Politischer Aschermittwoch in Biberach

Beim "Politischen Aschermittwoch" kommt Politprominenz nach Biberach in die Stadthalle. Und zwar die Spitze der Grünen, einschließlich Ex-Turnschuhminister Joschka Fischer, bzw. Droschka Fischer, wie ihn die CDU einst nannte und so nett auf ihrer Website abbildete, wie links zu sehen. Der hält dann immer eine brilliante Rede, die aber jedes Jahr irgendwie gleich ist. Eugen Schlachter

Leider zieht das Spektakel nicht nur den Initiator des Spektakels, Raiffeisenbänker Eugen Schlachter (ca. 45 Jahre, rechts im Bild; drei Kinder: Mirka, Alexander, Svenja) an, sondern auch die Medien (und zwar massenhaft), die dann mit Kameras mitten im Saal stehen, die Sicht versperren und belegen, wie weit die Grünen sich von der Basis entfernt haben. Meist gibt es auch Gastredner und Demonstranten mit Sarg, die irgend etwas zu Grabe tragen. Die Demokratie. Oder die Landwirtschaft. Oder sonst was. (Zumindest war das so, als man noch keine Angst vor einem al-Qaida-Anschlag auf die Stadthalle hatte.)


Wer einen Sitzplatz möchte, musste einst unbedingt früh da sein und Plätze belegen. Aber dann kam im Jahre 2004 Joschka Fischer nicht mehr, weil er auf dem Balkan war, und dann blieben viele Plätze leer. Mitunter wird die Stadthalle schon mal wegen Überbelegung dicht gemacht. Wer nicht mehr reinkommt, kann auf den an diesem Tag stattfindenden Aschermittwochsmarkt gehen, und warme Handschuhe kaufen oder spacige Gemüsehobel und Autopolitur erwerben.

Zu den Sicherheitsvorkehrungen gehört, dass Besucher Taschen, Feuerzeuge und Kugelschreiber am Eingang abgeben müssen. Seltsam, denn Teller und Messer stehen im Saalinneren reichlich als etwaige Wurfgeschosse zur Verfügung. Sie bleiben glücklicherweise stets ungenutzt.

26. Februar 2004

Typische Bilder- vom Aschermittwoch 2003
Bericht vom Aschermittwoch 2004 in unserer Biberachkolumne - Bitte zum Datum 25. Februar 2004 durchklicken

13.00 Uhr Begrüßung Landesvorsitzender Andreas Braun, 13.10 Uhr Grußwort OB Thomas Fettback 13.25 Uhr Rede Winfried Kretschmann, MdL Fraktionsvorsitzender 13.55 Uhr Rede Angelika Beer, Parteivorsitzende 14.25 Uhr Rede Rezzo Schlauch, MdB, parl. Staatssekretär 15.00 Uhr Rede Krista Sager, MdB, Fraktionsvorsitzende Entfiel: 15.30 Uhr Rede Joschka Fischer, MdB, Bundesminister ca. 16.30 Uhr Ende - Musik bis sich der Saal leert! Moderation: Eugen Schlachter - Änderungen vorbehalten - (Stand: 18.02.2003, Quelle: /www.gruene-bc.de Erfahrungsgemäß muss man früh da sein, um reinzukommen. Weil Fischer nicht kam, war es aber weniger stressig und die Sicherheitsvorkehrungen etwas relaxter.

Landesvorsitzender Andreas Braun eröffnete den Rednerreigen.
Schwulenfeindlich? Braun verwendete die Worte: "Westerwelle empfiehlt in mehr oder weniger warmen Worten..." (Anspiegelung auf die sexuelle Orientierung des FDP-Vorsitzenden?); Braun über das Verhältnis von angela merkel zu George Walker Bush: "rektal-invasiv"; über Günther Oettinger: "Der Prince Charles der Landespolitik." (weil Teufel ihm nicht den Platz räumt).
Hausherr OB Thomas Fettback begrüßte - wie jedes Jahr: "Politik darf nicht nur sondern muss wieder Spaß machen dürfen."
Angelika Baer: "Frauen wollen 100% - Zeit für Lohngerechtigkeit!"
Rezzo Schlauch: "Der Biberacher David gegen den Passauer Goliath." Verwies auf Psalm 38. "Großer Gott, du liebst Erbarmen, straf mich Armen doch in deinem Zorne nicht! Züchtigst du, ach, deine Stimme ruf im Grimme mich nicht vor dein Zorngericht!" Er war "froh, dass die Mondscheindebatte um Schwarz-Grün in Asche zusammenfällt." Plädierte ansonsten für verkürzte Ausbildung und gelockerte Regeln im Handwerks- und Mittelstandsbereich.
Volles Haus, aber nicht so voll, wie wenn Joschka gekommen wäre. Weberberg.de meldete die Absage. Die Grünen-Website nicht.
Winfried Kretschmann nach und bei seiner Rede. Rechts vorne: Krista Sager bereitet sich vor, Mitte: Boris Palmer, Sohn des Remstalrebells. Kretschmann: "Die Fastenzeit wird dismal sehr lange." Über Teufel & Co.: "Diese Leute führen uns gnadenlos in den Schuldenstaat."
Die Promis von oben.
Erfreulich: Jede Menge junges Publikum bei der Politveranstaltung.
GRin Andrea Sülzle im Gespräch mit Angelika Baer.
Rede-Highlight des Aschermittwochs: Krista Sager: "The carnival is over!" Über Leute wie Angela Merkel: "Die Anschleimer haben vielleicht 'sehr gut' in Betragen bekommen, aber Klassensprecher sind sie nie geworden." Über die CDU: "Die ticken wirklich so: ein Rollstuhlfahrer, eine Frau - das muss erstmal reichen in der Politik." Über Merz: "Der personifizierte Fastenhering."
Eugen Schlachter gratuliert.
   
Wenig beachteter illustrer Gast: Jean Nke Ndih, Vorsitzender der Grünen Partei Kameruns und Geschäftsführer der Fédération des Partis Ecologistes d'Afrique. Er saß vor seinen Linsen, Spätzle und Saitenwürstchen und Grünen-Kreisrat Johannes Angele parlierte mit ihm auf Französisch.
Nach der Show: Warten auf die Geschenkle. Zweiter von rechts: Warthausens grüner Bürgermeister Cai-Ullrich Fark.
Joschkas Fernbleiben hatte sein Gutes. Wäre er gekommen, hätte man vor lauter Kameras die Bühne nicht gesehen.


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