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Von Biberach vereinnahmter, aber in Holland
(6.10.1832 in Brokhuizen, Prov. Utrecht) geborener Maler, von
dessen neun Geschwistern etliche ebenfalls mit Pinsel und Leinwand
umzugehen verstanden. Mali ging 1857 nach München zu seinem
Bruder Jan und hatte rasch mit Stadt- und Dorfbildern aus Schwaben
und Franken Erfolg. In München lernte er auch Anton Braith
kennen. Die lebenslange Freundschaft war offenbar sehr eng (siehe
unseren Eintrag Schwule). Immerhin
ließ sich der sensible, gebildetere, welt- und geschäftsgewandte,
schlanke und zarte Mali (die Adjektive entnehmen wir dem Buch
"Museum Biberach") in Biberach neben seinem körperlich
robusten Freund begraben, der so gar nichts von einem "Intellektuellen"
an sich hatte.
Der Stadt Biberach hinterließ Mali einen
künstlerischen Nachlass nebst seinen Sammlungen und Atelier-Einrichtungen,
dazu 60 000.- Mark für die Erbauung und Einrichtung eines
Museums im Zusammenhang mit dem Braith-Museum, dazu 5000.- Mark
für das Grabmal, das (Detail) so aussieht, wie oben links
abgebildet.
Anton Braith wurde am 2. September 1836 in
Biberach geboren. Früh erhielt er Unterricht vom hiesigen
Genremaler und Zeichenlehrer Johann Baptist Pflug und besuchte
ab 1851 die Kunstschule in Stuttgart, wo er erste Anerkennung
errang. Um künstlerisch erfolgreich zu sein, musste er die
schwäbische Metropole verlassen und siedelte wie viele Künstler
seiner Generation 1860 nach München über. In München
dominierte damals ein stimmungsvoller Realismus und Braith wandte
sich einer auf genauen Naturstudien basierenden Malerei zu. Bald
entschied er sich für das Tierbild und versuchte in seinen
auch großformatigen Gemälden, das Charakteristische
von Nutztieren wie Kühen und Schafen zu erfassen. Mit seinen
dramatisch bewegten Bildern wurde er führend unter den deutschen
Tiermalern und schuf in einer immensen Arbeitsleistung ein beachtliches
Oeuvre. Er erhielt Auszeichnungen, Orden und den Professorentitel
und sammelte ein beachtliches Vermögen an, das er nach seinem
Tod teils der Stadt Biberach zur Errichtung eines Museums vermachte.
Zudem stiftete er der Stadt seinen gesamten künstlerischen
Nachlass, der als Grundstock für das Museum diente. So stellen
noch heute die sogenannten „Braith-Mali-Ateliers“
das Zentrum des Braith-Mali-Museums dar, das Biberach zu einem
in Deutschland einzigartigen Anziehungspunkt machte.
Am 4. August 1891 verlieh die Stadt Biberach
Braith das Ehrenbürgerrecht. Mali bekam 1905.
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