Die Tagestour führt durch wunderschönes
oberschwäbisches Gäu zum Kneippkurort Aulendorf. Sein prächtig
saniertes Schloss (Baustile vom Mittelalter bis zum Klassizismus
deutlich ablesbar) ist jetzt Außenstelle des Landesmuseums Stuttgart
und lohnt wegen seiner guten Sammlung von Kunstobjekten des württembergischen
Klassizismus, wegen sechs Gemälden von Januarius Zick und vor
allem wegen seiner hervorragenden Spielzeugsammlung. Biberacher
finden dort Blechspielzeug der Firma Rock & Graner. ein Gang rund
ums Schloss zeigt seine imposante Position Richtung Rißtal; hinter
den gegenüberliegenden Kavaliersbauten lädt der Park mit schönem
Baumbestand zum Spaziergang ein. Das Schloss war lange Zeit Sitz
der Vorderösterreichischen Ministerialen der Königseggwald-Aulendorf
und gehört jetzt dem Land.
Wer jetzt nicht schon in die Schwabentherme
will, nehme am Ortsende die Straße nach Ebersbach und gönne sich
einen Stopp im ehemaligen Deutschordensschloss. Altshausen, heute
Residenz der katholischen Linie des Hauses Württemberg. Der imposante,
ein offenes Quadrat umschließende, ursprünglich mittelalterliche
Bau (ab 1264 beim Deutschen Orden Sitz der größten Deutschordensballei
Elsass-Schwaben-Burgund) wurde durch den Barockbaumeister Bagnato
barockisiert, ebenfalls die sehr schöne Kirche St. Michael. Im
Sommer: Skulpturenpark der Großherzogin Diana von Frankreich/Bourbon.
Der Blick durch das Schlossportal fällt auf einen der schönsten
Bäume Oberschwabens.
Zurück in Richtung Saulgau auf
der B 32, wo sich einige Kilometer vor Saulgau linkerhand das
Kloster Sießen (Dominikanerinnenkloster bis 1806 --heute Schul-
und Bildungsstätte der Franziskanerinnen) ausbreitet. Berühmt
wurde das Kloster durch das Wirken von Schwester Innocentia (Berta
Hummel), Malerin und Zeichnerin, deren weltweit geliebte und gesammelte
Kinderdarstellungen dort von ihr gemalt worden sind. Im Hummelmuseum
führt sehr liebevoll Schwester Huberta. Schwester Innocentia teilte
freiwillig während des Zweiten Weltkriegs mit anderen Schwestern
die Arbeit und die ungenügende Verpflegung der Zwangsarbeiter
eines eingelagerten Rüstungsbetriebs und starb 1954 an Tuberkulose.
Der Rückweg führt an der Wallfahrtskirche
Steinhausen vorbei, in der sich Kinder gerne an der Suche nach
den vielen kleinen Tieren in den Fensterwölbungen zur Betrachtung
mitreißen lassen. Wer nach so viel Seelen- und Augennahrung noch
fürs leibliche wohl sorgen möchte, gönne sich ein Abendessen in
der "Linde" in Steinhausen.
Text: Marianne
Sikora