zu finden. Und noch etwas:
Hielten nicht auch die gotischen Heiligenfiguren immer etwas
in der Hand? Genau so, wie die Frauen in den Bildern von Romane
Holderried Kaesdorf? Schauen Sie sich
das mal im Vergleich an.
Dann gäbe es da noch die Frage nach dem wichtigen Unterschied
von Zeichnung und Karikatur.
Aber das ist ein anderes Kapitel.
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Das Weberberg.de-Interview
mit
Romane Holderried Kaesdorf
>>>
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Vortrag "Die
Spielräume der Romane Holderried Kaesdorf"
von Prof. Dr. Annegret
Jürgens-Kirchhoff, Professorin für Kunstgeschichte in Tübingen >>>
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"Von den Fischer
un syne Fru" - Märchen von Philipp Otto
Runge, illustriert von Romane Holderried Kaesdorf
(1972, Broschek Verlag; Hamburg)
Hier einige Bildproben
und eine plattdeutsche Version des Märchens.
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Als Beispiele hier einige frühe Bilder
aus den Jahren 1947 - 1962. >>>
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Und hier ein paar Ausstellungsplakate
- geistvoll, witzig und für Biberacher damals vielleicht
etwas zu schwierig. >>>>
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Falls Sie weitere
Quellen im WWW kennen oder finden, die wir hier erwähnen
sollten, bitte mailen
Sie uns an.
Wir möchten, dass Biberachs größte Künstlerin
auch im WWW angemessen gewürdigt wird.
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In
diesem Haus in der Zwingergasse 16 befand sich später die
Kanzlei der Kaesdorfs. Derzeit steht das Haus leer. Eigentümer
ist die Stadt, die hier Vorratshaltung betreibt. Könnte ja
mal sein, dass ein Amt ausweichen muss.
Hier weitere Daten zu ihrem Leben: 1949-1954
lebte Romane Holderried Kaesdorf in Stuttgart, nach 1966 hat sie
nur noch gezeichnet. 1958 erhielt sie den Oberschwäbischen Kunstpreis
Jugend, "Die Fähre", Saulgau, 1985 den Hans-Molfenter-Förderpreis,
Stuttgart, 1989 den Oberschwäbischen Kunstpreis, Oberschwäbische
Elektrizitätswerke, zusammen mit Julius Kaesdorf, 1991 den Hans-Thoma-Preis
des Landes Baden-Württemberg. 2002 wurde sie zum Ehrenmitglied
des Baden-Württembergischen Künstlerbundes ernannt..
- Und was kosten ihre Bilder heute so? Hier
steht's.
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31. Mai 2002
ABC-Home
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