Die Weberberg.de Awards Schützen 2001

"Herrliche Stimmung und herrliche Kostüme in dem herrlichen Festzug vor der herrlichen Stadtkulisse bei herrlichem Wetter - - dies war das bisher herrlichste Fest herrlicher Kinder in unserer herrlichen Heimat in diesem herrlichen neuen Millennium." So oder ähnlich der einhellige Tenor der Biberacher Presse, die einem Schützentodesopfer immerhin 10 Zeilen widmete.  War aber auch noch anderes herrlich. Und anderes ebent nicht so.  Die Webeberg.de-Awards Schützen 2001 sehen die Dinge etwas differenzierter.

Best of Live Acts:

Eindeutig und ohne Abstriche: die Bands im Biber Keller / Noodles. Pluspunkt dazu: die Biergartenatmosphäre drumherum. Billig kann das nicht gewesen sein, was die Herren Burkhardt & Gehring da dem Publikum aufgetischt haben. Bravo und Dankeschön!

 

Best of Wirrsinn:

Die Schützendirektion weist in ihrer Festbroschüre darauf hin, dass "für sämtliche Festveranstaltungen die allgemeinen Benutzerbedingungen" gelten. Diese seien "in der Schwäbischen Zeitung vom 28. Juni 1991 bekannt gemacht" worden. Ja, super! Die Schützendirektion geht also davon aus, dass alle Biber die SZ auf ewig im Keller stapeln. Am Infostand der Direktion auf dem Gigelberg gab es die Benutzerbedingungen jedenfalls nicht. Nicht einmal von ihrer Existenz hatte man dort eine Ahnung. Und auf der Website der Schützendirektion? Ebenfalls nichts zu finden. Jetzt haben alle Schützenbesucher wieder an schlaflosen Nächten zu leiden, weil sie fürchten müssen, sie hätten irgendwann unwissentlich gegen die Benutzerverordnung verstoßen.

Best of Pre-Schützen:

Ganz klar der Freitagabend (29.6.2001) vor dem Schwanenkeller. Schützen hatte noch gar nicht angefangen, aber hier ging es schon los.

Best of Fehlentscheidung:

And the winner is - wieder mal - die Schützendirektion. PommFritz hat ja seit Jahren eine eingeschworene Fangemeinde und bringt immer wieder viel Stimmung ins Zelt. Die Musiker von PommFritz beherrschen ja auch ihre Instrumente. Aber für den Tanz auf dem Marktplatz eine Band zu ordern, die doch eher ins Comedy-Fach gehört, war eine Fehlentscheidung, mit der man weder der Band noch den Biberacher Rockfans einen Gefallen getan hat. Buuuuuh!

Best of Product Placement:

Wie macht man eine Website bekannt? Ganz einfach: Man nimmt eine 4-5 Meter lange Teppichbodenrolle, klebt in möglichst großen Buchstaben die URL der Website drauf und wankt damit spät nachts durch die Gassen. Eigentlich eine Loserstrategie, weil um die Zeit alles schläft. Damit also trotzdem möglichst viele Leute die Aktion mitbekommen, lässt man (ohne weitere Kosten) von Dritten mit viel Aufwand und Tamtam gleichzeitig ein Schützenfest veranstalten. Dann sind tausende von Eyeballs garantiert. Wir können nicht anders: Dieser Award geht an Weberberg.de!

Best of Useful Tips:

And the winner is - guess who! Rhetorik und Sprechen kann man lernen. Da gibt es jede Menge Seminare und Kurse da dafür. Wenn das die Schützendirektion rechtzeitig gewusst hätte, wäre die Kommentierung des Festumzuges nicht so ausgefallen, wie sie ausgefallen ist. Museumsmensch Dr. Uwe Degreif meinte zu dieser Leistung jedenfalls: "Allenfalls eine 5-6!" Tipp: Sprechtraining etc. also schon jetzt buchen!

Best of Belohnung für weltoffene Biberacher:

Wer sich das Vergnügen leistet, jene netten und gescheiten Inder, Ghanaer, Ägypter, Indonesier, Libanesen und Griechen kennenzulernen, die im Hauchler-Studio das Drucken an deutschen Druckmaschinen beigebracht bekommen, der darf sich dann das alljährlich wachsende Schützenabschlußprogramm der Ranzengarde vom schönsten Logenplatz anschauen, den es hierfür gibt: Vom Stockwerk über dem Tweety, da wohnen viele von ihnen nämlich. Die Sicht ist erste Sahne und der Steh- oder Fensterbanksitzplatz auch bei strömendem Regen trocken. Trostpreis für alle anderen, diese Ranzengarde-Links von Google.

Best of Todesmarsch:

Wie leicht und friedlich-heiter man einen Taktstock schwingen kann, beweist alljährlich der überaus nette und humorige Stadtmusikdirektor Peter Marx. Ganz anderscht dagegen so mancher Tambourmajor. Der drischt seinen Stab mit solcher Entschlossenheit und solch grimmiger Mine, als ob er symbolisieren wollte: "Schützen oder nicht, ich führe meine Mannen hier und jetzt in den sicheren Tod - und an Bauernschützen gleich noch einmal!"

 

Best of Feuerwerk

Das diesjährige Feuerwerk: Höher, weiter, länger.

Best of "Ey, what?"

OK, Sekt für 7 Märker das Glas auf dem Gugelhupf mag ja noch gebongt sein. Dass es die ganze Flasche dann aber 35 Mark kostet und nix mit Mengenrabatt ist, muß wohl die Idee von jemandem gewesen sein, der halbtrocken im Kopf ist.

Best of "New & improved"

Irgendwie war das Schützenfest heuer flächiger, nicht so eng und es gab mehr für unterschiedliche Geschmäcker. Ausbaufähig auch: die Infoscreen von NEXTEX überm Schwanenkeller. Hoher Aufmerksamkeitswert bei klar definiertem Publikum. Top Location um Infos schnell unters Jungvolk zu bringen.

Best of Scratch, Knister, Britzel

Super: Der Tanz durch die Jahrhunderte, der immer gut ankommt, ist zeitlich ergänzt worden bis hin zum zeitgenössischen Bruchtanz. Vielleicht aber hätte man besser ein halbes Jahrhundert eingespart und statt dessen mal 2 Stunden dafür verwendet, eine Anlage aufzubauen, deren Tonqualität der Qualität der tänzerischen Darbietungen entspricht.

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