Die Szene reagiert...

Am 22.1.03 trugen wir (zusammen mit einem Link zu unserer Seite) folgenden Eintrag (#98) ins Gästebuch der Diskothek Abby in Messkirch ein: "Gibt ne neue Webseite für Grufties in Oberschwaben. Mit Pics und Infos über die Grufti-Szene in Biberach."

Die Reaktionen aus der Szene ließen nicht auf sich warten und waren heftig. (Auszüge unten.)

Auch in unserem eigenen Gästebuch gab es dazu Einträge. Die fielen eher (aber wahrlich nicht immer) positiv und differenzierter aus. -> Hier.

 

 

  1. Das stimmt uns nachdenklich:

  2. Zitat von http://slack.lne.com/lemay/gothic.html:

    What is "Gothic"? I used to be Goth, a long time ago. It was fun. For a while I used to have a page here with a tongue-in-cheek description of what Goth was, for people who might never have heard of it. It was a kind of a silly humorous description, not meant to be taken seriously. But I noticed that over time, Goth got very popular. And somewhere along the line Goth got very serious. The people who got into it stopped having much of a sense of humor. I started to get a lot of very nasty, angry, vicious email complaining that my description was NOT what Goth was all about. I am tired of angry email. You can figure out Gothic on your own now. Cheers.

  3. †††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††


  4. Auf der Gothic-Seite fand sich einst ein Link zu Fledermausterror.de. Wir fanden das eine recht gute, repräsentative Seitde für die Szene, daher die Verlinkung. Kurze Zeit später erreichte uns die (uns nicht ganz verständliche Bitte) um Löschung des Links, was uns irgendwie nach Zensur roch (und sich in einer Bemerkung in der Berg Zeitung auch niederschlug), aber wohl nicht so gemeint war. Wir haben den Link jedenfalls - leicht irritiert - prompt gelöscht und entsprechend geantwortet. Uns hat das alles deshalb verwundert, weil ein erfahrener Journalist, der der schwarzen Szene bisher sehr fremd gegenüberstand , den begleitenden Zeitungsartikel als "differenziert und einfühlsam" bezeichnet hat, die Szene selbst ihn aber als rufschädigend bezeichnet. (Auf den Zeitungsartikel gab es offenbar bisher keine Reaktion.) Das Gesprächsangebot der Fledermausterrorleute haben wir selbstverständlich angenommen. Da dachten wir: OK, jetzt sind die Links gekappt, damit die Szene ihre Ruhe hat. Was lesen wir nun auf Fledermausterror.de? eine Erklärung 7zum Thema. Der Vollständigkeit halber machen wir also auch unsere Post an Fledermausterror öffentlich. Sie las sich so:

  5. ok, botschaft angekommen. also erstmal keinen link. ich respektiere ja die eigene welt der schwarzen szene schon, allerdings bin ich doch nicht gelinde überrascht über die z. T. heftigen reaktionen in meinem gästebuch und anderswo. man hätte ja auch gelassen sagen können: "da macht ein außenseiter, der es nicht blickt, ne schlechte seite zur szene. und damit egal. ist nicht unsere sache."
  6. es geht ja journalisten schon an die berufsehre, wenn man ihnen untersagt (und sei es als bitte), informationen NICHT zu verbreiten. und dann geschieht das in ähnlicher pauschalisierung wie "alle goths sind satanistische ritualmörder" bloß hier "die nicht-schwarzen medien blicken es nicht und wollen uns nur schlechtes." diese vorverurteilung ärgert mich dann.
  7. ich werde mich wohl bei den nächsten dark nights in bc wieder herumtreiben und versuchen, mit leuten zu reden. was die mir dann aber (eventuell) an blödsinn erzählen (ich suche gewiss nicht danach!), dafür kann ich dann nichts. und mich dann selbst zu zensieren, wäre etwas viel verlangt. da müsstet ihr dann halt akzeptieren, dass es leute gibt, die goths sind mit einer begründung, die nicht die eure ist. so ist halt das leben, auch wenn's nervt.
  8. ich hab's wohl schon gesagt, aber sage es nochmal: die seite entstand auf wunsch von hiesigen goths. die äußerungen sind echt, die fotos hätte ich nicht machen können, wenn die leute nicht so ausgesehen hätten. ich hab nur geschildert, was ich h i e r erlebt habe. und das kann man mir nicht vorwerfen. (aber als journalist kennt man das: man trifft 10 sturzbesoffene, radnalierende CDUler und berichtet darüber und dann jault die ganze CDU auf, und die Leute behaupten, man wolle die ganze Partei als Alkoholiker verunglimpfen. Das ist dann ne Standardreaktion. die tatsachen stimmen trotzdem.)
  9. ein treffen mit euch wäre nett. wenn ich mal wieder in eurer gegend bin (saulgau?), melde ich mich vorher. vielleicht geht dann ja was. MfG D. A.

  10. †††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††††

    Und nun Reaktionen aus dem Rest der Schwarzen Welt:

  11. Aa da bin ich aber froh das ich nicht in Biberach wohne!!! Habt Ihr einen Deal mit nem Gipser? Oder ist bei euch die Faschingsschminke gerade im Angebot? *gröhl*wegscmeiß*
  12.  

  13. Das ist ja wohl die lächerlichste Seite, seit es die Szene gibt. Wer mal wieder richtig lachen will, unbedingt anklicken. Ist das echt ernst gemeint. Anleitung zu: "Wie werde ich Grufti und depressiv?". Steckt da am Ende Stefan Raab dahinter? Eine Schande für Biberach, wo wirklich einmal Kult-Nächte stattfanden. Ach halt: "Die 30-45 jährigen sind alle doof..." (Original-Zitat auf dieser Seite). Also ab zum Mekka nach Biberach (Wiederum Original-Zitat).
  14.  

  15. Welche Grufti-Szene ? Glaube nicht das die da schon hingefunden hat. Erinnert mich eher an Kaspletheater oder Größenwahn !
  16.  

  17. betreffend beitrag 98:
    lebt nur eure pupertät aus!!!
    hab lange nicht mehr so gekichert wie beim betrachten dieser seite.
    das ist doch wohl ein fake, oder?
    da können sich die jungs von titanic ja noch ne scheibe abschneiden!!!


  18. Guten Morgen!
    Wozu koche ich mir eigentlich um diese frühe Morgenstunde einen Kaffee?
    Ein Blick auf die angegebene Url von Eintrag Nummer 98 reicht, auf das mich das Grauen packt und ich schlagartig hellwach werde.
    Was sind den das für Spacken? Schickt doch die fotos an www.weiberelectro.de
    Dort sind diese Fotos richtig gut aufgehoben!!!


  19. So ein Blech
    Euch ghört eins auf die Schnauze, wenn Ihr das wirklich ernst meint.
    So doof kann man doch gar nett sein.
    Übrigens: Gruftis lachen nett , aber in diesem Fall machen wir mal ne Ausnahme.


  20. Naja, die page von 98 passt ja hervorradend zu der megageilen Stadt Biberach ;-). Jediglich den Mut muss man bewundern, aber das wars auch schon. Vor allem hervorragende Bildauswahl. Da sollt sich das Abby mal ein Bsp dran nehmen ;-).
    Zu Mr. BEEN: Titanic ist eine satirische Zeitschrift, und hat nix mit dem Film zu tun!
    Also dann machts mal jut, vielleicht kommt ja der ein oder andere heut abend;-) cu


  21. es hat euch niemand dazu gezwungen die url hier im gästebuch einzutagen und darauf hin zu weisen.
    wer einen solchen eintrag macht, muß damit rechnen daß die leute ihre meinung dazu schreiben.
    es liegt natürlich an euch, wie ihr mit kritik umgeht. nur dem ruf der von euch veranstalteten partys schadet eure unermessliche aroganz und dekadenz.
    wenn ich die fotos betrachte, dann fällt mir dabei auf, das ich ein paar leute wiedererkenne, mit denen ich schon über foren bzw von person zu person darüber diskuiert habe warum die sogenannten alten szenegänger die neueinsteiger nicht ernst nehmen und sich von ihnen distanzieren.
    eure aktion ist das beste beispiel dafür!!!
  22. Herr Dierk Andresen hat einfach keine Ahnung von der Szene und wird sie so auch nicht bekommen. Dennoch eine äußerst lustige schwarze Seite, für Leute die gerne mit Vorurteilen und Klisches in der Welt leben möchten. Danke Herr Dierk Andresen

    Im Impressum von www.weberberg.de findet Ihr die Adresse, Telefon- und Faxnummern von der Peron die hier den Krieg angezettelt hat. Ich glaube das sich der Herr Journalist sehr Über Post, Mails und Faxe von euch freut!!!

    (Anmerkung der Weberberg.de-Redaktion damit kein falscher Eindruck über die Szene entsteht: Die obige Aufforderung blieb ohne Echo. Kein Anruf, kein Mail-Terro, dafür aber höfliche, sachliche Mails mit Anreden wie Sehr geehrter Herr A...)

  23. an Diesen ominösem Dierk, die Email funkt ja auch nett. So ein aroganter Arsch !!! Punkt ... verpiss Dich gefälligst von unserer Seite ! Hau Dir eine auf´s Maol Du Depp !!!

      1. Im Weberberg.de-Gästebuch steht u. a. dieses:

      2. Hell-o Ihr Sceneneulinge !! Ne Gothicseite für Anfänger mit Pandabärenschminke !! Looks like Marduk !!! Naja is ja ok , gabs ja schon immer in der Scene !!!! So ein Komentar musste ja von nem 30jährigen kommen, gelle !!!! Wir Scene.Dinos sehen halt bei euch Jungvolk Verhalten, das wir schon lang hinter uns haben !!! Bei euch hab ich oft den Eindruck das der Monaco vom X-Tra Die Mode bestimmt, und nicht ihr selber !! Und einige von euch haben sich anscheinend zu sehr von dem Verbrechen und der Selbstverwirklichung der Ex-Fam. Ruda beeindrucken lassen !!
      3. Aber ansonsten find ich es gut das die Scene Zuwachs hat, unserem Dark volk hatt man schon oft den Untergang vorausgesagt , aber wir sterben noch lange nicht aus !!! Nur Vegesst bitte nicht bei allen dunklen Gedanken die ihr umsetzen wollt, das wir Dinos euren Ruf in BC mittragen !!! Im Endefekt haben wir doch alle ein Problem mit der oberflächlichen Gesellschaft und in der schwarzen Scene eine grosse Fam. gefunden in der wir so leben können wie wir sind !!! Grüss Goth Malaria

  1. Eine recht differenzierte Stellungnahme erreichte uns per E-Mail. (Ihre Veröffentlichung wurde vom Verfasser genehmigt.) Sie liest sich so:

    es gibt ein paar dinge zu klären die mit ihrem beitrag über die schwarze szene in biberach und die einträge im abby gästebuch zusammenhängen.

    1. das wort "grufi" wird von vielen anhängern der schwarzen subkultur als beleidigung aufgefasst. dieser ausdruck stammt aus den 80er jahren, als die medien versucht haben die schwarze szene an den pranger zu stellen und zu denunzieren. dieses wort wurde von regenbogenblättern wie zb. der "bild" ins leben gerufen und haftet an der schwarzen szene wie ein fluch, der sich nicht mehr abschütteln lässt.

    2. wer sich selbst als "grufi" bezeichnet, hat weder die lebensumstände noch das vielfältige gedankengut der schwarzen szene verstanden. solche personen werden müde belächelt und ausgegrenzt. dieses verhalten kann man an den komentaren im abby gästebuch ganz deutlich sehen. was von ihnen als polemik dargestellt wird, ist lediglich ein selbstschutz um sich vor äuseren angriffen zu schützen. das dieser beitrag von vielen besuchern des abby gästebuches als medienagriff gesehen wird ist ebenfalls deutlich erkennbar. wer sich in seiner denk- und lebensweise angegriffen fühlt, versucht gewisse dinge aus zu grenzen um den entstandenen schaden möglichst gering zu halten. dies ist im abby gästebuch geschehen.

    3. es wird in der schwarzen szene nicht gerne gesehen, wenn ausenstehende menschen reportagen und berichte über diese subkultur schreiben. dies beruht auf erfahrungen mit den medien, die des öfteren hetzjagten auf die schwarze szene gestartet heben. der letzte versuch der medien der schwarzen subkultur den "schwarzen peter" unter zu jubeln, war im januar 2002. damals wurde das ehepaar ruda wegen einem sogenannten satanischen ritualmord verurteilt. diese tat wurde von der schwarzen szene nicht tolleriert. bei berichten von zeitungen wie "bild" und zeitschriften wie zb "der spiegel" gab es hefige wiedersprüche gegen die geschriebenen berichte. sammelklagen von angehörigen der schwarzen subkultur wurden niedergeschmettert und unter den teppich gekehrt. ein gebranntes kind scheut das feuer. das ist in diesem fall auch nicht anders.

    4. die schwarze subkulur entstand ende der 70er jahre, indem sie sich von der punkszene splitterte, weil diese zu agressiv und gewaltbereit war. das tragen der farbe schwarz war und ist ein stummer gewaltloser protest gegen die politischen begebenheiten die sich weltweit abspielen. das alter der anhänger ist logischer weise zu 70% aus über dreisigjährigen. wer behauptet sich hinter dem deckmantel der schwarzen szene verstecken zu können, weil man sich gerade von dieser altersklasse von menschen mißverstanden fühlt, werfe ich persönlich vor sich noch nie mit der geschichte der schwarzen subkulur auseinander gesetzt zu haben bzw diese verstanden zu haben. wenn man sich in der szene umschaut wird man sehr wenige initiatoren, musiker, djs und künstler antreffen die sich ihre karriere nicht jahrelang erarbeitet haben. dies ist auf die auf den fotos abgelichteten personen wohl kaum zutreffend.

    5. es gab vor einigen jahren eine diskothek in biberach, die einen sehr hohen kultfaktor im süddeutschen raum hatte. dies war das "orange". in dieser diskothek legten die dj's dieter und jürgen auf. nach dem das "orange" für immer seine pforten schloß, haben die dj's dieter und jürgen dj andi im abby unterstützt und legen dort auch heute noch auf. von dieser seite betrachtet ist es eine unverschämtheit und eine verbale ohrfeige für dieter und jürgen (und auch für alteingesessene szengänger), das gerade auf der abby hp auf das "schwarze mekka" in oberschwaben hingewiesen wird. ihnen persönlich herr andresen möchte ich keinen vorwurf machen. sie haben sicherlich aus edlen motiven gehandelt und wollten dem nachwuchs in biberach mit dem erstellen der umstrittenen seite sicherlich eine freude machen und deren bemühungen unterstützen. nun hoffe ich, das sie durch die von mir kurz angerissenen punkte einen überblick über die reaktionen und deren hintergründe bekommen haben. mit freundlichen grüßen,

    (name auf wunsch nicht angegeben)

    Weitere Äußerungen in unserem Gästebuch

  2. Im Januar 2003 erschienen in der Schwäbischen Zeitung Biberach zwei Artikel zum Thema. So heftig die Reaktionen in unserem Gästebuch waren - Es gab auf diese Artikel keinen einzigen Leserbrief als Reaktion.

    Von Grufties

    Von unserem Mitarbeiter Dierk Andresen

    BIBERACH - Ganz schön gruseln kann es kleinere Kinder, wenn sie ihnen auf der Straße begegnen, jene schwarz gekleideten und oft auf leichenblass geschminkten "Kinder der Nacht" , die aussehen, als ob sie direkt aus dem Reich der Toten nach Biberach gefunden hätten. Grufties nennen sie sich, und sie schmücken sich mit allerlei Silberzeug, mit Ringen, Ketten oder Kreuzen über den Netzhemden und Leder- oder Lackoutfits. Eine schwarze , aber doch sehr bunte Szene, denn sie lassen sich trotz äußerlicher Ähnlichkeit schlecht in eine Schublade stecken. Bei allem düsteren Aussehen sind sie oft empfindsam, leiden an dem Zustand dieser Welt und protestieren auf ihre Weise. Für andere ist es nur eine von vielen Gelegenheitsmoden. Biberach könn-te zum oberschwäbischen Mekka dieser Gothic-Szene werden, denn der "Sun Flower Club" und das "Absolut" veranstalten monatlich Parties für sie, so genannte Dark Nights. Und dann wird angereist: aus Isny und Messkirch, aus Ulm und Friedrichshafen, denn allzu viele Gelegenheiten, die von ihnen bevorzugte Musik wie Gothic oder Electronic Body Music in stilvoll gestalteter Umgebung tanzend zu genießen, gibt es in der Region nicht. In der Szene kommen diese Biberacher Termine offenbar gut an: "Des klingt echt korrekt, dann müsst ich net jedesmal bis an A*** der Welt fahren, um Gleichgesinnte zu treffen," so eine Äußerung. Wenn Biberach also in den nächsten Monaten schwärzer wird, dann nicht politisch, sondern weil es zum Mekka dieser Szene werden könnte. Und wer sich in den Nächten des 14. und 15. Februars plötzlich einer Reihe aschfahler Gesichter und durch Schminktechnik tiefer gelegten Augen gegenüber sieht, braucht nicht zu erschrecken - es ist nur mal wieder Dark Night in Biberach.

     

    Gestörter Friede in der Schwarzen Szene

    Von unserem Mitarbeiter Dierk Andresen

    BIBERACH - Eigentlich war es ein eher harmloser Blick in die Schwarze Szene, der in unserem "Ma schwätzt" vom letzten Samstag gegeben wurde, aber er sorgt für Unmut dort und zwar für heftigen. Das "Ma schwätzt" erschien auch auf den Websites SZon.de und Kool.de. "Unprofessionell","schlecht recherchiert" und "verunglimpfend" sind noch die harmloseren Reaktionen, die sich in diversen Gästebüchern einschlägiger Websites der Szene in den lassen. Nun ist es Aufgabe dieser Kolumne, über das zu berichten, was so im Alltag Biberachs geschieht oder am Rande großer lokalpolitischer Ereignisse. Dass jetzt in zwei Innenstadtdiskotheken allmonatlich eine "Dark Night" stattfindet, die Freizeitkultur in Biberach also reicher wird, ist erwähnenswert. Und wenn dann nach ein paar Gesprächen und einem oder zwei Besuchen ein Reporter seine Eindrücke schildert, ist das journalistischer Alltag. Und der ist voller Risiken. Denn die Schwarze Szene ist vielfältig und nicht einheitlich. Laufen die einen heftig geschminkt mit kalkweißen Gesichtern und tiefschwarzen Augenrändern durch die Gegend, finden das andere aus der Szene lächerlich. Nennen die einen sich "Grufties", empfinden andere das als Beleidigung. Und wenn Außenstehende, die diese finsteren Gestalten sehen, bei ihrem Anblick das Schlimmste vermuten, dann kann ein solches "Ma schwätzt" ihnen ein paar Einblicke in die eher friedliche Welt vermitteln, die manchmal melancholisch, manchmal morbid und manchmal nur modisch ausgefallen ist. Was aber ein normaler Leser als differenziert und einfühlsam empfinden kann, stellt für einen Kenner der Szene verständlicherweise eine grobe und unzulässige Verallgemeinerung dar. Wenn es dann einen Dialog gibt zwischen den beiden Seiten, dann können sich die Missverständnisse so hochschaukeln, wie es in den vergangenen Tagen im WWW geschah. Es gibt immer mal wieder auch besonnene und gelassenen Stimmen, die den schönen Zeiten nachtrauern, als es in Biberach noch ein "Orange" oder ein "Koma" gab, mit DJs, die weiterhin einen sehr guten Namen in der Szene haben. Wer nicht nur schwätzen, sondern sich eine eigene Vorstellung von der sehr schwarzen Szene mit ihrer bunten Vielfalt machen will, hat dazu Mitte des Monats Gelegenheit bei zwei "Dark Nights" in Biberach, im "Club Absolut" und im "Sun Flower Club". Und diese Events sind sicher einen Besuch wert. Nur ganz in Weiß sollte man dort nicht unbedingt erscheinen.