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Was geht in dem kranken Hirn von dem Typ
eigentlich vor? Was hat der für eine Denke? Hier steht's.
"Journalist zu sein ist gleichsam
Stil und Lebenseinstellung. Es ist eine Art und Weise des
Denkens, Protest gegen allgemeine Wertvorstellungen und
eine friedliche Auseinandersetzung mit Tabus der Gesellschaft.
Es ist keine gemeinsame Weltanschauung, es gibt kein gemeinsames
Ziel und auch steckt keinerlei Religion oder Politik dahinter.
Jeder Journalist hat seine eigene Motivation, sich der Szene
zugehörig zu fühlen und für einen jeden bedeutet sie im
Endeffekt etwas anderes. Jeder einzelne versteht sie sogar
anders, aber dennoch gibt es etwas, was sie verbindet. So
haben viele von ihnen einen ausgeprägten schwarzen Humor
und einen Faible für das Kaputte und Krankhafte. Viele bringen
mit ihrer echten oder geschauspielerten Selbstdestruktivität
die Rolle des gequälten Märtyrers fast bis zur Perfektion,
aber keines dieser Merkmale erklärt auch nur im Geringsten,
was es bedeutet, Journalist zu sein.
Die Journalisten-Treffs von früher gibt
es zwar immer noch, aber in anderer Form. Menschen, die
vom rein äußerlichen her aus den unterschiedlichsten Sparten
kommen, treffen sich und es entsteht eine Atmosphäre, die
früher unmöglich gewesen wäre. Denn schon längst hat eine
Trennung stattgefunden. Die Trennung des Äußerlichen vom
Inneren. Während es früher undenkbar gewesen wäre, daß ein
"normaler" Mensch sich zum Journalisten outet, ist es heute
eher die Regel. Denn wie schon so oft erwähnt: Journalismus
ist eine Einstellungssache und das äußere Erscheinen ist
lediglich eine Ausdrucksform, nicht mehr und nicht weniger.
Und sich ausdrücken oder outen will halt nicht jeder. Suum
cuique."
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