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Cimbria oder "Die schwäbischen
Singvögel" Wenig bekannt ist, dass die größte Katastrophe, die sich in Friedenszeiten in der deutschen Schiffahrt ereignete, der Untergang der Cimbria war. (Die Katastrophe kann sich durchaus mit dem Untergang der Titanic messen. Sie war in mancher Hinsicht sogar grausamer.) Noch weniger bekannt ist, dass dieser Katastrophe drei BiberacherInnen zum Opfer fielen, nämlich die Geschwister Rommer. Sie bildeten damals - so lesen wir - das populäre Gesangsterzett "Die schwäbischen Singvögel". In manchen Berichten heißen sie "Die schwäbischen Nachtigallen". Sie waren auf dem Weg nach Amerika um dort erfolgreich zu werden und reisten auf einem Schiff, dessen gut 400 Passagiere überwiegend Auswanderer waren. In der Nähe von Borkum stieß die Cimbria am 19. Januar 1883 mit der britischen Sultan zusammen, die - so heißt es in sich widersprechenden berichten - nach der Havarie ihre Reise fortsetzte, ohne sich um das sinkende Schiff zu kümmern. 327 Menschen ertranken in der eiskalten Nordsee. (Offline gibt's mehr zu lesen bei Franz Schlegel, Die Geschwister Rommer aus Biberach. Der Aufsatz ist - gekürzt - abgedruckt in der Broschüre "Biberach um 1900", vor Jahresfrist von der Stadt Biberach herausgegeben.) Wir zitieren aus einem Bericht des Berliner "Tagesspiegel": "Eindeutig Auskunft dagegen geben die Passagierlisten über das Schicksal des populären Gesangsterzetts "Die Schwäbischen Nachtigallen" Katinka, Auguste und Georg Rommer aus Biberach an der Riß. Die drei waren bei der letzten Reise der Cimbria 1883 unterwegs zu einem Gastspiel in den Vereinigten Staaten. Bei der Havarie vor Borkum ertranken sie in der eisigen Nordsee." Etwas genauer weiß es der SPIEGEL: "In der zweiten Kajüte fuhren die Geschwister Rommer aus dem württembergischen Biberach. Zither- und Gitarrenspieler Georg, 28, und die Sängerinnen Auguste, 26, und Katinka, 22, hatten als "Schwäbische Singvögel" bescheidene Karriere daheim gemacht, nun hofften sie, im Land der Dollars ihr Vermögen zu mehren." Das Schiff wurde übrigens als die "Titanic von Borkum" bekannt.Die Autorin Lena Christ (1881-1910), erwähnt das Schiffunglück folgendermaßen: "...wo dö englischen Hund den scheena Dampfer CIMBRIA a so o'gafahrn ham, daß (-) d 'Leut allsam dasuffa san". (Das war's dann schon, aber falls Sie der Zusammenhang interessier - der Text steht in Christs "Erinnerungen einer Überflüssigen.") Inzwischen kümmert sich eine Bergungsfirma um die die Cimbria. Kein Wunder: "Mit der "Cimbria" versank auch eine wertvolle Ladung. Grosse Mengen Meißener Porzellan versanken im Wasser und außerdem nach Informationen der Kölner Schatztaucherfirma auch rund 2 Millionen Goldmark. Heute wären diese Münzen ein Vielfaches wert. Sie liegen wahrscheinlich zusammen mit anderen Reichtümern in dem Schiffssafe in rund 30 Metern Tiefe" erfahren wir auf einer Webseite des WDR. Zu den übrigen Schätzen gehört "Porzellan, tonnenweise, bestellt einst von der noch heute bekannten Firma Levi-Strauss aus Amerika" wie Die Welt schreibt.
Weitere Informationen: CIMBRIA The "Cimbria" was built
by Caird & Co, Greenock for the Hamburg America Line in 1867. She was
a 3,037 gross ton ship, length 339.9ft x beam 40ft, one funnel, two masts
(rigged for sail), iron construction, single screw and a speed of 12 knots.
There was accommodation for 58-1st, 120-2nd and 500-3rd class passengers.
Launched on 21/1/1867, she left Hamburg on her maiden voyage to Southampton
and New York on 13/4/1867. On 17/1/1883 she sailed from Hamburg for New
York but on 19th Jan. was in collision in dense fog near Borkum Island,
Germany with the British vessel "Sultan" of the Hull & Hamburg Line. The
Cimbria's hull had a large gash abreast of the foremast and the Sultan
also had a large hole foreward and drifted off into the fog. The Cimbria
rapidly sank with the loss of 389 lives and although seven lifeboats got
away, only 133 people were saved. [North Atlantic Seaway by N.R.P.Bonsor,
vol.1,p.389] [Merchant Fleets in Profile by Duncan Haws, vol.4, Hamburg
America Line] [ Posted to The ShipsList by Ted Finch - 17 November 1997]
- Die
Quelle Eigentlich - so müssen wir gestehen - ist diese Seite ein Abfallprodukt:: aber ein glückliches. Wir hatten unser nettes Spiel gespielt, die Suchmaschine Google mit zwei Begriffen zu füttern, von denen einer immer Biberach sein muss. Der andere kann frei gewählt werden. Was einem dann als Treffer geliefert wird, kann zu überraschenden Informationen führen. So auch in diesem Fall. Mit dem Suchbefehl Biberach Hölle stießen wir auf eine Webseite, die den Untergang der Cimbria behandelte. Eine Spur, die wir dann gespannt verfolgten. In der "Goldenen Ente" gibt's einen Nebenraum, der nach den Geschwistern Rommmer benannt ist und in dem diverse Memorabilia zu unseren Gesangsküstlern ausgestellt sind. Unter anderem findet sich hier eine Anzeige für das Gastspiel und Abschiedskonzert der Drei am 4. Januar 1883. An diesem Abend haben sie bei 1 M 20 Pfg auf den besseren Plätzen das Stayrische Terzett I und mei Bua von Millöcker sowie den Marsch aus der Oper Carmen zum Besten gegeben. Das Gebäude, in der sich die Ente befindet, ist das Geburtshaus der Sangeskünstler. Eine andere Biberacher Künstlerin, Philomena Franz, hatte ein ebenfalls dramatisches Schicksal. Zu den lebenden Biberacher Sangeskünstlern gehört Gunther Dahinten. Routen und Reisedauer der damaligen Zeit. The Germans in America "Ships of our Ancestors" 4. Oktober 2002 |