Diese
Tour führt nach Stuttgart ins Mercedes-Benz-Museum (Untertürkheim)
und anschließend in die Wilhelma (Bad Cannstatt).
Beides, das Mercedes-Benz-Museum
mit Exponaten aus über 100 Jahren Autogeschichte und die
Wilhelma mit ihren 10 000 Tieren und der Pflanzen- und Blütenpracht,
sind so recht dazu angetan, den entdeckungsfreudigen Oberschwaben
an die großen historischen Unterschiede zu erinnern, die
sich bei der Fahrt nach Stuttgart aufdrängen: in Oberschwaben
die Prachtentfaltung der Kirche, im Unterland die der Herzöge
und Könige, hier bis weit in dieses Jahrhundert hinein eine
ungebrochene ländliche Tradition und dort schon eine rasante
Industrialisierung.
Das Mercedes-Benz-Museum der Untertürkheimer
Edelmarke macht bei freiem Eintritt, perfekt gestylter Führung(drahtoses,
mehrsprachiges Audiosystem) und einem guten Info-Film zu einem
Genuss. Der "Mythos Mercedes" entfaltet sich an weit
über hundert Karossen - vom ersten noch in eine Pferdekutsche
eingebauten Verbrennungsmotor bis zum Silberpfeil und dem Smart.
Industriedesign wird hier begreifbar gemacht. Zwei Stunden sollte
man sich für einen Besuch des Museums unbedingt Zeit lassen.
Mindestens vier Stunden sollte
man für die nahe Wilhelma einplanen, vielleicht mit einer
Essens- oder Kaffeepause, da Entfernungen und Höhenunterschiede
zu bewältigen sind. 1846 wurde das von König Wilhelm
I. beim Breslauer Architekten Karl Ludwig Zanth in Auftrag gegebene
Lustschloss eröffnet: in seiner maurisch-orientalischen Pracht
steht es in seltsamem Kontrast zu der sprichwörtlichen Einfachheit
ins Staatsverwaltung und persönlicher Lebensführung
dieses beliebten württembergischen Monarchen.
Man sollte sich einen Besuch in
der Zeit der Magnolienblüte (Ende April / Anfang Mai) nicht
entgehen lassen. Dann blühen in den Gewächshäusern
Orchideen und atemlos steht man vor zwei bis drei Meter hohen
blühenden Kamelienbäumen, die die Zerstörung des
Krieges überstanden haben und noch zu den ersten Pflanzungen
gehören. Gegen Wetterunbill schützen die vielen überdachten
Tierhäuser und das weltberühmte Aquarium. 15 Uhr ist
eine wichtige Zeit, um sich an der Badestunde der Elefanten zu
ergötzen oder die Fütterung der Krokodile mitzuerleben.
Das im Wilhelmagarten gelegene
Wilhelma-Theater ist nur zur Abendstunde offen - aber ein Besuch
lohnt sich.
Alternativ zum Besuch der
Wilhelma bietet sich auch ein Besuch der Grabkapelle (Entwurf:
Hofarchitekt Giovanne Salucci) auf den Württemberg an, von
dem aus man einen herrlichen Rundblick genießt. Die Kapelle
ließ König Wilhelm in den Jahren 1820 bis 1821 am idyllischen
Ort der ehemaligen Stammburg der Württemberger oberhalb des Neckartals
für seine jung verstorbene Gemahlin Katharina errichten. Noch
heute werden hier russisch-orthodoxe Gottesdienste abgehalten.
(Vom S-Bahnhof Stuttgart-Untertürkheim mit Bus 61 nach Rotenberg
- Endstation - 10 min.)
Info: Abfahrt
ab Bahnhof Biberach, umsteigen in Ulm und Esslingen, dann
mit der S-Bahn bis Haltestelle Gottflieb-Daimler-Stadion. Zu Fuß
fünf Minuten (Unterführung zum Daimler-Gelände,
von dort kostenloser Bus zum Museum., das geöffnet ist dienstags
bis sonntags von 9 bis 17 Uhr, an Feiertagen geschlossen.) Ebenso
zurück, dann eine S-Bahn-Station weiter bis Bad Cannstatt.
Vom Bahnhof zehn Minuten Fußweg zur Wilhelma. Rückfahrt
mit dem Zug ab Bahnhof Bad Cannstatt 17.37 Uhr.
Textvorlage: Marianne
Sikora