Casa Nuova

Kommt doch nicht schlecht, das Rot, gell?Das "Casa Nuova" ist - zumal seit man Buschwerk aufgestellt hat - schön zum Draußensitzen (siehe auch unseren Eintrag "Kesselplatz") und weil man in der Quasi-Fußgängerzone auch selten mit Abgas belästigt wird. Die Zeitungsauswahl (FAZ, Schwäbische, Süddeutsche, Abendzeitung) ist OK, außerdem gibt's reichlich Magazine (SPIEGEL, Geo, National Geographic, etc., aber leider keinen Playboy mehr). Und wenn man mal warten muss, kann man kurz Klamotten kaufen oder kucken, wer gerade vom Keller-Warth Ständer ein T-Shirt (ab 69,90 DM oder so) gekauft hat. Auch gut: Den Cappucino gibt's dort schon morgens um 8 Uhr. Ein Gast sagte auf die Bitte nach einer Charakterisierung: "Gleichbleibend guter Kaffee, acht mal am Tag wechselndes Publikum von jung bis Schicki-Micki. Und abends fest in türkischer Hand."

Die letzte Äußerung ist, sagen wir mal, Istanbullshit ;-) , das Publikum ist gemischter und wenn's nur Türken und Albaner wären, wäre das ja auch kein Fehler in dieser unserer weltoffenen Stadt. Wegen der sexistischen (?), nicht gerade billigen, Drucke des Pop Artisten Mel Ramos (hier eine kleine Auswahl) an der Wand war das Casa lange Jahre nicht die ideale Location für ein Rendezvous mit einer überzeugten Feministin. Jetzt aber hat die Casa Nuova Leimer GmbH, Marktplatz 15/1 es innen mit einem intensiven Rot angestrichen, das Vincent Price Freude gemacht hätte, einen Kronleuchter aufgehängt, fünf große Spiegel angebracht - das Casa hat jetzt, zumal abends, eine andere, angenehm rotlichtige Atmosphäre. Tagsüber ist es erfreulich ruhig, wenn auch nicht allzu hell. Nach wie vor ist das Casa nach dem "Il Cappucino" (am Marktplatz) das zweitfrüheste Café für Morgensonne. Seit einiger Zeit umstellt Buschwerk die Außenplätze. Sieht nicht schlecht aus, aber man kann im Vorbeifahren nicht so genau sehen, wer jetzt da rumsitzt. Botanischer Datenschutz, quasi.

Noch ein Pluspunkt für das Casa: Amerikareisende Kaffeefans wissen es: Der Trend geht zum aromatisierten Kaffee. Das Casa bietet immerhin Latte Macchiato mit den Varianten Zimt, Nuss, Karamel, Schoko, Vanille und Kokos. Damit hatte es wieder mal den anderen Cafés in BC etwas voraus. Sirups für die Kaffees bietet aber auch die neue Konkurrenz am Platz: Das Lava Café, das um 8.30 Uhr öffnet und auch morgensonnentauglich ist. Bemerkenswert auch: Das Casa hat nicht das teuerste Mineralwasser in BC. Mehr dazu hier.

Kippenauswahl am Automaten begrenzt, aber 4 x Gauloises. Dafür Indiana-Jones-Flipper.

Aber es gibt noch mehr zu den Biberacher Cafés zu sagen. Hier klicken.

22. Mai 2002


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