Fremdalk

Fremdalk ist ein Wort, das Biberachs Gastronomen auf die Palme treibt. Durch - meist in Rucksäcken - mitgebrachte Getränke entgehen den Biberacher Wirtsleuten vor allem an Schützen beträchtliche Einnahmen. Auch die Schützendirektion sieht Fremdalk nicht gerne und plant, im Jahre 2003 mit Plakaten an die Schützengäste zu appellieren, das Mitbringen von Getränken zu unterlassen. Es ist natürlich nicht nur der Preisunterschied, der zum Fremdalkproblem führt, sondern auch die gelegentlich riesigen Menschentrauben, die sich vor den Ausschankorten bilden. Der Griff in den Rucksack führt da schneller zum Durstlöscher.

Die Schützendirektion ist bei dem Thema Getränkepreise immer in der Defensive, da ihr gerne Allmacht angedichtet wird. So, als ob sie den Wirten vorschreiben könne, für wiviele Euros sie ihren Stoff verkaufen. Zwar kann die Schützendirektion die Wirte um mäßige Preise bitten, aber das war's denn auch schon.

Bei Veranstltungen im Abdera stellt sich das Problem ähnlich, aber da gibt es Türsteher, die die Sache unter Kontrolle haben. Das wiederum belebt das Geschäft der Aral-Tanke (ehemals BP-Tanke), an der sich in warmen Nächten schon mal an die 200 Leute versammeln, bevor es dann auf eine der kostenpflichtigen Partylocations geht. Natürlich wird an der Tanke, da es dort sonst ja auch wenig zu tun gibt, viel gebechert. "Vorglühgen" ist hier der Fachausdruck.

Da an der Tanke auch viel geraucht wird, überwiegend Zigaretten übrigens, ist es nur eine Frage der Zeit, bevor es durch die Kombination von achtlos weggeworfener Kippe und ausgelaufenem Benzin zu einer größeren Katastrophe kommt.

Langjährige Bewohner der Stadt sagen, dass das Fremdalkproblem hausgemacht sei. Vor Jahren habe man die Kneipen früher geschlossen, um der Lärmbelästigung an Schützen Herr zu werden. Ergebnnis: Die Leute wollten weiter Party machen und brachten sich ihre Vorräte selber mit. Einmal eingespielt, war von der Sache schlecht zu lassen.

Für das Jahr 2004 hoffen Schützadirektion, Stadt und Polizei die Sache dadurch in den Griff zu bekommen, dass der Transport von Alkohol in den Schützabussen unterbunden werden soll. Diese Entscheidung wurde in weiten kreisen der jugendlichen Bevölkerung mit ungläubigem entsetzen aufgenommen.

Weberberg.de hat sich 2003 so seine eigenen Gedanken zum Thema Anti-Fremdalk-Kampagne gemacht und stellte die Ergebnisse auf einer Sonderseite vor.

April 2004


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