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| Über den Atlantik zum Weihnachtseinkauf
nach Biberach |
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| Für viele der Amerikaner, die
Anfang Dezember 2002 im Rathausfoyer von OB Thomas Fettback begrüßt
wurden, stand Biberach bisher wohl allenfalls in einer Reihe mit
Meckenbeuren und Durlesbach. Dass sie es jetzt in einem Atemzug
mit Salzburg, München und Rothenburg ob der Tauber nennen, ist nicht
zuletzt dem Biberacher Michael Koch zu verdanken. |
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| "Das sind doch alles Deutsche,"
dachte man vor einem halben Jahr auf dem Biberacher Tourist Info
Büro, als die Teilnehmerliste einer amerikanischen Reisegruppe eintraf,
die für die Zeit des Weihnachtsmarktes einen zweitägigen Aufenthalt
an der Riß gebucht hatte. Namen wie Bertha oder Erika ließen das
vermuten. In der Tat sprachen waren einige der Amerikanerinnnen
und Amerikaner deutscher Abstammung oder Herkunft. Ihre Reise führt
sie auf Weihnachtsmärkte in Österreich und Deutschland. Jeweils
zwei Tagen sind für den Besuch der Märkte in Salzburg, München,
Ulm, Stuttgart und Rothenburg vorgesehen. |
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Dass Biberach mit zu den Aufenthalten zählt,
ist Michael Koch geschuldet. Der Biberacher Metzgersohn absolvierte
vor gut zwei Jahren in Honesdale (Pennsylvania) ein Praktikum
bei einer Metzgerei mit angeschlossenem Restaurant, um sowohl
für seine berufliche Erfahrung, wie für seine Englischkenntnisse
etwas zu tun. Drei Monate verbrachte er im "The Alpine Inn",
einem Haus mit einem sehr guten Namen in der Region, das sich
im Untertitel "The Wurst & Meat House" nennt. Betrieben wird
es von Klaus und Ingrid Eifert, die 1960 in die USA auswanderten.
Und ihnen gab Michael Koch den Tipp mit dem Biberacher Christkindlmarkt
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. Auch der Reiseleiter, Werner Dürr, hat
deutsche Wurzeln. Er stammt aus Meersburg. Seit der gelernte
Schreiner und Berufsschullehrer pensioniert ist, organisiert
er Reisen, mal nach Asien, häufiger nach Deutschland. "Man muss
schon glauben ans Christkind, wenn man 14000 Kilometer zum Einkaufen
fliegt, scherzte er.
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| Oberbürgermeister Thomas Fettback
ließ es sich nicht nehmen, die Gruppe zu empfangen. Im Rathausfoyer
gab es Sekt und Orangensaft von der Stadt, Häppchen von der Metzgerei
Koch. Auf diese Teilung wies der OB hin, nachdem er den Gästen erklärt
hatte, was das Besondere an Biberach sei ("das Wertkonservative
und das Gemeinschaftsgefühl in einer Stadt, der es nach wie vor
gut geht") und dabei auch die Simultankirche St. Martin erwähnte,
deren lange Geschichte ebenso großes Erstauen ("Wow!") hervorrief,
wie die Erwähnung der getrennten katholischen und evangelischen
Stromzähler beim Publikum für reichlich Heiterkeit sorgte. Siegfried
Brunner, Leiter des Marktes, pries dann die professionellen Marktbetreiber
und erläuterte die Biberacher Christkindl-Tradition. Wird man nach
dem Besuch so vieler Weihnachtsmärkte ihrer nicht überdrüssig? Das
war bei keinem der befragten Gäste so. |
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Und wie schneidet Biberach im Vergleich mit
den anderen Städten ab? "In München war es einfach zu voll,
man kam kaum vorwärts," sagte eine Dame. Und der aus Syrien
stammende William Shahwan (s. Bild) fand es einfach herzerwärmend,
hier die vielen Krippen zu sehen. In seiner neuen Heimatstadt
New York habe man sie fast gänzlich aus den Weihnachtsauslagen
verbannt. "Da will man halt alle Kunden kriegen und da muss
das Christkind dann dran glauben," seufzt er.
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Für die Gäste hat sich der Abstecher nach
Biberach also nicht nur wegen des Überraschungsempfangs im Rathaus
gelohnt. Die Stadt Biberach kann sich freuen, dass einem strahlenden
Michael Koch mehrfach gedankt wurde an diesem Abend, er also
Erfolg hatte - mit seinem ganz privaten Stadtmarketing.
© Dierk Andresen, www.weberberg.de 2002
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City
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