S`Biberacher Esale

Jetz isches soweit - jetzt wird demnächschd vo eisere Gmoidrät ieber da endgildiga Schdandort vo deam Esale befonda. Dass mr abr koiner falsch abschdemmd ond ons gar da Liebleng vom Marktplatz nemmt! I hau me jetzt so lang dra gweehna messa - ond jetzt kommt des Deng womeeglich no weg.

Koiner schempft meh, sogar dia Leit, wo zom Marktplatz-Inventar gheret ond wo am ällermoischda gschompfa hand, send middlerweile de ärgschde Grauguss-Grautier-Experta ond schlupfed jedem Esel-Tourischda schier ens Fiedla nei (Soll i a Bildle vo eane ond ihrer Frau mit eiserm Esale macha?....)

Oina vo Biberachs fiehrende Raatschbaasa, wo frieher am ällermoischda ieber däa Esel gscholta hot, isch jetzt oina vo de kondigschde Asinologinna oder wia dia Eselskondige hoisset ond schweart ieber Schella Keenig uf da Macher vo deam Vieh - jetzt hau i au no a ganz andera Vorschdellong vom a Lenk-Dracha.....

Durch eisa Esale sehet mir endlich nuie Gsichtr en dr Schdadt - land eis doch des Vieh! Ieber wa sott ma au suschd schwätza, dia Schdiahl send au bald vollends aweg, vermudlich send de erschde Kacheleefa vo de Honoratiora en Betrieb ganga....

Von weaga Schdandortverenderong en Richdong Komeedienhaus, der bleibt wo`r isch, des isch fier eis au a viel wonderfitzigers Plätzle. Ond em Birgerpark will i des Deng au it seah, do brauchet mier Platz fier des Gschdell vom Schbidalhof, it dass des no a Art Kuldurschrottblatz geit.....

Ond ieberhaupt - wenn nomml oiner kommt ond sait, dass des Esale als Bodarelief en d`Beschong vom Eselsberg eiglegt werra soll, dann grabet mir dean do ei - ond zwar oigahendig!

Peter Rieger

 

Hier die Übersetzung aus dem Brachialstschwäbischen

 

Das Biberacher Eselchen

Jetzt ist es soweit - unser Gemeinderat bestimmt demnächst über den endgültigen Standort der Eselsstatue auf dem Marktplatz.

Dass mir aber keiner falsch abstimmt und uns gar den Liebling vom Marktplatz nimmt! Ich habe mich jetzt so lange daran gewöhnen müssen - und jetzt kommt das Ding womöglich noch weg.

Keiner schimpft mehr, sogar die Leute, die sich permanent auf dem Marktplatz aufhalten und am allermeisten schimpften, sind mittlerweile die ärgsten Grauguss-Grautier-Experten und biedern sich bei jedem Esel-Touristen an (Darf ich Sie mit Ihrer Gattin vor unserem Eselchen ablichten?)

Eine von Biberachs bestinformierten Damen, die sich früher am allermeisten über die Plastik aufhielt, avancierte zu einer der kundigsten Asinologinnen, wie Esel-Sachverständige wohl genannt werden und wurde auch zu einer großen Anhängerin des Schöpfers des Objekts - was bei mir eine völlig neue Auslegung des Begriffs Lenk-Drachen bewirkte.

Durch unser Eselchen sehen wir endlich neue Gesichter in der Stadt, also lassen Sie uns gefälligst dieses Vieh!

Über was sollte man hier auch sonst reden, die Stühle kommen auch bald weg, vermutlich wenn die Wohnzimmer der Honoratioren empfindlich abkühlen und die Kachelöfen angeworfen werden.....

Von wegen Standortveränderung in Richtung Komödienhaus - die Plastik bleibt wo sie sich momentan befindet, der Standort ist auch viel kommunikativer.

Und im Bürgerpark will ich das Ding auch nicht sehen, da brauchen wir Platz für die Auslagerung des Objekts im Spitalhof und eine Kulturendlagerstätte soll es schließlich auch nicht werden.

Und überhaupt sollte noch einmal einer wie der unmögliche Rieger kommen und sagen, dass das Eselchen in Form eines Bodenreliefs an der Böschung des Eselsberges besser zur Geltung kommen würde, dann wird der dort eingegraben - und zwar eigenhändig!

Peter Rieger