Wenn zwei dasselbe tun, ist es noch lange
nicht dasselbe...oder der schiefe Turm von Biberach
So oder ähnlich hätten die Gedanken der
Gemeinderäte sein können, als sie kürzlich über das ehemalige Lidl-Gelände in
der Hans-Liebherr-Straße entschieden haben. Die zwei, das sind in diesen Fall
zum einen die Shell- und zum anderen die Jet-Tankstelle. Was haben die beiden
gemeinsam? Im Prinzip dasselbe: beide wollen bzw. wollten expandieren, beide
wollen/wollten die Autofahrer schnell und möglichst ohne Wartezeiten zufrieden
stellen. Die Lösung dafür bieten schlicht mehr Zapfsäulen. Die Shell-Tankstelle
wollte dies schon vor ein paar Jahren in der Waldseer Straße in die Tat
umsetzen. Dieser Plan scheiterte jedoch am Gemeinderat, der diesen ablehnte, mit
der Begründung, dass Tankstellen dieser Dimension in Mischgebieten jetzt und
auch zukünftig nicht erwünscht seien. Was wir ja alle noch verstehen, denn
schließlich wohnen ja auch Menschen dort. Wer hat es schon gern, wenn täglich
weit über 500 Autos quasi vor der Haustüre tanken?
So weit, so gut, die
Shell-Tankstelle hatte das Nachsehen und ist in die Leipziger Staße
ausgesiedelt.
| Vor kurzem jedoch die positive Nachricht des Gemeinderats an die Jet-Tankstelle: sie darf erweitern. Eine 100%-ige Steigerung von acht auf 16 Zapfsäulen. Das ist ja toll, könnte man meinen, stärkt das doch auch die Wirtschaft! Aber - und wie sollen wir das nun verstehen - in einem Mischgebiet. Ein Paradoxon. Gestern nein, heute ja. Diese Tankstellen-Tatsache ist den Biberachern kaum bekannt und sollte zumindest für die umliegenden Bewohner von Interesse sein. Das Vorhaben ist genehmigt und es wird ein täglicher Durchlauf von bis zu 600 Fahrzeugen vorhergesagt. Eine Zahl, die sich in Wirklichkeit der 1000-Marke annähern wird. | ![]() Kontrovers: noch klein, bald groß? |
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| Geplantes Vergrößerungsareal |
Zum Schluss noch ein "kleines" Problem, das geographisch gesehen gleich daneben liegt und meterhoch in den Himmel ragt. Das Liebherr-Hochhaus. Das Dach neigt sich und das Stahlgerüst der Balkone oxidiert zu Kies. Bevor es einstürzt, sollte es vielleicht abgerissen werden. Zumindest sollte für die Bewohner eine neue Bleibe gefunden werden. Dann kann auch das Haus stehen bleiben. Als schiefer Turm eine neue Sehenswürdigkeit darstellen. Bringt eventuell Touristen und stärkt die Wirtschaft...

Baufällig, aber schön?