Esel
"Kunstwerke im öffentlichen Raum können 'naturgemäß
nicht jedem gefallen', baut Biberachs Oberbürgermeister
Thomas Fettback vor." Dies schrieb die Südwestdeutsche Zeitung
am 3. Mai 2000 anlässlich der Enthüllung des satirischen Vierbeiners
auf dem Marktplatz.
Und damit hatte sie recht. Wie sehr der Esel einige
Biberacher erboste, war auf www.der-esel-muss-weg.de zu lesen. Die Website
gibt es leider nicht mehr.
Der Esel stammt von dem Künstler Peter
Lenk, der sich so zu seinem Werk äußerte: ""
Auf dem Rücken die Gewalt, im Bauch das Dogma, im Kopf den Sex, so
erscheint der Wielandsche Esel und Fragt: Wer ist hier eigentlich der
Esel und wer hat sonst noch einen Schatten?". Der Mann mit Hut, den
man über der großen Figur mit dem Stecken in der Hand sieht,
ist übrigens Bimbeskanzler Helmut Kohl.
Wer
das Wielandsche Esel-Original ("Der Prozess um des Esels Schatten")
lesen will, findet es im
WWW bem Projekt Gutenberg. Die Kitschfiguren
hinter der Kirche St. Martin haben weitaus weniger Wirbel verursacht
als der Esel. Und das Werk jenes Hotelkünstlers,
dessen perspektivisch nicht ganz gelungene Bronzeplastik den Maler Johann
Baptist Pflug darstellt (sie steht vor dem Museum), stieß den
Leuten längst nicht in jenem Maße auf, das es verdient hätte.
Aber dafür steht die Figur auch nicht mitten in Biberachs guter Stube.
Die Straßentheateraufführung anlässlich der Eselenthüllung
kann man noch einmal auszugsweise nacherleben: im Wieland Schauraum mit
einer Multimediaanwendung über Christoph Martin Wieland, gestaltet
von der Agentur Ensemble.
Bei der Stadt gibt es übrigens eine kleine Esel-Broschüre: "Schatten
des Esels. Das Denkmal 2000". Die Zahl 2000 ist etwas irreführend,
denn das Teil hat 200 000 DM gekostet.
Im April 2004 wurde der Esel im Rahmen der Woche "Eine
Stadt liest ein Buch" verhüllt. Was wieder zeigt: Biber brauchen
keine Christos, sie können schon alles selber.
Hier
gibt es den Esel interaktiv. Und hier ein Bild richtig
groß, falls Sie eine schnelle Internetanbindung haben.
Hier drei Presseberichte: Bericht1,
Bericht
2, Bericht
3.
Wie man über den Esel auf Englisch redet, erfahren
Sie hier.
Und wie man im November 2002 über den Esel auf
"Brachialsschwäbisch" schwätzt, können NeubürgerInnen
hier nachlesen, in einem Text von Peter Rieger.
Biberach, April 2004
ABC-Home
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