Das Pfrunger Ried

Im Raum Ostrach trieb in vergangenen Jahrhunderten nicht nur der "Schwarze Veri" sein Unwesen, hier ist auch eine der schönsten Moorflächen Oberschwabens zu finden.

Das Pfrunger Ried, südlich von Ostrach gelegen, ist mit 2600 Hektar die zweitgrößte Moorfläche Süddeutschlands, in der über 1600 Tier- und Pflanzenarten beheimatet sind. So begegnen dem Wanderer auf kleinem Raum Orchideen, Wollgräser und knorrige Kiefern, über die Libellen oder Schmetterlinge hinwegfliegen. Da das Pfrunger Ried ein Naturschutzgebiet ist, sollte man es nur auf befestigten Wegen erkunden. Wer sich zu Beginn des Ausflugs zunächst über die Entstehung des Moores vor rund 12 000 Jahren und die Vegetationsformen informieren möchte, sollte das Naturschutzzentrum und den Naturlehrpfad in Wilhelmsdorf besuchen. Rundwege erläutern auf zahlreichen Schautafeln die wechselhafte Geschichte des Feuchtgebiets.

Nach so viel Naturschönheit können in einem der Gastronomiebetriebe in Wilhelmsdorf neue Kräfte gesammelt werden. In der kleinen Stadt führt kein Weg an der dominierenden protestantischen Kirche vorbei.

Diese ungewöhnliche Stadtarchitektur weist auf die Gründung von Wilhelmsburg im 19. Jahrhundert hin. Im Jahr 1823 genehmigte König Wilhelm I. die Gründung der pietistischen Gemeinde im Pfrunger Ried. Die Siedler hatten vor allem die Aufgabe, die wilde Moorlandschaft trocken zu legen und nutzbar zu machen. Großflächig wurde Torf abgebaut, der als Brennmaterial der Lokomotiven der Südbahn Friedrichshafen-Ulm verwendet wurde. Die Verfeuerung hatte jedoch den Nachteil. Das ausgestoßene, noch glimmende Torfpartikel die angrenzenden Wiesen und Felder in Brand stecken konnten.

Bei der Weiterfahrt Richtung Stein am Rhein, sollte man unbedingt einen Halt im malerischen Steckborn einlegen. Im imposanten Turmhof am See ist das Heimatmuseum. Neben vielen anderen historischen Relikten dieser traditionsreichen Gegend erinnert es an die Steckborner Öfen und deren Hafnerware. Im nahen Stein am Rhein lenken rund um den Marktplatz reich bemalte Bürgerhäuser den Blick auf sich, außerdem das von Burkhard und Hadwig vom Hohentwiel nach Stein verlegte Kloster St. Georgen und linksrheinisch ein römisches Kastell aus der Zeit Diokletians.

Text: Marianne Sikora

Info:Naturschutzzentrum Wilhelmsdorf, Riedweg 3, 88271 Wilhelmsdorf, Telefon 07503/739. Mehr: http://home.t-online.de/home/Hauptschule_Wdorf/besonderheiten.htm http://www.oberschwaben.geo-tourist.de/moore/PrungerRied/ Ausführliche Informationen hier: http://www.ostrach.de/natur/burgweiler-pfrungerried.htm --- ?`???

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