Die C-Kneipen-Tour

Es gibt ja einige recht noble Spachtel- und Trinkhäuser in Biberach. Gepflegt, nicht ganz billig und - langweilig. Wer sich einmal ans andere Ende des Qualitätsspektrums begibt, braucht zwar gute Nerven, aber kann Spannenderes erleben. (Kennt man ja auch aus Günter Wallraffs "Ganz unten". Unser Infoscout Jojo Riedel stellt die "C-Kneipen-Tour" vor.

 

Gemütlicher samstagabendlicher Bummel durch Lokalitäten, die bevorzugterweise mit Neonröhren beleuchtet werden (vgl. Kachelofen, nur 30 m vom Eberbacher Hof).

Bei der ersten inoffiziellen Biberacher C-Kneipen-Tour am 23. 12. 200 besichtigte eine Abordnung des Biberacher Kabarettensembles "Der springende Punkt" eine Reihe solcher Bier- und Weintempel, beginnend mit dem W1 gegenüber der Polizei in der Waldseer Straße und kämpfte sich durch die Gastro-Meile der Felsengarten- und Saulgauer Straße. Überraschend hier, dem Vernehmen nach, der teilweise erstaunlich hohe Standard beispielsweise von Spielautomaten.

In Spuckweite zum Biberacher Esel auf dem Marktplatz befindet sich mit der Bier-Schänke ein Tempel, in dem man die aussterbende Zigarettenrasse Kurmark noch rudelweise auf dem Resopaltresen finden kann. Der blaue Dunst in Kombination mit lauwarmem Bier läßt die Fans von C-Kneipen mit der schwerer werdenden Zunge schnalzen.

Die Testtrinker der ersten inoffiziellen Biberacher C-Kneipen-Tour können darüberhinaus aus einem breiten Erfahrungsschatz berichten: So ist das Ulmer-Tor-Stüble (eingefleischten Genießern bekannt als "Das Loch") zu einem fröhlichen Umtrunk jederzeit geeignet.

Das na-wie-hieß-es-doch-gleich in der Bürgerturmstraße dagegen ist etwas für die Freunde süßer Gaumenfreuden: Selbst eine Schorle weiß-sauer ist hier immer süß, was nach längeren Testreihen (glücklicherweise ohne anschließendes "Testreihern") auf die Qualität des verwendeten Weines zurückgeführt werden konnte.

Die einzig bisher bekannte Biberacher "C-Kneipe mit Stern sowie starker Tendenz nach D" konnte erst am letzten Tag des vergangenen Jahrtausends kategorisiert werden, nachdem C-Kneipen-Tester Peter Hopf mit seinem extra dafür aus München angereisten Bruder im Golden Nugget abgestiegen war. Zitat P. Hopf: "Da gibt's garantiert keine Gläser fürs Bier!"

Nicht zu den C-Kneipen gehört im übrigen der Storchen: Im holzgetäfelten Ambiente gibt's bei Gustav in der einzig verbliebenen traditionellen Stadtgaststätte beste Küche zu zivilen Preisen. Slogan: "Man isst, wo man ist".

C-Kneipen-Touren werden vom "Springenden Punkt" in losen Abständen immer wieder durchgeführt. Interessenten wie auch Experten mit reichhaltigem Erfahrungsschatz oder auch Anregungen sind jederzeit herzlich willkommen. Bei einer der nächsten C-Kneipen-Touren steht garantiert eine Visite im Oberen Haberhäusle in Birkendorf an.




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