Amtsblatt für die Stadt Biberach

Vor allem im März und April 2002, als eine Personalentscheidung der Biberacher Schwäbischen Zeitung Empörung auslöste (zwei Redakteure wurden überraschend freigestellt), aber, was den Kreistag, der sich oft falsch im Blatt zitiert fand, schon eher betrifft, gewann der Gedanke Unterstützung, die Stadt, bzw. der Kreis mögen doch ein eigenes Amtsblatt herausgeben, ähnlich jenen Boten, die in kleineren Gemeinden publiziert werden. Nun darf man sich davon nicht zuviel versprechen. Solche Blätter sind meist schnarchlangweilig und beschränken sich eher auf Mitteilungen über Grünabfuhr, Gottesdienste und Gemeinderatstermine. Journalismus, etwa gar kritischen, darf man hier nicht erwarten. Derzeit hat die Schwäbische die Amtsblattfunktion, was die Stadt schätzungsweise knapp 190 000 Mark (nicht Euro) im Jahr kostet.

Auch die Sitzungen des Gemeinderates würden in einem Amtsblatt nicht angemessen wiedergegeben, da sich die entsprechenden Protokolle eher auf die Beschlüsse beschränken und allenfalls auflisten, wer etwas gesagt hat, aber nicht, was der- oder diejenige gesagt haben. Als Beispiel sei auf Frankfurt/Main verwiesen. Dort wird das Sitzungsprotokoll der Stadtverordnetenversammlung ins Netz gestellt. Das sieht dann so aus. Biberach, oder auch der Kreistag, könnten dies ebenfalls tun. Nur würde dann der Konflikt um etwaige nicht korrekt wiedergegebene Zitate immer in dem jeweiligen Gremium ausgetragen werden. Mit einem Leserbrief an die Zeitung ginge da nichts.

Im Netz sind in Biberach derzeit allenfalls die Tagesordnungen der Gemeinderatssitzungen zu finden.

9. Dezember 2002


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