Biber

Die Biber kommen! Für Forst- und Landwirte meist kein Grund zur Begeisterung. Für Ökos schon. Der Biber wurde bereits - Nagespuren beweisen das - zwischen Ummendorfer Baggersee und B 30 sowie am Rißlauf zwischen Kernstadt und Birkendorf tätig. Insgesamt 200 Biber sollen sich mittlerweile in B.-W. angesiedelt haben, meldet die SchwäZ im Mai 2003. Mehr zum Thema siehe Biberrezept.

A propos; Biber-Ach

"Heute wird der Name Bibra/Bibrach als "Fluß der Biber" bzw. "Fluß mit Bibern" gedeutet: Ach, Aa, Ahe und ähnliche Formen sind alte Synonyme zum heute gängigeren Wort "Fluß"; von dem Gewässer (heute: Wolfentalbach) wurde der Name dann auf die Siedlung übertragen. Nicht zufällig ist deshalb auch der Biber das Wappentier der späteren Stadt. 1083 unterzeichnete der Adlige Luipoldus de Bibra als einer der Zeugen die Gründungsurkunde des Klosters St. Georgen im Schwarzwald. Es ist also eigentlich nicht der Ort Biberach genannt, sondern ein Adliger, der sich danach bezeichnete. Daß Biberach solcherart einem Adligen den Namen geben konnte, deutet sowohl auf eine gewisse Bedeutung dieses Platzes als auch seines Herrn hin. Unabhängig von der Frage nach dem Sitz der Herren von Biberach ist zu vermuten, daß Biberach schon in der Mitte des 12. Jahrhunderts Marktort gewesen ist, und zwar unter der Herrschaft der Welfen, die damals in Oberschwaben dominierten. Das heutige Wappen der Stadt zeigt in blauem Schild einen aufgerichteten bekrönten Biber in Gold. Es geht in dieser Form auf Kaiser Friedrich III. zurück, der am 18. Juli 1488 im Feldlager in Flandern, in Anerkennung der in den Kämpfen gegen die aufständischen Niederlande gezeigten Tapferkeit des "Biberacher Fähnleins", das bis dahin von der Stadt geführte Wappen (in weißem Schild ein blauer, rotbewehrter, rotbezungener und rotgekrönter Biber) aufwertete" - so heißt es hier.

Am 15. Januar kamen Biberachs Biber ins TV. Der SWR berichtete dies: Nagende Neubürger - Biberacher Biberfamilie bedroht Arbeitsplätze In dem oberschwäbischen Städtchen an der Riss heißt es: vor über 150 Jahren ist wohl das letzte Exemplar des großen Nagers von Jägern geschossen worden. Lange war das Biberacher Wappentier, der Biber, weg - jetzt ist er wieder da: hurra! Zur Freude der Naturfreunde hat sich jetzt wieder eine Biberfamilie an den Ufern der Riss niedergelassen. Doch nicht alle Biberacher freuen sich über die putzigen, nagenden Neubürger, denn just vor der neuenWohnstube des Bibers wollen zwei örtliche Großunternehmen eine Straße bauen, das Gewerbegebiet vergrößern und Arbeitsplätze schaffen. Doch die Naturschützer schlagen Alarm. Die wundersame Rückkehr des Bibers: ein Nervenkrieg! Der Platz des Bibers ist direkt hinter dem Firmengelände von Liebherr und Fa. Handtmann. Im geplanten Ersatz-Ausweichplatz - gekauft von der Fa. Handtmann - im Ummendorfer Ried - wurde mit schweren Baumaschinen die Nadelbäume gefällt. (Naturschutzgebiet!) Dort soll der Biber "hinwandern", damit die beiden Firmen Platz für Erweiterung ihrer Firmen erhalten.

 

19. Januar 2004


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