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Figaro Claus Jetzt aber der Background: Unser Claus hatte vier Jahre
lang auf dem Gugelhupf eine Sektbar mit sehr akzeptablen Preisen betrieben.
Der Gugelhupf, das sei den NeubürgerInnen gesagt, ist jener Hügel auf
dem Gigelberg, dessen eine Seite, nämlich diejenige, die sich dem Lindele
bzw., dem "Baaackfisch!"-Stand zuwendet, stets von einer dicken Schülerschicht
überzogen ist, die alkoholbedingt jederzeit ins Rutschen kommen kann.
In 2001, wie man neuerdings so grässlich sagt, durfte unser Claus plötzlich die Sektbar nimmer betreiben. Rechtlich präzise Begründung des Großwesirs: "Des isch halt so!" Der Großwesir hat sich damit einen vorderen Platz im dicken Buch der Biberacher Doppelmoralisten verdient, nämlich in der Rubrik "Bürgerschaftliches Engagement etc. preisen und fordern, und wenn’s jemand ernst nimmt, draufhauen!" Dass der Wesir dem Sektfriseur hohnlachend noch dessengerade für 10 000 DM angeschafften Sonnenschirme hinterherschmiss, als der den Gugelhupf hinuntetrdelte, ist genauso metaphorisch gemeint, wie das mit der Kniekehle. Profiteur der unchristlichen Platzwartentscheidung jedenfalls ist ein Käsehändler, wo jetzt da oben ausschenken darf. Unter anderem im Angebot (und wir zitieren hier): Offene Weine aus 'Rheinhessen'. Das wirft natürlich die Frage auf, wo das Zeug wirklich herkommt. Auf dem Gugelhupf werden wir unsern Claus nicht so schnell wieder zu sehen bekommen. Und das aus zwei Gründen: Erstens stieg der 1. Vorsitzende der Schützendirektion für den Großwesir in die Bott und hielt eine, von wenigen beachtete Bottenrede zum Thema Gigelberg-Bewohner und Schliessungszeiten. Bei den Biberacher Verhältnissen darf man davon ausgehen, dass die Schützendirektion im Besitz eines Blankoprotestschreibens der Anwohner ist, mit dem sich je nach Bedarf auch kurzfristig alles legitimieren lässt. Zum zweiten machte unser Claus die ganze Sache öffentlich und ging an die Presse. Mit Teeren, Federn oder Entziehung des Wohnrechts in Biberach ist heute zum Leidwesen der Schützendirektion nix mehr. Dennoch: solche Unbotmäßigkeit hat Langzeitfolgen. Vielleicht aber findet die Sache doch noch irgendwann einen versöhnlichen Schluß und die Schützendirektion integriert dann unsern Claus als Teil der Gigelbergattraktionen und lässt ihn allschützen von der Brücke in den Hirschgraben schmeißen. Ach so, eines noch: Unser Claus mag zwar im Sektkampf unterlegen sein, an der Haarfront macht er aber eine gute Frisur und kommt dann auch schon mal im TV. Für BiberacherInnen, die von sich sagen können wollen, "Ich lasse mich von jemandem frisieren, der schon mal bei Sonja von Sat1 aufgetreten ist", gibt es also nur eine Adresse: den "Figaro am Markt". Mehr dazu auf seiner Website. Unser Claus erhält jedenfalls den Weberberg-Award 2001 für Tüchtigkeit und Tapferkeit vor Schützenthronen. Vielleicht schenken wir unserm Claus bei Gelegenheit auch noch eine neue Uhr. Aber das könnten an sich die anderen Ausschenker vom Gigelberg übernehmen. Auf seiner Website wirbt Claus immerhin jetzt mit dem Spruch Figaro for Schütza 2002. Viel Glück! 5. Dezember 2001 |